10. Teilstrecke vom 30. September 2025

Strecke: Col du Portillon – Bossòst (E) – Saint-Béat – Col de Menté – Pont de l’Oule (und zurück)

Streckenlänge: 98 Kilometer / 2’500 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (10 Tagesetappen): 943 km / 23’900 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col du Portillon (16. Pass / 1’293 m / jetzt beidseitig befahren) und Col de Menté (17. Pass / 1’349 m / beidseitig befahren)

Die Ostseite (spanische Seite) des Col du Portillon ist schön zu befahren. Der Einstieg ist sanft, dann wird die Strasse kontinuierlich etwas steiler, übersteigt aber nie die neun Prozent. Die Westseite des Col de Menté war heute der steilste Aufstieg. Über längere Passagen hinweg steigt die Strasse mit zehn Prozent Steigung oder sogar etwas mehr an. Die Ostseite des Col de Menté beginnt zuerst recht flach und beinhaltet unten eine ordentliche Gegensteigung. Im oberen Teil ist der Pass dann steiler, meist aber unter zehn Prozent. Die Passtrassen sind gut ausgebaut und es hat wenig Verkehr. Anders sieht es zwischen den beiden Pässen aus. Das Verkehrsaufkommen zwischen Bossòst (Spanien) und Saint-Béat ist hoch, die Strasse aber auch recht breit, so dass alles im grünen Bereich liegt.

Col du Portillon (16. Pass)

29. September 2025 / Frankreich / Col du Portillon / Passhöhe

Die Strasse hinauf auf den Col du Portillon verläuft auf der Westseite praktisch ausschliesslich im Wald. Im Sommer muss der viele Schatten eine Wohltat sein. Heute fand ich es etwas schade, dass man mit Ausnahme von Bäumen praktisch nichts zu sehen bekam. Auf der Passhöhe verläuft die Grenze zwischen Frankreich und Spanien (im Bild ist primär Frankreich zu sehen). Über die Höhe des Passes sind sich die beiden Länder nicht ganz einig. Die Spanier geben 1’292 Meter an, die Franzosen 1’293 Meter. Irgendwie typisch, ist doch im Verständnis der Franzosen in ihrem Land alles einen Tick schöner, besser und eben auch höher als anderswo.

Bagnères-de-Luchon

29. September 2025 / Frankreich / Bagnères-de-Luchon / Thermes Chambert

Bagnères-de-Luchon ist in Frankreich ein recht bekannter Thermal- und Kurort. Bereits die Römer sollen die Thermalquellen genutzt haben. Diese gerieten dann in Vergessenheit und wurden erst im 17. Jahrhundert wiederentdeckt. Im Ort gibt es einige an und für sich eindrückliche Bauten im Stil der Belle Epoquel. Mir schien aber, dass Bagnères-de-Luchon seine besten Zeiten längst hinter sich hat. Einige Hotels scheinen ganz geschlossen zu sein (Ende September ist ja kaum Zwischensaison). Andere machen einen eher heruntergekommenen Eindruck. Richtig wohl war es mir hier nicht. Daher nichts wie weiter auf den nächsten Pass.

Col de Peyresourde (15. Pass)

29. September 2025 / Frankreich / Col de Peyresourde / Ostseite

Der Col de Peyresourde ist wieder einer der Pässe, die regelmässig von der Tour de France überquert werden. Der Pass ist nicht allzu steil und daher schön zu befahren (ausser man ist gezwungen, ihn im Renntempo zu erklimmen). Auf der Ostseite gibt es unterhalb der Passhöhe einige schöne Serpentinen zu bewältigen. Gut ist, dass die Passstrasse meist durch Weideland führt, so dass man ausreichend Zeit hat, die Bergwelt zu betrachten. Die Tierart, die ich heute neu entdeckt habe (im Rahmen der Route des Cols), waren Schlittenhunde, die faul vor ihren kleinen Hütten herumlagen und wohl von Kälte und viel Schnee geträumt haben. Mir zuliebe hoffe ich doch sehr, dass ihre Träume in den nächsten drei Wochen noch nicht in Erfüllung gehen werden.

Armenteule

29. September 2025 / Frankreich / Armenteule / Église Saint-Félix

Auf dem Weg von Loudenvielle zum Col de Peyresourde fährt man unten im Tal durch zwei schöne alte Pyrenäendörfer (Armenteule und Estarvielle). Viele alte Steinhäuser prägen die Ortsbilder. Mir gefällt das sehr. In beiden Dörfern gibt es eine Kirche, selbstverständlich aus Stein gebaut. Speziell gut gefallen hat mir die romanische Église Saint-Félix, die aus dem 14. Jahrhundert stammt und wohl schon so das eine oder andere erlebt hat.

9. Teilstrecke vom 29. September 2025

Strecke: Loudenvielle – Col de Peyresourde – Bagnères-de-Luchon – Col du Portillon (und zurück)

Streckenlänge: 72 Kilometer / 2’300 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (9 Tagesetappen): 845 km / 21’400 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col de Peyresourde (15. Pass / 1’569 Meter hoch / beidseitig befahren) und Col du Portillon (16. Pass / 1’293 m / erst Westseite befahren)

Die drei heutigen Aufstiege schätze ich als mittelschwer ein. Die Auffahrten zum Col de Peyresourde sind eher lang (knapp 1’000 Meter Höhenunterschied bei der Ostseite), aber nicht sehr steil (oft um die acht Prozent). Der Aufstieg zum Col du Portillon ist kürzer, aber steiler. Einzelne Rampen sind hier um die zehn Prozent steil (oder sogar leicht drüber).

Die heutige Tagesstrecke ist die bisher kürzeste, weil es zwischen den Pässen nur kurze Flachstücke gab. Um auf eine ordentliche Distanz zu kommen, hätte ich noch die Ostseite des Col du Portillon fahren müssen. Das war mir dann aber doch zu viel. Morgen ist ja schliesslich auch noch ein Tag.

Loudenvielle

28. September 2025 / Frankreich / Loudenvielle / Alter Ortsteil

Zwischen dem Col d’Azet und dem Col de Peyresourde liegt Loudenvielle, ein kleiner, aber recht hübscher Ferienort. Der Ort liegt nahe bei einem kleinen See, an dessen Ufer es verschiedene Möglichkeiten gibt, um sich sportlich zu betätigen. Von Loudenvielle führt eine Seilbahn in ein höher gelegenes Skigebiet mit einer Vielzahl von Bahnen. Gut gefallen hat mir der alte Ortsteil des Dorfes, in dem es viele alte gepflegte Steinhäuser gibt. Aber auch die neueren Ortsteile sehen ansprechend aus. Französische Skistationen sind in meinen Augen meist ein Graus. Loudenvielle ist ganz anders.

Col d’Azet (14. Pass)

28. September 2025 / Frankreich / Col d’Azet / Westseite

Der Col d’Azet ist einer der weniger bekannten Pässe der Hautes-Pyrénées. Es hatte heute auch nur wenig Verkehr (und das an einem Sonntag mit ordentlichem Wetter). Die meisten Passfahrer, die vom Tourmalet und vom Aspin herkommen scheinen direkt zum Col de Peyresourde weiterzufahren und lassen damit den Col d’Azet links liegen. Eigentlich schade, denn der Col d’Azet ist ein schön zu fahrender Pass, der auf beiden Seiten tolle Panoramablicke eröffnet und der durch alte Pyrenäendörfer führt. Mir hat der Col d’Azet auf alle Fälle besser gefallen als der viel bekanntere Col d’Aspin. Hier scheint sich aber klar zu zeigen, was für einen Einfluss eine Tour de France auf die Bekanntheit von Pässen und damit auch auf den Besucherandrang haben kann. Der Col d’Aspin wurde von der Grande Boucle knapp achtzig Mal überquert, der Col d’Azet bloss zehn Mal. Etwa in diesem Verhältnis unterschieden sich die beiden Pässe heute auch hinsichtlich des Verkehrsaufkommens.

Azet

28. September 2025 / Frankreich / Azet / Kirche

Die Westauffahrt zum Col d’Azet führt durch drei kleine, alte Pyrenäendörfer mit vielen Steinhäusern. Besonders eindrücklich fand ich das Dorf Azet mit seiner alten Steinkirche, um die herum sich die Passstrasse windet. Die ganze Szenerie hat mich stark an den berühmten Aufstieg auf die Alpe d’Huez erinnert. Auch dort windet sich die Strasse um eine alte Steinkirche herum. Kommt die Tour de France vorbei, wird die Kurve jeweils frühzeitig von den Holländern in Beschlag genommen und zur Partymeile umfunktioniert, weshalb man sie auch „Dutch Corner“ nennt. Rein vom Erscheinungsbild her hat auch der wenig bekannte Col d’Azet einen Dutch Corner zu bieten. Holländer konnte ich heute allerdings keine ausmachen.

8. Teilstrecke vom 28. September 2025

Strecke: Col d’Aspin – Arreau – Col d’Azet – Loudenvielle (und zurück)

Streckenlänge: 88 Kilometer / 2’400 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (8 Tagesetappen): 773 km / 19’100 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col d’Aspin (13. Pass / 1’489 Meter hoch / nun beidseitig befahren) und Col d’Azet (14. Pass / 1’580 m / beidseitig befahren)

Die drei heutigen Aufstiege (Ostseite des Col d’Aspin und beide Seiten des Col d’Azet) sind mittelschwer. Es gilt jeweils eine Höhendifferenz von gut 700 Metern zu überwinden. Die Steigungen betragen überwiegend um die acht Prozent, mit Spitzen bis zu zehn Prozent. Selbst für müde Tourmalet-Beine ist das gut verkraftbar. Die Strassen sind eher eng, aber für Fahrräder kein Problem (selbst für das Kreuzen mit Wohnmobilen bleibt genug Platz). Das Verkehrsaufkommen ist unterschiedlich. Der Col d’Aspin wird sowohl von Autos, Motorrädern als auch Fahrrädern recht stark befahren. Beim Col d’Azet hat es hingegen nur wenig Verkehr.