Villacher Alpenstrasse

23. Mai 2026 / Österreich / Villacher Alpenstrasse / Rote Wand

Eigentlich hatte ich im Sinn, heute mit dem Fahrrad um den Wörthersee zu fahren. Im Internet bin ich dann auf die Villacher Alpenstrasse gestossen, die von Villach (501 Meter) aus zum Rosstrattenstüberl (1733 Meter) hochführt, das unter dem Villacher Hausberg Dobratsch (2166 Meter) liegt. Die Panoramastrasse ist sehr schön zu fahren. Die Strasse ist gut, der Anstieg regelmässig, an mehreren Stellen gibt es schöne Aussichtspunkte und es hat nur wenig Verkehr. Der geringe Verkehr ist wohl primär darauf zurückzuführen, dass die Panoramastrasse für den motorisierten Verkehr gebührenpflichtig ist (23.50 Euro für Personenwagen und 16.50 Euro für Motorräder). Wer auf den Gipfel des Dobratsch möchte, muss die letzten vierhundert Höhenmeter zu Fuss bewältigen. Zum Schutz des sensiblen Karstgebiets wurde der Strassenbau bewusst deutlich unter dem Gipfel gestoppt.

Villach

23. Mai 2026 / Österreich / Villach / Hauptplatz

Über den Wurzenpass bin ich von Slowenien nach Österreich übergesiedelt und habe in Villach Halt gemacht. Zu meiner Überraschung kam ich problemlos über die Grenze. Nachdem unsere Hockeynationalmannschaft die Österreicher vor drei Tagen an der Eishockey-Weltmeisterschaft mit neun zu null Toren niedergeprügelt hatte, war ich mir nicht sicher, ob überhaupt noch Schweizer in die Alpenrepublik hereingelassen werden. Aber alles lief gut. Danke für Eure Nachsicht, liebe Österreicher. Von Villach habe ich mir nicht viel erwartet. Ich habe die Stadt als Zwischenstation ausgesucht, weil es von hier aus einige schöne Velorouten durchs Kärntnerland gibt. Dass die Altstadt von Villach so gut aussieht, hat mich überrascht. Vor allem der Hauptplatz, der viel italienisches Flair ausstrahlt (Bella Italia ist nur gut zwanzig Kilometer entfernt), hat mir gut gefallen.

Kranjska Gora

22. Mai 2026 / Slowenien / Kranjska Gora / Jezero Jasna und Julische Alpen

Die Schweizer Berge sind wunderschön. Die Slowenischen müssen sich aber in keiner Weise verstecken. Speziell die Landschaften im Triglav-Nationalpark südlich von Kranjska Gora sind atemberaubend schön. Im wahrsten Sinne des Wortes ist auch die Passstrasse atemberaubend, die von Kranjska Gora aus südwärts auf den 1611 Meter hohen Werschitzpass führt (wenn man sie mit dem Fahrrad bewältigt) .Die Höhendifferenz beträgt zwar bloss achthundert Meter. Der Pass ist aber über längere Streckenabschnitte hinweg recht steil, mit Spitzenwerten von vierzehn Steigungsprozenten. Für meinen ersten Pass im Jahr 2026 hätte ich mir eigentlich etwas Leichteres aussuchen können. Etwas Schöneres zu finden, wäre deutlich schwieriger.

Odis Kinderzimmer

22. Mai 2026 / Slowenien / Kranjska Gora / Zielhang

Sowohl im Fernsehen als auch auf Fotos kommt nie recht zur Geltung, wie steil die Strecken der Weltcuprennen wirklich sind. Der abgebildete Zielhang der Riesenslalomstrecke von Kranjska Gora ist aber echt steil und macht selbst einem ehemals recht geübten Skifahrer Eindruck. Ist die Riesenslalomstrecke von Adelboden wegen seiner fünf Siege in Folge Marco Odermatts Wohnzimmer, dann ist die Strecke von Kranjska Gora sein Kinderzimmer. Denn hier hat er am 9. März 2019 seinen ersten Podestplatz in einem Weltcuprennen errungen (ein dritter Platz in einem Riesenslalom). Mit seinen drei Siegen in Kranjska Gora ist er allerdings noch nicht auf Top-Niveau. Hier ist ihm Ted Ligety mit sechs Siegen noch ein Stück voraus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Triglav-Nationalpark

22. Mai 2026 / Slowenien / Podkoren / Landschaft

Durch das Obere Savetal führt vom slowenischen Jesenice aus ein superschöner Radweg dem Wildbach Save entlang bis an die italienische Grenze (und darüber hinaus). Die Strecke steigt auf gut dreissig Kilometern stetig leicht an, ist aber schön zu fahren und wird an so herrlichen Tagen wie heute auch gut genutzt. Genial wird es immer dann, wenn sich ein Blick südwärts in die Bergwelt des Triglav-Nationalpark öffnet. Umwerfend schön, die Landschaft hier.

Weltrekordschanze

22. Mai 2026 / Slowenien / Planica / Sprungschanzen

Die vergangene Nacht habe ich auf einem Stellplatz direkt unter den Sprungschanzen von Planica verbracht. Die grosse Schanze fürs Skifliegen ist extrem eindrücklich. Auf dieser Schanze hat der Slowene Domen Prevc am 30. März 2025 mit 254,5 Metern den offiziellen Skiflug-Weltrekord der Männer aufgestellt. Die Flugzeit für diese Weite beträgt etwa acht Sekunden. Eindrücklich, genau gleich wie die ganze Anlage, zu der rund zehn Sprungschanzen unterschiedlicher Grösse gehören. Toll und total ruhig ist auch der Stellplatz bei den Schanzen. Die drei Nächte in Slowenien habe ich allesamt auf Stellplätzen verbracht, was sonst nicht so mein Ding ist. Aber die slowenische Polizei geht rigoros gegen Wildcamper vor und verhängt hohe Bussen (ab 300 Euro). Angesichts der Flut an Campern, die es hier in den slowenischen Alpen aktuell hat, habe ich volles Verständnis dafür. Den Slowenen ist auch zugutezuhalten, dass sie viele schöne Stellplätze zu meist moderaten Preisen anbieten. Da hat insbesondere die Schweiz noch Nachholbedarf.

Wocheiner See

21. Mai 2026 / Slowenien / Ribcev Laz / Bohinjsko jezero

Fährt man von Bled in südwestlicher Richtung weiter in die Berglandschaft hinein, stösst man nach gut fünfundzwanzig Kilometern auf die Gemeinde Ribcev Laz (Fischgereuth Dorf) und den Bohinjsko jezero (Wocheiner See). Der Bohinjsko jezero ist der grösste dauerhafte, natürliche See Sloweniens. Er liegt mitten im Triglav-Nationalpark. Der See ist gut vier Kilometer lang, einen Kilometer breit und erreicht eine maximale Tiefe von fünfundvierzig Metern. Der See gilt als die unberührtere, wildere und ruhigere Alternative zum Bleder See. Dem kann ich nur zustimmen. Der Trubel hält sich hier noch in Grenzen, so dass man die wunderschöne Natur einigermassen ungestört geniessen kann.

Bleder See

21. Mai 2026 / Slowenien / Bled / Insel Blejski Otok

Bled ist zweifellos eine der Top-Destinationen in Slowenien. Das Dorf (5’000 Einwohner) liegt schön am malerischen Bleder See am Fusse der Julischen Alpen. Hauptsehenswürdigkeit ist die kleine Insel Blejski Otok, auf der sich die barocke Kirche Maria Himmelfahrt befindet. Traditionell fährt man mit hölzernen Pletna-Booten auf die Insel, auf der es eine Wunschglocke gibt. Läutet man die Glocke, soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Rund um den See führt ein sechs Kilometer langer Spazierweg. Wirklich eine sehr schöne Gegend, die aber auch enorm viele Touristen anzieht. Schliesslich steht Pfingsten vor der Tür und Österreich und Deutschland sind nah. Zu allem Überfluss gibt es aktuell auch noch eine Grossbaustelle in Bled, die zu einem Verkehrskollaps führte. Gut, dass ich Hopo zehn Kilometer ausserhalb von Bled parkiert und die Gegend mit dem Fahrrad erkundet habe. Zumindest in Bled selbst war das Fahrrad heute eindeutig das schnellste Verkehrsmittel.

Ljubljana (Laibach)

20. Mai 2026 / Slowenien / Ljubljana / Drei Brücken und Franziskanerkirche

Mit 300’000 Einwohnern ist Ljubljana nochmals eine Nummer kleiner als die kroatische Metropole Zagreb. Und Ljubljana ist rasch einmal erkundet. Die Burg ist sehenswert, dazu die Drei Brücken, der Dom und zwei, drei Plätze im Zentrum. Dann hat man’s eigentlich schon gesehen. Selbstverständlich könnte man Tage in Museen verbringen. Dazu bin ich aber nicht der Typ, speziell nicht bei schönem Frühlingswetter. Enttäuscht bin ich aber keinesfalls. Ich war schon einmal in Ljubljana und wusste daher in etwa, was mich erwartet. Und vor allem hat Ljubljana ein schönes Umland und gute Velowege. Statt mich lange in der Stadt aufzuhalten, habe ich die slowenische Landschaft im Norden der Hauptstadt genossen.