Wir haben Griechenland verlassen

30. Januar 2026 / Türkei / Edirne / Grosser Basar

Am späteren Nachmittag sind wir in der Türkei angekommen. Der Grenzübertritt verlief reibungslos. Wir haben offensichtlich einen Grenzposten ausgesucht, der nur selten von Westeuropäern benutzt wird. Noch viel seltener scheinen hier Pickup-Camper zu passieren. Der Grenzbeamte, der für die Fahrzeugkontrolle zuständig war, hat auf alle Fälle Gefallen an Hopo gefunden. Statt nach Schmuggelware zu suchen, liess er sich den Innenausbau im Detail erklären. Dass wir so lange mit unserem Gefährt unterwegs sind, konnte er dann aber nur schwer verstehen. Hauptsache ist aber, dass wir nach relativ kurzer Zeit problemlos einreisen durften. Wegen einbrechender Dunkelheit haben wir von Edirne noch nicht allzu viel gesehen. Was wir aber gesehen haben, hat uns gut gefallen und Appetit gemacht auf einen ausführlicheren Spaziergang morgen Vormittag. Und die Menschen, die wir bisher angetroffen haben, waren allesamt sehr freundlich. Obwohl unser 24-Stunden-Parkplatz fast nichts kostet, hat uns der Platzwart noch mit feinen Süssigkeiten beschenkt. So reist man doch gerne in ein neues Land ein.

Kavala

30. Januar 2026 / Griechenland / Kavala / Ekklesia Kimisi Theotokou

Bei recjt passablem Wetter (der blaue Himmel auf dem Foto täuscht ein wenig) haben wir heute Morgen als letzten Ort in Griechenland die Hafenstadt Kavala besucht. Von Kavala sind es noch gut 150 Kilometer Luftlinie bis zur türkischen Grenze. Die Stadt ist nicht überwältigend, aber doch einen Zwischenhalt wert. Wir haben nochmals eine schöne Kirche abgelichtet. Das wird wohl für längere Zeit die letzte gewesen sein. Von nun an werden wir hauptsächlich Moscheen zu sehen bekommen. Unser Ziel ist es, fünf bis sechs Wochen in der Türkei zu verbringen, allenfalls mit kürzeren Abstechern nach Georgien und Armenien. Geht unsere Planung auf, werden wir im Anschluss noch zwei bis drei Wochen Zeit haben, um von Griechenland mehr zu sehen, als das bisher der Fall war.

Boxenstopp in Lamia

28. Januar 2026 / Griechenland / Lamia / Werkstatt ΜΠΡΑΖΑΣ 

Nachdem wir am Morgen nochmals ein längeres Bad im 40 Grad warmen Schwefelbach genossen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Lamia zum Einkaufen (völlig unproblematisch) und zur Reparatur von Hopo (etwas problematischer). Die bestellten Lagerbuchsen zur Reparatur der Hinterradfederung waren eingetroffen. In der Zwischenzeit hatte die Werkstatt aber festgestellt, dass Hopo für ihre Hebebühnen zu schwer ist und sie deshalb die Reparatur nicht vornehmen können. Nach einigem Hin und Her haben sie dann aber wenigstens eine Werkstatt im Zentrum von Lamia gefunden, die einsprang. Mit einer Ausnahme sprachen die dortigen Mitarbeiter gleich gut Englisch wie ich Griechisch, nämlich gar nicht. Trotzdem haben wir uns verstanden und die Arbeiten wurden zügig erledigt. Zurück in der Toyota-Werkstatt wurde noch ein Service „light“ vorgenommen (es wurde alles erledigt, was man ohne Hebebühne erledigen kann). Voilà, Hopo ist wieder voll im Schuss. Gelegentliche Werkstattbesuche gehören unweigerlich auch zu Langzeitreisen. Je ferner das Land, um so abenteuerlicher wird es. Hauptsache, alles wurde korrekt erledigt (was unserer Einschätzung nach der Fall war). Und nun freuen wir uns, dass es mit der Reiserei endlich so richtig weitergehen kann.

Schwefelquellen bei Thermopylen

27. Januar 2026 / Griechenland / Thermopylen / Schwefelquellen

Wieder einmal hat uns der Zufall oder das Glück zu einem tollen Erlebnis verholfen. Weil wir auf unseren Werkstatttermin in Lamia warten müssen, haben wir uns genauer erkundigt, was es hier in der Gegend so alles zu sehen gibt. Und da haben wir festgestellt, dass im Nachbarort Thermopylen nicht nur eine wichtige Schlacht stattfand (die Griechen besiegten hier 480 vor Christus die Perser), sondern dass es hier auch eine Schwefelquelle gibt. Das Wasser versickert im Gebirge, wird durch geothermische Wärme erhitzt und steigt, angereichert mit Schwefel, als Thermalquelle wieder auf. Die Wassertemperatur soll zwischen 40 und 42 Grad betragen. Im Bach unterhalb der Quelle gibt es viele kleine Badepools, die frei zugänglich sind. Einfach herrlich, im Januar draussen an der frischen Luft im warmen Wasser zu baden und die teils schneebedeckten griechischen Berge zu betrachten.

Stylida

26. Januar 2026 / Griechenland / Stylida / Hafen

Unser Heimurlaub ist beendet. Wir sind zurück in Griechenland. Nach einem ruhigen Flug sind wir gestern Abend pünktlich in Athen gelandet. Hopo hat brav auf uns gewartet. Der Besitzer des Parkplatzes war mit uns zufrieden und will Hopo Ende März erneut Asyl gewähren. In seinen Worten ausgedrückt heisst das: „Euer Geld ist bei mir stets herzlich willkommen“. Eigentlich hatten wir vor, erstmals einen Tag im Zentrum von Athen zu verbringen. Wetterbedingt (in Athen hat es heute gewittert) sind wir dann aber früher als geplant nordwärts gefahren. Ein unspektakulärer Tag. Aber gleichwohl ein erfolgreicher. Wir haben unsere Vorratskammern wieder füllen können. Und viel wichtiger: Wir haben eine Werkstatt gefunden, die Hopo eine Wellnesskur verpassen will (in Athen sind wir mit diesem Ansinnen gescheitert). Das wird aber erst am Mittwochnachmittag möglich sein. Kein Problem. Dann legen wir in der Gegend von Lamia halt einen ungeplanten Zwischenstopp ein. Hopo ist für uns zentral wichtig. Ohne ihn geht gar nichts. Wir warten hier viel lieber den Mittwoch ab, als dass wir in zwei oder drei Wochen irgendwo in einer Steppe Ostanatoliens steckenbleiben.

Hopo ist sicher stationiert

16. Januar 2026 / Griechenland / Koropi / Greece Camperstop

Ich bin für gut eine Woche auf Heimurlaub. Etwas arbeiten und die Familie geniessen. Hopo wartet in dieser Zeit in Athen auf uns. Er ist sicher untergebracht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er aus dem Greece Camperstop gestohlen wird, schätze ich als gering ein. Wie wir in zehn Tagen hier wieder herauskommen, ist eine ganz andere Frage.

Olympiastadion der besonderen Art

15. Januar 2026 / Griechenland / Athen / Zappeion

1896 fanden in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Für diese Spiele wurde unter anderem das Zappeion erbaut. Hier wurden die Fechtwettkämpfe, das Gewichtheben und das Ringen ausgetragen, Um ehrlich zu sein: Als ich das Gebäude heute sah, hätte ich nicht im Entferntesten daran gedacht, dass es für Sportwettkämpfe erbaut wurde. Ein paar hundert Meter weiter entfernt steht noch das eindrückliche Panathinaikos-Stadion, in dem unter anderem die Leichtathletikwettkämpfe ausgetragen wurden. Die Schwimmwettkämpfe fanden damals noch im offenen Wasser in einer Bucht bei Piräus statt. Angeblich schwamm man damals bei frischen 13 Grad Wassertemperatur.

Geschichte auf Schritt und Tritt

15. Januar 2026 / Griechenland / Athen / Römische Agora

Athen ist wie ein offenes Geschichtsbuch. An vielen Stellen in der Altstadt trifft man auf Ausgrabungsstätten oder Ruinen. Daneben gibt es viele alte Kirchen und Gebäude aus verschiedenen Epochen. Spannend ist, wer hier alles seine Spuren hinterlassen hat. Zuerst waren es die alten Griechen, die neben vielen anderen Gebäuden die bekannte Akropolis errichtet haben. Dann waren es die Makedonier, auf die die Römer folgten, von denen etwa noch die Überreste der römischen Agora zu sehen sind. Ab 1456 stand Athen während fast 400 Jahren unter der Herrschaft der Osmanen, die eine Vielzahl von Moscheen errichtet haben. Erst nach deren Abzug erfolgte 1830 die Gründung eines unabhängigen griechischen Staates. Griechenland hat somit eine sehr lange Geschichte, ist aber selber noch ein relativ junger Staat.

Kirche Agia Dynami

14. Januar 2026 / Griechenland / Athen / Kirche Agia Dynami

In Athen gibt es eine Vielzahl von Kirchen. Eine der aussergewöhnlichsten ist die kleine Kirche Agia Dynami. Und das nicht wegen ihrer Bauform, sondern wegen ihrer Lage. Die Agia Dynami steht zwischen zwei mächtigen Pfeilern im Eingangsbereich des Hotel Electra Metropolis, in dem früher das Bildungsministerium untergebracht war. Da stellt sich natürlich sofort die Frage, ob man die Kirche in diese Lücke hineingebaut hat oder ob man das moderne Gebäude um die Agia Dynami herumgebaut hat. Letzteres ist der Fall. Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert während der osmanischen Herrschaft erbaut und es wird vermutet, dass sie auf den Ruinen eines antiken Herkules-Tempels steht. Das Hotelgebäude ist erst knapp siebzig Jahre alt. Was mich auch noch erstaunte: Die Kirche wird von den Einheimischen fleissig besucht. Tagsüber tritt praktisch alle dreissig Sekunden jemand ein, um nach spätestens zwei Minuten wieder auszukommen.