Übernachten am Wasser

Meistens stehen wir frei. Am liebsten sind wir direkt am Wasser, sei es an einem See oder am Meer, wie beispielsweise hier am Capo Malfatano auf Sardinien. Die Vorschriften fürs freie Übernachten sind von Land zu Land verschieden. In den Niederlanden geht es gar nicht. In gewissen Ländern (so etwa in Skandinavien) ist es bei Einhaltung gewisser Regeln offiziell erlaubt. In vielen Ländern ist das freie Übernachten eigentlich nicht erlaubt, wird aber geduldet, falls man sich korrekt und unauffällig verhält. Die Regeln, an die wir uns speziell halten, sind die folgenden: Ausdrückliche Verbote respektieren und einhalten, keine Abfälle hinterlassen, kein Lärm, kein Campingverhalten (Sonnenstoren ausfahren, Campingmöbel aufstellen, Grillieren etc.), ausreichend Abstand zu bewohnten Liegenschaften, je unauffälliger desto besser, den Schlafplatz in bewohnten Gegenden erst kurz vor dem Eindunkeln aufsuchen. Und aus Sicherheitsüberlegungen meiden wir Orte, bei denen wir ein schlechtes Gefühl haben. Mit der Zeit entwickelt man hierfür so etwas wie einen siebten Sinn.

Draussen in der freien Natur

Beim Campen schläft man immer draussen in der freien Natur und bekommt die Wetter- und Umgebungseinflüsse so sehr direkt mit. Wenn es regnet, hört man dies. Wenn es stark windet, spürt man es. Wenn es heiss ist, ist es im Camper meist noch heisser. Gut schützen kann man sich dank guter Heizsysteme vor der Kälte (ausser wenn diese wirklich extrem ist). Gelegentlich kann es auch laut sein, wenn man etwa zu nahe an einer Strasse oder an einem Flughafen steht, wenn in der Nähe plötzlich eine Party startet, wenn mitten in der Nacht ein Techno-Konzert steigt, wenn sich Strassenhunde bemerkbar machen oder wenn nachts Mähdrescher auffahren und benachbarte Getreidefelder abernten (alles schon mitbekommen). Die Natur direkt mitzuerleben, ist aber überwiegend positiv und schön. Das gilt insbesondere dann, wenn man ganz spezielle Stimmungen miterlebt, wie etwa einen Sonnenuntergang, oder wenn sich über dem Camper ein Regenbogen bildet, wie hier im schwedischen Sölvesborg.

Fahrt über den Meeresgrund

Dank des Allradantriebs unseres Toyota Hilux können wir uns gelegentlich auch auf Terrains wagen, die nicht für alle Fahrzeuge geeignet sind. Meist sind dies Sandpassagen. Ganz speziell war 2021 ein Abstecher über den Meeresgrund bei der Passage du Gois in der Bretagne. Die Passage du Gois ist eine gut vier Kilometer lange Strasse, die das Festland mit der Insel Noirmoutier verbindet. Die Strasse kann bei Ebbe während rund drei Stunden befahren werden. Mit der Flut verschwindet sie dann wieder im Meer. Hat man ein geeignetes Fahrzeug, kann man auch einen Abstecher neben die Strasse wagen. Die Muschelsammler haben es uns vorgemacht.

Wüstenerlebnisse

Ein spezielles Erlebnis ist es immer wieder, durch die Wüste zu fahren oder gar in dieser zu übernachten. In Marokko durften wir das mehrmals erleben. Wüstenähnlich ist es auch in den abgebildeten Bardenas Reales in Nordspanien. Dabei muss man allerdings in Kauf nehmen, dass die Wüste ihre Spuren hinterlässt. Gerät man in einen Sandsturm, wird man den feinen Wüstensand noch über recht lange Zeit hinweg in den vielen kleinen Hohlräumen und Ritzen wiederfinden, die es bei einem Wohnmobil nun mal zuhauf gibt,.