
Reiseroute östlicher Balkan




16. April 2026 / Nordmazedonien / Smolari / Wasserfall Smolarski
Kurz vor der Grenze zu Bulgarien gibt es noch einen Wasserfall, dessen Besuch überall empfohlen wird. Mit einer Fallhöhe von vierzig Metern ist der Smolarski Wasserfall der höchste permanente Wasserfall in Nordmazedonien. Da in den Bergen noch viel Schnee liegt und die Temperaturen recht hoch sind, habe ich mit viel Wasser und spektakulären Bildern gerechnet. Was ich dann sah, war eher enttäuschend. Dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, liegt aber eventuell auch daran, dass ich als Schweizer in Sachen spektakuläre Wasserfälle etwas verwöhnt bin. Der Weg zum Fall ist aber schön und ich habe auch einige nette Menschen kennengelernt. In der Region gibt es recht viele Männer, die in der Schweiz oder in Deutschland gelebt und gearbeitet haben und die gerne einen Schwatz auf Deutsch abhalten. Die offenen und kontaktfreudigen Menschen, die ich in der kurzen Zeit hier im Südosten Mazedoniens angetroffen habe, gehören mit zum Schönsten, was ich in der letzten Zeit erlebt habe.


16. April 2026 / Nordmazedonien / Veljusa / Kloster
In der unmittelbaren Nähe von Strumica gibt es zwei eindrückliche Frauenklöster, die man besichtigen kann. Dasjenige von Vodocha liegt fünf Kilometer ausserhalb von Strumica, das abgebildete Kloster der Heiligen Mutter Gottes Eleusa von Veljusa liegt nochmals fünf Kilometer weiter. Dieses Kloster wurde 1080 erbaut. Es gilt als eines der ältesten und architektonisch wertvollsten Klöster der Region, das seit seiner Gründung ununterbrochen aktiv ist. Das Kloster ist bekannt für seine historischen Ikonen und Fresken, darunter Darstellungen, die zum Teil bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Speziell war auch, dass sich eine englischsprechende Schwester die Zeit nahm, mir das eine und andere zu erklären. Ich gehe davon aus, dass dies nur möglich ist, weil hier relativ selten Besucher auftauchen. Der Besuch der beiden Klöster lohnt sich aber auf jeden Fall (falls man gerade einmal per Zufall in der Gegend ist).


15. April 2026 / Nordmazedonien / Strumica / Denkmal für Goce Delcev
Auf meiner Reise nach Athen habe ich im letzten Dezember bereits fünf Tage in Nordmazedonien verbracht. Das Land hat mir gut gefallen, so dass ich mich gefreut habe, heute wieder einzureisen. Dieses Mal durchquere ich aber nur ein kurzes Stück im Südosten Nordmazedoniens, so dass es bei einer oder maximal zwei Übernachtungen bleiben wird. Die kommende Nacht verbringe ich in Strumica, einem wichtigen regionalen Zentrum. Die Stadt versprüht viel ehemaligen Ostblock-Charme. Ein treffendes Beispiel hierfür ist das Monument für den mazedonischen Revolutionär und Nationalhelden Goce Delcev, das den zentralen Platz schmückt. Schöner als die Stadt selbst ist die Umgebung, in der es alte Klöster und eine beeindruckende Natur zu besichtigen gibt.


15. April 2026 / Rumänien / Cristian / Kirchenburg (Foto von einer früheren Reise)
In den letzten drei Monaten haben wir Griechenland, die Türkei, Georgien und Armenien bereist. Nun ist es an der Zeit, die Heimreise anzutreten. Auf direktem Weg wäre ich wohl in ein paar wenigen Tagen zu Hause im Bernbiet. Der direkte Weg ist aber selten der Weg, den zu gehen es sich lohnt. Ich nehme mir daher Zeit und will über den östlichen Balkan und die Schwarzmeerküste zurück in die Schweiz reisen. Heute bin ich schon einmal von Griechenland nach Nordmazedonien übergesiedelt. Von hier will ich über Bulgarien, Rumänien, Moldawien, nochmals Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich zurück in die Schweiz reisen. Teile von Rumänien, Slowenien und Österreich kenne ich. Die restlichen Regionen sind für mich Neuland. Und Neuland klingt immer gut. Ich freue mich auf die Strecke, die vor mir liegt, und bin froh und dankbar, dass ich mir bis Ende Mai Zeit lassen kann.



15. April 2026 / Griechenland / Larisa / Kirche östlich vom Stadtpark
Nach 32 Übernachtungen in der Hellenischen Republik habe ich heute Nachmittag Griechenland in Richtung Nordmazedonien verlassen. Griechenland war einerseits ein Reiseziel, andererseits diente es uns auch als Drehscheibe. Zweimal bin ich von Athen aus für je zehn Tage in die Schweiz zurückgekehrt. Griechenland diente uns auch als Durchreiseland auf dem Weg in die Türkei und in die Kaukasusstaaten Georgien und Armenien. Daneben haben wir aber auch ganz gezielt Orte und Regionen auf dem Peloponnes angesteuert. Aufgrund dieser verschiedenen Zielsetzungen erscheinen die Wege, die wir in Griechenland zurückgelegt haben, sehr wirr. Der Start war eher schwierig, weil das Wetter schlecht war. Dann haben wir ordentlich Zeit in die Suche nach einer Werkstatt investieren müssen, die in der Lage war, Hopos Federung zu reparieren. Und auf dem Weg in die Türkei und zurück haben wir auch Gegenden durchfahren, die nicht allzu attraktiv waren. Wir haben aber auch sehr viel Schönes in Griechenland sehen und erleben dürfen. So sind etwa die Meteora-Klöster extrem beeindruckend und die Hauptstadt Athen hat enorm viel zu bieten. Ganz speziell war es auch, bei kühlen Lufttemperaturen im warmen Schwefelbach bei den Thermophylen zu baden. Fasziniert hat uns vor allem aber der Peloponnes, wo wir tolle Küsten, wunderschöne kleine Fischerdörfer und wildromantische Täler und Schluchten angetroffen haben. Speziell gut gefallen hat uns auch, dass hier vieles noch recht authentisch ist (je südlicher, desto stärker). Wenn es sich irgendwie einrichten lässt (und davon gehen wir doch aus), kommen wir bestimmt wieder zurück nach Griechenland, mit dem Ziel, insbesondere den Peloponnes noch besser kennenzulernen.


14. April 2026 / Griechenland / Larisa / Antikes Theater
Meine heutige Fahrt hat mich im Landesinnern Griechenlands nordwärts geführt. Ich habe bloss hundert Kilometer zurückgelegt und bin dann in Larisa „hängengeblieben“. Larisa ist die Hauptstadt der griechischen Region Thessalien und ein wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum im Landesinneren. Als lebendige Stadt bietet sie einen Mix aus antiker Geschichte, wie etwas dem abgebildeten antiken Theater, und moderner urbaner Kultur. Dass sich Touristen nach Larisa verirren, kommt wohl eher selten vor. Ich habe die Stadt daher als recht authentisch empfunden. Nach den vielen touristischen Highlights, die ich in den vergangenen Wochen sehen durfte, war es schön, auch einmal eine Stadt zu erleben, die ich noch als unverfälscht griechisch empfunden habe.


13. April 2026 / Griechenland / Nafpaktos / Hafen
Nafpaktos ist eine malerische Hafenstadt, die unweit der Rio-Andirrio-Brücke auf dem griechischen Festland am Golf von Korinth liegt. Nafpaktos hat einige Trümpfe aufzuweisen. Der kleine, hufeisenförmige Hafen gilt mit seinen dicken Festungsmauern als einer der schönsten des Landes. Die beeindruckende venezianische Festung auf dem Hügel oberhalb der Stadt gilt als eine der am besten erhaltenen in Griechenland und bietet einen Panoramablick. Es gibt schöne Kieselstrände und kristallklares Wasser. Dazu ist der Ort für seine gute Gastronomie bekannt. Kein Wunder, dass Nafpaktos am heutigen Ostermontag Nachmittag aus allen Nähten platzte.