Bunte Moschee

28. Dezember 2025 / Nordmazedonien / Tetovo / Bunte Moschee

Mit rund 90’000 Einwohnern ist Tetovo die drittgrösste Stadt in Nordmazedonien. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Bunte Moschee. Diese ist berühmt für ihre leuchtenden, farbenprächtigen Malereien im Innern und aussen. Sie gilt als ein Meisterwerk osmanischer Architektur. Neben der Bunten Moschee kann auch noch ein historisches Derwisch-Kloster besucht werden. Das war es dann schon mit den Sehenswürdigkeiten in Tetovo. Für mich kein Problem. Einerseits lag Tetovo auf meinem Weg und ein Zwischenhalt tut immer gut. Andererseits ist es immer auch interessant, zu sehen, wie eine Stadt tickt, die nicht zu den touristischen Highlights eines Landes zählt.

Vrelo-Höhle im Matka-Canyon

27. Dezember 2025 / Nordmazedonien / Matka-Schlucht / Vrelo-Höhle

Am Nachmittag war ich im Matka-Canyon, einer der Hauptsehenswürdigkeiten Mazedoniens. Der Fluss Matka wird am Ausgang einer engen Schlucht gestaut und bildet dann den smaragdgrünen Matka-See, der rund sieben Kilometer lang ist. Mit kleinen Booten kann man gut drei Kilometer des Sees befahren und dann die Vrelo-Höhle besuchen. Die Höhle ist wegen ihrer tiefen Unterwasserwelt bekannt. Für gewöhnliche Besucher ist nur ein kleiner Teil erschlossen. Allein dieser Teil ist aber mit seinem See und den vielen Stalaktiten und Stalagmiten eindrücklich. Überraschend war für mich, wie viele Besucher es heute hatte. Sicher alle fünf bis zehn Minuten stach ein neues Boot in den See. Solch eine Massenabfertigung bin ich mir wirklich nicht mehr gewohnt.

Stadt der Skulpturen

27. Dezember 2025 / Nordmazedonien / Skopje / Skulpturen nordöstlich der Steinbrücke

Wer Denkmäler und Skulpturen mag, kommt in Skopje voll auf seine Rechnung. In der ganzen Stadt soll es über 300 geben. 136 von ihnen sind allein durch das Stadtentwicklungsprojekt „Skopje 2014“ binnen acht Jahren entstanden. Und viele dieser Skulpturen sind monumental. Die grösste ist der „Krieger zu Pferd“, offiziell bekannt als Alexander der Grosse, die zusammen mit dem zehn Meter hohen Sockel eine Gesamthöhe von 24,5 Metern erreicht und das Stadtzentrum dominiert. Da wirken die abgebildeten Skulpturen, die sich auf der anderen Flussseite befinden, fast schon bescheiden.

Nationalphilharmonie

27. Dezember 2025 / Nordmazedonien / Skopje / Nationalphilharmonie

Skopje gefällt mir ausgesprochen gut. Ich habe nicht erwartet, dass die nordmazedonische Hauptstadt so schön ist. Es gibt eine Vielzahl von interessanten Gebäuden und Objekten zu bestaunen. Toll finde ich auch den abwechslungsreichen Mix. Da ist einmal der geschäftige Basar mit hunderten von kleineren Geschäften, der sehr orientalisch wirkt. Dann gibt es viele historische Gebäude. Diese wechseln sich immer wieder ab mit moderneren Gebäuden wie etwa der abgebildeten Nationalphilharmonie. Und all das findet man relativ kompakt auf einer nicht allzu grossen Zentrumsfläche, so dass man die Stadt gut erlaufen kann. Ich bin begeistert.

Gleicher Herr, anderer Hintergrund

27. Dezember 2025 / Nordmazedonien / Skopje / Justinian I und Mazedonisches Nationaltheater

Als ich mich heute Morgen nochmals auf den Weg ins Zentrum von Skopje machte, sass er doch tatsächlich noch am gleichen Platz wie gestern, als ich ihn bereits einmal ablichtete, der Kaiser Justinian I. Der Himmel sieht aber irgendwie anders aus als am Vortag. Gut so. Nach vier Tagen im Nebel tut es richtig gut, wieder ausgiebig Sonne tanken zu können. Zurück zu Kaiser Justinian I. Dieser war ein mächtiger oströmischer Kaiser, der in der Nähe von Skopje geboren wurde und für die Kodifizierung des römischen Rechts bekannt ist. Er regierte von 527 bis 565, reorganisierte die Verwaltung und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike. Wer so viel getan hat, verdient es, zweimal in unserem Blog abgebildet zu werden.

Skopje

26. Dezember 2025 / Nordmazedonien / Skopje / Archäologisches Museum

Von der kosovarischen Hauptstadt Pristina aus bin ich heute Morgen mehr oder weniger direkt in die nordmazedonische Hauptstadt Skopje gefahren. Die beiden Städte liegen bloss neunzig Kilometer auseinander. Skopje zählt rund 600’000 Einwohner und ist damit die grösste Stadt, die ich auf meiner Reise durch den Balkan bisher angesteuert habe. Die Stadt gefällt mir gut. Speziell entlang des Flusses Varder gibt es etliche repräsentative Bauten. Im Zentrum trifft man auf etliche monumentale Denkmäler. Der Alte Basar, in dem es einige hundert Geschäfte geben soll, wirkt recht orientalisch und hat mir gut gefallen. Das einzige, was ich heute nicht gut fand, war das Wetter. Morgen soll es aber deutlich besser sein. Ich bleibe daher hier und werde morgen die tolle Stadt noch eingehender erkunden.

Der Kosovo ist spannend

27. Dezember 2025 / Kosovo / Peja / Meg Donald

Im Kosovo muss man auf nichts verzichten (oder zumindest auf fast nichts). Auch Burger-Liebhaber kommen auf ihre Rechnung. Mit dem Markenschutz nimmt man es hier allerdings nicht allzu genau. Nach vier erlebnisreichen Tagen habe ich den Kosovo heute Morgen wieder verlassen. Landschaftlich und in Sachen Sehenswürdigkeiten kann das Land nicht mit Montenegro mithalten. Trotzdem hat es mir hier gut gefallen. Der Kosovo ist definitiv spannend und es läuft recht viel. Die Menschen habe ich als offen und freundlich empfunden. Der eine oder andere fand es richtig cool, dass ich sein Land als Tourist besucht habe. Als Camperfahrer habe ich es sehr geschätzt, dass die Strassen wieder deutlich breiter waren. Grossmehrheitlich wurde sehr rücksichtsvoll und vernünftig gefahren (was in den vorangehenden Ländern nicht immer der Fall war). Ich nehme schöne Erinnerungen aus dem Kosovo mit und lasse ein paar Vorurteile zurück, die sich schlicht als falsch erwiesen haben.

Die Unvollendete

25. Dezember 2025 / Kosovo / Pristina / Katedralja Krishti Shpetimtar


Auf meiner Reise durch den Balkan habe ich unzählige Rohbauten von Gebäuden gesehen, die wohl nie vollendet werden. Dass einer Kathedrale das gleiche Schicksal blüht, ist neu für mich. Mitten in Pristina trifft man auf das Gerippe der serbisch-orthodoxen Kathedralskirche Christi des Erlösers. Die 1995 begonnenen Bauarbeiten kamen aufgrund des Kosovokriegs zum Erliegen. Ob das Gotteshaus je einmal fertiggestellt werden kann, ist ungewiss. Aktuell wird darüber gestritten, wem das Grundstück überhaupt gehört.

Pristina

25. Dezember 2025 / Kosovo / Pristina / National- und Universitätsbibliothek des Kosovo

Im Zentrum von Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, gibt es ein grösseres Basarviertel. Pristina macht dort einen recht orientalischen Eindruck, nicht zuletzt auch aufgrund der verschiedenen Moscheen, die es in der Altstadt gibt. In der kosovarischen Hauptstadt gibt es aber auch recht moderne Viertel. Eher futuristisch sieht auch die National- und Universitätsbibliothek aus. Der Gebäudekomplex wurde 1982 fertiggestellt. Er besitzt 99 Kuppeln und ist mit Stahlelementen verkleidet. Aus der Distanz sieht das Bauwerk spannend aus. Aus der Nähe muss man leider feststellen, dass die Bibliothek in die Jahre gekommen ist und einen eher verwahrlosten Eindruck macht. Schade.

Mitrovica, die geteilte Stadt

25. Dezember 2025 / Kosovo / Mitrovica / Crkva Svetog Dimitrija

Mitrovica im Nordkosovo ist eine uralte Stadt mit einer sehr bewegten Geschichte. Die Gegend war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Später gehörte Mitrovica unter anderem zum Römischen Reich, zum Byzantinischen Reich, zu Österreich, zum Königreich Serbien und dann zum Vielvölkerstaat Jugoslawien. Nach dem Kosovokrieg wurde Mitrovica 1999 in einen Südteil mit fast ausschliesslich albanischer und in einen Nordteil mit mehrheitlich serbischer Bevölkerung aufgeteilt (der sich als Teil Serbiens wahrnimmt). Die Stadt wird seitdem durch KFOR-Truppen bewacht. Diese konnten allerdings nicht verhindern, dass es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Heute war zum Glück alles friedlich. Würde man die Geschichte nicht bruchstückhaft kennen, wäre man wohl nie auf den Gedanken gekommen, dass man sich mitten in einem Pulverfass bewegt. Die abgebildete serbisch-orthodoxe Kirche wurde 2025 im Nordteil fertiggestellt. Ihr Bau wurde nötig, weil die alte serbisch-orthodoxe Kirche im Südteil der getrennten Stadt (im albanischen Teil) steht und durch die Serben faktisch nicht mehr benutzt werden kann.