
Reiseroute östlicher Balkan




10. Mai 2026 / Rumänien / Turnu / Kloster
Kloster Turnu habe ich primär aufgesucht, weil es in dessen unmittelbarer Nähe einen guten Übernachtungsplatz gibt. Das Kloster liegt am Rande steiler Berge in einer Waldlichtung, ist aber architektonisch wenig interessant. Zudem wird die grosse Klosterkirche umgebaut und kann nicht besichtigt werden. Also nichts Spezielles. Und trotzdem hat das Kloster für mich noch eine spezielle Bedeutung erlangt. Als ich am Kochen war, sah ich plötzlich einen Mönch, der Hopo aufmerksam betrachtete und mir zuwinkte. Ich stieg aus und wir kamen ins Gespräch. Der sechzigjährige Mönch war zwanzig Jahre lang Lastwagenfahrer und hat in dieser Zeit immer von einem Wohnmobil geträumt. Jetzt ist er seit zwanzig Jahren Mönch. Er erzählte mir ein wenig aus seinem Leben und vor allem viel von der Geschichte der Klöster in Rumänien und Moldawien (er selbst stammt aus der Moldau) und dem Einfluss der Osmanen und der Russen auf den hiesigen Glauben. Hochinteressant und ein spezielles Erlebnis mehr auf meiner spannenden Reise.


10. Mai 2026 / Rumänien / Cisnadioara / Wehrkirche
In den letzten Tagen habe ich in Siebenbürgen einige Wehrkirchen gesehen. Keine wies auch nur annähernd so dünne Schutzmauern auf wie jene von Cisnadioara, zu der ich heute Nachmittag hochgestiegen bin. Das Schutzkonzept hier war ein anderes. Die dreischiffige Basilika wurde zuoberst auf einem Hügel mit recht steilen Flanken erbaut. Jeder junge Mann im Dorf, der heiraten wollte, musste zuerst einen schweren, runden Stein den Berghügel hochstemmen. Im Ernstfall liess man diese schweren Steine auf die Angreifer nieder donnern. Die Basilika wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und gilt als die älteste erhaltene romanische Basilika der Region. Zu ihr hochzusteigen ist nicht ganz ohne. Die Anstrengung lohnt sich aber.


10. Mai 2026 / Rumänien / Sibiu / ASTRA Freilichtmuseum
Im Freilichtmuseum ASTRA gibt es über 400 Gebäude zu bestaunen, darunter historische Bauernhöfe, Werkstätten, Windmühlen, Wasser- und Ölmühlen sowie Holzkirchen aus ganz Rumänien. Viele Häuser können von innen besichtigt werden. Besonders gut gefallen haben mir die Häuser mit Strohdächern, von denen es im ASTRA mindestens zehn gibt.


10. Mai 2026 / Rumänien / Sibiu / ASTRA Freilichtmuseum
Sechs Kilometer ausserhalb von Sibiu kann man das Freilichtmuseum ASTRA besuchen. Mit einer Fläche von 96 Hektar ist es eines der grössten Freilichtmuseen Europas. Und es ist eines der schönsten – wenn nicht gar das schönste – Museen dieser Art, das ich je gesehen habe. Das ASTRA zeigt die traditionelle bäuerliche Kultur Rumäniens, die viel zu bieten hat. Wer Sibiu besucht, sollte unbedingt auch das ASTRA besuchen. Es lohnt sich, ich war begeistert.


10. Mai 2026 / Rumänien / Sibiu / Kleiner Ring / Augen von Sibiu
Die „Augen von Sibiu“ sind das architektonische Wahrzeichen der Stadt Sibiu (Hermannstadt). Es handelt sich dabei um charakteristische, augenförmige Dachgauben, die den Passanten das Gefühl geben, von den Dächern herab beobachtet zu werden. Ursprünglich dienten diese Fenster aber nicht zum Hinausschauen, sondern als Belüftungssystem für die Dachböden. Eine lokale Legende besagt, dass die Augen die Stadt bewachen und man sich lieber nichts zuschulden kommen lassen sollte. Dem bin ich selbstverständlich nachgekommen und habe mich absolut korrekt verhalten. Wobei: Das mache ich ja immer.


10. Mai 2026 / Rumänien / Sibiu / Grosser Ring und Katholische Kirche
Das Wetter hat wieder umgeschlagen. Bei strahlend schönem Sonnenschein habe ich heute Morgen Sibiu besucht. Sibiu ist eine der bedeutendsten und malerischsten Städte in Siebenbürgen. Die Stadt ist bekannt für ihr gut erhaltenes mittelalterliches Zentrum. Die Altstadt gilt als eine der schönsten Europas. 2007 ist Sibiu zudem zur Kulturhauptstadt Europas gekürt worden. Der Grosse Ring mit dem Rathaus, der Katholischen Kirche und prachtvollen Gebäuden aus dem 14. und 15. Jahrhundert bildet das Herz der Stadt. Dass der Platz fast menschenleer ist, hat damit zu tun, dass ich früh unterwegs war. Zwei Stunden später sah es hier ganz anders aus.


9. Mai 2026 / Rumänien / Dealu Frumos / Wehrkirche
Regentag in Rumänien. Die Berichterstattung über meinen heutigen Reisetag fällt daher kurz aus: Fahrt nach Sibiu (Hermannstadt) mit einem Abzweiger zur romantischen Wehrkirche von Dealu Frumos (Schönberg), Hopo einmal etwas gründlicher reinigen, etliche kleine Dinge erledigen, die bei schönem Wetter liegen blieben, und gemütlich entspannen. Auf einer Langzeitreise ist ein einzelner Regentag alles andere als ein Unglück. Es sollten einfach nicht zu viele Regentage aufeinander folgen. Danach sieht es aber zum Glück nicht aus. Ich freue mich daher, morgen trockenen Fusses und bei hoffentlich recht viel Sonne das schöne Sibiu zu besuchen.


8. Mai 2026 / Rumänien / Lovnic / Pferdegespann
Die rumänische Landwirtschaft ist sehr heterogen aufgestellt. Zum Teil gibt es riesige Betriebe, auf denen mit modernsten Maschinen industriell produziert wird. In abgelegeneren Regionen wird demgegenüber noch sehr traditionell gewirtschaftet. Pferdegespanne sind hier noch an der Tagesordnung, wobei diese primär für den Transport von Menschen und Waren und nicht mehr für die Bewirtschaftung der Felder eingesetzt werden. Ich war heute mit dem Fahrrad rund um Viscri unterwegs und habe dabei noch mindestens sieben Gespanne gesehen, die unterwegs waren. Obwohl man sich mit der Zeit etwas an dieses Bild gewöhnt, habe ich trotzdem bei jeder Begegnung mit einem Pferdegespann Freude.


8. Mai 2026 / Rumänien / Sighisoara / Burgplatz
Sighisoara liegt im Herzen von Siebenbürgen und ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Europas. Das historische Zentrum ist noch heute eine bewohnte Burgstadt. Seit fast dreissig Jahren gehört Sighisoara zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aus meiner Sicht völlig zurecht, denn die Altstadt sieht wirklich prächtig aus und hat eine Vielzahl eindrücklicher Bauten und malerische Plätze zu bieten.