Pozega

17. Mai 2026 / Kroatien / Pozega / Trg Svetog Trojstva

In kleinen Schritten nähere ich mich der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Heute Nachmittag habe ich noch einen Zwischenhalt in der Kleinstadt Pozega eingelegt. Die Stadt hat eine reiche Geschichte, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. Im Mittelalter war sie eine wichtige Festungsstadt und ein königlicher Besitz. Die Stadt ist berühmt für ihre gut erhaltene Barockarchitektur. Insbesondere der zentrale Platz ist mit der Kathedrale, einer Pestsäule sowie vielen barocken Bürgerhäusern herausragend. Etwas schade ist, dass der ganze Platz mit Fahrzeugen vollgestopft ist. Aber die müssen ja auch irgendwo abgestellt werden können.

Kathedrale von Dakovo

17. Mai 2026 / Kroatien / Dakovo / Kathedrale

Dakovo liegt im Osten Kroatiens nahe an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Die Stadt ist für zwei Dinge bekannt: ein über fünfhundert Jahre altes Lipizzanergestüt und die Kathedrale. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass es sich bei der Kathedrale Sankt Peter um die schönste Kirche zwischen Venedig und Istanbul handle. Zumindest für meinen Geschmack trifft dies nicht zu. Bei der Kathedrale Sankt Peter handelt es sich zweifellos um ein eindrückliches Bauwerk, bei dem beispielsweise über sieben Millionen Ziegel verbaut wurden. Etliche orthodoxe Kirchen in Rumänien, Moldawien und Bulgarien haben mir aber deutlich besser gefallen. Architektonisch waren die wohl weniger anspruchsvoll. Die vielen verwendeten Farben waren aber mehr nach meinem Gusto. Aber so verschieden können die Geschmäcker nun mal sein.

Regentag in Osijek

16. Mai 2026 / Kroatien / Osijek / Trg Ante Starcevica

Eine ausgedehnte Regenfront zieht über Kroatien hinweg. Es regnet, und regnet, und regnet … Wäre man auf einer kürzeren Rundreise, würde man wohl weiterziehen. Auf einer Langzeitreise kann man es sich hingegen problemlos „leisten“, einen Regentag zu einem Ruhe- bzw. Regenerationstag zu machen. Genug Arbeit gibt es ja immer: Camper reinigen und aufräumen, Kleider waschen, kleinere Reparaturen ausführen, Büroarbeiten erledigen, Fotos ordnen und ablegen, die weitere Reise planen, usw. Und einfach nur ein wenig relaxen und sich in Erinnerung rufen, was man in den letzten Monaten alles erlebt hat, tut auch gut. Kommt hinzu, dass Hopo auch wieder einmal einen arbeitsfreien Tag verdient hat. Zu einem längeren Spaziergang der Drau entlang und durch das hübsche Osijek habe ich mich dann aber gleichwohl „aufgerafft“. Die Stadt hat auch bei regnerischem Wetter ihre Reize. Wetterbedingt werde ich morgen wohl nochmals länger ausschlafen können. Danach sollte aber wieder richtiges Reisewetter Einzug halten, das zu neuen Entdeckungen einlädt.

Naturpark Kopacki rit

15. Mai 2026 / Kroatien / Kopacki rit / Naturpark

Beim Naturpark Kopacki rit handelt es sich um eines der grössten und am besten erhaltenen Sumpfgebiete Europas. Das 230 Quadratkilometer grosse Areal (entspricht in etwa der Fläche des Kantons Zug) liegt am Zusammenfluss von Drau und Donau im Nordosten von Osijek. Der Naturpark ist ein dynamisches System aus Seen, Kanälen, Auwäldern und Schilfflächen, in dem sich der Wasserstand ständig verändert. Gegen dreihundert registrierte Vogelarten soll es im Park geben, darunter auch seltene Seeadler. Die besten Arten, den Park zu entdecken, sind Bootsfahrten, Spaziergänge über Lehrpfade oder Radtouren. Logisch, dass ich mich für Letzteres entschieden habe. Der Park ist wirklich ideal für ausgedehnte Radfahrten. Der Spass wurde etwas getrübt durch aufziehende Gewitter. Dank gutem Timing – in Tat und Wahrheit war es blosses Glück – habe ich es aber gerade noch rechtzeitig und trockenen Hauptes zurück zu Hopo geschafft.

Osijek

15. Mai 2026 / Kroatien / Osijek / Festung / Trg Svetog Trojstva

Nahe am Zusammenfluss von Drau und Donau liegt im Osten Kroatiens die hübsche Stadt Osijek. Hinter Zagreb, Split und Rijeka ist Osijek mit knapp 100’000 Einwohnern die viertgrösste Stadt Kroatiens. Der abgebildete Platz bildet das Zentrum der Festung, bei der es sich um eine barocke Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert handelt. Innerhalb der Festung, die als Stadt in der Stadt konzipiert wurde, gibt es eine Reihe schöner Bauwerke zu besichtigen. Toll an der Stadt ist auch die lange Uferpromenade entlang der Drau. Wen es nach noch mehr Natur gelüstet, der wird im nahegelegenen Naturpark Kopacki Rit, einem der am besten erhaltenen Sumpfgebiete Europas, fündig.

Zwiespältiger Abschied aus Serbien

15. Mai 2026 / Serbien / Novi Sad / Trg slobode

Nach drei Tagen Aufenthalt habe ich heute Morgen Serbien in Richtung Kroatien verlassen. Obwohl ich von der Hauptstadt Belgrad eher etwas enttäuscht war, hat mir das Land gut gefallen. Die Festung Golubac und die drei im Nationalpark Fruska Gora besuchten Klöster waren eindrücklich. Speziell gut gefallen hat mir Novi Sad. Serbien hat mir zwar weniger gut gefallen als Bulgarien, Moldawien und Rumänien, war aber doch schöner als erwartet. Einen schalen Beigeschmack gab es bei der Ausreise am Zoll. Zuerst versuchte der Zöllner, mir eine Flasche Wein abzuluchsen, was ich so noch nirgends auf der Welt erlebt habe. Als ich nicht darauf einstieg, gab es Komplikationen wegen der fehlenden Registrierungsnachweise. Schade. Korrupte Zöllner und eine nicht mehr zeitgemässe Registrierung des jeweiligen Übernachtungsorts passen meiner Meinung nach schlecht zu einem Land, das sich sonst als recht fortschrittlich gibt und nächstes Jahr eine Weltausstellung organisiert.

Unsägliche Registrierungspflicht

15. Mai 2026 / Serbien / Registrierungspflicht

Wer sich als Tourist in Serbien aufhält, muss sich binnen 24 Stunden bei der Polizei registrieren lassen. Wechselt man den Aufenthaltsort, muss die neue Adresse wieder gemeldet werden. In der Regel übernehmen die Hotels, Privatunterkünfte und Campingplätze die Registrierung. Übernachtet man frei, muss man auf den Polizeiposten und sich selber anmelden. Eine elektronische Registrierung ist für Privatpersonen nicht möglich. Recherchiert man im Internet, erhält man von verschiedenen Quellen die Auskunft, dass bei einem täglichen Ortswechsel keine Meldung erforderlich sei. Darauf habe ich mich verlassen und nach meiner ersten Nacht, die ich mangels eines lokalen Campingplatzes frei verbracht habe, auf den Gang auf den Polizeiposten verzichtet. Bei der zweiten Übernachtung auf einem Belgrader Stellplatz habe ich mich ausdrücklich nach der Registrierung erkundigt. Ich erhielt vom Betreiber die Antwort, dass dies erst ab sieben Nächten nötig sei. Ich habe daran geglaubt und habe auch bei der dritten Übernachtung darauf verzichtet, mir eine „Bela Karta“ (offizieller Name der bescheinigten Registrierung) einzuholen. Ich war daher ordentlich überrascht, dass es bei der heutigen Ausreise Komplikationen am Grenzposten gab und dass man mir mit eine Busse drohte. Nach längeren Diskussionen kam ich ungeschoren davon. Serbien-Reisenden rate ich, darauf zu achten, dass man zumindest bei der ersten Übernachtung eine „Bela Karta“ erhält. Übernachtet man frei (ist offiziell nicht gestattet, wird aber toleriert, weil es in vielen Regionen keine Campingplätze gibt), ist es ratsam, sich zumindest nach der ersten Übernachtung kurz auf dem nächsten Polizeiposten zu zeigen. Belgrad führt nächstes Jahr die Expo 2027 durch und erwartet mehrere Millionen internationale Gäste. Eigentlich wäre das eine gute Gelegenheit, um die Registrierungspflicht, die ich als Steinzeit-Bürokratie einstufe, endlich gänzlich zu beseitigen oder zumindest dafür zu sorgen, dass man sich auch als Privatperson elektronisch registrieren lassen kann. Das heutige System ist schlicht nicht mehr zeitgemäss und steht einem Land, das ich eigentlich als recht fortschrittlich wahrgenommen habe, schlecht an und ist sicher nicht dienlich, Ausländern einen Serbien-Besuch schmackhaft zu machen.

Novi Sad

14. Mai 2026 / Serbien / Novi Sad / Bischofspalast

Die serbische Hauptstadt Belgrad hat mich gestern leicht enttäuscht. Sehr gut gefallen hat mir hingegen heute Novi Sad, das knappe neunzig Kilometer nordwestlich von Belgrad liegt. Mit 260’000 Einwohnern ist Novi Sad die zweitgrösste Stadt Serbiens. In der Altstadt gibt es einige recht interessante Gebäude und Plätze zu besichtigen. Die ausgedehnte Fussgängerzone ist sehr schön. In der Stadt habe ich eine gute, entspannte Stimmung wahrgenommen. Gut, das Wetter war heute auch besser als gestern. Allein daran mag es aber kaum gelegen haben. Den Bewohnern von Navi Sad wird generell ein langsames Lebenstempo zugeschrieben. Sie sind damit quasi Serbiens Berner.

Sremski Karlovci

14. Mai 2026 / Serbien / Sremski Karlovci / Geistliche Schule des Heiligen Arsenius

Sremski Karlovci ist eine charmante Kleinstadt, die kurz vor Novi Sad direkt an der Donau liegt. Sremski Karlovci gilt als eine der schönsten Städte Serbiens. Recht nahe beieinander gibt es einige eindrucksvolle Gebäude zu sehen. Die abgebildete Geistliche Schule des Heiligen Arsenius ist das älteste serbisch-orthodoxe Priesterseminar (1794 gegründet). Sremski Karlovci blickt auch auf eine jahrhundertealte Weinbautradition zurück. Zahlreiche lokale Weinkeller laden zu Verkostungen ein. Schade, dass Weinverkostungen und Camperfahren schlecht zusammenpassen, so dass ich diese Lokale jeweils schweren Herzens links liegenlassen muss.