Da braut sich was zusammen

26. Oktober 2026 / Sizilien / Marina di Ragusa / Jachthafen


Im Jachthafen von Marina di Ragusa sah es heute Nachmittag kurz so aus, als würde bald einmal ein heftiges Gewitter über uns herziehen. Passiert ist aber gar nichts. Nach recht kurzer Zeit haben sich die dunklen Wolken wieder verzogen, ohne dass ein Tropfen Regen gefallen wäre. Marina di Ragusa ist der meistbesuchte und bekannteste Badeort im Südosten Siziliens, der mit weitläufigen Sandstränden und einer modernen touristischen Infrastruktur aufwarten kann. Für uns war es heute der perfekte Ort. Ich hatte einen Arbeitstag mit zwei Sitzungen und brauchte einen ruhigen Platz mit guter Internetverbindung. Heidi konnte trotz vieler Wolken nochmals einen schönen Strand geniessen. Und Hopo konnte sich nochmals so richtig ausruhen, bevor dann bald einmal die lange Heimreise ansteht. So kamen wieder einmal alle auf ihre Rechnung.

Italien ist unser neuer Spitzenreiter

26. Oktober 2026 / Sizilien / Belluno / Via del Piave (Aufnahme vom 1. Oktober 2026)

Seit wir mit Hopo unterwegs sind, führen wir ein „Bordbuch“ in Form einer ganz einfachen Word-Tabelle, in der wir festhalten, wo wir jeweils übernachtet haben. Dieses Bordbuch sagt mir, dass die letzte Nacht die 956. war, die ich in den letzten knapp sieben Jahren in unserem Camper schlafend verbracht habe (bei Heidi sind es ein paar Nächte weniger). Bis zum Antritt dieser Reise war Spanien das am längsten besuchte Land mit 134 Übernachtungen. Seit heute Morgen ist Italien unser neuer Spitzenreiter mit 135 Übernachtungen. Congratulazioni, Italia! Bis zu unserer Heimkehr in knapp zwei Wochen wird Bella Italia den Vorsprung noch etwas ausbauen können. Wenn unsere Pläne aufgehen, wird es im kommenden Sommer aber wieder eine neue Nummer eins geben. Bis Mitte Juni sollte ich dann auf rund 175 Übernachtungen in den USA kommen. Drückt uns bitte die Daumen, damit wir pannen- und unfallfrei bleiben und noch viele weitere Übernachtungsplätze in unser Bordbuch eintragen können!

Dumo di San Giorgio

25. Oktober 2026 / Sizilien / Ragusa / Dumo di San Giorgio

Das wichtigste Wahrzeichen von Ragusa ist der Duomo di San Giorgio, der im Zentrum der Unterstadt liegt. Der Dom zählt zu den bedeutendsten Meisterwerken des sizilianischen Spätbarocks und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Eine monumentale Treppe führt vom Domplatz hinauf zum Portal. Der riesige Treppenaufgang wird von einem eindrücklichen, geschmiedeten Eisengitter umrahmt, das heute verschlossen war. Die Einheimischen sollen sich scherzhaft erzählen, dass der Dom „eingesperrt“ werden müsse, damit er nachts nicht weglaufe. Tatsächlich diente das Gitter historisch dazu, den heiligen Bezirk vom Markttreiben auf dem Platz abzugrenzen.

Ragusa

25. Oktober 2026 / Sizilien / Ragusa / Unterstadt

Ragusa ist eine Schweizer Schokoladenspezialität, die aus einer weichen Praliné-Masse und vielen Haselnüssen besteht. Ragusa ist aber auch eine faszinierendste Barockstadt, die im Südosten Siziliens liegt und seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Stadt ist einerseits für ihre spektakuläre Lage bekannt, andererseits für ihre einzigartige Zweiteilung, die auf ein verheerendes Erdbeben Ende des siebzehnten Jahrhunderts zurückgeht. Wer gerne Treppen steigt, ist in Ragusa bestens aufgehoben. Durch die ganze Altstadt führt ein verschlungenes Treppensystem. Um von ganz unten nach ganz ober zu gelangen, muss man je nach gewähltem Weg um die dreihundert Treppenstufen hinter sich bringen. Super, das hält fit.

Strassenhunde

24. Oktober 2026 / Sizilien / Licata / Strassenhund

Bei der Ankunft in Licata ist uns sofort aufgefallen, dass es überdurchschnittlich viele Strassenhunde gibt. Kein Wunder, wenn hier so gut zu den Tieren geschaut wird. Der Hund darf vor einem Eingang auf einer Decke schlafen und es steht bereits eine ordentliche Portion Nahrung für ihn bereit, damit er sich nach dem Aufwachen sofort stärken kann. So lässt es sich auch als Strassenhund gut leben.

Licata

24. Oktober 2026 / Sizilien / Licata / Piazza Progresso

Zum Übernachten sind wir nach Licata gefahren. Licata ist eine historische Hafenstadt mit knapp 40’000 Einwohnern. Die Stadt gilt als die letzte griechische Kolonie Siziliens und liegt strategisch günstig an der Südküste der Insel, direkt an der Mündung des Flusses Salso. Bei uns hat Licata einen gemischten Eindruck hinterlassen. Einerseits gibt es hier auf grösseren Parkplätzen ein Übernachtungsverbot für Camper, was wir schon länger nicht mehr gesehen haben. Und zu ordentlichen Teilen des Hafens hat man keinen Zutritt, was uns auf Sizilien auch fremd vorkommt. Die Stadt wirkt aber sehr authentisch und hat durchaus ihre schönen Seiten. Zudem gibt es im Westen einen tollen Strand. Trotz der für uns unüblichen Einschränkungen ist Licata daher sicher einen Besuch wert.

Erinnerungen an Marokko

24. Oktober 2026 / Sizilien / Punta Bianca / Landschaft im Nordosten

Unweit der Punta Bianca trifft man auf eine Landschaft, bei der das Weiss des Mergels auf andersfarbige Gesteinsschichten trifft. Durch die Erosion ist der Bergrücken stark zerfurchtet. Der Anblick solcher Landschaften erinnert uns jeweils sofort an unsere tolle Marokkoreise vom Frühjahr 2025.

Mergelfelsen

24. Oktober 2026 / Sizilien / Punta Bianca / Mergelfelsen

Bereits in den Salinen an der Westküste Siziliens hatten wir beim Anblick der Salzberge das Gefühl, uns in einer Schneelandschaft zu befinden. Gleich erging es uns heute bei den schneeweissen Mergelfelsen bei der Punta Bianca. Die wellenförmig erodierten weissen Felsen fallen hier steil in das türkisblaue Meer ab. Das Gestein reflektiert das Sonnenlicht intensiv. Herrlich zum Anschauen und zum Herumturnen.

Punta Bianca

26. Oktober 2026 / Sizilien / Punta Bianca / Küstenlandschaft

Das Naturschutzgebiet Punta Bianca liegt rund fünfzehn Kilometer südöstlich von Agrigento. Die Punta Bianca gilt als die unberührte, wilde Schwester der berühmten Scala dei Turchi, die wir gestern besucht haben. Hier gibt es dieselben blendend weissen Kalkstein- und Mergelklippen zu bestaunen. Im Gegensatz zur Scala dei Turchi, wo es eine relativ gut ausgebaute Strasse und viele Parkplätze gibt, ist die Punta Bianca aber deutlich schwieriger zu erreichen. Es gibt bloss Holperpisten mit tiefen Schlaglöchern, die in die Nähe des Kaps führen. Bei unserem heutigen Besuch trafen wir dann auch bloss auf eine Handvoll anderer Gäste, die zudem rasch wieder weg waren. So konnten wir die spektakuläre Landschaft die meiste Zeit über für uns alleine geniessen. Herrlich!