29. September 2025 / Frankreich / Armenteule / Église Saint-Félix
Auf dem Weg von Loudenvielle zum Col de Peyresourde fährt man unten im Tal durch zwei schöne alte Pyrenäendörfer (Armenteule und Estarvielle). Viele alte Steinhäuser prägen die Ortsbilder. Mir gefällt das sehr. In beiden Dörfern gibt es eine Kirche, selbstverständlich aus Stein gebaut. Speziell gut gefallen hat mir die romanische Église Saint-Félix, die aus dem 14. Jahrhundert stammt und wohl schon so das eine oder andere erlebt hat.
Bisherige Gesamtstrecke (9 Tagesetappen): 845 km / 21’400 Höhenmeter
Heutige Pässe: Col de Peyresourde (15. Pass / 1’569 Meter hoch / beidseitig befahren) und Col du Portillon (16. Pass / 1’293 m / erst Westseite befahren)
Die drei heutigen Aufstiege schätze ich als mittelschwer ein. Die Auffahrten zum Col de Peyresourde sind eher lang (knapp 1’000 Meter Höhenunterschied bei der Ostseite), aber nicht sehr steil (oft um die acht Prozent). Der Aufstieg zum Col du Portillon ist kürzer, aber steiler. Einzelne Rampen sind hier um die zehn Prozent steil (oder sogar leicht drüber).
Die heutige Tagesstrecke ist die bisher kürzeste, weil es zwischen den Pässen nur kurze Flachstücke gab. Um auf eine ordentliche Distanz zu kommen, hätte ich noch die Ostseite des Col du Portillon fahren müssen. Das war mir dann aber doch zu viel. Morgen ist ja schliesslich auch noch ein Tag.
28. September 2025 / Frankreich / Loudenvielle / Alter Ortsteil
Zwischen dem Col d’Azet und dem Col de Peyresourde liegt Loudenvielle, ein kleiner, aber recht hübscher Ferienort. Der Ort liegt nahe bei einem kleinen See, an dessen Ufer es verschiedene Möglichkeiten gibt, um sich sportlich zu betätigen. Von Loudenvielle führt eine Seilbahn in ein höher gelegenes Skigebiet mit einer Vielzahl von Bahnen. Gut gefallen hat mir der alte Ortsteil des Dorfes, in dem es viele alte gepflegte Steinhäuser gibt. Aber auch die neueren Ortsteile sehen ansprechend aus. Französische Skistationen sind in meinen Augen meist ein Graus. Loudenvielle ist ganz anders.
28. September 2025 / Frankreich / Col d’Azet / Westseite
Der Col d’Azet ist einer der weniger bekannten Pässe der Hautes-Pyrénées. Es hatte heute auch nur wenig Verkehr (und das an einem Sonntag mit ordentlichem Wetter). Die meisten Passfahrer, die vom Tourmalet und vom Aspin herkommen scheinen direkt zum Col de Peyresourde weiterzufahren und lassen damit den Col d’Azet links liegen. Eigentlich schade, denn der Col d’Azet ist ein schön zu fahrender Pass, der auf beiden Seiten tolle Panoramablicke eröffnet und der durch alte Pyrenäendörfer führt. Mir hat der Col d’Azet auf alle Fälle besser gefallen als der viel bekanntere Col d’Aspin. Hier scheint sich aber klar zu zeigen, was für einen Einfluss eine Tour de France auf die Bekanntheit von Pässen und damit auch auf den Besucherandrang haben kann. Der Col d’Aspin wurde von der Grande Boucle knapp achtzig Mal überquert, der Col d’Azet bloss zehn Mal. Etwa in diesem Verhältnis unterschieden sich die beiden Pässe heute auch hinsichtlich des Verkehrsaufkommens.
Die Westauffahrt zum Col d’Azet führt durch drei kleine, alte Pyrenäendörfer mit vielen Steinhäusern. Besonders eindrücklich fand ich das Dorf Azet mit seiner alten Steinkirche, um die herum sich die Passstrasse windet. Die ganze Szenerie hat mich stark an den berühmten Aufstieg auf die Alpe d’Huez erinnert. Auch dort windet sich die Strasse um eine alte Steinkirche herum. Kommt die Tour de France vorbei, wird die Kurve jeweils frühzeitig von den Holländern in Beschlag genommen und zur Partymeile umfunktioniert, weshalb man sie auch „Dutch Corner“ nennt. Rein vom Erscheinungsbild her hat auch der wenig bekannte Col d’Azet einen Dutch Corner zu bieten. Holländer konnte ich heute allerdings keine ausmachen.
Bisherige Gesamtstrecke (8 Tagesetappen): 773 km / 19’100 Höhenmeter
Heutige Pässe: Col d’Aspin (13. Pass / 1’489 Meter hoch / nun beidseitig befahren) und Col d’Azet (14. Pass / 1’580 m / beidseitig befahren)
Die drei heutigen Aufstiege (Ostseite des Col d’Aspin und beide Seiten des Col d’Azet) sind mittelschwer. Es gilt jeweils eine Höhendifferenz von gut 700 Metern zu überwinden. Die Steigungen betragen überwiegend um die acht Prozent, mit Spitzen bis zu zehn Prozent. Selbst für müde Tourmalet-Beine ist das gut verkraftbar. Die Strassen sind eher eng, aber für Fahrräder kein Problem (selbst für das Kreuzen mit Wohnmobilen bleibt genug Platz). Das Verkehrsaufkommen ist unterschiedlich. Der Col d’Aspin wird sowohl von Autos, Motorrädern als auch Fahrrädern recht stark befahren. Beim Col d’Azet hat es hingegen nur wenig Verkehr.
27. September 2025 / Frankreich / Col d’Aspin / Westseite
Auch den Col d’Aspin kennt man bestens von der Tour de France. Genau gleich wie der Tourmalet wurde der Aspin 1910 das erste Mal von der Grande Boucle überquert. Seither gab es knapp achtzig überqueren (beim grossen Bruder nebenan sind es über achtzig). Zumindest der Westaufstieg auf den Col d’Aspin wird den Radprofis kaum allzu grosse Bauchschmerzen bereiten. Der Höhenunterschied beträgt nur gut 700 Meter. Und richtig steile Passagen findet man keine. Selbst wenn das Renntempo ungleich höher ist als das bei den Hobby-Gümmelern, sollte das selbst für müde Profis gut machbar sein. Ob sie dann aber noch die Zeit finden, sich die schöne Landschaft genauer anzuschauen, wage ich doch stark zu bezweifeln. Aber dafür werden sie ja schliesslich auch nicht bezahlt.
27. September 2025 / Frankreich / Sainte-Marie de Campan / Kirche
Nach einer tollen, langen Abfahrt erreicht man auf der Ostseite des Toumalet das Dorf Sainte-Marie de Campan mit einer schön geschmückten Kirche. Direkt nach der Kirche kommt eine Abzweigung. Wer sich für die linke Spur entscheidet, kann seine Beine weiter baumeln lassen, denn hier geht es nochmals runter in die Ebene westlich von Tarbes. Wer sich für die rechts Spur entscheidet, wird bald ins Schwitzen kommen. Denn rechts geht es direkt in den Aufstieg zum Col d’Aspin. Aus zwei Gründen habe ich mich für die rechte Spur entschieden. Erstens war Hopo hier den Tag hindurch parkiert und ich brauchte unbedingt etwas zum Essen. Und zweitens wollte ich tatsächlich das schöne, warme Wetter nutzen, und noch den Col d’Aspin hochfahren.
27. September 2025 / Frankreich / Col du Tourmalet / Ostseite / Alpaka
Selbst auf einem viel befahrenen Pass wie dem Tourmalet laufen verschiedene Arten von Weidetieren frei herum und nehmen, wenn ihnen gerade danach ist, die Strassen in Beschlag. Heute hat es mir eine Herde Alpakas angetan, die ich auf über 1’800 Metern angetroffen habe.
27. September 2025 / Frankreich / Col du Tourmalet / Passhöhe
Normalerweise posieren Radfahrer vor dem Passschild und lassen sich dort ablichten (oder machen ein Foto des Passschilds und ihres Fahrrads). Auf dem Col du Tourmalet will jeder ein Foto vom „Le Géant du Tourmalet“, auch bekannt als „Octave le Géant“. Die monumentale Skulptur des französischen Künstlers Jean-Bernard Métais erinnert an die erste Tour de France-Überquerung des Tourmalet im Jahr 1910. Der Radfahrer Octave Lapize, der bei dieser historischen Überquerung führend war, ist der Namensgeber für den Beinamen der Skulptur. Damit man ein Foto von sich oder von seinem Fahrrad schiessen kann, muss man in Stosszeiten Schlange stehen. Und wehe, man ist bereit, einen anderen Fahrer abzulichten. Die Zahl derer, die das Gleiche möchten, ist gross und man hat ein Weilchen was zu tun.