Schlafen unter Palmen

10. Oktober 20026 / Sizilien / Marina di Torrenova / Piazza Antonino Casella

Na gut, einen richtigen Palmenwald haben wir hier in Marina di Torrenova nicht angetroffen. Wir sind ja auf Sizilien und nicht in Marokko. Aber doch ein schönes Plätzchen mit grösseren und kleineren Pflanzen um uns herum. Und das direkt an der Uferpromenade. Kaum Strassenlärm, dafür das Rauschen des Meeres in den Ohren. Wir haben uns rasch entschieden, hier zu bleiben und zu übernachten. Dass wir am heutigen Tag bloss zehn Kilometer weiter in Richtung Palermo gefahren sind, stört uns nicht. Wir müssen erst in gut vier Wochen wieder zu Hause sein und haben daher viel Zeit, um dort zu bleiben, wo es uns gefällt.

Marina di Torrenova

10. Oktober 2026 / Sizilien / Marina di Torrenova / Piazza Antonino Casella

Unser Frischwassertank musste wieder einmal gefüllt werden. Wir haben daher Marina di Torrenova angesteuert, wo es gemäss park4night einen gut zugänglichen Trinkwasseranschluss gibt. Und wir sind schon sehr rasch auf Wasser gestossen. Allerdings erst einmal auf viel Wasser von oben. Zeitweise hat es so stark geregnet, dass man kaum noch etwas sah und wir am Strassenrand anhalten mussten. Fahren im Blindflug ist nie gescheit; auf Siziliens Strassen erst recht nicht. Nach einigen Minuten war der Spuk aber wieder vorbei und wir konnten weiterfahren. In Marina di Torrenova wurden wir dann tatsächlich fündig. Einerseits haben wir den gesuchten Wasseranschluss gefunden, andererseits wieder einen ordentlich aufgehellten Himmel. Wetterumschwünge im Zehnminutentakt.

Capo d’Orlando

10. Oktober 2026 / Sizilien / Capo d’Orlando / San Cono bei der Treppe zum Santuario Maria Santissima

Weiterfahren oder bleiben, das war die Frage, die sich uns stellte. Bei schlechtem Wetter zu reisen, ist grundsätzlich schade, da man so die Schönheiten einer Gegend nicht richtig mitbekommt. Da wir an einem ruhigen Ort mit toller Aussicht standen, sprach einiges dafür, zu bleiben und hier nochmals eine Nacht zu verbringen. Dann kam aber wieder die Sonne und machte uns Hoffnung, dass das Wetter doch noch gut wird. Irgendeinmal haben wir uns dann entschieden, unseren Bettel zu packen und westwärts weiterzuziehen.

Leuchtturm von Capo d’Orlando

10. Oktober 2026 / Sizilien / Capo d’Orlando / Leuchtturm

Wir haben eine stürmische Nacht hinter uns. Der Regen hat zum Teil extrem heftig auf Hopos Dach eingeprasselt und der starke Wind brachte ihn zwischendurch ordentlich zum Schaukeln. Irgendeinmal liess der Spuk dann aber nach und wir konnten doch noch ruhig schlafen. Sonne und Wind haben sich am Morgen in rascher Reihenfolge abgewechselt. So haben wir uns bei Sonnenschein auf den Weg an den Strand von Capo d’Orlando gemacht und dort bereits wieder dunkle Wolken angetroffen. Aprilwetter Mitte Oktober.

Tindari

9. Oktober 2026 / Sizilien / Tindari / Ausgrabungen / Basilica

Im Norden Siziliens haben wir bisher zwei Arten von Strassen kennengelernt: die bezahlte Autobahn (ist hier recht günstig) und schmale, unübersichtliche, kurvenreiche Strässchen. Nach Tindari gelangt man definitiv nur über eine schmale Strasse, die sich kurvenreich den Berg hoch schlängelt. Die Aussicht auf die Küste ist gewaltig, als Fahrer kommt man aber kaum dazu, den Blick von der Strasse abschweifen zu lassen. In Tindari gibt es gleich zwei Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Da ist einerseits die imposante Wallfahrtskirche der Schwarzen Madonna und andererseits eine griechisch-römische Ausgrabungsstätte. Wir haben uns die Überreste des antiken Tindari angeschaut. Und wir waren eher etwas enttäuscht. Die Überreste der antiken Basilika sind zwar eindrücklich. Der Rest – so auch die Ruinen des griechischen Theaters – waren dagegen eher bescheiden. Wir sind vermutlich etwas verwöhnt von unserer Türkeireise, wo wir Anfang des Jahres etliche wirklich eindrückliche Ruinenstätten besucht haben.

Piscina di Venere

9. Oktober 2026 / Sizilien / Milazzo / Capo di Milazzo / Piscina di Venere

Der äusserste Zipfel des Capo di Milazzo steht unter Naturschutz. Von den Parkplätzen aus führt ein Wanderweg zu einem natürlichen Meeresschwimmbecken, der Piscina di Venere. Die halbkreisförmige Lagune mit kristallklarem, flachem und angenehm warmem Wasser muss im Sommer ein sehr beliebtes Ausflugsziel sein, da am Eingang festgehalten wird, dass maximal dreihundert Personen aufs Mal eingelassen werden. Uns hat es heute hier sehr gut gefallen. Wenn sich aber noch 298 andere Menschen rund um den natürlichen Pool aufhalten, dürfte es mit der Idylle wohl definitiv vorbei sein.

Capo di Milazzo

9. Oktober 2026 / Sizilien / Milazzo / Capo di Milazzo

Bei Milazzo erstreckt sich eine schmale, rund acht Kilometer lange Landzunge ins Tyrrhenische Meer hinaus. Am Ende der Halbinsel befindet sich das Capo di Milazzo. Hier haben wir gestern Nacht die herrliche Aussicht auf die zerklüftete Küstenlandschaft und die spezielle Abendstimmung genossen und anschliessend übernachtet. Der angekündigte Wetterumschlag ist tatsächlich eingetroffen. In der Nähe gingen Gewitter nieder und es hat immer wieder geregnet. Zum Glück aber nicht allzu heftig. Von den beiden Wasserhosen, die im Westen Siziliens grössere Schäden angerichtet haben, haben wir nichts mitbekommen. Wir lieben das Aussergewöhnliche. Wenn eine Wasserhose aufs Land trifft, müssen wir aber nicht zwingen dabei sein.

Statua del Nettuno

8. Oktober 2026 / Sizilien / Messina / Statua del Nettuno

In Messina durften wir nochmals einen prächtigen Sommertag mit viel Sonne und dreissig Grad Wärme geniessen. Das Wetter schlägt nun aber auch bei uns um. In den kommenden Tagen müssen wir auch hier mit Niederschlägen und spürbar tieferen Temperaturen rechnen. Das ist natürlich nicht das, was wir uns unbedingt wünschen. Aber auch hier im Süden Italiens sind die Leute und die Natur auf Niederschläge angewiesen. Und beklagen können wir uns wahrlich nicht. Wir waren siebzehn Tage ohne einen einzigen Regentropfen unterwegs. Da werden wir ein paar trübere und nassere Tage sicher verkraften können. Ändern können wir es ja ohnehin nicht.

Sagopalme

8. Oktober 2026 / Sizilien / Messina / Sagopalme

Speziell gut gefallen haben uns in Messina die vielen schönen Bäume, Palmen und Pflanzen, auf die man an vielen Ecken in der Stadt stösst. Zum Teil hatten wir das Gefühl, wir seien in einem botanischen Garten gelandet. Wir waren auch überrascht, wie viele prächtig blühende Pflanzen wir gesehen haben. Wir haben uns im Internet schlau gemacht und gelesen, dass die Blütenpracht im Herbst auf einen spezifischen mediterranen Klimarhythmus sowie auf die Anpassungsstrategie der hiesigen Pflanzenwelt zurückzuführen sei. Viele heimische Pflanzen sollen in den heissen, trockenen Sommermonaten eine Wachstumspause einlegen, um Wasser zu sparen. Sobald die ersten ergiebigen Herbstregen einsetzen und der ausgetrocknete Boden wieder feucht wird, wird dieser „Sommerschlaf“ beendet und die Pflanzen beginnen wieder zu blühen. Schön, dass wir nach einem super Sommer nun nochmals einen bunten Frühling erleben dürfen.