
Reiseroute östlicher Balkan




5. Mai 2026 / Rumänien / Bibiresti / Poarta Maramureseana
Eine Poarta Maramureseana ist ein traditionelles, kunstvoll geschnitztes Holztor, von denen es in gewissen ländlichen Gegenden Rumäniens noch viele zu bestaunen gibt. Die Poarta Maramureseana markiert den Eingang zu einem Gehöft, dient als Statussymbol und ist oft mit komplexen geometrischen oder mythologischen Motiven verziert. Die Tore gelten als ein Wahrzeichen der traditionellen rumänischen Volkskunst und Architektur. Und sie sind ganz einfach schön anzusehen.


5. Mai 2026 / Rumänien / Parincea / Wegkreuz
Die Rumänen sind sehr religiös. Rumänien gilt als eines der gläubigsten Länder in Europa, in dem Kirchenbesuche und die Einhaltung religiöser Traditionen im Alltag eine zentrale Rolle spielen. Über 95 % der Bevölkerung bekennen sich zu einer Religion, wobei die überwältigende Mehrheit der Rumänisch-Orthodoxen Kirche angehört. Wegkreuze sind in Rumänien ein allgegenwärtiger Bestandteil des Landschafts- und Strassenbildes. Nicht alle Wegkreuze sind so kunstvoll geschnitzt wie das abgebildete. Schön anzusehen sind aber praktisch alle.


5. Mai 2026 / Rumänien / Bibiresti / Schwingbaumbrunnen
Vor zwei Tagen habe ich über die vielen Ziehbrunnen berichtet, denen man in Moldawien überall auf dem Land begegnet. Auf meiner heutigen Velofahrt durch die ländliche Region Moldau im Nordosten Rumäniens sind mir noch einige Exemplare einer anderen Brunnenart begegnet, sogenannte Schwingarmbrunnen. Wobei zur Klarstellung: Schwingarmbrunnen sah ich gelegentlich auch in Moldawien und Ziehbrunnen gibt es natürlich auch in Rumänien in grosser Zahl. Die Schwingarmbrunnen sollen immer noch in Betrieb sein. Um Wasser zu schöpfen, hängt man den Eimer an den Strang und zieht diesen nach unten, bis der Eimer ins Grundwasser eintaucht. Das Gegengewicht, das am kürzeren Schwingarm angebracht ist, hebt dann den vollen Wassereimer von selbst in die Höhe. Genial einfach. Wobei ich zum Betanken von Hopo einen normalen Brunnen weiterhin bevorzuge.


4. Mai 2026 / Rumänien / Iasi / Teatrul National Vasile Alecsandri
Iasi ist eines der kulturellen Zentren Rumäniens. Für mich ist es die Stadt der überfüllten Parkplätze. Derart Mühe, einen freien Parkplatz zu finden, hatte ich seit langer Zeit nicht mehr. Selbst weit ausserhalb des Zentrums waren heute alle Parkplätze und alle Quartierstrassen belegt. Ich war bereits daran, aufzugeben und die Stadt unverrichteter Dinge zu verlassen, als ich dann rund vier Kilometer ausserhalb des Zentrums doch noch fündig wurde. Was für ein Glück! Denn Iasi hat mir sehr gut gefallen und sollte unbedingt besichtigt werden. In der Stadt gibt es einige Kirchen und repräsentative Bauten, die sich von dem abheben, was man im Südosten Europas sonst so zu sehen bekommt. Das abgebildete Gebäude ist das älteste Nationaltheater Rumäniens und gilt als ein architektonisches Juwel.


4. Mai 2026 / Rumänien / Iasi / Palatul Culturii
Iasi ist mit 350’000 Einwohner die drittgrösste Stadt Rumäniens. Die Stadt ist das historische, kulturelle und akademische Zentrum im Nordosten Rumäniens. Als ehemalige Hauptstadt Moldawiens (1564–1859) bietet Iasi eine reiche Geschichte, beeindruckende Kirchen, die erste Universität des Landes und eine lebendige, junge Atmosphäre als bedeutender Universitätsstandort. Die Stadt weist einige eindrückliche Gebäude auf, die man so im Balkan sonst nicht zu sehen bekommt. Wahrzeichen der Stadt ist der gut einhundert Jahre alte Kulturpalast, der 298 Zimmer aufweist und damit zu den grössten Gebäuden Rumäniens zählt. Genutzt wird das Gebäude heute hauptsächlich als Museumstempel, in dem vier bedeutende Museen untergebracht sind.


4. Mai 2026 / Moldawien / Bursuc / Kloster Hincu
Nach vier Tagen habe ich Moldawien wieder verlassen. Das kleine Land (die Fläche entspricht rund achtzig Prozent derjenigen der Schweiz) hat mir sehr gut gefallen. Moldawien und Rumänien sind sich kulturell, sprachlich und historisch sehr ähnlich und beide Staaten pflegen enge Beziehungen zueinander. Auch die Flaggen sehen ähnlich aus. Moldawien ist aber aus meiner Sicht noch viel ursprünglicher als Rumänien. Hier habe ich mich zum Teil in eine andere Zeit zurückversetzt gefühlt. Dann hatte ich das Gefühl, durch ein offenes Freilichtmuseum zu fahren, so schön gepflegt waren viele der alten Häuser am Strassenrand. Das Reisen in Moldawien war aus meiner Sicht einfach und auch die Ein- und Ausreise verliefen relativ unkompliziert (verglichen mit den Grenzübertritten rund um die Türkei). Die vier Tage in Moldawien werde ich als eines der Highlights meiner Balkanreise in Erinnerung behalten.


4. Mail 2026 / Moldawien / Bursuc / Kloster Hincu
Kurz vor der Ausreise aus Moldawien habe ich nochmals bei einem Kloster einen Zwischenstopp eingelegt. Kloster Hincu ist eines der bedeutendsten orthodoxen Klöster in Moldawien. Das Kloster, das 1678 gegründet wurde, war ursprünglich eine Einsiedelei für Frauen. Die Anlage umfasst heute zwei Hauptkirchen, eine Sommerkirche und eine Winterkirche. Leider waren heute beide nicht zugänglich. Der Besuch vor Ort hat sich gleichwohl gelohnt.


3. Mai 2026 / Moldawien / Capriana / Kloster
Kloster Capriana ist eines der ältesten und bedeutendsten Klöster der Republik Moldau. Und wohl auch eines der schönsten. Ich hatte heute Nachmittag zudem das Glück, dass das Wetter perfekt mitspielte. Das Kloster wurde offiziell im Jahr 1429 gegründet. Wie viele andere religiöse Stätten auch wurde es unter sowjetischer Herrschaft geschlossen und beschädigt, nach der Unabhängigkeit Moldawiens jedoch umfassend restauriert, so dass es sich heute in perfektem Zustand präsentiert. Eigentlich hatte ich im Sinn, heute noch ein Stück weiterzufahren. Aber warum hetzen, wenn es so schön ist? Hopo ist auch einem perfekten Platz direkt am See gegenüber der Klosteranlage parkiert, wo ich die Nacht verbringen will. Ist doch herrlich, wenn man direkt aus seinem Wohnzimmer immer wieder einen Blick auf das prachtvolle Kloster werfen kann.


3. Mai 2026 / Moldawien / Lupa-Recea / Bei Vitali
Bei der langsamen Fahrt durch ein abgelegenes moldawisches Dorf hat mich Vitali angehalten und mich in gebrochenem Englisch nach meinem Weg gefragt. Mit etwas Englisch, Händen und Füssen und einer Übersetzungs-App haben wir uns ausgetauscht. Vitali wollte mich dann unbedingt seiner Mutter vorstellen und mir seinen Vorratskeller zeigen. Dort überreichte er mir dann gut zwei Liter Rotwein aus eigener Produktion. Und das selbstverständlich aus dem besten seiner vier Fässer. Wieder einmal ein ganz tolles Erlebnis, das für mich unbezahlbar ist und das man wohl nur dann erleben darf, wenn man es wagt, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen.