Ruinenstadt Ani

21. Februar 2026 / Türkei / Ani / Ausgrabungsstätte

Wir wären beinahe wieder nach Armenien zurückgekehrt. Die Ruinenstadt Ani, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, liegt direkt an der türkisch-armenischen Grenze. Ani, das oft als „Stadt der 1001 Kirchen“ bezeichnet wird, war im 10. Jahrhundert die Hauptstadt des armenischen Bagratiden-Reiches und ein wichtiger Handelsplatz an der Seidenstrasse. Heute ist es in der Osttürkei ein Touristenmagnet. Als wir heute Vormittag zeitig dort eintrafen, waren bereits mehrere Busse, Kleinbusse und Personenwagen vor Ort. Einen solchen Auflauf sind wir uns schlicht nicht mehr gewohnt. Dass die Ruinenstadt gut besucht wird hat aber ihren guten Grund. Die Anlage ist wirklich sehenswert.

Moschee mit bewegter Vergangenheit

20. Februar 2026 / Türkei / Kars / Heilige-Apostel-Kirche

Neben der Festung ist die Heilige-Apostel-Kirche die zweite Hauptsehenswürdigkeit von Kars. Das Gotteshaus wurde im 10. Jahrhundert als armenisch-apostolische Kathedrale erbaut. Nach der osmanischen Eroberung wurde die Kirche im 16. Jahrhundert erstmals in eine Moschee umgewandelt. Von 1877 bis 1918 diente sie als russisch-orthodoxe Kirche. Später war sie ein Museum, bevor sie 1993 erneut in eine Moschee (Kümbet-Moschee) umfunktioniert wurde. Von unserem Übernachtungsplatz aus haben wir einen tollen Blick auf die Heilige-Apostel-Kirche (oder eben auf die Kümbet-Moschee). Das ist sehr schön, heisst aber auch, dass man hier den Muezzin besonders gut hört. Er wird uns morgen früh mit Bestimmtheit kurz wecken. Aber kein Problem: Das gehört nun mal zur Türkei und das nehmen wir gerne hin.

Festung von Kars

20. Februar / Türkei / Kars / Festung

Kars ist nach unserer Rückkehr in die Türkei die erste grössere Stadt, die wir angesteuert haben und in der wir übernachten werden. Wobei: Mit knapp 100’000 Einwohnern ist Kars für türkische Verhältnisse eine eher kleinere Stadt, die uns aber gut gefällt. Die Stadt wird von einer mächtigen, recht gut erhaltenen Festung überragt. Aufgrund der weiten Hochweiden, die die Stadt umgeben, ist Kars für drei Lebensmittel bekannt, die man in vielen Geschäften erwerben kann: Käse, Honig und Gänsefleisch. Am Rande der Altstadt gibt es sogar ein originell gestaltetes Käsemuseum. Wir fühlen uns fast schon heimisch.

Zugefrorener Cildir-See

20. Februar 2026 / Türkei / Cildir Gölü / Gefrorener See

Kurz nach der Einreise in die Türkei sind wir auf knapp 2000 Meter Höhe während vieler Kilometer dem Cildir-See entlang gefahren. Die Eisdecke muss wirklich dick sein, kann man doch an mehreren Stellen mit Pferdeschlitten Fahrten über den See unternehmen. Die Wiedereinreise in die Türkei war deutlich mühsamer als gedacht. Zuerst untersuchte ein Polizist Hopo, was noch zügig vonstatten ging. Dann kamen wir zu einer Zollbeamtin, die ganz offensichtlich erstmals Schweizer Dokumente in den Händen hielt und eine Ewigkeit brauchte, bis sie alles entschlüsselt hatte. Dann untersuchte ein Zollbeamter Hopo sehr gründlich. Da er nicht fand, was er offenbar suchte, wurden wir zurückgeschickt und mussten Hopo von einer Wärmebildkamera durchleuchten lassen. Dann kam ein dritter Zöllner, der nochmals alles ganz genau inspizierte. Gefunden haben sie logischerweise nichts, weil wir nichts Illegales dabei hatten. Das ganze Prozedere dauerte zweidreiviertel Stunden (bei der Einreise von Griechenland her waren es bloss fünfzehn Minuten). Wir wollen uns aber nicht beschweren. Grenzübertritte ausserhalb des Schengen-Raums dauern nun halt mal etwas länger.

Tiefer Winter bei der Ausreise aus Georgien

20. Februar 2025 / Georgien / Watschiani / Schneelandschaft

Bei der Einreise nach Georgien regnete es. In Tiflis konnten wir zwischendurch im T-Shirt herrumlaufen. Und bei der Ausreise ist nun richtig Winter. Wir haben wirklich viel erlebt in Georgien, nicht nur wettermässig. Das Land hat uns gut gefallen. Neben der Schwarzmeerküste gibt es tolle Berglandschaften mit malerischen Tälern und tiefen Canyons zu bestaunen. Auch Batumi und die Hauptstadt Tiflis fanden wir spannend und abwechslungsreich. Was uns weniger gut gefallen hat, waren die Menschen. Einem Georgier ein Lächeln abzugewinnen, ist kein leichtes Unterfangen. Selbst wenn man irgendwo etwas kaufen wollte, wurde man schräg und unfreundlich angeschaut. Nach unseren ersten zwei Reisewochen bei den freundlichen und herzlichen Türken haben wir bei der Einreise nach Georgien einen richtigen Kulturschock erlebt. Trotz dieser Schattenseite bleibt ein guter Eindruck vom Land. Georgien würden wir jederzeit wieder gerne bereisen und uns dann möglichst lange abseits von Menschen in der Natur aufhalten.

Offroad-Fahrt zur Grenze

20. Februar 2026 / Georgien / Bozali / Strasse zur Grenze

Von unserem Übernachtungsort Achalkalaki bis an die Grenze zur Türkei waren heute Vormittag noch knapp vierzig Kilometer zurückzulegen. Weil die von uns angefahrene Zollstation eine von bloss drei Grenzübergängen zwischen Georgien und der Türkei ist, die rund um die Uhr in Betrieb ist, sind wir davon ausgegangen, dass wir eine gute Strasse vorfinden. Pustekuchen. Was wir vorfanden, war eine veritable Offroad-Piste mit unendlich vielen Schlaglöchern. Sicher, es gab auch etwas bessere Streckenabschnitte als den abgebildeten. Insgesamt ist die Grenzstrecke aber in einem desolaten Zustand und wir waren einmal mehr enorm froh darüber, in einem 4×4-Fahrzeug mit guter Federung und viel Bodenfreiheit unterwegs zu sein. Auf der türkischen Seite fanden wir das pure Gegenteil vor: eine vierspurige, restlos von Schnee und Eis befreite Schnellstrasse mit einem makellosen Belag. Danke, liebe Türkei, dass wir bei euch so tolle Strassen benutzen dürfen.

Achalkalaki

20. Februar 2026 / Georgien / Achalkalaki / Festung

Es ist kalt geworden in Georgien. Unsere letzte Nacht im Kaukasusstaat haben wir in Achalkalaki auf 1700 Metern Höhe verbracht. Über Nacht sank das Thermometer auf minus neun Grad. Zum Glück verfügt Hopo über eine gute Heizung, so dass wir bei rund zwanzig Grad Wärme herrlich schlafen konnten. Bis die Frontscheibe am Morgen aber von einer dicken Eisschicht befreit war, hat es gedauert. Achalkalaki liegt schön in den Bergen, hat neben einer Festungsruine aber wenig zu bieten. Uns war aber eh nur wichtig, dass wir vor dem Grenzübertritt in die Türkei an einem ruhigen Ort gut schlafen konnten.

Goodbye Armenien

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Denkmal an der Aragats Strasse

Nach vier Tagen haben wir Armenien wieder verlassen. Das Land hat uns gut gefallen und wir hätten es problemlos länger ausgehalten. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns. Und der Winter ist nicht unbedingt die ideale Zeit, um Armenien zu besuchen. Viele Regionen liegen recht hoch und sind zurzeit schneebedeckt. Im Frühling und Herbst dürfte es attraktiver sein. Die Landschaften hier sind extrem schön, die Menschen freundlich und aufgeschlossen. Einzig die Hauptstadt Eriwan war für uns eher enttäuschend. Ein- und Ausreise brauchen ihre Zeit, sind aber ohne Visum möglich. Die Strassen waren meist deutlich besser als erwartet. Autofahren ist in Eriwan nervenaufreibend und nicht ungefährlich, auf dem Land hingegen unproblematisch. Wir haben stets frei übernachtet und haben uns jederzeit sicher gefühlt. Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann nach Armenien zurückkommen, uns dann mehr Zeit nehmen, einen Bogen um Eriwan schlagen und uns auf die prächtigen Bergregionen konzentrieren.

Geräucherter Fisch

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Geräucherter Fisch

Die Märkte in Georgien haben uns enttäuscht. Das Angebot war recht eingeschränkt und nicht frisch. Ganz anders hier in Armenien. Hier trifft man auf eine Vielzahl verlockender Lebensmittel. An etlichen Ständen gibt es geräucherten Fisch zu kaufen. Wir haben heute Mittag zugegriffen und der Fisch war wirklich lecker. Zu den angeschriebenen Preisen: Drei geräucherte Fische sind für tausend armenische Dram zu haben, was gut zwei Franken entspricht. Mit wenig Geld kann man hier gut leben.

Gasbus

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Bus mit Gasantrieb

Erdgas ist in Armenien recht günstig. Viele Fahrzeuge fahren daher mit Gas. Um Kosten einzusparen, werden zum Teil Busse, die ursprünglich mit Diesel fuhren, auf Erdgas umgerüstet. Bei älteren Bussen sieht man dann gelegentlich recht abenteuerliche Konstruktionen. Die Gastankflaschen werden hier ganz einfach auf einem Lastenträger auf dem Dach montiert. Ob das den EU-Normen entspricht, entzieht sich meiner Kenntnis. Gewisse Zweifel bleiben.