Niaux

3. Oktober 2025 / Frankreich / Niaux / Kirche

Als Velofahrer liebt man Abfahrten auf breiten, nicht allzu steilen Strassen mit weiten Kurven und einem guten Belag, auf denen man es so richtig „ziehen“ lassen kann. Die Abfahrt vom Port de Lers war das pure Gegenteil. Die Strasse ist meist eng und hat viele unübersichtliche Kurven. An verschiedenen Stellen ist es recht steil und der Strassenbelag in keinem guten Zustand. Als Quintessenz davon ist man dauernd am Bremsen, was überhaupt nicht spassig ist. Irgendwie fühlt man sich um den Lohn des Aufstiegs betrogen. Lustig wurde es erst im Talgrund, wo es möglich war, mit höheren Tempi unterwegs zu sein. Hier gab es gelegentlich auch etwas zu sehen, wie etwa die alte Kirche von Niaux.

Port de Lers (22. Pass)

3. Oktober 2025 / Frankreich / Port de Lers / Ostseite

Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich am Port de Lers wieder richtig in die Ferne blicken können. Meist gibt es auf den Passstrassen ja „nur“ die direkt umliegenden Berge zu sehen. Eine richtige Weitsicht hat man nur selten. Bei der Abfahrt vom Port de Lers hatte ich im ersten Moment das Gefühl, aufs Meer hinauszusehen. So gut war die Fernsicht heute aber nicht. Was man am Horizont sieht, ist die Ebene südlich von Toulouse. Damit kann man auch gut leben. Wie unschwer zu erkennen ist, war das Wetter heute nicht mehr annähernd so toll wie gestern. Aber es war trocken, und das ist das Wichtigste für mich. Den elften Tag in Folge bin ich nun ohne Regen durchgekommen. Dafür bin ich dankbar, denn das hilft mir, gut vorwärtszukommen.

13. Teilstrecke vom 3. Oktober 2025

Strecke: Étang de Lers – Port de Lers – Tarascon-sur-Ariège – Pas de Soulombrie (und zurück)

Streckenlänge: 87 Kilometer / 1’800 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (13 Tagesetappen): 1’214 km / 30’700 Höhenmeter

Heutige Pässe: Port de Lers (22. Pass / 1’517 m / beidseitig befahren) und Pas de Soulombrie (23. Pass / 911 m / erst Westseite befahren)

Vom Col d’Agnes herkommend ist der Port de Lers einfach zu befahren. Es sind bloss 220 Höhenmeter zu überwinden, die Steigungen sind moderat. Die Ostseite des Port de Lers ist hingegen happig. Speziell im unteren Teil gibt es einige längere Rampen mit einer ordentlichen Steigung (gut zehn Prozent). Beim Pas de Soulombrie gibt es nur gut 400 Höhenmeter zu bewältigen. Die Westseite, die ich heute befahren habe, ist nicht sehr steil.

Heute habe ich deutlich weniger Höhenmeter bewältigt als in den letzten Tagen. Ich habe mich bewusst etwas geschont. Morgen möchte ich einen Abstecher nach Andorra unternehmen. Und da geht es auf 2’408 Meter hinauf. 

Étang de Lers

2. Oktober 2025 / Frankreich / Col d’Agnes / Étang de Lers

Hinter dem Col d’Agnes fällt die Strasse sanft ab. Nach rund fünf Kilometern kommt man zu einem kleinen Bergsee, dem Étang de Lers. Rund um den See waren etliche Wanderer unterwegs. Zu einem Bad liess sich aber niemand hinreissen. Kein Wunder, war es doch auf 1’200 Metern Höhe nur gut zehn Grad warm. Vom Étang de Lers führt eine Strasse hinunter ins Tal, eine andere führt hinauf auf den Col de Lers. Klar, dass ich morgen die Passstrasse nehmen werde.

Col d’Agnes (21. Pass)

2. Oktober 2025 / Frankreich / Col d’Agnes / Passhöhe

In den letzten zwei Wochen sind mir immer wieder Pferde begegnet, die die Strassen für sich in Beschlag genommen haben. Im Blog abgebildet habe ich bisher noch keines. Das muss nun endlich nachgeholt werden. Das Pferd auf dem Foto war die Ruhe selbst. Ohne sich auch nur einen kleinen Schritt zu bewegen, liess es Autos, Wohnmobile sowie Motorräder neben sich vorbeifahren und es liess sich mit etlichen Touristen ablichten. Als wollte es sagen: Ich bin hier der Meister und ihr könnt mich alle mal.

Col d’Agnes – Südseite

2. Oktober 2025 / Frankreich / Col d’Agnes / Südseite

Die Südseite des Col d’Agnes ist ein eher schwerer Aufstieg. Auf knapp zehn Kilometern gilt es rund 850 Höhenmeter zu überwinden. Und das im unteren Teil mit teilweise happigen Steigungen. Trotzdem ist der Aufstieg ein Highlight. Die Berglandschaft, die man hier zu sehen bekommt, ist gewaltig. Sicher hat auch das prächtige Wetter mit dazu beigetragen, dass ich aller Anstrengungen zum Trotz begeistert oben ankam. Von den 21 Pässen, die ich im Rahmen der Route des Cols bisher befahren habe, ist der Col d’Agnes klar der schönste. Die Gegend muss auch ein Wanderparadies sein. An mehreren Stellen gibt es Parkplätze, von denen aus Wanderwege ins Gelände führen. Ich bin mir fast sicher, dass ich später einmal hierher zurückkehren werde.

Aulus-les-Bains

2. Oktober 2025 / Frankreich / Aulus-les-Bains / Aus Südwesten

Aulus-les-Bains liegt zwischen dem Col de Latrape und dem Col d’Agnes. Vom Latrape herkommend geht es über eine Brücke, dann scharf rechts, dort rund dreissig Meter relativ flach dem Bach entlang und dann beginnt bereits der Aufstieg zu Agnes. Sehr effizient. Schliesslich sind wir ja hier zum Pässefahren. Wie es der Name sagt, ist Aulus-les-Bains ein Badeort. Es gibt vier Quellen mit anerkannter Heilwirkung. Von Bädertourismus habe ich allerdings nicht viel gespürt. Auszumachen waren hingegen etliche Wanderer, was angesichts der herrlichen Berge, die es ringsherum gibt, gut nachzuvollziehen ist.

Col de Latrape (20. Pass)

2. Oktober 2025 / Frankreich / Col de Latrape / Passhöhe

Den GPM (Grand Prix de la Montagne) auf dem Col de Latrape habe ich heute überlegen gewonnen. Und das, obwohl mein Sprint alles andere als überzeugend war. Oder um ganz ehrlich zu sein: Am Schluss des Aufstiegs hatte ich gar keine Lust mehr auf einen Sprint. Aber ich war eben weit und breit der einzige Velofahrer. Ja, die Zahl der Gümmeler und auch die der Motorradfahrer hat in den letzten Tagen spürbar abgenommen. Es ist eben schon Oktober und die Schwergewichte wie Tourmalet, Aubisque und Aspin, die die Massen anziehen, liegen bereits ein ordentliches Stück hinter mir. Macht nichts. Je ruhiger, desto besser.

Wunderschöne Bergbäche

2. Oktober 2025 / Frankreich / Seix / Le Salat

In den letzten Tagen bin ich verschiedentlich Bergbächen entlanggefahren. Alle führten extrem klares Wasser. Wenn dann noch die Sonne hineinscheint, entfaltet sich eine herrliche Farbenpracht. Man fühlt sich automatisch an die schönen Bergbäche im Tessin erinnert.

Seix

2. Oktober 2025 / Frankreich / Seix / Historisches Zentrum

Seix liegt am Fusse des Col de la Core. Der Ort zählt bloss 700 Einwohner, hat aber einige Sehenswürdigkeiten wie zwei Schlossruinen, eine Burg, Kirchen und Kapellen und einige stattliche Bürgerhäuser anzubieten. Schön ist die Gebäudefront entlang des Flusses Le Salat.