
Reiseroute östlicher Balkan




24. April 2026 / Bulgarien / Ravadinovo / Schloss
Schloss Ravadinovo kann auf keine mehrhundertjährige Geschichte zurückblicken. Es wurde erst vor dreissig Jahren vom bulgarischen Architekten und Bauherrn Georgi Kostadinov Tumpalov erbaut, der sich damit seinen Kindheitstraum von einem Märchenschloss verwirklichte. Die Anlage umfasst einen grossen Park, Seen, einen kleinen Zoo, einen Weinkeller und eine Kapelle. In den Sommermonaten gehört das Schloss mittlerweile zu den wichtigsten Touristenattraktionen in der Region. Im Moment ist es aber noch total ruhig im Schloss und auf den Besucherparkplätzen. Ein idealer Ort also, um hier ungestört die kommende Nacht zu verbringen. Mitte Januar habe ich beim griechischen Kap Sounion direkt unterhalb eines antiken Tempels geschlafen, jetzt übernachte ich unmittelbar neben einem Schloss. Ist doch schön, wenn man sich solche Freiheiten herausnehmen kann.


24. April 2026 / Bulgarien / Sosopol / Landschaft im Südwesten
Ich habe das schöne Wetter genutzt um mich wieder einmal aufs Fahrrad zu schwingen. Die Bedingungen waren heute absolut ideal und die Landschaft, durch die ich fuhr, herrlich. Zur Ehrenrettung der bulgarischen Strassenbauer: Der links abgebildete Weg ist keinesfalls landestypisch. Nein, die bulgarischen Autobahnen und Hauptverbindungsstrassen sind in einem guten Zustand (klar besser als in manch anderem Land, das wir in den letzten Monaten bereist haben). Aber ich habe für meine heutige Ausfahrt bewusst kleine Nebenwege gewählt, und da wird es dann halt gelegentlich löchrig und ruppig. Aber kein Problem: Ich war auf einem Mountainbike unterwegs, und für dieses können die Strassen nie holprig genug sein.


24. April 2026 / Bulgarien / Sosopol / Altstadt
Wir (Hopo und ich) sind zurück am Schwarzen Meer. Mitte Winter sind wir auf unserer Türkeireise der südöstlichen Schwarzmeerküste entlanggefahren und haben diese am 11. Februar im georgischen Poti wieder verlassen. Nach 72 Tagen sind wir nun also wieder hier. Es ist deutlich wärmer geworden und das Meer hier sieht ungleich schöner aus. In der Nordosttürkei und in Georgien waren die Strände meist steinig und sahen wenig ansprechend aus. Sospol kann demgegenüber mit langen, schönen Sandständen aufwarten. Auch die Altstadt, die auf einer langgezogenen Halbinsel liegt, sieht toll aus und kann mit einer Vielzahl schöner alter Holzhäuser auftrumpfen. Sostopol gilt als aufstrebender Geheimtipp und neues Küstenparadies, das die Gäste mit viel Charme, Sonne, schönen Stränden und günstigen Preisen anlockt.


23. April 2026 / Bulgarien / Weliko Tarnovo / Quartier westlich Festung Zarewez
Weliko Tarnovo hat mich wegen der Lage an zum Teil tief eingegrabenen Flussschleifen stark an die beiden Schweizer Städte Bern und Fribourg erinnert. Es gibt aber auch markante Unterschiede. So verfügt Weliko Tarnovo über zwei imposante Festigungen, die man besichtigen kann und von denen aus man herrliche Ausblicke auf die Stadt und das Umland hat. Und in Weliko Tarnovo gibt es auch abgelegenere Quartiere, die einen recht länglichen Eindruck machen. Wie fast überall in Bulgarien stösst man dabei auch auf tolle Kirchen und auf schöne alte Steinhäuser. Weliko Tarnovo hat mir enorm gut gefallen. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil es so abwechslungsreich ist und man in kurzer Zeit unterschiedlichste Facetten Bulgariens zu sehen bekommt.


23. April 2026 / Bulgarien / Weliko Tarnovo / Altstadt beim Asen Dynasty Museum
Weliko Tarnovo gilt als eine der geschichtsträchtigsten Städte Bulgariens. Sie wird oft als die „Stadt der Zaren“ bezeichnet, da sie während gut zweihundert Jahren (1185–1396) die glanzvolle Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches war. Weliko Tarnovo hat mich stark an Bern oder an Fribourg erinnert. Der Yantra-Fluss hat sich bei Weliko Tarnovo tief eingegraben und dabei mehrere Schleifen gezogen. Und an diesen Schleifen wurde die Stadt erbaut, was toll aussieht. Im Gegensatz zu Bern gibt es weniger Brücken und diese sind alle tief gelegen, so dass man ordentliche Wege gehen muss. Dessen war ich mir bewusst. Dass ich nach knapp vier Stunden Stadtbesichtigung über zwölf Kilometer Fussweg auf dem „Tacho“ hatte, hat mich dann aber doch erstaunt. Aber jeder Meter hat sich gelohnt. Weliko Tarnovo ist wirklich sehenswert.


22. April 2026 / Bulgarien / Etar / Freilichtmuseum
Rund auf dem halben Weg von Sofia an die Schwarzmeerküste kann man in der Nähe von Gabrowo das Freilichtmuseum von Etar besuchen. Auf dem Gelände entlang eines kleinen Flusses findet man rund fünfzig historische Gebäude. In einigen traditionellen Handwerkswerkstätten wird dargestellt, wie im 18. und 19. Jahrhundert gearbeitet wurde. Die Anlage ist sehr gepflegt und man erhält einen guten Einblick in das historische Bulgarien und in das Leben in früheren Jahrhunderten. Auch das Freilichtmuseum von Etar ist ein lohnenswerter Besuch.


22. April 2026 / Bulgarien / Etar / Sokolski-Kloster
In Bulgarien gibt es recht viele eindrückliche Klöster, die man besichtigen kann. Da gibt es auf der einen Seite die grossen und ganz bekannten wie Rila und Batschkowo, die ich beide bereits besucht habe. Und es gibt andererseits eine Reihe kleinerer Klöster, die nicht ganz so eindrücklich sind, aber gleichwohl toll aussehen. Zur zweiten Kategorie gehört das Sokolski-Kloster, das ganz in der Nähe des Freilichtmuseums von Etar liegt, und das ich – weil es quasi auf dem Weg lag – mir heute Mittag angeschaut habe. Das Kloster ist noch relativ jung (1833 gegründet) und es liegt malerisch an den nördlichen Hängen des Balkangebirges. Seit 1959 wird es als Frauenkloster geführt und es ist immer noch aktiv. Bei meinem rund halbstündigen Besuch ist mir ausser der Frau im Souvenirladen aber kein anderer Mensch begegnet. Ruhe pur!


22. April 2026 / Bulgarien / Kasanlak / Thrakergrab
Das Thrakergrab von Kasanlak ist ein aus dem 4. Jahrhundert vor Christus stammendes Grab, das seit bald fünfzig Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das Grab besteht aus einem rechteckigen Vorraum, einem schmalen Korridor und einer runden Grabkammer mit Kuppel. Die Wandbilder im Inneren stellen Szenen aus dem Leben und der Beerdigung dar (darunter Pferde, Wagen und Diener). Was man für ein geringes Eintrittsgeld zu sehen bekommt, ist allerdings „bloss“ eine originalgetreue Kopie des Originalgrabs, das sich in unmittelbarer Nähe befindet. Die Originalfresken sind extrem empfindlich gegen jede Art von Umwelteinflüssen und werden deshalb geschützt. Irgendwie komisch, wenn man mit einer Nachbildung „abgespiesen“ wird. Aber wenn man es nicht wüsste, käme man nicht darauf. Und der Schutz des Originals rechtfertigt dieses Vorgehen, das keinesfalls neu ist. Bei der weltbekannten Höhle von Lascaux in der französischen Dordogne kann man sich auch „bloss“ eine Kopie anschauen.


21. April 2026 / Bulgarien / Batschkowo / Kloster Batschkowo
Nur gut fünf Kilometer südlich der Festung von Asen steht das Kloster Batschkowo. Es ist das zweitgrösste Kloster Bulgariens und eines der bedeutendsten religiösen Zentren des Landes. Errichtet wurde das Kloster im Jahr 1083. Es vereint bulgarische, georgische und byzantinische Einflüsse und gilt als nationales Kulturdenkmal sowie als wichtiges Wallfahrtszentrum. Auch Batschkowo ist ein faszinierendes Kloster, das man bei einer Bulgarienreise unbedingt ansteuern sollte. Ganz speziell fand ich, dass ich die Anlage heute Vormittag fast für mich alleine hatte. Ich fand damit die Ruhe vor, mit der man ein Kloster normalerweise in Verbindung bringt.