Mein Fahrrad schrumpft und schrumpft

25. September 2025 / Frankreich / Col d’Aubisque / Westseite / Fahrräder

Mein Rose-Gravelbike verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Nicht die kleinste Panne ist bisher aufgetreten. Wenn ich bergauf Mühe bekunde, spornt es mich an und motiviert mich, durchzuhalten. Einzig die Kälte macht ihm zu schaffen. Tag für Tag schrumpft es ein wenig mehr. Wie lange das wohl noch gut geht?

Col de Marie-Blanque (9. Pass)

25. September 2025 / Frankreich / Col de Marie-Blanque / Chapelle Notre-Dame de Houndas

Der Col de Marie-Blanque ist einer der Pyrenäenpässe, die immer wieder von der Tour de France befahren werden. Bereits sechzehn Mal überquerte der Tourtross den 1’035 Meter hohen Pass, das letzte Mal vor drei Jahren. Die Landschaft hier ist für Pyrenäenverhältnisse recht lieblich. Gut gefallen hat mir eine zerfallende Kapelle am Wegesrand. Dem Foto kann klar entnommen werden, dass der Herbst auch hier Einzug hält.

Schaftrieb

25. September 2025 / Frankreich / Sarrance / Pont Suzon

An was denkt man, wenn man draussen auf dem Lande auf eine lange stehende Kolonne auffährt? Meistens an eine Baustelle oder einen Unfall. Heute war es ein Schaftrieb, der den Verkehr zum Erliegen brachte. So viele Schafe auf einmal habe ich noch selten gesehen. Der Schaftrieb muss selbst für hiesige Verhältnisse etwas Spezielles gewesen sein. Mindestens acht Personen waren vor Ort, die den Verkehr regelten und zu den Schafen schauten.

5. Teilstrecke vom 25. September 2025

Streckenlänge: 105 Kilometer / 2’700 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (5 Tagesetappen): 490 km / 11’600 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col de Marie-Blanque (9. Pass / 1’035 Meter hoch / beidseitig befahren) und Col d’Aubisque (10. Pass / 1’709 Meter hoch / erst von Westen her befahren)

Beim Col de Marie-Blanque gilt es von Westen her einen Höhenunterschied von rund 700 Metern zu überwinden. Der Anstieg im unteren Teil ist sanft. Oben beträgt das Gefälle dann aber über mehrere Kilometer hinweg um die zwölf Prozent, was ich als anstrengend taxiere. Von Osten her ist der Pass dagegen leicht zu bewältigen. Die Höhendifferenz beträgt hier rund 600 Meter, die Steigung beläuft sich auf maximal acht Prozent. Rund vier Kilometer vor der Passhöhe erreicht man das Plateau du Bénou, ab dem die Strasse nur noch wenig ansteigt. Mit einer Höhe von 1’709 Metern ist der Col d’Aubisque der zweithöchste Pass der Route des Cols. Gestartet wird in Laruns auf gut 500 Metern Höhe. Die Steigung beträgt nirgends mehr als zehn Prozent, so dass die Westaufstieg zwar lang, aber nicht sehr schwer ist.

Col d’Ichère (8. Pass)

24. September 2025 / Frankreich / Col d’Ichère / Passhöhe

Auf den meisten Pässen gibt es ein Restaurant, einen Kiosk oder zumindest Parkplätze. Nicht so auf dem Col d’Ichère. Hier gibt es lediglich einen Strich auf der Strasse und eine Passtafel. Ça suffit. Gut, der Col d’Ichère ist auch bloss 674 Meter hoch und hat weder ein Panorama noch sonst etwas Sehenswertes zu bieten. Daher nichts wie weiter.

Schmale Strasse

24. September 2025 / Frankreich / Col de Labays / Nordostseite

Normalerweise sind die Strassen in Frankreich recht breit. Die Strasse auf den Col de Labays ist es nicht. Praktisch auf den ganzen fünfzehn Kilometern ist die Passstrasse bloss ein schmales Asphaltband, auf dem ein Auto und ein Fahrrad gut nebeneinander vorbeikommen, nicht aber zwei Autos. Kreuzen sich zwei Personenwagen, muss mindestens einer neben die Strasse ausweichen. Das ist aber nicht weiter schlimm. Der Col de Labays wird nur wenig befahren. Ausweichmanöver sind daher eher selten. Heute war der Verkehr auf den Passstrassen ohnehin bescheiden. Den ganzen Tag über ist mir genau ein einziger Fahrradfahrer begegnet, was aussergewöhnlich ist.

Col de Labays (7. Pass)

24. September 2025 / Frankreich / Col de Labays / Nordostseite

Landschaftlich war der Col de Labays der bisher schönste Pyrenäenpass. Unten führt die Strasse zuerst durch eine nicht allzu enge Schlucht. Dann folgt sie längere Zeit einem kleinen Fluss, um dann kontinuierlich steiler anzusteigen. Im oberen Teil fährt man praktisch ausschliesslich durch Laubwälder. Der blaue Himmel auf dem Foto täuscht ein wenig. Heute war es mehrheitlich stark bewölkt. Die Sonne zeigte sich erst am späteren Nachmittag.

Sportlicher Vierbeiner

24. September 2025 / Frankreich / Col du Soudet / Passhöhe

Auch diese Kuh hat die gut 1’500 Höhenmeter auf den Col du Soudet bewältigt. Châpeau, das muss man mit ihrem Gewicht erst einmal schaffen. Kein Wunder, dass sie sich stolz vor das Passschild stellte und sich bereitwillig ablichten liess. Die saftigen Alpenkräuter hat sie sich wahrlich verdient.

Col du Soudet (6. Pass)

24. September 2025 / Frankreich / Col du Soudet / Westseite

Von der Länge her ist der Col du Soudet (gut 1’200 Meter Höhenunterschied) dem Chasseral (knapp 1’200 Kilometer Höhenunterschied) recht ähnlich. Die Topographie ist aber eine andere. Unten ist der Col du Soudet lange Zeit recht flach, weist dann aber im oberen Abschnitt steile Rampen auf. Die Landschaft hier in den Pyrenäen ist auch um einiges rauer als am Südrand des Juras und die Strassen schlechter. Auch auf der Passhöhe gibt es signifikante Unterschiede. Vom Chasseral aus hat man in alle Richtungen eine wunderbare Aussicht. Diese fehlt auf dem Col du Soudet weitgehend. Hier zweigt die Strasse in eine andere Strasse ein, die zum höher gelegenen Col de Pierre Saint-Martin (1’765 Meter) und gleich danach nach Spanien führt. Ein schönes Panorama wäre heute aber eh nutzlos gewesen. Auf dem Pass war es trüb und die Sichtweite sehr beschränkt.

4. Teilstrecke vom 24. September 2025

Streckenlänge: 76 Kilometer / 2’500 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (4 Tagesetappen): 385 km / 8’900 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col du Soudet (6 Pass / 1’533 Meter hoch / beidseitig befahren), Col de Labays (7. Pass / 1’533 Meter hoch / beidseitig befahren) und Col d’Ichère (8. Pass / 674 Meter hoch / beidseitig befahren).

Der Aufstieg zum Col du Soudet war bisher der längste. Von Westen her kommend steigt er von 300 auf 1’533 Meter an. Unten ist es recht flach, im oberen Sektor hat es dann einige steile Passagen. Der Col de Labays ist eigentlich nur von Nordosten her eine Passstrasse. Von Westen her ist der Pass ein Abzweiger von der Soudet-Strasse, so dass man Null Höhenmeter zu bewältigen hat. Dafür ist der Pass von Nordosten her kommend recht lang (15 Kilometer), aber nirgends überaus steil. Der letzte Pass des heutigen Tages, der Col d’Ichère, ist „bloss“ 674 Meter hoch und von beiden Seiten her relativ einfach zu bezwingen. Die Landschaft in den Pyrenäen ist rau, und so war heute auch das Wetter. Meist war es stark bewölkt und kalt. Aber solange es nicht regnet ist alles gut.