Abschied aus Albanien

6. Januar 2026 / Albanien / Grapsh / Römerbrücke

Das schlechte Wetter hat mich aus Albanien vertrieben. Eigentlich wollte ich mir noch das eine oder andere ansehen. Bei starkem Dauerregen macht das aber keinen Sinn. So habe ich nur noch rasch bei der alten Römerbrücke von Grapsh angehalten, die direkt am Weg lag, und bin dann rüber nach Griechenland gefahren. Obwohl Griechenland auch noch zum Balkan gehört, schliesse ich hiermit meinen Blogbeitrag über den westlichen Balkan ab. Ich habe fünf tolle Wochen in dieser Gegend verbracht und viel erlebt. Ich habe eindrückliche Städte gesehen, wie etwa Dubrovnik, Sarajevo, Skopje oder Tirana. Ich fuhr durch wunderschöne Landschaften, speziell in Montenegro. Die Menschen, mit denen ich in Kontakt kam, werden positiv in meiner Erinnerung bleiben. Und ich habe mich stets sicher gefühlt. Etliche Vorurteile, die auch ich hatte, habe ich in den letzten fünf Wochen über Bord geworfen. Obwohl das Wetter nicht immer nach meinem Gusto war, habe ich hier eine schöne und spannende Zeit verbracht, die ich nicht missen möchte. Ich komme mit Sicherheit irgendwann wieder zurück.

Gjirokastra

5. Januar 2026 / Albanien / Gjirokastra / Burg

Nach der Stadt der tausend Fenster (Berat) bin ich heute Nachmittag in der Stadt der tausend Stufen angekommen. Diesen Beinamen hat Gjirokastra wegen der vielen steilen, mit Kopfsteinpflaster besetzten Wege und Treppen erhalten. Hoch über der Stadt ragt eine mächtige Burg. Sie zu erkunden ist fast schon eine sportliche Herausforderung. Einerseits ist der Anstieg hoch zur Burg lang und zum Teil auch steil. Und dann legt man in der Burg selber auch noch einiges an Weg zurück. Die Festung, die ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammt und stetig erweitert wurde, ist 500 Meter lang und 90 Meter breit und weist eine Vielzahl offener und geschlossener Gänge auf. Die Besichtigung der Burg lohnt sich aber allemal. Der ganze Komplex ist eindrücklich und der Ausblick auf die Stadt und das Umland selbst bei trübem Wetter phänomenal.

Porto Palermo

5. Januar 2026 / Albanien / Porto Palermo Beach / Burg

Der albanischen Küste entlang führte mich mein Weg heute Morgen weiter südwärts. Die Strassen hier sind eher eng, recht kurvig und es geht stetig bergauf oder bergab. Dabei eröffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf die spektakuläre, meist sehr schroffe Küstenlandschaft. Touristisch scheint die Gegend noch nicht allzu gut erschlossen zu sein. In Porto Palermo Beach habe ich einen Zwischenhalt eingelegt und bin zur Burg hochgestiegen, die schön auf einer kleinen Halbinsel liegt. Gerne hätte ich die 200 Lek (knapp zwei Franken) Eintritt bezahlt, um mir die Burg von innen anzuschauen. Wegen ein paar weniger verirrter Reisender scheint es sich aber selbst hier nicht zu lohnen, im Winter Personal abzubestellen.

Apollonia

4. Januar 2026 / Albanien / Apollonia / Archäologischer Park

Die antike Stadt Apollonia ist eine der wichtigsten und bedeutendsten archäologischen Sehenswürdigkeiten in Albanien. Und ja, als ich heute Vormittag dort war, traf ich doch tatsächlich auf rund ein Dutzend andere Besucher. Kein Grossandrang, aber immerhin. Schliesslich ist ja Winter und das Wetter war heute keinesfalls einladend. Apollonia wurde im 6. Jahrhundert vor Christus von den Griechen gegründet und später von den Römern zu einer wichtigen Stadt ausgebaut. Auf dem Gelände gibt es einige interessante Ruinen zu sehen. Eindrücklich fand ich auch das antike Museum, das in den Räumlichkeiten eines historischen Klosters untergebracht ist. Dort gibt es eine Vielzahl spannender Fundgegenstände aus der Zeit der Griechen und Römer zu sehen. Alles in allem ein lohnender Besuch.

Stadt der tausend Fenster

3. Januar 2026 / Albanien / Berat / Muslimisches Viertel Mangalem

Berat nennt man auch „die Stadt der tausend Fenster“. Dieser Name kommt von den zahlreichen, übereinandergestapelten Fenstern der historischen Häuser in den Vierteln Mangalem (muslimisch) und Gorica (christlich). Offenbar hat die Konfession hier keinen grossen Einfluss auf die Architektur gehabt, sehen doch die muslimischen Häuser den christlichen sehr ähnlich und sind zumindest für mich als Laien nicht zu unterscheiden. Der einzig gut sichtbare Unterschied besteht darin, dass es im einen Viertel Moscheen und im anderen Viertel Kirchen gibt. Wegen seiner gut erhaltenen osmanisch-albanischen Architektur gehört Berat seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Berat

3. Januar 2026 / Albanien / Berat / Hängebrücke

Nach einem wetterbedingten Ruhetag bin ich heute weitergereist und habe mir Berat angeschaut. Berat wird oft als die schönste Stadt Albaniens bezeichnet. Und die Stadt ist wirklich schön, selbst bei verhangenem Himmel und gelegentlichem Regen. Berat ist recht abwechslungsreich. Es gibt eine immer noch bewohnte Festung, die hoch über der Stadt thront. Dann gibt es beiderseits des Flusses Osum zwei historische Viertel mit schönen alten Häusern, wobei das eine Viertel muslimisch und das andere christlich ist. Verbunden sind die beiden Quartiere durch eine imposante alte Steinbrücke und durch eine Hängebrücke. Und im neueren Stadtteil gibt es mindestens zwei schöne Moscheen und eine eindrückliche Kathedrale. Eigentlich wollte ich nur für zwei Stunden hierherkommen. Weil es mir so gut gefällt, übernachte ich aber hier und kann so morgens nochmals einen Stadtrundgang unternehmen.

Highlight vor Anbruch der Regenzeit

1. Januar 2025 / Albanien / Fushe Draç / Abendstimmung

Ich habe nun sechs Tage lang von herrlichem Wetter profitieren können. Damit ist jetzt Schluss. Gemäss meiner Wetter-App wird es mindestens eine Woche lang mehr oder weniger ununterbrochen regnen. Früher nach Griechenland überzusiedeln bringt nichts, da es dort genau gleich trüb aussieht. Na gut, dann stellen wir auf den Regenmodus um, nehmen es in den kommenden Tagen noch gemütlicher und reduzieren die Reiseaktivitäten. Wenigstens konnte ich heute Abend noch eine prächtige Abendstimmung geniessen. Und das an einem tollen Ort, an dem man auf hartgepresstem Sand bis ans Meer fahren kann. Keine Frage: Hier übernachte ich. Dabei kommt mir ein Spruch in den Sinn, den der Chef von Bimobil einmal an einem Vortrag von sich gegeben hat: „Vergessen Sie Fünf-Sterne-Hotels; es geht besser“.

Kap Rodon

1. Januar 2026 / Albanien / Kap Rodon / Schiffe im Nordosten

Den heutigen Nachmittag habe ich auf Kap Rodon verbracht. Das Kap ist eine schmale Halbinsel, die nordwestlich von Tirana ins Meer hinausragt. Zu sehen gibt es eine wildromantische Landschaft, felsigen Klippen, eine Burgruine, alte Bunker, eine hübsche Kirche und wilde Strände. Abenteuerlich ist die Anfahrt zum Kap. Auf den letzten paar Kilometern hat es so viele Schlaglöcher in der Strasse, dass man sie getrost als Offroad-Piste bezeichnen darf.