
Reiseroute Süditalien und Sizilien




24. September 2026 / Schweiz / Zernez / Nationalpark / Val da Stabelchod
Vom Aussichtspunkt Margunet sind wir durch das nordöstlich gelegene Val da Stabelchod wieder abgestiegen. Die Berghänge hier sind stark zerfurcht und sehen toll aus. Normalerweise hat man gute Chancen, auf diesem Wanderweg auf Murmeltiere zu stossen. Mit viel Glück kann man auch Steinadler oder Bartgeier sehen. Heute Nachmittag liessen sich aber weder die Munggen noch die Greifvögel blicken (gut möglich, dass ich sie auch nur übersehen habe). Aber auch ohne Tiersichtungen war es superschön im Val da Stabelchod.


24. September 2026 / Schweiz / Zernez / Nationalpark / Fuorcla Val dal Botsch
Weil die Landschaft so schön war und noch Energie in den Beinen steckte, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, noch zum Fuorcla Val dal Botsch aufzusteigen. Der Weg ist zeitweise ein wenig rutschig, stellt aber sonst keine besonderen Schwierigkeiten dar. Von der Passhöhe aus hat man einen wunderbaren Blick ins nördliche Val da Plavna. Mit einer Höhe von 2677 Metern ist der Fuorcla Val dal Botsch der höchste Punkt, auf dem ich in diesem Jahr stand. Ähnlich hoch waren wir Mitte Februar auf dem Tendürek-Pass (2644 Meter) in Ostanatolien, direkt an der türkisch-iranischen Grenze. Der grosse Unterschied: heute ging es über weite Strecken zu Fuss, damals hat uns Hopo auf den Pass geführt.


24. September 2026 / Schweiz / Zernez / Nationalpark / Bergwelt beim Aussichtspunkt Margunet
Die Margunet Wanderung führt durch das nordwestliche Val dal Botsch hinauf zum Aussichtspunkts Margunet auf 2330 Metern Höhe und dann durch das südöstliche Val da Stabelchod wieder hinab zur Ofenpassstrasse. Die Aussicht auf dem Kulminationspunkt der Wanderung ist genial, selbst bei eher bewölktem Wetter. Auch auf dieser Tour kann man mit Feldstechern Wildtiere beobachten (zurzeit speziell Rothirsche und Gämsen). Nicht ganz so viele wie gestern im Val Trupchun. Dafür waren auf der heutigen Wanderung aber auch weniger Berggänger anzutreffen. Alles scheint sich irgendwie auszugleichen.


24. September 2026 / Schweiz / Zernez / Nationalpark / Naturwald
Der Wald im Schweizer Nationalpark gilt als Naturwald, in dem keine Holznutzung, Pflege oder Bewirtschaftung durch den Menschen stattfindet. Im Nationalpark greift der Förster seit der Gründung im Jahr 1914 nicht mehr ein; die Natur wird komplett sich selbst überlassen. Wo es heftig stürmte, die Erde abrutschte oder Lawinen niedergingen, trifft man daher zum Teil auf viel Holz, das am Boden liegt und allmählich verrottet. Für einen Durchschnittsschweizer, dem von Kindesbeinen an Ordnung und Disziplin eingeimpft wurden, ist das ein eher gewöhnungsbedürftiger Anblick. Die scheinbare „Unordnung“ hat aber ihr Gutes: Morsches Holz bietet Nahrung und ein Zuhause für viele Insekten, Pilze, Moose und Vögel. Zudem entsteht ein perfekter Nährboden für junge Bäume und den Wald von morgen, an dem sich eventuell dereinst unsere Enkel und Urenkel erfreuen werden.


24. September 2026 / Schweiz / Zernez / Nationalpark / Hotel Parc Naziunal Il Fuorn
Nein, wir haben nicht im Hotel übernachtet. Hopo hat keine Panne erlitten und wir schlafen nirgendwo besser als in unserem Camper. Von einem der Parkplätze nahe beim Hotel Parc Naziunal Il Fuorn aus sind wir aber zu unserer heutigen Wanderung aufgebrochen. Durch das Val dal Botsch sind wir zum Aussichtspunkt Margunet hochgestiegen und durch das angrenzende Val da Stabelchod wieder abgestiegen. Die Margunet Wanderung gilt als mittelschwere Bergtour mit einer minimalen Länge von acht Kilometern und rund 500 Metern Höhendifferenz. Die Landschaft, die man zu sehen bekommt, ist grandios. Wir können diese Route nur weiterempfehlen.


23. September 2026 / Schweiz / S-chanf / Val Trupchun
Die Wanderung durchs Val Trupchun startet auf knapp 1700 Metern Höhe und führt bis zum Passo Tropione auf 2780 Metern Höhe. Hier verläuft die Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Bis zum bekannten Wildbeobachtungspunkt sind die Wege gut ausgebaut und man trifft auf viele Wanderer. Ab dem Wildbeobachtungspunkt wird es schmaler und Wanderkollegen sind nur noch selten anzutreffen. Zuhinterst im Tal steigt der Weg, der hier rutschig und kribbelig wird, dann steil an. Da ich noch nicht nach Italien wollte und mir der Weg irgendwann zu kritisch wurde, habe ich auf 2400 Metern Höhe eine ausgedehnte Rast eingelegt und bin dann wieder abgestiegen. Die Wanderung war auch so superschön.


23. September 2026 / Schweiz /S-chanf / Val Trupchun
Das Val Trupchun gilt als das wildreichste Tal des gesamten Nationalparks und wird auch als die „Wildarena der Alpen“ bezeichnet. Aufgrund des strengen Wegegebots sind die Tiere an die Anwesenheit von Wanderern gewöhnt und lassen sich von markierten Beobachtungsplätzen aus sehr gut erspähen. Besonders häufig anzutreffen sind Rothirsche, Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und Greifvögel wie etwa der Bartgeier oder der Steinadler. An einigen Hotspots für Tierbeobachtungen trifft man scharenweise auf Naturbegeisterte, die mit Feldstechern, Hochleistungs-Fernrohren sowie Kameras mit ultralangen Teleobjektiven die Hänge absuchen. Heute gab es überwiegend Hirsche zu beobachten. Das aber nur auf eine ordentliche Distanz. Weil gerade Brunftzeit ist, hat man sie weitaus besser gehört als gesehen.


23. September 2026 / Schweiz / S-chanf / Val Trupchun
Wir wollten schon lange einmal in unserem Nationalpark wandern gehen. Heute haben wir es endlich geschafft. Für unsere heutige Tour haben wir uns das Val Trupchun ausgesucht, das von S-chanf aus bis an die Grenze zu Italien führt. Das Val Trupchun gilt als das wildreichste Tal des Nationalparks, ja vermutlich sogar der ganzen Alpen. Durch das Tal führt eine beliebte Rundwanderung, bei der der flache Talweg mit einem höher gelegenen Rückweg durch den alpinen Mischwald kombiniert werden kann. Die Aussicht, die man vom höher gelegenen Weg aus hat, ist phänomenal; besonders an einem so herrlichen Herbsttag wie heute.


23. September 2026 / Schweiz / S-chanf / Dorfzentrum
Italien rückt näher. Heute Morgen früh sind wir über den 2429 hohen Furkapass ins Engadin gefahren. Oben auf dem Pass herrschten noch Minustemperaturen. Das passt doch wunderbar zu unserem Reiseziel Süditalien. Für unsere heutige Wanderung sind wir nach S-chanf gefahren. S-chanf ist die östlichste Gemeinde im Oberengadin, zählt 700 Einwohner und liegt auf 1660 Metern Höhe. Im hübschen Dorf trifft man noch auf etliche alte Engadiner Häuser sowie auf pflastersteinbesetzte Strassen. Die romanische Sprache und Kultur sind im Dorf tief verwurzelt und prägen den Alltag. Nach der Deutschschweiz, der französischsprachigen Romandie und dem italienischsprachigen Tessin sind wir damit auf unserer Wandertour durch unser Land in der Region mit der vierten Schweizer Landessprache angekommen, dem Rätoromanischen. Allegra, viva il Grischun!