
Reiseroute Süditalien und Sizilien




9. Oktober 2026 / Sizilien / Tindari / Ausgrabungen / Basilica
Im Norden Siziliens haben wir bisher zwei Arten von Strassen kennengelernt: die bezahlte Autobahn (ist hier recht günstig) und schmale, unübersichtliche, kurvenreiche Strässchen. Nach Tindari gelangt man definitiv nur über eine schmale Strasse, die sich kurvenreich den Berg hoch schlängelt. Die Aussicht auf die Küste ist gewaltig, als Fahrer kommt man aber kaum dazu, den Blick von der Strasse abschweifen zu lassen. In Tindari gibt es gleich zwei Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Da ist einerseits die imposante Wallfahrtskirche der Schwarzen Madonna und andererseits eine griechisch-römische Ausgrabungsstätte. Wir haben uns die Überreste des antiken Tindari angeschaut. Und wir waren eher etwas enttäuscht. Die Überreste der antiken Basilika sind zwar eindrücklich. Der Rest – so auch die Ruinen des griechischen Theaters – waren dagegen eher bescheiden. Wir sind vermutlich etwas verwöhnt von unserer Türkeireise, wo wir Anfang des Jahres etliche wirklich eindrückliche Ruinenstätten besucht haben.


9. Oktober 2026 / Sizilien / Milazzo / Capo di Milazzo / Piscina di Venere
Der äusserste Zipfel des Capo di Milazzo steht unter Naturschutz. Von den Parkplätzen aus führt ein Wanderweg zu einem natürlichen Meeresschwimmbecken, der Piscina di Venere. Die halbkreisförmige Lagune mit kristallklarem, flachem und angenehm warmem Wasser muss im Sommer ein sehr beliebtes Ausflugsziel sein, da am Eingang festgehalten wird, dass maximal dreihundert Personen aufs Mal eingelassen werden. Uns hat es heute hier sehr gut gefallen. Wenn sich aber noch 298 andere Menschen rund um den natürlichen Pool aufhalten, dürfte es mit der Idylle wohl definitiv vorbei sein.


9. Oktober 2026 / Sizilien / Milazzo / Capo di Milazzo
Bei Milazzo erstreckt sich eine schmale, rund acht Kilometer lange Landzunge ins Tyrrhenische Meer hinaus. Am Ende der Halbinsel befindet sich das Capo di Milazzo. Hier haben wir gestern Nacht die herrliche Aussicht auf die zerklüftete Küstenlandschaft und die spezielle Abendstimmung genossen und anschliessend übernachtet. Der angekündigte Wetterumschlag ist tatsächlich eingetroffen. In der Nähe gingen Gewitter nieder und es hat immer wieder geregnet. Zum Glück aber nicht allzu heftig. Von den beiden Wasserhosen, die im Westen Siziliens grössere Schäden angerichtet haben, haben wir nichts mitbekommen. Wir lieben das Aussergewöhnliche. Wenn eine Wasserhose aufs Land trifft, müssen wir aber nicht zwingen dabei sein.


8. Oktober 2026 / Sizilien / Messina / Statua del Nettuno
In Messina durften wir nochmals einen prächtigen Sommertag mit viel Sonne und dreissig Grad Wärme geniessen. Das Wetter schlägt nun aber auch bei uns um. In den kommenden Tagen müssen wir auch hier mit Niederschlägen und spürbar tieferen Temperaturen rechnen. Das ist natürlich nicht das, was wir uns unbedingt wünschen. Aber auch hier im Süden Italiens sind die Leute und die Natur auf Niederschläge angewiesen. Und beklagen können wir uns wahrlich nicht. Wir waren siebzehn Tage ohne einen einzigen Regentropfen unterwegs. Da werden wir ein paar trübere und nassere Tage sicher verkraften können. Ändern können wir es ja ohnehin nicht.


8. Oktober 2026 / Sizilien / Messina / Sagopalme
Speziell gut gefallen haben uns in Messina die vielen schönen Bäume, Palmen und Pflanzen, auf die man an vielen Ecken in der Stadt stösst. Zum Teil hatten wir das Gefühl, wir seien in einem botanischen Garten gelandet. Wir waren auch überrascht, wie viele prächtig blühende Pflanzen wir gesehen haben. Wir haben uns im Internet schlau gemacht und gelesen, dass die Blütenpracht im Herbst auf einen spezifischen mediterranen Klimarhythmus sowie auf die Anpassungsstrategie der hiesigen Pflanzenwelt zurückzuführen sei. Viele heimische Pflanzen sollen in den heissen, trockenen Sommermonaten eine Wachstumspause einlegen, um Wasser zu sparen. Sobald die ersten ergiebigen Herbstregen einsetzen und der ausgetrocknete Boden wieder feucht wird, wird dieser „Sommerschlaf“ beendet und die Pflanzen beginnen wieder zu blühen. Schön, dass wir nach einem super Sommer nun nochmals einen bunten Frühling erleben dürfen.


8. Oktober 2026 / Sizilien / Messina / Piazza Catalani
An vielen Orten im Zentrum von Messina trifft man auf schöne Gebäude und Plätze, wie etwa die Piazza Catalani mit der Statue für Don Giovanni d’Austria. Nichts Spektakuläres und kaum etwas, was in den Reiseführern gross beschrieben wird. Aber gleichwohl schön. Messina ist übrigens keine typisch sizilianische Stadt. Messina wurde von mehreren schweren Erdbeben heimgesucht und musste vor gut hundert Jahren praktisch vollständig neu aufgebaut werden. Eine eigentliche Altstadt mit verwinkelten Gassen sucht man hier vergeblich. Dafür wirkt das Stadtbild moderner, breiter und geradliniger. Uns hat auch das gefallen.


8. Oktober 2026 / Sizilien / Messina / Kathedrale
Die meisten Sizilienreisenden kommen mit einer Fähre in Messina an und reisen dann gleich weiter an andere Destinationen. Fast hätten wir es auch so gemacht. Die Erwartungen, die wir an unseren Stadtrundgang durch Messina hatten, waren nicht allzu gross. Die Stadt hat uns dann aber sehr gut gefallen. Unumstrittene Hauptsehenswürdigkeit ist die Kathedrale mit ihrem frei stehenden Glockenturm, der die grösste und komplexeste astronomische Uhr der Welt beherbergt. Bei unserem Besuch wurde die Kathedrale gerade für eine anstehende Hochzeit geschmückt, so dass wir im Innern auf eine schöne Blumendekoration trafen. Wieder einmal Glück gehabt.


8. Oktober 2026 / Italien / Villa San Giovanni / Fähre nach Sizilien
Wir haben es geschafft, Sizilien ist erreicht. Von Villa San Giovanni aus haben wir uns heute Vormittag mit der Fähre nach Messina übersetzen lassen. Wir haben achtzehn Tage gebraucht, um Sizilien zu erreichen. Es soll Leute geben, die die Strecke in kürzerer Zeit zurücklegen. Auch gut. Für uns war unser Tempo aber genau das richtige und wir möchten keinen der Tage missen, die wir auf der Anreise im Bündnerland, im Südtirol oder an der Adria verbracht haben. Jetzt freuen wir uns aber auf Sizilien, das wir vor vierzehn Jahren das letzte Mal bereist haben.


7. Oktober 2026 / Italien / Taureana di Palmi / Lido di Palmi
Lange haben wir uns viel Zeit genommen, um uns Süditalien anzunähern. Jetzt zieht es uns aber definitiv nach Sizilien. Wir haben daher heute ein ordentliches Stück Weg hinter uns gebracht. Von Melfi aus sind wir ins südliche Kalabrien gefahren. Wir haben so gut vierhundert Kilometer Strecke bewältigt, was für unsere Verhältnisse enorm viel ist. Die Adria haben wir damit definitiv hinter uns gelassen und sind ans Tyrrhenische Meer übergesiedelt. In der Nähe von Palmi haben wir einen guten Platz direkt am langen Sandstrand gefunden, den wir uns mit einem jungen Franzosen teilen. Sein Schäferhund ist zwar etwas beleidigt, weil wir uns nur eine Viertelstunde Zeit nahmen, um mit ihm zu spielen. Trotzdem wird er uns sicher in der kommenden Nacht gut bewachen. Uns geht es bestens: Wir sind direkt am Meer, es ist warm und trocken, wir haben gut gegessen (herzlichen Dank an die Köchin), ein feiner Vino Rosso steht vor uns, es ist mucksmäuschenstill und wir werden von einem Schäferhund bewacht. Camperherz, was willst du mehr?