Regentag an der Bucht von Kotor

17. Dezember 2025 / Montenegro / Kameno / Bucht von Kotor

Der angekündigte Regentag ist Tatsache geworden. Wir (Hopo und ich) haben uns daher entschieden, einen Ruhetag einzulegen. Wir haben einen tollen Aussichtspunkt oberhalb von Herceg Novi gefunden, an dem wir den ganzen Tag gestanden sind und wo wir auch die Nacht verbringen werden. Trotz schlechtem Wetter haben wir die Aussicht von hier oben genossen. Die Bucht von Kotor (Boka Kotorska) ist eine spektakuläre, fjordähnliche Meeresbucht, die von steilen Kalksteinbergen umgeben ist. Gelegentlich wird die Bucht auch als der südlichste Fjord Europas bezeichnet, was aber falsch ist. Fjorde sind durch die Erosion von Gletschern entstanden, was bei der Boka Kotorska nicht der Fall ist. Der Schönheit der Gegend tut das aber keinen Abbruch.

Herceg Novi

16. Dezember 2025 / Montenegro / Herceg Novi / Stari Grad mit Crkva sv. Arhangela Mihaila

Ich bin nun in Montenegro. Der Grenzübertritt verlief problemlos. Einen Grenzkontrollstempel der Bosnier in den Reisepass, einen der Mazedonier, und weiter geht die Reise (ja, lieber Frank, es gibt sie doch noch, die Passstempel). Durch eine schöne Karstlandschaft bin ich hinunter an die Bucht von Kotor gefahren. Ich habe mir heute noch Herceg Novi angeschaut, ein schöner Badeort, der nicht nur bei den Montenegriner beliebt ist. Herceg Novi verfügt über ein beeindruckendes Verteidigungssystem mit mehreren Festungen und über eine schöne, gepflegte Altstadt. Einen Unterschied zu Kroatien konnte ich bisher nicht ausmachen. Der Euro ist hier wieder die Landeswährung, und Parkplätze sind auch hier eine Mangelware. Irritiert hat mich einzig, dass Herceg Novi auch als „Stadt der Sonne“ bezeichnet wird. Davon habe ich heute nichts gemerkt.

Trebinje

16. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Trebinje / Sultan Ahmedova Moschee

Von Dubrovnik aus bin ich noch ein drittes Mal nach Bosnien und Herzegowina eingereist. Ich wollte mir noch Trebinje anschauen. Die Stadt im äussersten Südosten der Republik besitzt eine schöne Altstadt, die es wert ist, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Und ich wollte auch noch meine restlichen Konvertible Mark (hiesige Währung) unter die Leute bringen; nochmals günstig tanken und den Rest des Geldes in Wein, Bier und Lebensmittel umwandeln (wobei ich über das reichhaltige Angebot im hiesigen Supermarkt sehr erstaunt war). Danach habe ich Bosnien und Herzegowina definitiv verlassen. Das Land hat mir gut gefallen. Die Landschaft ist eindrücklich und es gibt etliche Städte, deren Besuch sich wirklich lohnt. Ich bin mir fast sicher, dass ich irgend einmal wiederkomme.

Dubrovnik aus der Höhe

15. Dezember 2025 / Kroatien / Dubrovnik / Altstadt aus der Höhe

Einen prächtigen Blick auf die Altstadt hat man von der Stadtmauer aus, die den ganzen historischen Kern Dubrovniks umspannt. Noch schöner ist der Blick auf Dubrovnik aber vom gut 400 Meter hohen Sergiusberg (Berg Srd) aus. Man kann diesen mit einer Seilbahn oder zu Fuss erreichen. Da Bewegung gut tut, habe ich den Sergiusberg erwandert, was den Vorteil hat, dass man die Altstadt von etlichen Aussichtspunkten aus in unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann. Der Aufstieg war schweisstreibend, hat sich aber in jeder Hinsicht gelohnt.

Dubrovnik

15. Dezember 2025 / Kroatien / Dubrovnik / Altstadt von Osten her

Dubrovnik wird auch als „Perle der Adria“ bezeichnet. Und diesen Beinamen hat sich die Stadt redlich verdient. Dubrovnik ist wirklich wunderschön. Die Altstadt, die selbstverständlich zum UNESCO-Welterbe gehört, beeindruckt durch ihre mittelalterliche Architektur, herrliche Gebäude und verwinkelte Gassen. Herausragend ist auch die Stadtmauer, die fast zwei Kilometer lang ist und von der aus man einen herrlichen Blick auf die Altstadt hat. Für mich ist Dubrovnik die schönste Stadt Kroatiens, ja vermutlich sogar die schönste Stadt meiner ganzen Balkanreise.

Pocitelj

14. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Pocitelj / Burg und Sisman Ibrahim Pasa Moschee

Es geht wieder Richtung Meer. Auf dem Weg dorthin habe ich im kleinen Dorf Pocitelj einen Zwischenhalt eingelegt. Pocitelj ist ein mittelalterliches, osmanisches Dorf, das wegen seiner speziellen Architektur bekannt ist. Hoch über dem Dorf ragt eine Burgruine. Daneben gibt es einige gut erhaltene osmanische Gebäude wie die Sisman Ibrahim Pasa Moschee, ein Hammam und ein Han (Gasthaus). Pocitelj liegt sehr schön am Fluss Neretva. Das Dorf steht auf der vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes, was seine Bedeutung unterstreicht. Ich staune immer wieder, was das wenig bekannte Bosnien und Herzegowina alles zu bieten hat.

Kloster Blagaj

14. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Blagaj / Kloster

Nur 14 Kilometer südöstlich von Mostar liegt Blagaj. Der Fluss Buna entspringt hier als Karstquelle und tritt aus einer tiefen Felshöhle heraus, über der sich eine mächtige, steil aufragende Felswand befindet. Genau dort wo der Fluss aus der Felswand hervorspringt, wurde bereits im 6. Jahrhundert ein erstes Kloster gegründet. Das heutige Kloster stammt aus dem 16. Jahrhundert (gegründet von einem türkischen Sultan). Ein magischer Ort, der mich beeindruckt hat.

Geheimtipp für Mostar

14. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Mostar / Stari Most

Bei meinem Bummel durch Mostar bin ich auf eine alte Steinbrücke gestossen, die praktisch nur die Einheimischen kennen. Ich war dann auch fast alleine dort. Quatsch! Die Stari Most (Alte Brücke) von Mostar kennt natürlich jeder und jede. Oder zumindest fast jeder und jede. Sie ist das wohl bekannteste Fotomotiv in Bosnien und Herzegowina und jeder, der nach Mostar kommt, geht zur alten Steinbrücke und überquert sie ein paar Mal. Die Brücke sieht sehr alt aus, ist es aber leider nicht. Die Stari Most wurde am 9. November 1993 während des Bosnienkriegs durch bosnische Kroaten zerstört. 2004 wurde die Brücke, die ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammt, wieder neu errichtet. Auch wenn die Stari Most nur ein Nachbau ist, sieht sie trotzdem genial aus. „Unsere“ Luzerner Kapellbrücke ist ja schliesslich auch nicht mehr im Originalzustand.

Mostar wie man es kennt

14. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Mostar / Altstadt nordöstlich der Stari Most

Mostar ist die Stadt, die in Bosnien und Herzegowina am meisten Touristen anzieht. Seit meiner Abreise Ende November hatte ich fast immer das Gefühl, mich ausschliesslich unter Einheimischen aufzuhalten. Das war heute definitiv anders. Mostar zieht pro Jahr rund eine Million Touristen an. Der Antrag war heute saisonal bedingt sicher unterdurchschnittlich, aber immer noch gross. Etliche Busse waren vor Ort, und auch asiatische Gruppen waren gut vertreten. Dass Mostar so viele Touristen anzieht, kommt nicht von ungefähr. Die Stadt ist wirklich sehr schön. Wenn dann noch so tolles Wetter wie heute hinzukommt, dann kann man ganz einfach nur glücklich sein.

Geschichtsträchtige Brücke

13. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Sarajevo / Lateinerbrücke

Die Lateinerbrücke in Sarajevo sieht unscheinbar aus. Die Brücke hat aber eine grosse historische Bedeutung. Von ihr aus wurde am 28. Juni 1914 der österreichisch-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie von einem serbischen Nationalisten erschossen. Das Attentat von Sarajevo löste eine Kettenreaktion aus, die letztendlich zum Ersten Weltkrieg führte. Ich fand es eindrücklich, kurz an einem Ort zu verweilen, der einen so starken Einfluss auf die Weltgeschichte hatte.