
Reiseroute östlicher Balkan




14. Mai 2026 / Serbien / Novi Sad / Bischofspalast
Die serbische Hauptstadt Belgrad hat mich gestern leicht enttäuscht. Sehr gut gefallen hat mir hingegen heute Novi Sad, das knappe neunzig Kilometer nordwestlich von Belgrad liegt. Mit 260’000 Einwohnern ist Novi Sad die zweitgrösste Stadt Serbiens. In der Altstadt gibt es einige recht interessante Gebäude und Plätze zu besichtigen. Die ausgedehnte Fussgängerzone ist sehr schön. In der Stadt habe ich eine gute, entspannte Stimmung wahrgenommen. Gut, das Wetter war heute auch besser als gestern. Allein daran mag es aber kaum gelegen haben. Den Bewohnern von Navi Sad wird generell ein langsames Lebenstempo zugeschrieben. Sie sind damit quasi Serbiens Berner.


14. Mai 2026 / Serbien / Sremski Karlovci / Geistliche Schule des Heiligen Arsenius
Sremski Karlovci ist eine charmante Kleinstadt, die kurz vor Novi Sad direkt an der Donau liegt. Sremski Karlovci gilt als eine der schönsten Städte Serbiens. Recht nahe beieinander gibt es einige eindrucksvolle Gebäude zu sehen. Die abgebildete Geistliche Schule des Heiligen Arsenius ist das älteste serbisch-orthodoxe Priesterseminar (1794 gegründet). Sremski Karlovci blickt auch auf eine jahrhundertealte Weinbautradition zurück. Zahlreiche lokale Weinkeller laden zu Verkostungen ein. Schade, dass Weinverkostungen und Camperfahren schlecht zusammenpassen, so dass ich diese Lokale jeweils schweren Herzens links liegenlassen muss.


14. Mai 2026 / Sebien / Brdez do / Cowboy mit Ziegen
Auf meinen Reisen habe ich doch schon das eine oder andere erleben dürfen. Schön, dass man dennoch immer wieder Neues entdeckt. So etwa den serbischen Hirten, der heute hoch zu Pferd seine Ziegen durchs Dorf trieb. Andere Länder, andere Sitten.


14. Mai 2026 / Serbien / Krusedol / Kloster
Siebzig Kilometer nordwestlich von Belgrad erstreckt sich der Nationalpark Fruska Gora. Auf einer Fläche von 255 Quadratkilometern (entspricht in etwa der Fläche des Kantons Appenzell Ausserrhoden) gibt es dichte Wälder, Weinberge und sechzehn aktive Klöster zu sehen. Bei den drei Klöstern Krusedol, Grgeteg und Valika Remeta, die alle recht nahe beieinander liegen, habe ich heute Vormittag kurze Halte eingelegt. Die Kirchen aller drei Klöster sind mit sehr schönen Fresken geschmückt. Ein Besuch lohnt sich.


13. Mai 2026 / Serbien / Belgrad / Festung
Die serbische Hauptstadt Belgrad wird oft als das „Berlin des Balkans“ bezeichnet, weil es als vielfältigste Stadt Osteuropas gilt und eine ähnliche kreative Energie, kulturelle Diversität sowie ein lebendiges Nachtleben wie Berlin bieten soll. Belgrad habe ich tatsächlich als sehr lebendig erlebt. Es gibt viel Verkehr und überall bewegt sich etwas. Speziell gut gefallen hat mir die serbische Hauptstadt aber nicht. Es gibt zwar etliche durchaus sehenswerte Bauten wie etwas die abgebildete Festung. Überragendes ist aber nicht darunter. Zudem sind die Distanzen zwischen den „Highlights“ eher gross (analog Ankara). Die Haupteinkaufsstrasse, die als lebendige Fussgängerzone angepriesen wird, empfand ich als eher langweilig. Gut verständlich ist das Ticketing-System im öffentlichen Verkehr. Mit Ausnahme der Flughafenlinie und einiger Spezialbusse ist der ganze öffentliche Verkehr gratis. Und ich habe mich mit den verschiedenen Bus- und Tramlinien auf Anhieb gut zurechtgefunden, was in einer Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern nicht selbstverständlich ist.


13. Mai 2026 / Serbien / Belgrad / Dom des Heilgen Sava
Neben der Festung ist der Dom des Heiligen Sava die zweite Hauptsehenswürdigkeit der serbischen Hauptstadt Belgrad. Der Dom ist eines der grössten orthodoxen Gotteshäuser der Welt und das architektonische Wahrzeichen Serbiens. Die monumentale Kirche im neobyzantinischen Stil prägt die Skyline der Stadt und dient als spirituelles Zentrum des Landes. Der Dom wirkt tatsächlich sehr mächtig, aber von aussen nicht so beeindruckend wie andere Kirchen, die ich in den letzten Monaten auf dem Balkan gesehen habe. Fasziniert hat mich hingegen der Innenraum, der mit über 15.000 Quadratmetern Mosaiken aus Gold und Glas ausgekleidet ist. Es soll sich weltweit um die grösste Mosaikdarstellung handeln. Wenn man sich jedes Detail genauer anschauen will, ist man einige Zeit beschäftigt.


12. Mai 2026 / Serbien / Semendria / Festung
Gestern war ein Klostertag, heute ein Festungstag. Sowohl im rumänischen Drobeta als auch in den serbischen Städten Golubac und Semendria sind Festungen die Hauptsehenswürdigkeiten. Die Festung Semendria ist eine bedeutende mittelalterliche Wasserburg, die zwischen 1427 und 1430 erbaut wurde. Sie diente als Bastion gegen das Osmanische Reich, bevor sie dann selbst osmanisch wurde. Die Festung war im 1. und 2. Weltkrieg Schauplatz schwerer Kämpfe und wurde dabei schwer zerstört. Semendria, wo ich meine erste Nacht in Serbien verbringen werde, ist nur noch rund fünfzig Kilometer von Belgrad entfernt. Die serbische Hauptstadt werde ich mir morgen anschauen. Das dann hoffentlich wieder bei deutlich besserem Wetter.


12. Mai 2026 / Serbien / Golubac / Festung
Die Festung Golubac ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Festungsanlagen Europas und thront imposant am Eingang zum Eisernen Tor, dort, wo die Donau ihre engste Stelle erreicht. Die Anlage besteht aus einer Ober- und Unterburg mit insgesamt zehn massiven Türmen, die durch bis zu dreissig Meter hohe Mauern verbunden sind. Aufgrund ihrer strategischen Bedeutung war sie über Jahrhunderte Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Serben, Ungarn, Osmanen und Österreichern. Heute ist sie ein touristisches Highlight mit Museum und verschiedenen Besucherzonen, das ordentlich Leute anzieht.


12. Mai 2026 / Serbien / Tekija / Eisernes Tor
Das Eiserne Tor ist eines der imposantesten Durchbruchstäler Europas, in dem die Donau die Karpaten durchbricht. Es bildet die natürliche Grenze zwischen Serbien und Rumänien und erstreckt sich über eine Länge von etwa hundertzehn Kilometern. Früher galt dieser Abschnitt aufgrund von Felsen und Stromschnellen als gefährlichster Teil der Donau. Heute ist der Fluss durch Staudämme reguliert, was die Schifffahrt erleichtert und eine beeindruckende Seenlandschaft geschaffen hat. Von der Grenze bis zur Festung Golubac durfte ich heute während gut hundert Kilometern der Donau entlang fahren. Eine richtig Genussstrecke: gute Strassen, wenig Verkehr, und das stets in Flussnähe. Herrlich!