Fischerstadt

2. Oktober 2026 / Italien / Chioggia / Canal Vena

Während im benachbarten Venedig der Tourismus alles dominiert, ist Chioggia eine authentische Fischerstadt geblieben. Die Fischerei bildet das wirtschaftliche und kulturelle Rückgrat der Stadt. Chioggia besitzt den grössten Fischereihafen Norditaliens. Neben dem klassischen Hochseefang in der Adria spielen die Fischzucht in der Lagune sowie die zertifizierte Muschelzucht eine zentrale Rolle. Das abgebildete Holzboot sieht mit seinen bunten Farben malerisch aus, ist aber keinesfalls repräsentativ für die lokale Fischwirtschaft. Die grossen Fänge werden heute mit hochmodernen Schiffen eingebracht, die oft Schleppnetze einsetzen.

Canal Vena

2. Oktober 2026 / Italien / Chioggia / Canal Vena

Der Canal Vena in Chioggia ist das malerische, lebendige Herz der historischen Hafenstadt. Ein Vergleich mit dem Canal Grande in Venedig wäre vermessen. Dazu ist der Canal Vena viel zu eng und es hat kaum Betrieb. Gondeln wie in Venedig gibt es in Chioggia ebenso wenig wie Kursschiffe in den Kanälen. Sehr malerisch sieht es aber auch hier aus. Und es gibt kaum Touristen. Wer es gerne ruhig und beschaulich hat, ist in der Altstadt von Chioggia bestens aufgehoben. Und die, die den grossen Rummel bevorzugen, sind mit dem öffentlichen Bus und den ACTC-Schiffen in knapp zwei Stunden mitten auf der Piazza San Marco.

Chioggia

2. Oktober 2026 / Italien / Chioggia / Canale San Domenico Interno

Venedig haben wir übersprungen. Selbstverständlich gefällt „La Serenissima“ auch uns extrem gut. Aber wir waren in den letzten Jahren mehrfach dort und wollen uns auf dieser Reise stärker auf Städte konzentrieren, die wir noch nicht so gut kennen. So sind wir heute Vormittag nach Chioggia gefahren, das am südlichen Ende der Lagune von Venedig liegt. Die Stadt mit ihren 50’000 Einwohnern erinnert mit ihren Kanälen und Brücken sowie der Bauweise der auf Holzpfählen errichteten Häuser und Palazzi stark an die Lagunenstadt, weshalb man auch von „Klein-Venedig“ spricht. Chioggia kann sicher nicht das bieten, was Venedig bietet. Dazu ist Venedig zu einmalig. Dennoch ist Chioggia mit seinem speziellen Charme jederzeit einen Besuch wert. Würde man das Original nicht kennen, wäre man hier hellauf begeistert und käme aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Treviso

1. Oktober 2026 / Italien / Treviso / Palazzo dei Trecento

Unsere erste Nacht im Flachland werden wir bei deutlich höheren Temperaturen in Treviso verbringen. Herzstück der Stadt ist die Piazza dei Signori mit dem abgebildeten Palazzo dei Trecento. Die Stadt ist von einigen malerischen Kanälen durchzogen. Sie wird daher gelegentlich auch als „Kleine Schwester Venedigs“ bezeichnet, was meiner Meinung nach aber doch sehr gesucht ist. Treviso ist eine Stadt für Geniesser. Einerseits ist Treviso die offizielle Geburtsstadt des Tiramisu. Das weltberühmte Dessert mit den klassischen sechs Zutaten (Löffelbiskuits, Espresso, Mascarpone, Eigelb, Zucker und Kakao) wurde hier in den frühen 1970er-Jahren erfunden und erstmals serviert. Andererseits liegt Treviso im Herzen des Prosecco-Anbaugebiets (die umliegenden Hügel gehören daher zum UNESCO-Weltkulturerbe). Na dann Prost!

Feltre

1. Oktober 2026 / Italien / Feltre / Castello

Auf dem Weg nach Treviso haben wir in Veltre einen zweiten Zwischenstopp eingefügt. Die Kleinstadt, die ich bisher nicht kannte, hat mich positiv überrascht. Die historische, von venezianischen Mauern umgebene Bergstadt, hat mir sehr gut gefallen. Nach einem grossen Brand im 16. Jahrhundert wurde Festre im venezianischen Stil neu aufgebaut und prunkt seither mit Dutzenden von gut erhaltenen Palästen mit Fresken und Laubengängen. Überragt wird die Stadt von einem Schloss. Zu unserer Überraschung waren wir praktisch die einzigen Touristen, die sich heute Mittag Feltre angeschaut haben. Uns war das noch so recht, sind wir doch gestern am Pragser Wildsee auf genug andere Touristen gestossen.

Belluno

1. Oktober 2026 / Italien / Belluno / Palazzo dei Rettori

Jetzt sind wir so richtig in Italien angekommen. Ja, ich weiss, auch das Südtirol gehört selbstverständlich zu Italien, das will ich überhaupt nicht infrage stellen. Auch dort gibt es überall Pasta, Pizza und Vino rosso und ein Teil der Bevölkerung spricht auch im Alto Adige Italienisch. Aber ein richtiges Italien-Feeling kommt im Südtirol eben nicht auf. Zumindest nicht bei mir In Belluno, wo wir heute einen ersten Zwischenstopp eingelegt haben, war das anders, auch wenn die Dolomiten noch sehr nahe sind. Die Stadt zählt 35’000 Einwohner und besitzt eine malerische Altstadt, die auf einem Felsvorsprung erbaut wurde. Die Piazza Duomo mit dem Dom sowie dem abgebildeten Palazzo dei Rettori bilden das Herz der Stadt.

Pragser Wildsee

30. September 2026 / Italien / Pragser Wildsee / See

Der Pragser Wildsee ist der wohl am besten erschlossene Bergsee der Dolomiten. Eine gut ausgebaute Strasse führt direkt an den See. Es gibt vier grosse Parkplätze, zum Teil mit einem Shuttlebus-Service. Und es gibt eine eigene Buslinie, die von Toblach aus zum See führt. Damit dürfte klar sein: Am Pragser Wildsee geht es weder ruhig noch idyllisch zu und her. Nein, es wimmelt hier nur so von Touristen aus aller Welt, die entweder selber hierherfahren oder in Bussen heran gekarrt werden, und die am See entlang spazieren oder mit Ruderbooten eine Runde auf diesem drehen wollen. Mit seinem kristallklaren, smaragdgrünen bis türkisblauen Wasser und den ihn umgebenden hohen Bergen zählt der Pragser Wildsee zurecht zu den schönsten Bergseen der Dolomiten. Der Rummel rund um den See ist aber echt abschreckend. Gut, gibt es ein paar Wanderwege, die steil in die Höhe führen, wo man dann doch noch seine Ruhe findet.

Der Herbst hält Einzug

30. September 2026 / Italien / Pragser Wildsee / Wanderung zur Seitenbachscharte

Im Südtirol hält der Herbst Einzug. Es wird spürbar kälter und garstiger. Für uns ist damit definitiv der Moment gekommen, um südwärts in noch etwas wärmere Gefilde zu ziehen. Wir haben heute unsere vorerst letzte Wanderung unternommen und sind dafür an den Pragser Wildsee gefahren. Der Weg um den See ist keine vier Kilometer lang. Diejenigen, die etwas länger zu Fuss unterwegs sein wollen, können Seitentäler entdecken oder in die Höhe steigen, wie etwa zur Seitenbachscharte auf über 2300 Metern. Schön war das Wetter heute leider weder am See noch in der Höhe. Da tat es gut, gelegentlich auf Bäume und Sträucher mit buntem Herbstlaub zu stossen, die ein wenig Farbe in den sonst doch recht trüben Tag brachten.

Drei Zinnen aus der Ferne

29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Aussicht vom Drei Zinnen Blick

Unsere Wanderung endete am späteren Nachmittag dort, wo sie am Vormittag startete: Beim Drei Zinnen Blick, der direkt an der Hauptstrasse von Toblach nach Cortina d’Ampezzo liegt. Und von hier aus bekamen wir die Drei Zinnen am späteren Nachmittag für einen kurzen Augenblick doch noch im fast besten Licht zu sehen. Fast könnte man meinen, dass es gescheiter gewesen wäre, auf die anstrengende Wanderung zu verzichten und einfach im Tal unten den richtigen Moment abzuwarten. Falsch: Auch wenn wir die Drei Zinnen heute mehrheitlich wolkenverhangen zu sehen bekamen, war es eine tolle Wanderung, die in Erinnerung bleibt.