3. Teilstrecke vom 23. September 2025

Streckenlänge: 84 Kilometer / 2’400 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (3 Tagesetappen): 309 km / 6’400 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col de Burdincurutcheta (4. Pass / 1’135 Meter hoch / nun beidseitig befahren) und Col Bagargui (5. Pass / 1’327 Meter hoch / beidseitig befahren).

Die Südostseite des Col de Burdincurutcheta ist einfach zu befahren. Die Passstrasse startet auf 1’010 Metern Höhe auf einer Hochebene, weshalb bloss 125 Höhenmeter zu überwinden sind. Ähnliches gilt für die Westseite des Col Bagargui, die an der gleichen Strassenverzweigung startet. Die Strasse ist unten terrassenartig angelegt, oben ist sie zeitweilig recht steil. Schwer ist die Ostseite des Col Bagargui. Zu den gut tausend Höhenmetern kommt nach Larrau noch eine gehörige Gegensteigung hinzu, die zusätzliche 130 Höhenmeter mit sich bringt. Im mittleren Sektor ist die Strasse richtig steil. Erschwerend war heute zudem der Nebel im oberen Passbereich und die Kälte. Meine Finger werden es mir wohl lange nicht verzeihen, dass ich die wärmeren Handschuhe im Camper zurückgelassen habe.

Col de Burdincurutcheta (4. Pass)

22. September 2025 / Frankreich / Col de Burdincurutcheta / Nordwestseite

Schluss mit gemütlichem Einrollen. Der Col de Burdincurutcheta ist der erste Pass, der einen fordert. Von Saint-Jean-Pied-de-Port aus sind gut neunhundert Höhenmeter zu bewältigen. Und erstmals wird es ordentlich steil. In der unteren Passhälfte hat man längere Streckenabschnitte mit zwölf Prozent Steigung (Schweizer Alpenpässe sind selten über längere Abschnitte hinweg steiler als zehn Prozent). Heute habe ich erst einmal den nordwestlichen Anstieg bewältigt. Von der anderen Seite aus startet der Aufstieg auf einem Hochplateau und ist viel kürzer. Eigentlich wollte ich diesen Aufstieg heute auch noch bewältigen. Der Regen (auf dem Foto sind die nassen Strassen gut zu erkennen) hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dann halt eben morgen.

Saint-Jean-Pied-de-Port

22. September 2025 / Frankreich / Saint-Jean-Pied-de-Port / Alter Ortskern

Saint-Jean-Pied-de-Port ist ein bekannter Etappenort am Camino Francés des Jakobswegs. Hape Kerkeling („Ich bin dann mal weg“) ist von hier aus gestartet, und viele andere Wanderer und Pilger tun es ihm gleich. Bei einem Tagespensum von 20 bis 25 Kilometern sind es von hier aus noch 30 bis 35 Tagesetappen bis nach Santiago de Compostela. Im schönen alten Ortskern von Saint-Jean-Pied-de-Port trifft man auf einen bunten Mix aus Einheimischen, „gewöhnlichen“ Touristen und Pilgern. Dem Schritt der Pilger an kann man übrigens gut erkennen, ob sie schon länger unterwegs sind oder erst hier starten. Da haben wir Velofahrer es doch besser: Blasen und wunde Füsse sind bei uns eher die Ausnahme.

Col d’Ispéguy (3. Pass)

22. September 2025 / Frankreich / Col d’Ispéguy / Ostseite

Den gestrigen Sonntag habe ich gemütlich im Camper verbracht. Der Dauerregen, der über das Baskenland niederprasselte, zwang mich zu einem ersten ungewollten Ruhetag. Und die Wetterprognosen deuteten darauf hin, dass heute gleich ein zweiter Ruhetag folgen wird. Vor allem während der ersten Vormittagshälfte war es dann aber richtig schön. Der Col d’Ispéguy verbindet Spanien mit Frankreich. Ihn bei so schönem Wetter und nur wenig Verkehr zu befahren, hat Freude bereitet. Die Steigungen sind recht moderat, so dass man gut vorwärts kommt. Die bisherigen drei Pässe waren effektiv noch keine richtigen Herausforderungen (vor allem im Vergleich zu dem, was noch kommt). Sich die Namen dieser drei Pässe zu merken ist fast schwieriger als sie zu befahren.

2. Teilstrecke vom 22. September 2025

Streckenlänge: 110 Kilometer / 2’300 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (2 Tagesetappen): 225 km / 4’000 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col d’Ispéguy (3. Pass / 672 Meter hoch / beidseitig befahren) und Col de Burdincurutcheta (4. Pass / 1’135 Meter hoch / erst Nordwestseite befahren).

Die Wetterprognosen sahen heute Morgen so düster aus, dass ich fest davon ausging, zu einem weiteren ungewollten Ruhetag gezwungen zu werden. Das Wetter war dann aber deutlich besser, so dass ich ein weiteres ordentliches Stück Strecke zurücklegen konnte und zwischendurch nur kurz nass wurde. Der Col d’Ispéguy, der Spanien mit Frankreich verbindet, weist nur moderate Steigungsprozente auf. Auch aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens ist er schön zu befahren. Der Col de Burdincurutcheta ist der erste Pass, der auf mehr als tausend Metern liegt. Er ist auch deutlich steiler als die drei vorangehenden Pässe. Die untere Streckenhälfte ist über längere Abschnitte zwölf Prozent steil, oben gibt es dann auch ein paar wenige flachere Abschnitte. Zuerst habe ich mir überlegt, auch noch die viel kürzere Südostseite des Passes zu fahren. Der einsetzende Regen deutete mir dann aber an, dass es gescheiter ist, umzukehren. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Maya im spanischen Baskenland

20. September 2025 / Spanien / Maya / Dorf von Westen her

Gewendet habe ich heute in der Nähe des kleinen baskischen Dorfes Maya. Von hier aus ging es über den Col d’Otxondo zurück nach Sare. Die nächste Etappe werde ich rund dreissig Kilometer von Maya entfernt starten (vermutlich in Saint-Jean-Pied-de-Port). Wann ich diese Etappe in Angriff nehmen kann, ist noch offen. Für morgen und übermorgen melden sie im Baskenland ergiebige Regenfälle. Und Fahrten bei Regen versuche ich wenn immer möglich zu vermeiden. Noch habe ich aber die Hoffnung, dass der Regen zwischendurch für zwei oder drei Stunden aussetzt. Dann gibt es eventuell doch noch eine kürzere Tagesstrecke. Falls nicht, geht es wohl erst am Dienstag weiter.

Col d’Otxondo (2. Pass)

20. September 2025 / Spanien / Col d’Otxondo / Passhöhe

Ich bin in Spanien angekommen. Der zweite und dritte Pass der Route des Cols befinden sich in Spanien, die übrigen 32 Pässe in Frankreich. Mit 602 Metern ist der Col d’Otxondo, der in einer typisch baskischen Landschaft eingebettet ist, ein mittelschwerer Pyrenäenpass. Die Steigungsprozente sind allerdings moderat. Zu schaffen machte mir einzig die Wärme. Es ist heute Nachmittag bis zu dreissig Grad warm geworden, was ich mir nach dem Aufenthalt in Norwegen und Schweden nicht mehr gewohnt bin. Es erfolgt nun aber ein Wetterumschwung und ein Temperatursturz. Die letzte Nacht war eine Tropennacht mit einer Minimaltemperatur von 24 Grad. In der kommenden Nacht soll das Thermometer bis auf sechs Grad sinken. Ideal wäre etwas in der Mitte. Aber das Wetter ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert.

Sare

20. September 2025 / Frankreich / Sare / Chapelle Sainte Catherine

Aufs Fahrrad gestiegen bin ich heute in Sare, einem alten baskischen Dorf. Die einzelnen Strecken fahre ich ja jeweils hin und zurück, da es mit bisher noch nicht gelungen ist, Hopo beizubringen, dass er mir selbständig zu meinem Zielort folgt. Ich nehme mir dann jeweils eine Tagesstrecke vor und parkiere Hopo etwa in der Mitte dieser Strecke. Dann geht es zuerst ein Stück zurück, danach zum Tagesziel und von diesem wieder zurück zu Hopo. Dieses Vorgehen hat zwei Vorteile. Ersten bin ich im Falle einer Panne, eines Zwischenfalls oder einer akuten Wetterverschlechterung maximal dreissig und nicht sechzig Kilometer von Hopo entfernt. Und zweitens ist es einfacher, den zweiten Teil der Tagesetappe je nach Tagesform zu verlängern oder zu verkürzen. Der heutige Tagesparkplatz hat sich bei meiner Rückkehr als so ruhig erwiesen, dass ich gleich hier übernachten werde.

Col de Saint-Ignace (1. Pass)

20. September 2025 / Frankreich / Col de Saint-Ignace / Train de la Rhune

Der Einstieg in die Route des Cols ist ein sanfter. Der erste Pass, der Col de Saint-Ignace, ist bloss 169 Meter hoch. Verglichen mit den Schwergewichten, die noch auf mich warten, dient dieser Pass bestenfalls dem Auflockern der Beine. Auf dem Col de Saint-Ignace war heute recht viel Betrieb. Speziell ist, dass sich auf der Passhöhe die Talstation einer Zahnradbahn befindet, die die Ausflügler auf den 888 Meter hohen Berg La Rhune transportiert. Von dort soll man eine wunderbare Aussicht auf die Küste, das Baskenland und die Pyrenäen haben. Auf die Bahnfahrt habe ich verzichtet; das Baskenland und die Pyrenäen werde ich in den kommenden Wochen noch zur Genüge betrachten können.

Am Atlantik

20. September 2025 / Frankreich / Saint-Jean-de-Luz / Atlantikküste

Die ersten gut zehn Kilometer der Route des Cols führen zwischen Hendaye und Saint-Jean-de-Luz der Atlantikküste entlang. Dann ist aber rasch fertig mit Meeresküste. In den kommenden drei Wochen werde ich nun primär Berglandschaften und Flusstäler zu sehen bekommen. Ans Meer gelangt man erst wieder ganz am Schluss der Route des Cols. Die seltene Gelegenheit, eine Küstenlandschaft in den Pyrenäen-Blog aufnehmen zu können, wollte ich mir nicht entgehen lassen.