Tulcea

30. April 2026 / Rumänien / Tulcea / Donauufer

Tulcea ist das historische und logistische Tor zum Donaudelta. Von hier aus starten die meisten Bootstouren ins artenreiche UNESCO-Weltnaturerbe. Logisch, dass ich gerne per Schiff ins Delta gefahren wäre. Zur Auswahl stehen Touren ab zwei Stunden bis hin zu Tages- oder gar Mehrtagesausflügen. Entlang der Uferpromenade von Tulcea lagen dann auch viele Ausflugsboote an. Die Uferpromenade war hingegen praktisch menschenleer. Die Saison ist noch nicht angelaufen und an einem trüben und kalten Tag wie heute bleiben die Leute eh zu Hause. Und wo’s keine Ausflügler hat, fahren auch keine Ausflugsboote. Ich musste daher unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Schade. Aber besonders schön wäre es heute ohnehin nicht gewesen. Und wenn man nicht alle geplanten Ausflüge tätigen kann, hat man einen Grund mehr, um später nochmals wiederzukommen.

Burg Enisala

29. April 2026 / Rumänien / Enisala / Burg

Es geht in Richtung Donaudelta und dann nach Moldawien. Auf der Fahrt nach
Tulcea, dem rumänischen Tor zum Donaudelta, habe ich in Enisala einen Zwischenhalt eingelegt und mir die Burg angeschaut. Die Festungsruine thront auf einem Kalksteinhügel über dem Razim-See und bietet einen spektakulären Panoramablick über die Lagunenlandschaft des Donaudeltas. Die im Vordergrund abgebildeten Bienenstöcke auf einem Transportanhänger sind recht typisch für Rumänien. Wanderimkerei ist hierzulande weit verbreitet. Zum Teil werden die Bienenstöcke sogar fest in bunt bemalte Lastwagen eingebaut. Die „Bienenhotels“ folgen dann den Blütezeiten und legen so zum Teil erhebliche Distanzen zurück. Ich überlege gerade, ob ich auf meinen Reisen nicht auch noch ein oder zwei Bienenvölker mitführen soll.

Histria

28. April 2026 / Rumänien / Histria / Jagdhütte bei Ausgrabungsstätte

Am Nachmittag wollte ich die antike Ausgrabungsstätte Histria besuchen, die fünfzig Kilometer nördlich von Konstanza am Ufer des Sinoe-Sees liegt. Als älteste griechische Kolonie (gegründet circa 650 vor Christus) war Histria über 1200 Jahre hinweg ein bedeutendes Handelszentrum, das Olivenöl und Kunstgegenstände gegen Getreide und Fisch tauschte. Heute ist der Museumskomplex Histria eine bedeutende Ausgrabungsstätte, die Tempelruinen, römische Thermen und frühchristliche Basiliken umfasst. Ohne dass man im Internet einen Hinweis finden würde, ist die Anlage zurzeit aber geschlossen. Schade! Umsonst war die Fahrt hierher aber nicht. Auch rund um die Ausgrabungsstätte sieht es gut aus. Und weil der Betrieb eingestellt ist, ist fast garantiert, dass ist auf dem Besucherparkplatz eine total ruhige Nacht verbringen werde.

Konstanza

28. April 2026 / Rumänien / Konstanza / Piata Ovidiu

Von Bulgarien herkommend ist Konstanza (oder in der Landessprache Constanta) die erste grosse Stadt an der rumänischen Schwarzmeerküste. Mit 260’000 Einwohner ist sie die viertgrösste Stadt Rumäniens. Konstanza ist ein wichtiges Industrie-, Handels- und Tourismuszentrum und besitzt den grössten Hafen am Schwarzen Meer. Umwerfend schön ist die Stadt nicht. Es gibt ein paar wenige schöne Gebäude (insbesondere die Kathedrale) und zwei schöne Plätze. Das war’s dann aber auch schon. Touristisch wertvoller ist für die Region der rund acht Kilometer lange, breite Sandstrand im Norden der Stadt. Das ist aber nicht so meine Welt, zumal hier alles zugebaut ist, wie etwa in vielen Gegenden entlang der spanischen Mittelmeerküste. Nicht schön. Aber das muss wohl so sein, muss man doch auch das grosse Heer von Badetouristen irgendwo unterbringen.

Ausreise aus Bulgarien

28. April 2026 / Bulgarien / Kap Kaliakra / Festungstor

Nach zwölf Tagen Aufenthalt (ursprünglich habe ich bloss mit rund sieben Tagen gerechnet) habe ich Bulgarien heute Vormittag wieder verlassen. Das Land, das sehr abwechslungsreich ist, hat mir enorm gut gefallen. Ich habe sehr schöne Städte gesehen, wie etwa Sofia, Plovdiv oder Weliko Tarnovo. Mit Sosopol und Nessebar war ich in zwei ganz tollen Küstenstädtchen. Ich kam in den Genuss prächtiger Landschaften, allen voran die Felsenküste bei Tyulenovo. Ich durfte faszinierende Naturphänomene besuchen, wie den Steinernen Wald bei Warna oder die Pyramiden von Stob. Und ich war in einigen fantastischen Klöstern, allen voran in jenem in Rila. Soweit ich Kontakt mit Einheimischen hatte, habe ich diese als offen und nett wahrgenommen. Und ich habe mich stets sicher gefühlt. Von Bulgarien habe ich mir im Vorfeld einiges versprochen. Dass es so schön ist, hätte ich aber nicht gedacht. Ich gehe fest davon aus, dass dies nicht mein letzter Besuch hier war. Und ich bin mir fast sicher, dass Heidi das nächste Mal auch dabei sein wird.

Sonnenaufgang in Tyulenovo

28. April 2026 / Bulgarien / Tyulenovo / Sonnenaufgang beim Hafen

Es kommt nicht mehr allzu häufig vor, dass ich für einen Sonnenaufgang speziell früh aufstehe. Heute Morgen habe ich es wieder einmal getan. Und es hat sich gelohnt. Der Küstenabschnitt hier bei Tyulenovo ist wirklich fantastisch schön. Einen passenderen Ort und eine bessere Stimmung, um mich von Bulgarien zu verabschieden, kann ich mir nicht vorstellen.

Tyulenovo

27. April 2026 / Bulgarien / Tyulenovo / Küste

Tyulenovo an der bulgarischen Nordküste ist berühmt für seine wilde, felsige Küstenlandschaft, eine markante Felsbrücke, zahlreiche Höhlen und kristallklares Wasser. Der kleine Ort ist ein Paradies für Naturliebhaber, die Ruhe abseits vom Massentourismus suchen. Ich war den ganzen Nachmittag hier und habe maximal zehn Personen gesehen, die den spektakulären roten Steilklippen entlang gewandert sind. Auf Deutsch übersetzt heisst Tyulenovo „Dorf der Robben“. Seit den 1980er Jahren sollen hier aber keine Mönchsrobben mehr gesichtet worden sein. Wunderschön ist es gleichwohl.

Tosende See

27. April 2026 / Bulgarien / Tyulenovo / Küste

Entlang der bulgarischen Schwarzmeerküste habe ich etliche lange, schöne Sandstrände gesehen. Es sind mir auch viele grosszügigen Ferienressorts begegnet. Bulgarien scheint für Badegäste – und selbstverständlich nicht nur für die – eine sehr attraktive Destination zu sein. In Tyulenovo, das bloss noch dreissig Kilometer von der rumänischen Grenze entfernt ist, ist es allerdings schwierig mit Baden. Die Küste ist steil und schroff, aber wunderschön.