Burg Mauterndorf

24. Mai 2026 / Österreich / Mauterndorf / Burg Mauterndorf

Es hat mir gut gefallen in Kärnten. Das herrliche Wetter würde eigentlich dazu einladen, noch länger zu bleiben. Bis am Mittwoch habe ich aber noch gut siebenhundert Kilometer zurückzulegen. Einen Teil dieser Strecke habe ich heute Nachmittag zurückgelegt, indem ich ein ordentliches Stück in Richtung Salzburg gefahren bin. Bei der eindrücklichen Burg Mauterndorf habe ich einen Zwischenhalt eingelegt. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und diente einst als Mautstation an der römischen Handelsstrasse „Via Imperialis“ und als Sommerresidenz für die Salzburger Fürsterzbischöfe. Heute ist sie eine interaktive Erlebnisburg. Ein Halt in Mauterndorf lohnt sich nicht nur wegen der Burg: Auch das Dorf selber ist mit etlichen historischen Gebäuden im Zentrum sehr sehenswert.

Lindwurm

24. Mai 2026 / Österreich / Klagenfurt / Lindwurm

Wahrzeichen und Wappentier der Stadt Klagenfurt ist der Lindwurm. Die monumentale Skulptur des Drachens wurde im 16. Jahrhundert aus einem einzigen Block eines seltenen, grünen Schiefergesteins gehauen. Gemäss der Klagenfurter Lindwurmsage wurde die Stadt in einem gefährlichen Sumpfgebiet errichtet, das von einem gefrässigen Drachen (dem Lindwurm) terrorisiert wurde. Tapferen Männern und Bauern gelang es schliesslich, die Bestie mit einer List zu töten, woraufhin an der Stelle der Drachenhöhle ein Schloss errichtet wurde.

Klagenfurt

24. Mai 2026 / Österreich / Klagenfurt / Alter Platz

Klagenfurt ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten und liegt direkt am östlichen Ufer des Wörthersees, dem wärmsten Alpensee Österreichs. Klagenfurt besitzt eine schöne historische Renaissance-Altstadt, die viel mediterranes Flair ausstrahlt. Wider Erwarten war das Zentrum heute Mittag fast menschenleer. Der Grund ist aber naheliegend: Bei so herrlichem Wetter wie heute zieht es die Einwohner Klagenfurts an den See oder in die prächtige Natur. Viele haben sich aufs Fahrrad gesetzt. Der Radweg rings um den Wörthersee, aber auch der entlang des Ossiacher Sees, waren heute extrem gut frequentiert. Viele E-Bikes waren unterwegs, aber auch viele Rennräder. Die Radwege in Österreich sind übrigens recht gut; nicht ganz so gut wie die in Slowenien, aber viel besser als in der Schweiz.

Villacher Alpenstrasse

23. Mai 2026 / Österreich / Villacher Alpenstrasse / Rote Wand

Eigentlich hatte ich im Sinn, heute mit dem Fahrrad um den Wörthersee zu fahren. Im Internet bin ich dann auf die Villacher Alpenstrasse gestossen, die von Villach (501 Meter) aus zum Rosstrattenstüberl (1733 Meter) hochführt, das unter dem Villacher Hausberg Dobratsch (2166 Meter) liegt. Die Panoramastrasse ist sehr schön zu fahren. Die Strasse ist gut, der Anstieg regelmässig, an mehreren Stellen gibt es schöne Aussichtspunkte und es hat nur wenig Verkehr. Der geringe Verkehr ist wohl primär darauf zurückzuführen, dass die Panoramastrasse für den motorisierten Verkehr gebührenpflichtig ist (23.50 Euro für Personenwagen und 16.50 Euro für Motorräder). Wer auf den Gipfel des Dobratsch möchte, muss die letzten vierhundert Höhenmeter zu Fuss bewältigen. Zum Schutz des sensiblen Karstgebiets wurde der Strassenbau bewusst deutlich unter dem Gipfel gestoppt.

Villach

23. Mai 2026 / Österreich / Villach / Hauptplatz

Über den Wurzenpass bin ich von Slowenien nach Österreich übergesiedelt und habe in Villach Halt gemacht. Zu meiner Überraschung kam ich problemlos über die Grenze. Nachdem unsere Hockeynationalmannschaft die Österreicher vor drei Tagen an der Eishockey-Weltmeisterschaft mit neun zu null Toren niedergeprügelt hatte, war ich mir nicht sicher, ob überhaupt noch Schweizer in die Alpenrepublik hereingelassen werden. Aber alles lief gut. Danke für Eure Nachsicht, liebe Österreicher. Von Villach habe ich mir nicht viel erwartet. Ich habe die Stadt als Zwischenstation ausgesucht, weil es von hier aus einige schöne Velorouten durchs Kärntnerland gibt. Dass die Altstadt von Villach so gut aussieht, hat mich überrascht. Vor allem der Hauptplatz, der viel italienisches Flair ausstrahlt (Bella Italia ist nur gut zwanzig Kilometer entfernt), hat mir gut gefallen.

Kranjska Gora

22. Mai 2026 / Slowenien / Kranjska Gora / Jezero Jasna und Julische Alpen

Die Schweizer Berge sind wunderschön. Die Slowenischen müssen sich aber in keiner Weise verstecken. Speziell die Landschaften im Triglav-Nationalpark südlich von Kranjska Gora sind atemberaubend schön. Im wahrsten Sinne des Wortes ist auch die Passstrasse atemberaubend, die von Kranjska Gora aus südwärts auf den 1611 Meter hohen Werschitzpass führt (wenn man sie mit dem Fahrrad bewältigt) .Die Höhendifferenz beträgt zwar bloss achthundert Meter. Der Pass ist aber über längere Streckenabschnitte hinweg recht steil, mit Spitzenwerten von vierzehn Steigungsprozenten. Für meinen ersten Pass im Jahr 2026 hätte ich mir eigentlich etwas Leichteres aussuchen können. Etwas Schöneres zu finden, wäre deutlich schwieriger.

Odis Kinderzimmer

22. Mai 2026 / Slowenien / Kranjska Gora / Zielhang

Sowohl im Fernsehen als auch auf Fotos kommt nie recht zur Geltung, wie steil die Strecken der Weltcuprennen wirklich sind. Der abgebildete Zielhang der Riesenslalomstrecke von Kranjska Gora ist aber echt steil und macht selbst einem ehemals recht geübten Skifahrer Eindruck. Ist die Riesenslalomstrecke von Adelboden wegen seiner fünf Siege in Folge Marco Odermatts Wohnzimmer, dann ist die Strecke von Kranjska Gora sein Kinderzimmer. Denn hier hat er am 9. März 2019 seinen ersten Podestplatz in einem Weltcuprennen errungen (ein dritter Platz in einem Riesenslalom). Mit seinen drei Siegen in Kranjska Gora ist er allerdings noch nicht auf Top-Niveau. Hier ist ihm Ted Ligety mit sechs Siegen noch ein Stück voraus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Triglav-Nationalpark

22. Mai 2026 / Slowenien / Podkoren / Landschaft

Durch das Obere Savetal führt vom slowenischen Jesenice aus ein superschöner Radweg dem Wildbach Save entlang bis an die italienische Grenze (und darüber hinaus). Die Strecke steigt auf gut dreissig Kilometern stetig leicht an, ist aber schön zu fahren und wird an so herrlichen Tagen wie heute auch gut genutzt. Genial wird es immer dann, wenn sich ein Blick südwärts in die Bergwelt des Triglav-Nationalpark öffnet. Umwerfend schön, die Landschaft hier.

Weltrekordschanze

22. Mai 2026 / Slowenien / Planica / Sprungschanzen

Die vergangene Nacht habe ich auf einem Stellplatz direkt unter den Sprungschanzen von Planica verbracht. Die grosse Schanze fürs Skifliegen ist extrem eindrücklich. Auf dieser Schanze hat der Slowene Domen Prevc am 30. März 2025 mit 254,5 Metern den offiziellen Skiflug-Weltrekord der Männer aufgestellt. Die Flugzeit für diese Weite beträgt etwa acht Sekunden. Eindrücklich, genau gleich wie die ganze Anlage, zu der rund zehn Sprungschanzen unterschiedlicher Grösse gehören. Toll und total ruhig ist auch der Stellplatz bei den Schanzen. Die drei Nächte in Slowenien habe ich allesamt auf Stellplätzen verbracht, was sonst nicht so mein Ding ist. Aber die slowenische Polizei geht rigoros gegen Wildcamper vor und verhängt hohe Bussen (ab 300 Euro). Angesichts der Flut an Campern, die es hier in den slowenischen Alpen aktuell hat, habe ich volles Verständnis dafür. Den Slowenen ist auch zugutezuhalten, dass sie viele schöne Stellplätze zu meist moderaten Preisen anbieten. Da hat insbesondere die Schweiz noch Nachholbedarf.