20. Teilstrecke vom 11. Oktober 2025

Strecke: Amélie-les-Bains – Argelès Plage – Collioure – Col de Mollo – Cerbère (und zurück)

Streckenlänge: 136 Kilometer / 1’400 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (20 Tagesetappen): 1’938 km / 42’000 Höhenmeter

Heutiger Pass: Col de Mollo (34. und letzter Pass / 231 Meter / beidseitig befahren)

Von Amélie-les-Bains nach Argelès Plage (knapp 40 Kilometer) fällt die Strecke zuerst leicht ab und verläuft dann recht flach. Mehrheitlich können Radwege benutzt werden. Ab Argelès Plage gibt es dem Meer entlang weder Radwege noch flache Passagen. Dauernd ist man in einem Aufstieg oder einer Abfahrt. Der Col de Mollo ist nicht hoch, aber von Collioure aus mit brutal steilen Rampen gespickt (mit Sicherheit deutlich über zwanzig Prozent steil). Am letzten Pass wurde ich doch noch gezwungen, für kurze Passagen vom Fahrrad zu steigen. Von Banyuls-sur-Mer herkommend ist der Aufstieg auf einer schmalen, eher schlechten Strasse, deutlich angenehmer (unter zehn Prozent).

Amélie-les-Bains

10. Oktober 2025 / Frankreich / Amélie-les-Bains / Alter Ortskern

Vom Col de Xatard fällt die Strasse kontinuierlich leicht ab, bis man in Amdélie-les-Bains den Talgrund erreicht. Der Ort hat ein strahlendes und ein weniger schönes Gesicht. Das weniger schöne Gesicht sind die Industrie- und Gewerbebauten sowie die Schnellstrasse im Talgrund. Das strahlende Gesicht ist der alte Ortskern, der sich dem Hügel entlang hochzieht. Von Amdélie-les-Bains geht es morgen auf rund dreisisg Kilometern mehr oder weniger flach ans Meer. Dann kommen noch einige Aufstiege, so unter anderem der Col de Mollo, der letzte Pass der Route des Cols. Mal schauen, ob ich den morgen noch schaffe.

Col de Xatard (33. Pass)

10. Oktober 2025 / Frankreich / Col de Xatard / Passhöhe

Vom Col de Fourtou aus sind bloss noch knapp hundert Höhenmeter zu überwinden, bis man auf dem
Col de Xatard, dem zweitletzten Pass der Route des Cols, angelangt. Auf der Passhöhe kommen drei Strassen zusammen. Das ist es dann auch schon. Berge gibt es ringsherum keine zu bewundern. Ich bin eben nicht mehr in den Hautes-Pyrénées, sondern in den Pyrénées-Orientales, und die kommen zumindest entlang meiner heutigen Route viel sanfter und zahmer daher.

Col de Fourtou (32. Pass)

10. Oktober 2025 / Frankreich / Col de Fourtou / Nordseite

Von Prades bis Bouleternère fährt man auf einer stark frequentierten Schnellstrasse, was nicht sehr lustig ist. Dann zweigt ein schmales Strässchen südwärts ab zum Col de Fourtou. Und plötzlich fühlt man sich fast alleine. Auf den 17 Kilometern von Bouleternère bis zur Passhöhe gibt es nur ein Mini-Dörfchen und ein paar einzelne, verstreute Häuser. Entsprechend wenig Verkehr hat es, was das Fahrradfahrerherz erfreut. Praktisch durchwegs im Wald (im Norden dominieren Eichen, im Süden kommen Kastanienbäume dazu) geht es stetig ein wenig bergauf, bis man irgend einmal auf dem 656 Meter hohen Pass angelangt ist. Kein spektakulärer Pass, aber doch einer, der schön zu fahren ist.

Col de Ternère (31. Pass)

10. Oktober 2025 / Frankreich / Lac de Vinça / Stausee

Der Col de Ternère ist wieder ein Pass, der eigentlich gar keiner ist. Von Prades her kommend steigt die Strasse dauernd leicht an und fällt dann wieder ab. Und bei einem dieser doch eher flachen Anstiege steht plötzlich eine Passtafel. Ohne diese Tafel hätte man wirklich nicht gemerkt, dass man oben auf einem Pass ist. Gut, dieser ist auch bloss 233 Meter hoch. Und zu sehen gibt es neben der Schnellstrasse rein gar nichts. Schon etwas attraktiver ist der Stausee (Lac de Vinça), an dem man kurz vorher vorbeifährt. Der tiefe Pegelstand des Sees erinnert mich daran, dass es seit zweieinhalb Wochen nicht mehr geregnet hat. Was für ein Wetterglück, das mir zuteil wird.

19. Teilstrecke vom 10. Oktober 2025

Strecke: Prades – Col de Ternère – Col de Fourtou – Col de Xatard – Amélie-les-Bains (und zurück)

Streckenlänge: 115 Kilometer / 1’600 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (19 Tagesetappen): 1’802 km / 40’600 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col de Ternère (31. Pass / 233 Meter / beidseitig befahren), Col de Fourtou (32. Pass / 656 Meter / beidseitig befahren) und Col de Xatard (33. Pass / 752 Meter / beidseitig befahren)

Alle drei heutigen Pässe sind einfach zu befahren. Steil wird es bei keinem Anstieg. Sehr unterschiedlich war heute das Verkehrsaufkommen. Von Prades bis Bouleternère (knapp 15 Kilometer) befindet man sich auf einer stark befahren Strasse, wo es laut und nervig ist. Von Bouleternère bis Amélie-les-Bains (über 40 Kilometer) fährt man dann durch einsame Wälder und begegnet bloss alle fünf bis zehn Minuten einem Auto oder Motorrad. Herrlich.

Villefranche-de-Conflent

9. Oktober 2025 / Frankreich / Villefranche-de-Conflent / Stadtmauer

Villefranche-de-Conflent gehört offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Aktuell gibt es über das ganze Land verteilt 164 Dörfer, die diese Auszeichnung tragen dürfen. Um auserkoren zu werden, müssen die Dörfer strenge Kriterien wie etwa eine intakte historische Bausubstanz erfüllen. Villefranche-de-Conflent ist vollständig von einer bestens erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben. Innerhalb der Mauer gibt es reizvolle Gassen und die mächtige romanische Kirche Saint-Jacques. Oberhalb der Stadt thront das Fort Libéria, das zur Festungsanlage von Vauban gehört und Teil des UNESCO-Welterbes ist. Ein eindrücklicher Ort.

Col de la Perche (30. Pass)

9. Oktober 2025 / Frankreich / Col de la Perche / Passhöhe


Mit dem Col de la Perche (1579 Meter) habe ich heute den letzten hohen Pass bewältigt, der zur Route des Cols gehört. Es bleiben nun noch vier kleinere Pässe und gut 200 Kilometer Strecke (hin und zurück). Der Aufstieg von Prades her ist deutlich steiler als es die Anstiege in den letzten Tagen waren. Insgesamt gehört der Col de la Perche zu den schwierigeren Pässen. Schade, dass die Landschaft oben auf dem Pass recht eintönig ist. Dafür gibt es noch eine alte, steinerne Passtafel, die man immer seltener sieht. Und – oh Wunder in unserer heutigen Zeit -, sie ist noch mit keinem einzigen Abziehbild verunstaltet. Und es bietet sich auch eine gute Gelegenheit, um endlich einmal meinem Gravel-Bike zu einem Auftritt im Blog zu verhelfen. Pannenfrei hat es mich nun bergauf und bergab über dreissig Pässe begleitet. Hopo ist wichtig, aber auf dieser Reise war mein Bike noch eine Spur wichtiger.

18. Teilstrecke vom 9. Oktober 2025

Strecke: Col de la Quillane – Col de la Perche – Prades (und zurück)

Streckenlänge: 88 Kilometer / 1’500 Höhenmeter

Bisherige Gesamtstrecke (18 Tagesetappen): 1’687 km / 39’000 Höhenmeter

Heutige Pässe: Col de la Perche(30. Pass / 1579 Meter / beidseitig befahren)

Vom Col de la Quillane her ist der Col de la Perche extrem einfach zu befahren. Zuerst fällt die Strasse ab, dann verläuft sie flach oder steigt nur leicht an. Und schon ist man nach wenigen Kilometern auf dem Pass. Anders sieht der Aufstieg von der Ostseite her aus. Hier gilt es ab Prades 1’250 Höhenmeter zu überwinden. Die Steigung ist im oberen Teil während längerer Zeit bei zehn Prozent. Alles in allem ist es einer der schwereren Pässe im Rahmen der Route des Cols.

Monument Emmanuel Brousse

8. Oktober 2025 / Frankreich / Mont-Louis / Monument Emmanuel Brousse

Das Monument Emmanuel Brousse liegt zwischen dem Col de la Quillane und dem Col de la Perche, den ich morgen auf dem Programm habe. Der Kreisel rund um das Denkmal war für mich heute der ideale Ort um zu wenden. Von hier aus hatte ich zuerst noch den Südaufstieg des Quillane zu bewältigen, der allerdings kurz und leicht ist. Nach einer kurzen Abfahrt folgte die Querung des Hochplateaus und dann eine 25 Kilometer lange Abfahrt der Aude entlang, die einfach nur herrlich war. Zurück zum Denkmal. Emmanuel Brousse war ein bekannter französischer Kriegspilot, Journalist, Politiker, Diplomat und Unternehmer, der aus der Region stammt. Was man nicht alles lernt, wenn man auf dem Fahrrad unterwegs ist.