Zwischen den Festungen

23. April 2026 / Bulgarien / Weliko Tarnovo / Quartier westlich Festung Zarewez

Weliko Tarnovo hat mich wegen der Lage an zum Teil tief eingegrabenen Flussschleifen stark an die beiden Schweizer Städte Bern und Fribourg erinnert. Es gibt aber auch markante Unterschiede. So verfügt Weliko Tarnovo über zwei imposante Festigungen, die man besichtigen kann und von denen aus man herrliche Ausblicke auf die Stadt und das Umland hat. Und in Weliko Tarnovo gibt es auch abgelegenere Quartiere, die einen recht länglichen Eindruck machen. Wie fast überall in Bulgarien stösst man dabei auch auf tolle Kirchen und auf schöne alte Steinhäuser. Weliko Tarnovo hat mir enorm gut gefallen. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil es so abwechslungsreich ist und man in kurzer Zeit unterschiedlichste Facetten Bulgariens zu sehen bekommt.

Weliko Tarnovo

23. April 2026 / Bulgarien / Weliko Tarnovo / Altstadt beim Asen Dynasty Museum

Weliko Tarnovo gilt als eine der geschichtsträchtigsten Städte Bulgariens. Sie wird oft als die „Stadt der Zaren“ bezeichnet, da sie während gut zweihundert Jahren (1185–1396) die glanzvolle Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches war. Weliko Tarnovo hat mich stark an Bern oder an Fribourg erinnert. Der Yantra-Fluss hat sich bei Weliko Tarnovo tief eingegraben und dabei mehrere Schleifen gezogen. Und an diesen Schleifen wurde die Stadt erbaut, was toll aussieht. Im Gegensatz zu Bern gibt es weniger Brücken und diese sind alle tief gelegen, so dass man ordentliche Wege gehen muss. Dessen war ich mir bewusst. Dass ich nach knapp vier Stunden Stadtbesichtigung über zwölf Kilometer Fussweg auf dem „Tacho“ hatte, hat mich dann aber doch erstaunt. Aber jeder Meter hat sich gelohnt. Weliko Tarnovo ist wirklich sehenswert.

Freilichtmuseum von Etar

22. April 2026 / Bulgarien / Etar / Freilichtmuseum

Rund auf dem halben Weg von Sofia an die Schwarzmeerküste kann man in der Nähe von Gabrowo das Freilichtmuseum von Etar besuchen. Auf dem Gelände entlang eines kleinen Flusses findet man rund fünfzig historische Gebäude. In einigen traditionellen Handwerkswerkstätten wird dargestellt, wie im 18. und 19. Jahrhundert gearbeitet wurde. Die Anlage ist sehr gepflegt und man erhält einen guten Einblick in das historische Bulgarien und in das Leben in früheren Jahrhunderten. Auch das Freilichtmuseum von Etar ist ein lohnenswerter Besuch.

Sokolski-Kloster

22. April 2026 / Bulgarien / Etar / Sokolski-Kloster

In Bulgarien gibt es recht viele eindrückliche Klöster, die man besichtigen kann. Da gibt es auf der einen Seite die grossen und ganz bekannten wie Rila und Batschkowo, die ich beide bereits besucht habe. Und es gibt andererseits eine Reihe kleinerer Klöster, die nicht ganz so eindrücklich sind, aber gleichwohl toll aussehen. Zur zweiten Kategorie gehört das Sokolski-Kloster, das ganz in der Nähe des Freilichtmuseums von Etar liegt, und das ich – weil es quasi auf dem Weg lag – mir heute Mittag angeschaut habe. Das Kloster ist noch relativ jung (1833 gegründet) und es liegt malerisch an den nördlichen Hängen des Balkangebirges. Seit 1959 wird es als Frauenkloster geführt und es ist immer noch aktiv. Bei meinem rund halbstündigen Besuch ist mir ausser der Frau im Souvenirladen aber kein anderer Mensch begegnet. Ruhe pur!

Thrakergrab von Kasanlak

22. April 2026 / Bulgarien / Kasanlak / Thrakergrab

Das Thrakergrab von Kasanlak ist ein aus dem 4. Jahrhundert vor Christus stammendes Grab, das seit bald fünfzig Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das Grab besteht aus einem rechteckigen Vorraum, einem schmalen Korridor und einer runden Grabkammer mit Kuppel. Die Wandbilder im Inneren stellen Szenen aus dem Leben und der Beerdigung dar (darunter Pferde, Wagen und Diener). Was man für ein geringes Eintrittsgeld zu sehen bekommt, ist allerdings „bloss“ eine originalgetreue Kopie des Originalgrabs, das sich in unmittelbarer Nähe befindet. Die Originalfresken sind extrem empfindlich gegen jede Art von Umwelteinflüssen und werden deshalb geschützt. Irgendwie komisch, wenn man mit einer Nachbildung „abgespiesen“ wird. Aber wenn man es nicht wüsste, käme man nicht darauf. Und der Schutz des Originals rechtfertigt dieses Vorgehen, das keinesfalls neu ist. Bei der weltbekannten Höhle von Lascaux in der französischen Dordogne kann man sich auch „bloss“ eine Kopie anschauen.

Kloster Batschkowo

21. April 2026 / Bulgarien / Batschkowo / Kloster Batschkowo

Nur gut fünf Kilometer südlich der Festung von Asen steht das Kloster Batschkowo. Es ist das zweitgrösste Kloster Bulgariens und eines der bedeutendsten religiösen Zentren des Landes. Errichtet wurde das Kloster im Jahr 1083. Es vereint bulgarische, georgische und byzantinische Einflüsse und gilt als nationales Kulturdenkmal sowie als wichtiges Wallfahrtszentrum. Auch Batschkowo ist ein faszinierendes Kloster, das man bei einer Bulgarienreise unbedingt ansteuern sollte. Ganz speziell fand ich, dass ich die Anlage heute Vormittag fast für mich alleine hatte. Ich fand damit die Ruhe vor, mit der man ein Kloster normalerweise in Verbindung bringt.

Festung von Asen

21. April 2026 / Bulgarien / Asenovgrad / Festung von Asen / Kirche der Heiligen Mutter Gottes von Petrich

Die Festung von Asen ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Burgen Bulgariens. Sie thront auf einem steilen Felskamm und bietet einen weitreichenden Panoramablick über das Gebirge und die Stadt Asenovgrad. Von der Festung selbst ist allerdings nicht mehr viel zu sehen. Sie wurde im 15. Jahrhundert von den einfallenden osmanischen Armeen weitgehend zerstört. Recht gut erhalten ist hingegen noch die ehemalige Festungskirche, die spektakulär auf einem Felsvorsprung errichtet wurde. Die zweistöckige Kirche ist für ihre Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert bekannt und wird heute wieder aktiv für Gottesdienste genutzt. Ein tolles Gebäude an einem tollen Ort.

Plovdiv

20. April 2026 / Bulgarien / Plovdiv / Stefan-Stambolov-Platz

Plovdiv? Bis ich mich auf meinen Abstecher nach Bulgarien vorbereitet habe, hat mir dieser Name rein gar nichts gesagt. Dabei ist Plovdiv mit 350’000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Bulgariens. Und Plovdiv gilt als die älteste durchgehend bewohnte Stadt Europas, die auf eine über 8000-jährige Geschichte zurückblicken kann. Und die Stadt ist sehr schön und abwechslungsreich. Einmal mehr bin ich positiv überrascht von dem, was ich in Bulgarien zu sehen bekomme. Eigentlich hatte ich im Sinn, bloss für einen rund zweistündigen Stadtrundgang nach Plovdiv zu kommen. Weil es mir hier aber so gut gefällt und weil ich einen guten Übernachtungsplatz gefunden habe, habe ich mich kurzerhand entschlossen, gleich hier zu bleiben. Wenn man sich schon die Zeit nehmen kann, dann soll man sie sich an solch schönen Orten auch nehmen.

Römische Spuren in Plovdiv

20. April 2026 / Bulgarien / Plovdiv / Odeon von Philippopolis

Neben etlichen anderen Völkern waren auch die Römer eine Zeit lang in Plovdiv ansässig. Und sie haben eindrückliche Spuren hinterlassen. Zu sehen gibt es ein gut erhaltenes römisches Theater, ein römisches Stadion, ein römisches Forum mit Odeon und die prächtige Bischofsbasilika mit Mosaiken. Die Stadt integriert diese antiken Stätten nahtlos in das moderne Stadtbild. So liegt das Römische Stadion mitten in der Fussgängerzone und kann von allen Seiten her betrachtet werden. Und das abgebildete Odeon kann man direkt im Anschluss an die Fussgängerzone frei durchqueren.