Dromedare am Strand

12. Februar 2025 / Marokko / Legzira / Dromedar

Wem der Fussmarsch zum Arc de Legzira zu anstrengend ist, kann sich auch auf einem Dromedar dorthin führen lassen. Zwei Kameltreiber bieten mit ihren vier Dromedaren für ein bescheidenes Geld Ausritte an. Über den ganzen Tag verteilt haben sie dann auch ordentlich zu tun. Wir selbst haben noch auf einen Ausritt verzichtet. Wir wollen dann in den Dünen einen Kamelritt unternehmen. Obwohl sie uns nichts verkaufen konnten sind wir mit den beiden Berbern mehrmals ins Gespräch gekommen. Ein klein wenig Schweizer Schokolade hat ihre Zungen gelockert. Die beiden sind das ganze Jahr über am Strand von Legzira beschäftigt und scheinen mit ihrem Leben ganz zufrieden zu sein.

L’Arc de Legzira zum zweiten

12. Februar 2025 / Marokko /  Legzira / L’Arc de Legzira

Am Strand von Legzira hat es uns gestern so gut gefallen, dass wir uns entschlossen haben, einen weiteren Tag und eine weitere Nacht anzuhängen. Das touristische Angebot hier ist bescheiden, aber sehr sympathisch. Übernachtungsplätze gibt es nur wenige. Einige von Einheimischen betriebene Restaurants stuhlen direkt auf den breiten Strand hinaus. Bei Ebbe (der Tidenhub beträgt hier gut zwei Meter) werden Tische, Stühle und Sonnenschirme weiter nach draussen gezügelt, bei Flut holt man sie wieder ein ordentliches Stück zurück. Das Menü- und Getränkeangebot ist überschaubar, aber fein. Ein Einheimischer betreibt eine kleine Surfschule. Dann gibt es noch zwei Kameltreiber und vier Dromedare. Das war es dann. Sanfter Tourismus in Reinkultur.

Sonnenuntergang in Legzira

11. Februar 2025 / Marokko / Legzira / Sonnenuntergang

Den Tag am Strand von Legzira haben wir in vollen Zügen genossen. Auch unser heutiges Nachtessen war speziell. Die Tische und Stühle von drei einfachen Restaurants stehen direkt auf dem Sandstrand. So konnten wir an vorderster Front ein paar wenige Meter vom Meer entfernt ein Filet de Saint Jacques (ein Fischfilet, keine Coquilles de Saint-Jaques) geniessen. Kaum waren wir mit dem Essen fertig, wurde uns quasi als Dessert ein prächtiger Sonnenuntergang „serviert“. Fast schon kitschig.

L’Arc de Legzira

11. Februar 2025 / Marokko / Legzira / L’Arc de Legzira

Legzira sind wir angefahren, weil wir im Internet auf ein Foto des Felsentors gestossen sind. Im vergangenen Sommer haben wir in Irland und in Nordfrankreich einige Felsentore gesehen. Keines hatte aber auch nur annähernd die Dimensionen des Arc de Legzira. Wirklich eindrücklich.

Plage Legzira

11. Februar 2025 / Marokko / Legzira / Häuser am Stand

Den Strand von Legzira erreicht man über eine steile, staubige Schotterstrasse. An dieser gibt es rund zwanzig Parkplätze. Legzira besteht aus rund zwei Dutzend Häuser, wobei in einigen Restaurants und ganz bescheidene Hotels untergebracht sind. Der Strand ist lang und recht breit, mehrheitlich schön sandig, teilweise aber auch mit Steinen durchsetzt. Ich gehöre zu der Spezies Mensch, die nur dann im Meer baden geht, wenn es aussergewöhnlich schön ist (was so alle zwei Jahre einmal der Fall ist). Heute war ich baden. Trotz einer Tageshöchsttemperatur von 24 Grad war der Atlantik recht frisch. Das Bad war aber ein Genuss. Was für ein Glück, hier gelandet zu sein.

Legzira

11. Februar 2025 / Marokko / Legzira / Parkplatz über dem Strand

Eigentliches Ziel unserer heutigen Etappe war die alte Garnisonsstadt Guelmim, die hundert Kilometer südwestlich von Tiznit liegt. Vorher wollten wir aber noch die Küstenstadt Sidi Ifni ansteuern und in Legzira einen ersten Zwischenstop einlegen. In diesem Legzira sind wir nach rund einer Stunde eingetroffen. Schon beim Abzweigen ab der Hauptstrasse haben wir realisiert, dass wir einem ganz speziellen Ort ansteuern. Als uns der Parkplatzwächter fragte, ob wir auch die Nacht hier verbringen wollen, haben wir spontan zugesagt. Hopo steht nun zuvorderst auf einer Klippe. Unter uns die paar wenigen Häuser von Tiznit, ein traumhaft schöner Strand und der wilde Atlantik. Was für ein Glück, hier zu landen.

Tiznit

10. Februar 2025 / Marokko / Tiznit / Bab Ljdid

Tiznit liegt gut 80 Kilometer südlich von Agadir im Landesinnern. Die ehemalige Garnisonsstadt ist heute ein wichtiges Handelszentrum. Die 75’000 Einwohner sind praktisch allesamt Angehörige verschiedener Berberstämme. Alles läuft hier viel gemütlicher ab als in den grossen Städten, in denen wir zuvor waren. Bei der Planung des heutigen Tages waren wir etwas erstaunt, dass es in der Kleinstadt sechs Campingplätze gibt. Wir nahmen an, dass wir bei diesem grossen Angebot praktisch alleine sein werden. Weit gefehlt. Unser Campingplatz war bei unserer Ankunft am führen Nachmittag voll (das zweite Mal hintereinander) und wir können froh sein, dass wir noch einen kleinen Ausweichplatz zugeteilt erhalten haben. Der Grund hierfür sind Dauercamper. Ein Beispiel hierfür ist unserer Platznachbar aus der Lüneburger Heide, der zum siebzehnten Mal hintereinander den Winter in Marokko verbringt und praktisch die ganzen 90 Tage, die man im Land bleiben darf, in Tiznit verbringt. Sehr viel Sonne, angenehme Temperaturen (heute bis 25 Grad) und günstige Preise sind gute Argumente für einen längeren Aufenthalt im südlichen Marokko.

Agadir

10. Februar 2025 / Marokko / Agadir / Strand und Burghügel

Agadir (auf deutsch übersetzt „Speicherburg“) zählt 700’000 Einwohner und ist die südlichste Touristenhochburg Marokkos. Anzutreffen sind überwiegend Badetouristen, die wegen des angenehmen Klimas und den schönen Stränden nach Agadir reisen. Neben einer alten Burg hat Agadir unserer Meinung nach wenig zu bieten. Der Grund ist ein trauriger. Ende Februar 1960 wurde Agadir von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht und weitgehend zerstört. Rund ein Viertel der Bevölkerung verlor ihr Leben. Die Stadt wurde dann praktische von Grund auf neu erbaut und ist deshalb heute die modernste von ganz Marokko. Uns zieht es in die eher ländlichen Regionen. Gerne nutzen wir aber das Angebot einer Grossstadt um unsere Essensvorräte nochmals richtig aufzustocken.

Arganöl

9. Februar 2025 / Marokko / Essaouira / Medina / Arganöl

Die reifen Früchte der Arganbäume gleichen vom Aussehen her Haselnüssen, sind aber weicher. Die Früchte können wegen den vielen Dornen und des dichten Astwerks nicht von den Bäumen geschlagen werden, sondern fallen mit der Zeit herunter und werden dann von Hand zusammengetragen. Nun gilt es die Kerne herauszuschälen. Diese werden dann aufgeschlagen. Die darin enthaltenen Mandeln werden gemahlen, um das kostbare Arganöl zu gewinnen. In der Medina von Essaouira machen das etliche Frauen noch von Hand. Arganöl wird in Kosmetika verwendet, kann aber auch verspiesen werden. Sehr beliebt ist Amlou. Amlou ist ein Gemisch aus Mandeln, Arganöl und Honig. Der typisch marokkanische Brotaufstrich sieht ähnlich aus wie Nutella, hat jedoch einen ganz anderen, mindestens ebenso guten Geschmack

Ziegen auf Arganbäumen

9. Februar 2025 / Marokko / Temanar / Arganbaum mit Ziegen

Heue Nachmittag kamen wir in den Genuss eines ganz speziellen Schauspiels. In der landschaftlich sehr reizvollen Gegend südlich von Essaouira (UNESCO-Biosphärenreservat) wachsen primär Arganbäume. Dieser extrem dornige Baum wächst nur in bestimmten Gebieten Marokkos, Algeriens und Mauretaniens. Um an die leckersten Früchte zu gelangen, klettern die Ziegen auf die Äste der Arganbäume und tun sich dort gütlich. Dass es das gibt, wussten wir. Wir hätten aber nie gedacht, dass wir das einmal live sehen würden. Doch auf halber Strecke zwischen Essaouira und Agadir haben wir etwas abseits der Hauptstrasse tatsächlich eine Herde Ziegen entdeckt, die sich um zwei Arganbäume scharrten und auf diese kletterten. Ein eindrückliches Schauspiel, dass unvergesslich bleibt.