Mirusha-Wasserfälle

24. Dezember 2025 / Kosovo / Mirusha / Wasserfälle


Wahnsinnig viele Top-Sehenswürdigkeiten gibt es nicht im Kosovo. Fast schon zu den „Must“ zählen die Mirusha-Wasserfälle. Der Fluss Mirusha fällt bei der Ortschaft Mrasor über 12 Stufen in die Tiefe, wobei sich 16 kleinere Seen gebildet haben. Der Flussabschnitt gilt als eines der Naturwunder Kosovos. An die oberen Wasserfälle gelangt man allerdings nur über anspruchsvollere Kletterpassagen mit Seilen. Aufgrund des schlechten Wetters und der nassen und rutschigen Wege habe ich mich mit dem Anblick der zwei untersten Fälle begnügt, die ich allerdings nicht wirklich spektakulär fand. Nach einer Woche in Montenegro bin ich in Sachen Naturschönheiten wohl zu stark verwöhnt und zu kritisch. Zudem sehen die Mirusha-Wasserfälle bei Sonnenschein sicher auch deutlich schöner aus als heute bei Nebel und Regen.

Patriarchenkloster Pec

23. Dezember 2025 / Kosovo / Peja / Patriarchenkloster Pec

Die Stadt Pec liegt ganz im Westen des Kosovo. Wenn man von Montenegro herkommt fällt sofort auf, dass hier viel mehr los ist: mehr Verkehr, mehr Geschäfte, mehr Dienstleistungsbetriebe, mehr Restaurants und Schnellimbisse, mehr Leute, mehr Trubel. Ausser viel Betrieb hat die Stadt selbst aber nicht allzu viel zu bieten. Mit Abstand am schönsten ist das Patriarchenkloster Pec, das mir wirklich gut gefallen hat. Die Kirche, die in vier Bereiche aufgeteilt ist, ist mit einer Vielzahl schöner Fresken geschmückt. Auch der Rest der Klosteranlage ist sehenswert. Speziell im Kosovo ist, dass man sich beim Besuch von Klöstern mit Pass oder ID ausweisen muss und registriert wird. Aber alle sind sehr freundlich und sprechen gut Englisch.

Rugova-Schlucht

23. Dezember 2025 / Kosovo / Rugova-Schlucht / Fluss

Ich bin im Kosovo angekommen und fühle mich fast schon wie zu Hause: Es gibt hohe Berge hier, dicken Nebel und überall trifft man auf Autos mit Schweizer Nummernschildern. Auch die wildromantische Rugova-Schlucht hat mich irgendwie an die Schweiz erinnert. Von den kosovarischen Städten erwarte ich nicht allzu viel. Das Schönste im Kosovo dürfte die Natur sein. Die Rugova-Schlucht war daher eine gute Einstimmung auf ein neues Land, das ich noch überhaupt nicht kenne, auf das ich aber sehr gespannt bin.

Auf Wiedersehen Montenegro

23. Dezember 2025 / Montenegro / Gornja Grabovica / Berge

Nach sieben Tagen Aufenthalt habe ich heute Morgen Montenegro verlassen. Das Land hat mir sehr gut gefallen. Die Landschaft hier ist phänomenal. Dem Meer entlang gibt es auch etliche schöne Küstenstädtchen wie etwa Perast, Kotor, Budva oder Ulcinj. Sehr schön ist es auch am Skutarisee. Die Bevölkerung habe ich als eher zurückhaltend erlebt. Wenn man etwas fragte, waren aber alle sehr hilfsbereit. Ich habe mich hier jederzeit und überall sicher gefühlt. Als Tourist steht es mir nicht zu, ein besuchtes Land zu kritisieren. Was mir aber am wenigsten gefallen hat, ist der Müll, der hier überall herumliegt. Das scheint im Balkan aber generell ein Problem zu sein. In Kroatien hat es begonnen und seither wird es von Land zu Land schlimmer. Darüber muss man hinwegsehen können. Für mich steht fest: Ich komme wieder nach Montenegro (vermutlich zu einer anderen Jahreszeit) und werde mir dann mehr Zeit nehmen, um das Land noch besser kennenzulernen.

Abtauchen ins Nebelmeer

22. Dezember 2025 / Montenegro / Trsnjevik-Pass / Nebelmeer auf der Ostseite


Für meine Verhältnisse bin ich heute relativ weit gefahren. Ich will verhindern, dass ich nochmals in den Schnee komme. Für Mittwoch sind Niederschläge vorhergesagt. Und der Pass, der hier von Montenegro nach Kosovo hinüberführt, ist 1795 Meter hoch. Ich will ihn daher unbedingt morgen befahren, damit ich nicht nochmals das Gleiche erlebe wie heute Morgen. Mehrheitlich durfte ich bei herrlichem Sonnenschein durch prächtige Landschaften fahren. Vom Trsnjevik-Pass blickte ich dann plötzlich auf ein Nebelmeer hinunter. Das sah wirklich toll aus. Gleichzeitig war mir aber auch klar, dass es das mit dem Sonnenschein für heute wohl gewesen ist. Und tatsächlich habe ich dann die verbleibende Reststrecke mehrheitlich im Nebel zurückgelegt. Allzu tragisch war es nicht. Die Sonne geht hier im Flachen eh kurz nach vier Uhr unter. In den Bergen noch deutlich früher.

Kloster Moraca

22. Dezember 2025 / Montenegro / Moraca / Kloster

Kloster Moraca ist eine der wichtigsten religiösen und historischen Stätten Montenegros. Das Kloster ist in einer schönen Landschaft eingebettet, wirkt aber von aussen nicht wahnsinnig spektakulär. Im Innern ist die Klosterkirche jedoch voll gespickt mit wertvollen mittelalterlichen Fresken. Ein eindrücklicher Zwischenhalt, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ende der Fahnenstange

22. Dezember 2025 / Montenegro / Sedlo-Pass / Passstrasse auf Ostseite

Ich bin nicht allzu leicht aus der Ruhe zu bringen. Irgendwie beschlich mich aber doch ein ungutes Gefühl. Und je weiter ich den Pass hochfuhr und je höher die Schneewälle an den Strassenrändern wurden, um so mulmiger wurde es mir. Und siehe da: Knapp drei Kilometer unterhalb der Passhöhe endete die freigemachte Fahrspur. Es gab kein Weiterkommen. Und ein Wenden auch nicht. So kam ich in den Genuss einer Gratis-Nachhilfestunde im Rückwärtsfahren. Bis zum ersten möglichen Wendepunkt durfte ich über zwei Kilometer lang im Rückwärtsgang den Pass hinunterfahren. Jetzt war mir plötzlich klar, warum am gestrigen Abend und in der Nacht keine Fahrzeuge an meinem Übernachtungsplatz vorbeigefahren sind.
Nach dem Wenden war auch klar, dass der Durmitor-Ring für dieses Jahr erledigt ist. Schade. Das kurze Stück, das ich gesehen habe, war aber extrem schön. Ich werde wiederkommen. Aber nicht mehr im Winter.

Sedlo-Pass

22. Dezember 2025 / Montenegro / Sedlo-Pass / Passstrasse auf Ostseite


Zu Beginn des Durmitor-Rings geht es auf den 1907 Meter hohen Sedlo-Pass. Bei der Einfahrt in den Pass war die Strasse schön trocken und problemlos zu befahren. Dann hatte es auf einmal an schattigen Stellen etwas Schnee und Eis in der Mitte der Fahrspur. Aber alles kein Problem. Etwas weiter kamen dann plötzlich kleine Schneewälle auf beiden Fahrspurseiten. Und diese Wälle wurden von Kurve zu Kurve etwas höher. Wenden war nicht mehr möglich, da die Strasse zu schmal war und es keine Ausweichstellen mehr gab. Rückwärtsfahren ging meiner Einschätzung nach auch nicht, da ja ein Fahrzeug hätte folgen können. Also nichts wie durch und hoffen, dass es keinen Gegenverkehr gibt und dass doch irgendwann eine Ausweichstelle oder ein Wendeplatz kommt.

Durmitor-Ring

22. Dezember 2025 / Montenegro / Sedlo-Pass / Berge auf der Ostseite


Der Durmitor-Nationalpark liegt im Nordwesten Montenegros. Es gibt eine rund achtzig Kilometer lange Panoramastrasse (den Durmitor-Ring), die durch den Nationalpark führt. Gemäss allen Berichten, die ich gelesen habe, muss die Landschaft hier speziell schön sein. Die Panoramastrecke liegt nicht direkt an meinem Weg. Ich habe mir aber vorgenommen, dass ich bei schönem Wetter den Umweg in Kauf nehme. Und das Wetter heute war nicht nur schön, sondern prächtig. Also nichts los und ab auf den Durmitor-Ring.