Brasov (Kronstadt)

6. Mai 2026 / Rumänien / Brasov / Marktplatz und Altes Rathaus

Am späteren Nachmittag habe ich mir noch die Altstadt von Brasov angeschaut. Brasov liegt im Südosten Siebenbürgens und gilt als eine der schönsten Städte Rumäniens. Ich war heute zum zweiten Mal in Brasov und bin zum zweiten Mal begeistert von dieser tollen Stadt. Im historischen Zentrum bekommt man etliche eindrückliche Gebäude zu sehen. Überragt wird alles vom Marktplatz (auch Rathausplatz genannt) mit dem alten Rathaus. Einfach schön, sich hier hinzusetzen und die prächtige Szenerie auf sich einwirken zu lassen.

Innenhof einer Wehrkirche

6. Mai 2026 / Rumänien / Harman / Innenhof der Wehrkirche

Die Wehrkirche von Harman (Honigberg) habe ich mir von innen angeschaut. Und das war ein eindrückliches Erlebnis. In vielen Räumen auf der Innenseite der Festungsmauer wird in einem Museum aufgezeigt, wie im Mittelalter gelebt und gearbeitet wurde. Dann habe ich mir die Innenräume der Kirche angeschaut, die von einer schlichten, aber eindrucksvollen siebenbürgisch-sächsischen Atmosphäre geprägt sind. Weiter ging es auf der obersten Etage der Wehrmauer um die ganze Anlage herum. Highlight war der Aufstieg über abenteuerliche Stegen und Leitern in die Spitze des Kirchturms. In der Schweiz wäre ein solcher Auf- und Abstieg mit Sicherheit verboten. Viel zu gefährlich! Ich habe es zum Glück geschafft, heil rauf- und runterzukommen und werde mich noch lange mit Freude an den Besuch dieser eindrücklichen Wehrkirche zurückerinnern.

Harman (Honigberg)

6. Mai 2026 / Rumänien / Harman / Wehrkirche

Keine zehn Kilometer von Prejmer entfernt kann man sich bereits die nächste Wehrkirche anschauen. Auch die Kirche von Harman versteckt sich hinter mächtigen Mauern. Die Wehrkirchen (auch Kirchenburgen genannt) mussten so gut geschützt werden, weil sie im Mittelalter und der frühen Neuzeit als letzter Rückzugsort der deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen gegen Überfälle dienten. Die Region war aufgrund ihrer geografischen Lage an der Grenze des ungarischen Königreichs (später an den Grenzen des Osmanischen Reich und der Habsburgermonarchie) ein ständiges Ziel von Invasoren. Die Kirchen wurden zu Festungen ausgebaut, um der gesamten Dorfgemeinschaft inklusive Vieh und Vorräten Zuflucht zu bieten.

Prejmer (Tartlau)

6. Mai 2026 / Rumänien / Prejmer / Wehrkirche

Im Gegensatz zur Wehrkirche von Sfantu Gheorghe ist bei jener in Prejmer die mächtige Wehrmauer unübersehbar. Die Wehrkirche von Prejmer ist die grösste und am stärksten befestigte Kirchenburg in Südosteuropa und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Ritterorden begonnen und später von den Zisterziensern vollendet. Eigentlich hatte ich im Sinn, mir die Anlage von innen anzuschauen. Als ich heute Mittag dort war, waren allerdings bereits vier Reisebusse vor Ort und somit mindestens hundert Personen in der Anlage. Nach den vielen Sehenswürdigkeiten, die ich in den letzten Monaten praktisch für mich alleine geniessen durfte, sind solche Massen nicht mehr so mein Ding. Ich habe es daher bleiben lassen. Es gibt ja noch andere Wehrkirchen, die man von innen besichtigen kann.

Sfantu Gheorghe (Sankt Georgen)

6. Mai 2026 / Rumänien / Sfantu Gheorghe / Wehrkirche

Siebenbürgen ist unter anderem für seine Wehrkirchen bekannt, die stets von einer dicken Festungsmauer umgeben sind. Die Wehrkirche von Sfantu Gheorghe sieht auf den ersten Blick wie eine ganz gewöhnliche Kirche aus. Aber auch diese Kirche wird von dicken Festungsmauern umgeben (ursprünglich waren es sogar zwei Festungsringe). Speziell an dieser Wehrkirche ist, dass der mächtige Glockenturm nicht in die Kirche, sondern in die Schutzmauer integriert ist.

Targu Secuiesc (Szekler Neumarkt)

6. Mai 2026 / Rumänien / Targu Secuiesc / Piata Gabor Aron

Ich bin in Siebenbürgen angekommen. Die Region liegt rund um die Karpaten im Zentrum und im Nordwesten Rumäniens. Siebenbürgen ist knapp eineinhalbmal so gross wie die Schweiz. Rund sieben Millionen Menschen leben hier und es werden drei Sprachen gesprochen. Der Grossteil der Einwohner spricht Rumänisch, gut eine Million Menschen spricht Ungarisch und eine kleine Minderheit von gut zehntausend Personen (die sogenannten Siebenbürger Sachsen) spricht Deutsch. Viele Ortsnamen sind daher zwei- oder dreisprachig. Der erste Ort, den ich besucht habe, war Targu Secuiesc (Szekler Neumarkt). Targu Secuiesc ist bekannt für die über fünfzig schmalen Stichgassen, die vom Hauptplatz abzweigen. Die sind allerdings nicht sehr fotogen. Dafür hat sich heute der Hauptplatz, der Piata Gabor Aron, im allerbesten Licht präsentiert.

Poarta Maramureseana

5. Mai 2026 / Rumänien / Bibiresti / Poarta Maramureseana

Eine Poarta Maramureseana ist ein traditionelles, kunstvoll geschnitztes Holztor, von denen es in gewissen ländlichen Gegenden Rumäniens noch viele zu bestaunen gibt. Die Poarta Maramureseana markiert den Eingang zu einem Gehöft, dient als Statussymbol und ist oft mit komplexen geometrischen oder mythologischen Motiven verziert. Die Tore gelten als ein Wahrzeichen der traditionellen rumänischen Volkskunst und Architektur. Und sie sind ganz einfach schön anzusehen.

Wegkreuze

5. Mai 2026 / Rumänien / Parincea / Wegkreuz

Die Rumänen sind sehr religiös. Rumänien gilt als eines der gläubigsten Länder in Europa, in dem Kirchenbesuche und die Einhaltung religiöser Traditionen im Alltag eine zentrale Rolle spielen. Über 95 % der Bevölkerung bekennen sich zu einer Religion, wobei die überwältigende Mehrheit der Rumänisch-Orthodoxen Kirche angehört. Wegkreuze sind in Rumänien ein allgegenwärtiger Bestandteil des Landschafts- und Strassenbildes. Nicht alle Wegkreuze sind so kunstvoll geschnitzt wie das abgebildete. Schön anzusehen sind aber praktisch alle.

Schwingbaumbrunnen

5. Mai 2026 / Rumänien / Bibiresti / Schwingbaumbrunnen

Vor zwei Tagen habe ich über die vielen Ziehbrunnen berichtet, denen man in Moldawien überall auf dem Land begegnet. Auf meiner heutigen Velofahrt durch die ländliche Region Moldau im Nordosten Rumäniens sind mir noch einige Exemplare einer anderen Brunnenart begegnet, sogenannte Schwingarmbrunnen. Wobei zur Klarstellung: Schwingarmbrunnen sah ich gelegentlich auch in Moldawien und Ziehbrunnen gibt es natürlich auch in Rumänien in grosser Zahl. Die Schwingarmbrunnen sollen immer noch in Betrieb sein. Um Wasser zu schöpfen, hängt man den Eimer an den Strang und zieht diesen nach unten, bis der Eimer ins Grundwasser eintaucht. Das Gegengewicht, das am kürzeren Schwingarm angebracht ist, hebt dann den vollen Wassereimer von selbst in die Höhe. Genial einfach. Wobei ich zum Betanken von Hopo einen normalen Brunnen weiterhin bevorzuge.