Gjumri

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Erlöserkirche

Auf unserem Weg zurück nach Georgien haben wir fünfzig Kilometer vor der Grenze noch in Gjumri Halt gemacht. Mit 110’000 Einwohnern ist Gjumri die zweitgrösste Stadt Armeniens. Hier hat es uns deutlich besser gefallen als gestern in der Hauptstadt Eriwan. In Gjumri findet man mitten im Zentrum noch freie Parkplätze. Das Leben und der Verkehr sind deutlich weniger hektisch als in Eriwan. Die Stadtmitte ist gut zu Fuss abzulaufen. Toll fanden wir auch den Strassenmarkt mit einem sehr verlockenden Lebensmittelangebot. Und auch die paar Sehenswürdigkeiten, die es in Gjumri gibt, haben uns gut gefallen. Die abgebildete Erlöserkirche wurde 1988 bei einem verheerenden Erdbeben schwer beschädigt und erst vor zwei Jahren nach einer umfassenden Renovation wiedereröffnet. Wir finden, dass die Restaurateure einen tollen Job geleistet haben.

Festung von Dashtadem

18. Februar 2026 / Armenien / Dashtadem / Festung

Unsere vermutlich letzte Nacht in Armenien (zumindest auf dieser Reise) verbringen wir direkt vor den Toren der Festung von Dashtadem. Die Anlage gilt als eine der besterhaltenen Festungen Armeniens und zeichnet sich durch eine Kombination aus einer inneren Zitadelle (der abgebildeten Kernburg) und einer später erbauten äusseren Festungsmauer aus. Morgen fahren wir dann weiter nordwärts nach Georgien und von dort zurück in die Türkei. Die direkten Grenzübergänge von Armenien in die Türkei sind seit 1993 geschlossen. Die Schliessung erfolgte durch die Türkei als Reaktion auf den ersten Bergkarabach-Krieg, in welchem armenische Truppen die Region Kalbadschar eroberten. Die Türkei ist ein enger Verbündeter des damals unterlegenen Aserbaidschan. 2020 hat Aserbaidschan die einst verlorenen Gebiete zurückerobert. Die Grenzen bleiben aber weiterhin geschlossen. So machen wir eben eine Umweg, was wir angesichts der schönen Landschaft, die wir durchfahren, gerne in Kauf nehmen.

Saghmosavank

18. Februar 2026 / Armenien / Saghmosavank / Kirche

Dreissig Kilometer ausserhalb der Hauptstadt Eriwan haben wir die Kirche von Saghmosavank besucht, die im 13. Jahrhundert als Klosterkirche erbaut wurde. Die Kirche ist vor allem wegen ihrer dramatischen Lage direkt am Rand der tiefen Kasagh-Schlucht bekannt. Nur wenige Meter von der Kirche entfernt fällt das Gelände steil ab in einen rund hundert Meter tiefen Canyon. Dieser sieht aktuell mit dem vielen Schnee und grossen Eisformationen besonders spektakulär aus.

Eriwan

18. Februar 2026 / Armenien / Eriwan / Cascade

Armenien und dessen Bewohner gefallen uns bisher gut. Etwas enttäuscht sind wir hingegen von der Hauptstadt Eriwan. Diese ist recht gross (über 1,1 Millionen Einwohner), hat aber für unseren Geschmack wenig zu bieten. Viele der gepriesenen Sehenswürdigkeiten sind im sowjetischen Stil erbaut. Sie sind monumental, aber keinesfalls schön. Ein Beispiel hierfür ist die Cascade, eines der wichtigsten Wahrzeichen von Eriwan. Die Treppenanlage ist mit fünf Plattformen und fast 600 Stufen riesig, aber nicht wirklich sehenswert. Ähnlich ist es uns bei den übrigen angeblichen „Highlights“ von Eriwan ergangen. Weil uns das ländliche Armenien deutlich besser gefällt als dessen Hauptstadt, haben wir unseren Besuch abgekürzt und sind bereits am frühen Nachmittag weitergezogen.

Camperparadies am Sewansee

17. Februar 2026 / Armenien / Sewansee / Wohnwagen bei Hayravank

Freies Übernachten ist in Armenien grundsätzlich erlaubt, was das Land zu einem Paradies für Camper macht. Einzig in Nationalparks, Naturschutzgebieten und auf Privatgrundstücken herrscht ein Übernachtungsverbot. Es hätte uns daher nicht erstaunt, wenn wir im herrlich alten Wohnwagen am Sewansee Kollegen angetroffen hätten. Der Wagen war aber verlassen, so dass uns ein Schwatz verwehrt blieb. Wir wissen daher nicht, ob hier jemand dauerhaft wohnt oder ob der Wagen bloss gelegentlich von Landwirten genutzt wird. Eines wissen wir aber: Der Wagen steht an einem wunderschönen Ort mit herrlichem Blick auf den See und die dahinterliegenden Berge.

Sewansee

17. Februar 2026 / Armenien / Sewansee / See bei Hayravank

Der Sewansee liegt auf 1900 Metern Höhe. Er ist der grösste See im Kaukasus und einer der grössten Süsswasser-Hochgebirgsseen weltweit. Er liegt zentral im Land nahe der Hauptstadt Eriwan und bildet das Herzstück des Tourismus in Armenien. Im Sommer, wenn es im Flachland über vierzig Grad heisst wird, soll es Einheimische und Touristen in Scharen in die Höhe ziehen. Die Bergkulisse, die man hier bestaunen kann, ist wirklich beeindruckend. Uns hat es hier oben extrem gut gefallen.

Kloster Sevanavank

17. Februar 2026 / Armenien / Sevanavank / Kloster

Was auf dem Foto wie Schnee aussieht, ist auch Schnee. Kloster Sevanavank liegt auf knapp 2000 Metern Höhe. Die Strassen hier oben sind sauber und problemlos zu befahren. Ansonsten liegt aber noch recht viel Schnee. Kloster Sevanavank, das im Wesentlichen aus zwei dunklen Tuffsteinkirchen besteht, liegt malerisch auf einer Halbinsel im Sewansee. Während wir beim Kloster Haghartsin die einzigen Besucher waren, trafen wir hier auf eine Vielzahl von Touristen aus allen Herren Ländern. Eriwan liegt nahe und offenbar gibt es viele Hauptstadtbesucher, die sich per Bus oder Taxi an den Sewansee chauffieren lassen oder per Mietauto hierherreisen.

Kloster Haghartsin

17. Februar 2026 / Armenien / Haghartsin / Kloster

Unsere erste Nacht in Armenien war eine recht ruhige. Wir hörten leise den Fluss plätschern und zwischendurch entfernt ein paar Strassenhunde bellen. Die begleiten uns bereits seit Griechenland (natürlich nicht immer die gleichen), so dass wir sie schon fast nicht mehr hören. Nahe unseres Übernachtungsplatzes haben wir am Vormittag Kloster Haghartsin besucht, das abgelegen in den armenischen Bergen liegt. Die Anlage, die vor gut tausend Jahren gegründet wurde, besteht aus mehreren Sakral- und Profanbauten. Im Gegensatz zu den in Georgien besuchten Klöstern, die alle noch aktiv waren, sind wir in Haghartsin auf keine Mönche mehr gestossen.

Dilidschan

16. Februar 2026 / Armenien / Dilidschan / Parksee

Wir haben wieder einmal einen Grenzübertritt hinter uns und sind nun in Armenien. So genau wie an der georgisch-armenischen Grenze sind wir noch nie kontrolliert worden. Gleich drei Grenzbeamte haben Hopo hintereinander von innen inspiziert. Zum Glück hat keiner gemerkt, dass wir das schöne Wetter aus Georgien rüber nach Armenien geschmuggelt haben. Die Zöllner mussten einiges an Daten in ihre Computer eingeben und hatten dabei grosse Mühe, die benötigten Angaben in unseren Dokumenten zu finden. Zudem mussten wir eine neue Haftpflichtversicherung abschliessen und eine Reihe von Gebühren (Zollgebühr, Zollabfertigungsgebühr und Umweltsteuer) in der Höhe von insgesamt 20 Euro bezahlen. Nach rund eineinhalb Stunden war der Spuk vorbei und wir konnten beginnen, die schöne armenische Landschaft zu betrachten. Wir haben im Sinn, rund vier Tage in Armenien zu bleiben. Dann geht’s wieder zurück nach Georgien. An Armenien grenzen vier Nachbarstaaten. Die Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan sind geschlossen. In den im Süden gelegenen Iran wollen wir aktuell nicht. Um wieder in die Türkei zurückzukehren, bleibt uns daher nichts anderes übrig, als eine Zusatzschlaufe via Georgien zu drehen. Da uns Georgien gut gefällt, nehmen wir diesen Umweg aber gerne in Kauf.

Oldtimerland

16. Februar 2026 / Armenien / Dilidschan / Oldtimer

Auf Armeniens Strassen trifft man relativ häufig auf Fahrzeuge älteren Semesters. Diese sehen aber allesamt gut gewartet und gepflegt aus. Einzig in den Steigungen – und von denen gibt es hier viele – merkt man dann, dass sie schwächer motorisiert sind. Bisher ist es recht entspannend, auf Armeniens Strassen unterwegs zu sein. Hier im Norden gibt es recht wenig Verkehr und die meisten Lenker fahren vernünftig. Und vor allem waren die bisher genutzten Strassen gut und breit.
Im Vorfeld haben wir diesbezüglich ganz anderes gelesen. Auch in dieser Hinsicht überrascht uns Armenien positiv.