Hopo, unser Pickup-Camper

Hopo ist ein sogenannter Pickup-Camper. Das Basisfahrzeug ist ein Toyota Hilux Baujahr 2019 mit einem 2,4-Liter-Motor und einer Extra Cab Kabine (erweiterte Kabine mit kleineren Rücksitzen). Beladen wiegt das Gesamtgefährt mitsamt Insassen gegen 3,5 Tonnen und verbraucht 12,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Die Wohnkabine (Husky 240/5) stammt von der Firma Bimobil aus Oberpframmern bei München. Schweizer Importeur und Nachrüster ist die Firma Tartaruga AG aus Kleinadelfingen aus dem Zürcher Weinland. Mit Hopo sind wir dank ausreichenden Solarzellen autark unterwegs. Wir müssen alle drei bis vier Tage Frischwasser tanken und entsorgen, sind ansonsten aber nicht auf die externe Infrastruktur angewiesen, die ein Campingplatz bietet.

Küche

Unsere Küche umfasst zwei Kochstellen, einen Spültrog, einen mit Solarstrom betriebenen Kühlschrank, eine Geschirrschublade, zwei Küchenschränke und ein Gewürzregal. Nicht ganz das, was man sich von zu Hause gewohnt ist. Aber in einem Camper ist ja ohnehin alles kleiner und eingeschränkter. Für die Gerichte, die wir uns unterwegs zubereiten, reicht die Ausrüstung alleweil. Wie bei Campern üblich, kochen wir mit Gas. Zur Gasanlage gehören zwei spezielle Gastankflaschen à je fünf Liter, die wir an jeder normalen Autogas-Tankstelle selber nachfüllen können (falls das nicht wie etwa in Italien gesetzlich verboten ist). Gas brauchen wir fürs Kochen, für die Aufbereitung von Warmwasser und gelegentlich zum Heizen (in der Regel heizen wir aber mit Diesel). Volle Gastanks reichen für gut zwei Monate.

Wohnzimmer

Unser feudales Wohnzimmer besteht aus zwei Sitzplätzen und einem Holztisch. That’s it. Mehr Wohnraum steht uns im Camper nicht zur Verfügung. Und mehr brauchen wir eigentlich auch gar nicht, ist es doch unser Ziel, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen. Wobei, halt, etwas ganz Wichtiges habe ich vergessen. Zu unserem Wohnzimmer gehört auch ein Panoramafenster. Und durch dieses haben wir bereits eine Vielzahl schönster Landschaften betrachten können. Zu Hause haben wir natürlich viel mehr Platz als im Hopo. Die tolle Aussicht, die wir unterwegs geniessen können, haben wir dort aber nicht. Und die ist eigentlich unbezahlbar. Beheizen können wir unseren Wohnraum mit einer Diesel- und einer Gasheizung. Meist ist die Dieselheizung im Einsatz, da Diesel einfacher zu beschaffen ist. Auf eine Klimaanlage haben wir bewusst verzichtet, da sich eine solche nicht mit Solarstrom betreiben lässt und wir gerne autark sind. Um der grossen Hitze auszuweichen, verbringen wir die Sommer vorwiegend im Norden und die Winter im Süden, was bisher bestens funktioniert hat.

Alkoven

Wir schlafen über der Fahrerkabine, im sogenannten Alkoven, und das in Fahrtrichtung. Die Ausrichtung unseres Bettes hat den Vorteil, dass man ins Bett gehen und aufstehen kann, ohne den Partner gross zu stören. Wir nutzen eine normale Schaumstoffmatratze und darunter ein Froli Bettsystem (modulare Unterfederung aus flexiblen Kunststoff-Federelementen). Wohnen und Reisen im Camper hat ganz viele Vorteile. Einer der wichtigsten ist, dass man immer in seinem eigenen Bett schläft, an das man gewöhnt ist und in dem man sich wohlfühlt.

Nasszelle

Alles ist auf engem Raum untergebracht. Aber wir haben in unserer Nasszelle alles, was wir brauchen, sprich ein Waschbecken, eine Dusche, ein WC und Stauraum für das Wichtigste. Hopo besitzt einen Frischwassertank mit einem Fassungsvermögen von 100 Litern. Bei täglich je einer Dusche reicht das für vier Tage aus. In den meisten bisher besuchten Ländern findet man im öffentlichen Raum Brunnen oder Zapfsäulen, an denen man sauberes Trinkwasser nachfüllen kann. Das gleiche gilt für Entsorgungsstellen. Fehlt diese Infrastruktur, steuern wir einen Campingplatz an.

Übernachten am Wasser

Meistens stehen wir frei. Am liebsten sind wir direkt am Wasser, sei es an einem See oder am Meer, wie beispielsweise hier am Capo Malfatano auf Sardinien. Die Vorschriften fürs freie Übernachten sind von Land zu Land verschieden. In den Niederlanden geht es gar nicht. In gewissen Ländern (so etwa in Skandinavien) ist es bei Einhaltung gewisser Regeln offiziell erlaubt. In vielen Ländern ist das freie Übernachten eigentlich nicht erlaubt, wird aber geduldet, falls man sich korrekt und unauffällig verhält. Die Regeln, an die wir uns speziell halten, sind die folgenden: Ausdrückliche Verbote respektieren und einhalten, keine Abfälle hinterlassen, kein Lärm, kein Campingverhalten (Sonnenstoren ausfahren, Campingmöbel aufstellen, Grillieren etc.), ausreichend Abstand zu bewohnten Liegenschaften, je unauffälliger desto besser, den Schlafplatz in bewohnten Gegenden erst kurz vor dem Eindunkeln aufsuchen. Und aus Sicherheitsüberlegungen meiden wir Orte, bei denen wir ein schlechtes Gefühl haben. Mit der Zeit entwickelt man hierfür so etwas wie einen siebten Sinn.

Draussen in der freien Natur

Beim Campen schläft man immer draussen in der freien Natur und bekommt die Wetter- und Umgebungseinflüsse so sehr direkt mit. Wenn es regnet, hört man dies. Wenn es stark windet, spürt man es. Wenn es heiss ist, ist es im Camper meist noch heisser. Gut schützen kann man sich dank guter Heizsysteme vor der Kälte (ausser wenn diese wirklich extrem ist). Gelegentlich kann es auch laut sein, wenn man etwa zu nahe an einer Strasse oder an einem Flughafen steht, wenn in der Nähe plötzlich eine Party startet, wenn mitten in der Nacht ein Techno-Konzert steigt, wenn sich Strassenhunde bemerkbar machen oder wenn nachts Mähdrescher auffahren und benachbarte Getreidefelder abernten (alles schon mitbekommen). Die Natur direkt mitzuerleben, ist aber überwiegend positiv und schön. Das gilt insbesondere dann, wenn man ganz spezielle Stimmungen miterlebt, wie etwa einen Sonnenuntergang, oder wenn sich über dem Camper ein Regenbogen bildet, wie hier im schwedischen Sölvesborg.

Fahrt über den Meeresgrund

Dank des Allradantriebs unseres Toyota Hilux können wir uns gelegentlich auch auf Terrains wagen, die nicht für alle Fahrzeuge geeignet sind. Meist sind dies Sandpassagen. Ganz speziell war 2021 ein Abstecher über den Meeresgrund bei der Passage du Gois in der Bretagne. Die Passage du Gois ist eine gut vier Kilometer lange Strasse, die das Festland mit der Insel Noirmoutier verbindet. Die Strasse kann bei Ebbe während rund drei Stunden befahren werden. Mit der Flut verschwindet sie dann wieder im Meer. Hat man ein geeignetes Fahrzeug, kann man auch einen Abstecher neben die Strasse wagen. Die Muschelsammler haben es uns vorgemacht.

Wüstenerlebnisse

Ein spezielles Erlebnis ist es immer wieder, durch die Wüste zu fahren oder gar in dieser zu übernachten. In Marokko durften wir das mehrmals erleben. Wüstenähnlich ist es auch in den abgebildeten Bardenas Reales in Nordspanien. Dabei muss man allerdings in Kauf nehmen, dass die Wüste ihre Spuren hinterlässt. Gerät man in einen Sandsturm, wird man den feinen Wüstensand noch über recht lange Zeit hinweg in den vielen kleinen Hohlräumen und Ritzen wiederfinden, die es bei einem Wohnmobil nun mal zuhauf gibt,.