
Reiseroute Süditalien und Sizilien




1. Oktober 2026 / Italien / Treviso / Palazzo dei Trecento
Unsere erste Nacht im Flachland werden wir bei deutlich höheren Temperaturen in Treviso verbringen. Herzstück der Stadt ist die Piazza dei Signori mit dem abgebildeten Palazzo dei Trecento. Die Stadt ist von einigen malerischen Kanälen durchzogen. Sie wird daher gelegentlich auch als „Kleine Schwester Venedigs“ bezeichnet, was meiner Meinung nach aber doch sehr gesucht ist. Treviso ist eine Stadt für Geniesser. Einerseits ist Treviso die offizielle Geburtsstadt des Tiramisu. Das weltberühmte Dessert mit den klassischen sechs Zutaten (Löffelbiskuits, Espresso, Mascarpone, Eigelb, Zucker und Kakao) wurde hier in den frühen 1970er-Jahren erfunden und erstmals serviert. Andererseits liegt Treviso im Herzen des Prosecco-Anbaugebiets (die umliegenden Hügel gehören daher zum UNESCO-Weltkulturerbe). Na dann Prost!


1. Oktober 2026 / Italien / Feltre / Castello
Auf dem Weg nach Treviso haben wir in Veltre einen zweiten Zwischenstopp eingefügt. Die Kleinstadt, die ich bisher nicht kannte, hat mich positiv überrascht. Die historische, von venezianischen Mauern umgebene Bergstadt, hat mir sehr gut gefallen. Nach einem grossen Brand im 16. Jahrhundert wurde Festre im venezianischen Stil neu aufgebaut und prunkt seither mit Dutzenden von gut erhaltenen Palästen mit Fresken und Laubengängen. Überragt wird die Stadt von einem Schloss. Zu unserer Überraschung waren wir praktisch die einzigen Touristen, die sich heute Mittag Feltre angeschaut haben. Uns war das noch so recht, sind wir doch gestern am Pragser Wildsee auf genug andere Touristen gestossen.


1. Oktober 2026 / Italien / Belluno / Palazzo dei Rettori
Jetzt sind wir so richtig in Italien angekommen. Ja, ich weiss, auch das Südtirol gehört selbstverständlich zu Italien, das will ich überhaupt nicht infrage stellen. Auch dort gibt es überall Pasta, Pizza und Vino rosso und ein Teil der Bevölkerung spricht auch im Alto Adige Italienisch. Aber ein richtiges Italien-Feeling kommt im Südtirol eben nicht auf. Zumindest nicht bei mir In Belluno, wo wir heute einen ersten Zwischenstopp eingelegt haben, war das anders, auch wenn die Dolomiten noch sehr nahe sind. Die Stadt zählt 35’000 Einwohner und besitzt eine malerische Altstadt, die auf einem Felsvorsprung erbaut wurde. Die Piazza Duomo mit dem Dom sowie dem abgebildeten Palazzo dei Rettori bilden das Herz der Stadt.


30. September 2026 / Italien / Pragser Wildsee / See
Der Pragser Wildsee ist der wohl am besten erschlossene Bergsee der Dolomiten. Eine gut ausgebaute Strasse führt direkt an den See. Es gibt vier grosse Parkplätze, zum Teil mit einem Shuttlebus-Service. Und es gibt eine eigene Buslinie, die von Toblach aus zum See führt. Damit dürfte klar sein: Am Pragser Wildsee geht es weder ruhig noch idyllisch zu und her. Nein, es wimmelt hier nur so von Touristen aus aller Welt, die entweder selber hierherfahren oder in Bussen heran gekarrt werden, und die am See entlang spazieren oder mit Ruderbooten eine Runde auf diesem drehen wollen. Mit seinem kristallklaren, smaragdgrünen bis türkisblauen Wasser und den ihn umgebenden hohen Bergen zählt der Pragser Wildsee zurecht zu den schönsten Bergseen der Dolomiten. Der Rummel rund um den See ist aber echt abschreckend. Gut, gibt es ein paar Wanderwege, die steil in die Höhe führen, wo man dann doch noch seine Ruhe findet.


30. September 2026 / Italien / Pragser Wildsee / Wanderung zur Seitenbachscharte
Im Südtirol hält der Herbst Einzug. Es wird spürbar kälter und garstiger. Für uns ist damit definitiv der Moment gekommen, um südwärts in noch etwas wärmere Gefilde zu ziehen. Wir haben heute unsere vorerst letzte Wanderung unternommen und sind dafür an den Pragser Wildsee gefahren. Der Weg um den See ist keine vier Kilometer lang. Diejenigen, die etwas länger zu Fuss unterwegs sein wollen, können Seitentäler entdecken oder in die Höhe steigen, wie etwa zur Seitenbachscharte auf über 2300 Metern. Schön war das Wetter heute leider weder am See noch in der Höhe. Da tat es gut, gelegentlich auf Bäume und Sträucher mit buntem Herbstlaub zu stossen, die ein wenig Farbe in den sonst doch recht trüben Tag brachten.


29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Aussicht vom Drei Zinnen Blick
Unsere Wanderung endete am späteren Nachmittag dort, wo sie am Vormittag startete: Beim Drei Zinnen Blick, der direkt an der Hauptstrasse von Toblach nach Cortina d’Ampezzo liegt. Und von hier aus bekamen wir die Drei Zinnen am späteren Nachmittag für einen kurzen Augenblick doch noch im fast besten Licht zu sehen. Fast könnte man meinen, dass es gescheiter gewesen wäre, auf die anstrengende Wanderung zu verzichten und einfach im Tal unten den richtigen Moment abzuwarten. Falsch: Auch wenn wir die Drei Zinnen heute mehrheitlich wolkenverhangen zu sehen bekamen, war es eine tolle Wanderung, die in Erinnerung bleibt.


29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Drei Zinnen beim Col Forcellina
Auf der Wanderung zurück ins Tal hatte der Wettergott doch noch ein Einsehen mit mir. Für kurze Zeit präsentierte sich die Nordseite der Drei Zinnen wolkenlos. Die direkte Sonneneinstrahlung fehlt hier zwar. Dafür wirken die Berge mit ihren fast senkrecht abfallenden Felswänden noch spektakulärer als von Süden her. Die heutige Wanderung hat sich so oder so gelohnt. Mit diesem Anblick aber erst recht.


29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Parnorama bei der Auronzohütte
Direkt unter der Südflanke der Drei Zinnen befinden sich die grossen Parkplätze und die bekannte Auronzohütte. Von hier aus hat man einen der besten Blicke auf die markanten Berge, weil sie sich hier im Sonnenlicht zeigen. So zumindest die Theorie. Heute war leider alles anders. Die Sonne schien zwar zeitweise. Auf der Südseite der Drei Zinnen hatte sich aber eine zähe Wolkendecke eingenistet, die alles verhüllte. Optimistisch, wie ich nun mal bin, habe ich mich auf einer Bergwiese für ein Nickerchen hingelegt, in der Hoffnung, dass der Wind die Wolken doch noch verbläst. Diese wurden jedoch immer dicker. Jammerschade, habe ich mich doch so sehr auf den Blick auf die Drei Zinnen gefreut. Na gut, so habe ich einen Grund mehr, um nochmals hierher zu kommen.


29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Berge nördlich der Drei Zinnen
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, um zu den Drei Zinnen zu gelangen. Man kann von Toblach aus einen Bus benutzen, was aber kompliziert ist, weil man im Voraus für beide Richtungen fixe Fahrzeiten buchen muss und die besten Zeiten (Hinfahrt am Morgen, Rückfahrt am späteren Nachmittag) lange im Voraus ausgebucht sind. Man kann mit dem eigenen Fahrzeug bis zur Auronzohütte fahren, was aber speziell für Wohnmobile schweineteuer ist. Oder man wandert vom Drei Zinnen Blick (11 km südlich von Toblach) aus hoch, was anstrengend (23 km Strecke für beide Richtungen mit 1100 Metern Höhenunterschied), aber sehr schön ist. Wir haben uns für die sportliche Variante entschieden und bekamen bereits unterwegs tolle Berge zu sehen. Wider Erwarten und entgegen den Wetterprognosen waren diese aber bereits recht stark in Wolken eingehüllt. Das kennen wir doch eigentlich gar nicht mehr!