San Roque oder es geht weiter

3. Januar 2025 / Spanien / San Roque / Blick zurück nach Gibraltar

Beim Start in Barcelona habe ich mir Gibraltar als Ziel meiner Radtour gesetzt. Als absehbar wurde, dass ich nach rund vier Wochen Fahrt dort sein werde, wurde Gibraltar zum Zwischenziel. Jetzt liegt Gibraltar bereits hinter mir. Denn ich will weiterfahren. Ich habe mich entschieden, weiter der Küste entlang zu fahren. Zuerst nach Tarifa, denn nach Cadiz, Huelva und schliesslich nach Altura in Portugal. Das sind gegen 800 Kilometer Strecke oder eine Woche Fahrzeit. Dieses Mal könnte es allerdings länger dauern. Denn ab Sonntag ist Regen angesagt. Schauen wir einmal, wie ernst es ihnen damit ist. So oder so nehme ich es, wie es kommt.

Berberaffe

3. Januar 2025 / Gibraltar / Berberaffe

Eine Legende besagt, dass, solange die Affen in Gibraltar leben, das Gebiet britisch bleibt. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden die Affen von den lokalen Behörden gepflegt und geschützt. Einzig wenn sich eine Horte Affen völlig daneben benimmt und Schaden anrichtet oder zur Gefahr für die Menschen wird, muss eingeschritten und die Population dezimiert werden. Insgesamt soll es über 200 Affen in Gibraltar geben. Die meisten leben irgendwo auf dem Felsen.

Gibraltar aus der Höhe

3. Januar 2025 / Gibraltar / Stadt von oben

Gibraltar selbst finde ich nicht speziell schön. Viel Verkehr, viele moderne Bauten, kein spezielles Flair. Der 426 Meter hohe Felsen von Gibraltar gefällt mir aber. In die Höhe kommt man per Luftseilbahn, per Sammeltaxis, zu Fuss oder auch per Fahrrad. Die Aussicht von hier offen ist gewaltig. Und es gibt quasi eine „Affen-Garantie“. Wer hier oben ist, kann mit Bestimmtheit Berberaffen aus der Nähe betrachten. Gibraltar selbst zählt 32’000 Einwohner. Seit 1713 gehört es zu GrossbriItannien. Und Gibraltar ist der Beweis dafür, dass es die Briten auch rechts können. Denn im Gegensatz zu sämtlichen anderen britischen Überseegebieten herrscht hier Rechtsverkehr.

Gibraltar – Spezielle Ankunft

3. Januar 2025 / Gibraltar / Start- und Landepiste

Gibraltar ist erreicht. Die Ankunft ist speziell. Motorfahrzeuge unterqueren den Flugplatz in einen Tunnel. Fussgänger und Radfahrer überqueren die Start- und Landepiste des hiesigen Flughafes zu Fuss oder eben per Rad. Gibt es einmal eine Flugbewegung, dann muss eben gewartet werden. Um Gibraltar zu erreichen war ich 27 Tage per Fahrrad unterwegs. Ich habe dabei knapp 2’900 Kilometer und gut 20’000 Höhenmeter zurückgelegt. Nicht zuletzt dank des guten Wetters kam ich gut voran und war körperlich nie am Anschlag. Die einzige Mini-Krise hatte ich vor Marbella, als ich mehrmals das Gefühl hatte, dass es per Rad nicht mehr weitergeht. Aber das liegt hinter mir. Nach drei eher mühsamen Tagen im Ballungsraum Malaga-Marbella konnte ich heute wieder richtig Radfahren. Ich habe es sehr genossen.

Estepona

2. Januar 2025 / Spanien / Estepona / Torre de Control

Estepona zählt 75’000 Einwohner und ist die letzte grössere Stadt auf dem Weg nach Gibraltar. Von hier aus kann man den Fels von Gibraltar, der gut 35 Kilometer entfernt ist, bereits gut erkennen. Im Hafen sticht einem sofort der schmucke Kontrollturm ins Auge. Der Hafen ist weitestgehend ein Sporthafen und bietet 450 Booten einen Liegeplatz.

Russisch-orthodoxe Kirche

2. Januar 2025 / Spanien / El Velerin / Iglesia Ortodoxa Rusa

Von weitem hatte ich kurz den Eindruck, dass es sich hier um eine moderne Moschee handeln muss. Beim etwas genaueren Hinschauen kam ich aber rasch darauf, dass es eine russisch-orthodoxe Kirche sein muss. Das 2020 fertig gestellte Gotteshaus ist die erste orthodoxe christliche Kirche in ganz Andalusien.

Capilla de la Inmaculada Concepcion

2. Januar 2025 / Spanien / Guadalmina / Capilla de la Inmaculada Concepcion

Marbella liegt hinter mir. Darüber bin ich froh. Marbella ist eines der Touristenzentren an der Costa del Sol und zählt 150’000 Einwohner. Badetouristen und Golfer fühlen sich hier sicher wohl. Weil ich keiner dieser beiden Gruppen angehöre und mich immer noch ein wenig über die hiesigen Strassenverhältnisse ärgere, hat Marbella bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen. Aber das ist meine ganz persönliche Einschätzung. Gut gefallen hat mir hingegen die Capilla de la Inmaculada Concepcion 15 Kilometer westlich von Marbella. Zuerst meinte ich, dass es sich um eine griechisch-orthodoxe Kirche handelt. Aber die Kapelle ist das Werk eines spanischen Architekten und wurde 1946 errichtet. Ganz speziell ist der Glockenturm in Form eines Leuchtturms.

Torre Almenara in Rio Real

1. Januar 2025 / Spanien / Rio Real / Torre Almenara

Bei der Torre Almenara, die vor den Toren Marbellas liegt, hatte ich heute definitiv genug. Ein Turm unmittelbar neben einem Kreisel ist aber auch ein guter Wendepunkt. Rio Real ist eine Vorortsgemeinde von Marbella, die über einen grossen Golfplatz verfügt. Marbella scheint ohnehin ein Mekka für Golfer zu sein, bin ich doch heute neben mehreren Plätzen vorbeigefahren. Ein Mekka für Velofahrer ist es hingegen nicht. Ich habe in einem früheren Blog-Beitrag die guten Radwege in Spanien gelobt. Die Region Marbella gilt es hier ausdrücklich auszuschliessen. Offenbar will man hier ganz bewusst keine Radfahrer und legt diesen daher besonders viele Hindernisse in den Weg. Ich habe es begriffen und werde in Zukunft einen grossen Bogen um Marbella machen.

Benalmádena

1. Januar 2025 / Spanien / Benalmádena / Küste

Hopo und ich wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs ein glückliches 2025. Bleibt oder werdet gesund und geniesst das Leben!

Rein velofahrerisch hat das 2025 für mich suboptimal begonnen. Die gestrige Strecke war eher mühsam, die heutige war sehr mühsam. Östlich von Marbella gibt es eine Autobahn und eine Schnellstrasse, die für Velofahrer nicht zugelassen ist. Und dann gibt es nur noch Quartierstrassen. Und diese Quartierstrassen sind nur teilweise miteinander verbunden. Ein ordentlicher Teil des heutigen Tages war daher ein regelrechter Hindernis- und Hürdenlauf und eine stetige Suche nach einem passierbaren Weg. Nicht schön. Eigentlich kann es nur besser werden. Den einzig schönen Blick aufs Meer hatte ich bei Benalmádena. Eine wahrlich bescheidene Ausbeute auf einer Strecke von gut hundert Kilometern.

Hopo unter spezieller Bewachung

31. Dezember 2024 / Spanien / Málaga / Camino de la Marina

Ich fühle mich sicher in Spanien. Tagsüber parkiere ich Hopo wenn immer möglich an Strassen mit Verkehr und Passanten. Übernachten tun wir meist ausserhalb der Städte. Da lässt man einen speziell in Ruhe. Weitere Vorsichtsmassnahmen wären daher eigentlich nicht nötig. Wenn sich aber die Gelegenheit ergibt, Hopo von einem speziell trainierten Wachhund beschützen zu lassen, greife ich gerne zu. Erinnerungen an Rumänien werden wach, als einmal zwei Strassenhunde vor Hopo Wache schoben. Diese haben wir zum Dank mit Brot und Eiern gefüttert. Ich überlege mir, was ich dem spanischen Wachhund morgen als Futter überlassen kann.