Unsägliche Registrierungspflicht

15. Mai 2026 / Serbien / Registrierungspflicht

Wer sich als Tourist in Serbien aufhält, muss sich binnen 24 Stunden bei der Polizei registrieren lassen. Wechselt man den Aufenthaltsort, muss die neue Adresse wieder gemeldet werden. In der Regel übernehmen die Hotels, Privatunterkünfte und Campingplätze die Registrierung. Übernachtet man frei, muss man auf den Polizeiposten und sich selber anmelden. Eine elektronische Registrierung ist für Privatpersonen nicht möglich. Recherchiert man im Internet, erhält man von verschiedenen Quellen die Auskunft, dass bei einem täglichen Ortswechsel keine Meldung erforderlich sei. Darauf habe ich mich verlassen und nach meiner ersten Nacht, die ich mangels eines lokalen Campingplatzes frei verbracht habe, auf den Gang auf den Polizeiposten verzichtet. Bei der zweiten Übernachtung auf einem Belgrader Stellplatz habe ich mich ausdrücklich nach der Registrierung erkundigt. Ich erhielt vom Betreiber die Antwort, dass dies erst ab sieben Nächten nötig sei. Ich habe daran geglaubt und habe auch bei der dritten Übernachtung darauf verzichtet, mir eine „Bela Karta“ (offizieller Name der bescheinigten Registrierung) einzuholen. Ich war daher ordentlich überrascht, dass es bei der heutigen Ausreise Komplikationen am Grenzposten gab und dass man mir mit eine Busse drohte. Nach längeren Diskussionen kam ich ungeschoren davon. Serbien-Reisenden rate ich, darauf zu achten, dass man zumindest bei der ersten Übernachtung eine „Bela Karta“ erhält. Übernachtet man frei (ist offiziell nicht gestattet, wird aber toleriert, weil es in vielen Regionen keine Campingplätze gibt), ist es ratsam, sich zumindest nach der ersten Übernachtung kurz auf dem nächsten Polizeiposten zu zeigen. Belgrad führt nächstes Jahr die Expo 2027 durch und erwartet mehrere Millionen internationale Gäste. Eigentlich wäre das eine gute Gelegenheit, um die Registrierungspflicht, die ich als Steinzeit-Bürokratie einstufe, endlich gänzlich zu beseitigen oder zumindest dafür zu sorgen, dass man sich auch als Privatperson elektronisch registrieren lassen kann. Das heutige System ist schlicht nicht mehr zeitgemäss und steht einem Land, das ich eigentlich als recht fortschrittlich wahrgenommen habe, schlecht an und ist sicher nicht dienlich, Ausländern einen Serbien-Besuch schmackhaft zu machen.

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