Col du Portel (28. Pass)

7. Oktober 2025 / Frankreich / Col du Portel / Ostseite / Blick auf Quillan

34 Pässe gehören nach offizieller Zählweise zur Route des Cols. Eigentlich sind es aber nur 31 Pässe. Denn drei Pässe liegen mitten in einem Aufstieg zu einem anderen Pass. Dazu gehört auch der Col du Portel, der nur rund fünfzig Meter neben dem Aufstieg zum Col de Coudons liegt. Sei’s drum, der Schönheit der Route des Cols tut das keinen Abbruch. Der untere Teil des Aufstiegs zum Col de Coudons, oder eben zum Col du Portel, ist schön zu fahren und erlaubt immer wieder Ausblicke in die nahen Berge und auf das Städtchen Quillan.

Port de Lers (22. Pass)

3. Oktober 2025 / Frankreich / Port de Lers / Ostseite

Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich am Port de Lers wieder richtig in die Ferne blicken können. Meist gibt es auf den Passstrassen ja „nur“ die direkt umliegenden Berge zu sehen. Eine richtige Weitsicht hat man nur selten. Bei der Abfahrt vom Port de Lers hatte ich im ersten Moment das Gefühl, aufs Meer hinauszusehen. So gut war die Fernsicht heute aber nicht. Was man am Horizont sieht, ist die Ebene südlich von Toulouse. Damit kann man auch gut leben. Wie unschwer zu erkennen ist, war das Wetter heute nicht mehr annähernd so toll wie gestern. Aber es war trocken, und das ist das Wichtigste für mich. Den elften Tag in Folge bin ich nun ohne Regen durchgekommen. Dafür bin ich dankbar, denn das hilft mir, gut vorwärtszukommen.

Col de Peyresourde (15. Pass)

29. September 2025 / Frankreich / Col de Peyresourde / Ostseite

Der Col de Peyresourde ist wieder einer der Pässe, die regelmässig von der Tour de France überquert werden. Der Pass ist nicht allzu steil und daher schön zu befahren (ausser man ist gezwungen, ihn im Renntempo zu erklimmen). Auf der Ostseite gibt es unterhalb der Passhöhe einige schöne Serpentinen zu bewältigen. Gut ist, dass die Passstrasse meist durch Weideland führt, so dass man ausreichend Zeit hat, die Bergwelt zu betrachten. Die Tierart, die ich heute neu entdeckt habe (im Rahmen der Route des Cols), waren Schlittenhunde, die faul vor ihren kleinen Hütten herumlagen und wohl von Kälte und viel Schnee geträumt haben. Mir zuliebe hoffe ich doch sehr, dass ihre Träume in den nächsten drei Wochen noch nicht in Erfüllung gehen werden.

Alpaka auf dem Tourmalet

27. September 2025 / Frankreich / Col du Tourmalet / Ostseite / Alpaka

Selbst auf einem viel befahrenen Pass wie dem Tourmalet laufen verschiedene Arten von Weidetieren frei herum und nehmen, wenn ihnen gerade danach ist, die Strassen in Beschlag. Heute hat es mir eine Herde Alpakas angetan, die ich auf über 1’800 Metern angetroffen habe.

Col du Soulor

26. September 2025 / Frankreich / Col du Soulor / Ostseite

Landschaftlich ist der Col du Soulor der schönste, den ich seit meinem Start an der Atlantikküste befahren habe. Erstmals trifft man auch auf Berge, die stark an die Alpen erinnern. Auch der Aufstieg mit dem Fahrrad ist richtig schön. Die Strasse ist gut ausgebaut, es hat wenig Verkehr und die Steigungen sind recht human. In Kombination mit der tollen Landschaft und dem schönen Wetter war das heute eine richtige Genussfahrt.

Ostseite vom Col d’Aubisque

26. September 2025 / Frankreich / Col d’Aubisque / Ostseite

Gestern Nachmittag bin ich auf dem Col d’Aubisque noch im Nebel herumgestochert. Heute bin ich in den Genuss eines prächtigen Tages mit viel Sonne und spürbar höheren Temperaturen gekommen. Die Wetterbesserung kam zur richtigen Zeit, denn die Landschaft auf der Ostseite des Col d’Aubisque sieht toll aus. Wie schade wäre es gewesen, hier bei Nebel durchzufahren. Ab der Passhöhe geht es während rund vier Kilometern den Hang hinunter und dann längere Zeit einer steilen Bergflanke entlang. Richtig wild sieht es hier aus. Zwischendurch passiert man zwei Tunnel (natürlich ohne Beleuchtung), von denen man den längeren auch als Tropfsteinhöhle verkaufen könnte. Der anschliessende Aufstieg zum Col du Soulor ist kurz und im Nu bewältigt.

Hilfestellung für Fahrradfahrer

23. September 2025 / Frankreich / Col Bagargui / Ostseite

Bei vielen französischen Pässen steht Kilometer für Kilometer ein Schild, das die aktuelle Höhe, die verbleibende Distanz und die durchschnittliche Steigung auf dem kommenden Kilometer anzeigt. Ich mag diese Schilder, weil man so sieht, wo man steht (beziehungsweise fährt) und sich die Kräfte etwas besser einteilen kann. Wenn dann allerdings angezeigt wird, dass die durchschnittliche Steigung auf dem nachfolgenden Kilometer 13 Prozent beträgt, dann ist das wenig erbauend. 13 Prozent im Schnitt sind wirklich steil. Persönlich kenne ich nur drei Schweizer Pässe, die noch steiler sind: der Weissenstein, der Balmberg und die Muotathaler Seite des Pragelpasses. Beim Pragelpass beträgt die Steigung über viele Kilometer hinweg um die 16 Prozent. Gut, dass ich ihn diesen Sommer gefahren bin (oder besser gesagt mich heraufgewürgt habe). So kann ich mir bei den steilen Pyrenäensanstiegen immer sagen, dass diese nur halb so schlimm sind und dass ich in diesem Sommer schon steilere Strecken bewältigt habe. Als Radfahrer muss man sich immer etwas selber überlisten.

Col Bagargui (5. Pass)

23. September 2025 / Frankreich / Col Bagargui / Ostseite

Der Col Bagargui ist der fünfte Pass, den ich befahren habe. 29 warten noch. Ab morgen wird es einfacher. Nicht das Hochfahren der Pässe wird einfacher, sondern das Aussprechen deren Namen. Der Col Bagargui ist nämlich der letzte Pass mit einem baskisch anmutenden Namen (im lokalen baskischen Dialekt heisst er Bagergiak). Ab morgen tragen die Pässe dann französisch klingende Namen, die man sich einfacher merken kann. Allmählich komme ich zudem zu den Pässen, die von der Tour de France regelmässig befahren werden und die man daher aus den Medien kennt. Wenn ich Glück habe, wird aber nicht nur die Aussprache einfacher, sondern auch die Steigungen. Denn der Ostaufstieg des Col Bagargui war wirklich steil. Wenn mehrere Motorradfahrer das Daumenhoch-Zeichen machen, dann will das etwas heissen.

Col d’Ispéguy (3. Pass)

22. September 2025 / Frankreich / Col d’Ispéguy / Ostseite

Den gestrigen Sonntag habe ich gemütlich im Camper verbracht. Der Dauerregen, der über das Baskenland niederprasselte, zwang mich zu einem ersten ungewollten Ruhetag. Und die Wetterprognosen deuteten darauf hin, dass heute gleich ein zweiter Ruhetag folgen wird. Vor allem während der ersten Vormittagshälfte war es dann aber richtig schön. Der Col d’Ispéguy verbindet Spanien mit Frankreich. Ihn bei so schönem Wetter und nur wenig Verkehr zu befahren, hat Freude bereitet. Die Steigungen sind recht moderat, so dass man gut vorwärts kommt. Die bisherigen drei Pässe waren effektiv noch keine richtigen Herausforderungen (vor allem im Vergleich zu dem, was noch kommt). Sich die Namen dieser drei Pässe zu merken ist fast schwieriger als sie zu befahren.