Das türkische Disneyland

4. Februar 2026 / Türkei / Eskisehir / Sazova Park / Schloss

Auf der Fahrt ostwärts Richtung Ankara haben wir in Eskisehir einen längeren Zwischenhalt eingelegt. Eskisehir zählt gut 800’000 Einwohner und ist damit doppelt so gross wie Zürich als grösste Schweizer Stadt. Am Rand der Grossstadt, die in der Türkei einwohnermässig nur die Nummer zehn ist, gibt es einen grossen Freizeitpark mit unterschiedlichsten Attraktionen. Das markanteste Wahrzeichen des Parks ist ein Märchenschloss, das als „Disneyland der Türkei“ gilt. Die Türme des Schlosses sind Repliken berühmter Türme aus der Türkei. So ist etwa der Hauptturm dem bekannten Galata-Turm aus Istanbul nachempfunden. Dass wir das Schloss amüsant finden, zeigt, dass wir uns schon recht an die Türkei gewöhnt haben. Zu Beginn fanden wir alles Türkische sehr speziell, jetzt beginnen wir bereits, etwas Westliches als speziell zu empfinden.

Iznik

3. Februar 2026 / Türkei / Iznik / Grüne Moschee

Yeah! Endlich kann ich wieder einmal ein Foto mit einem halbwegs blauen Himmel und einem von der Sonne beschienenen Motiv in den Blog stellen. Am Vormittag war der Himmel in Bursa noch so stark verhangen, dass ich viel Geld dagegen gewettet hätte, dass es heute noch schön wird. In Iznik, das sehr schön am Iznik Gölü (Iznik-See) gelegen ist, kamen wir am späteren Nachmittag aber tatsächlich in den Genuss des Wetters, das wir uns seit gut einer Woche wünschen. Iznik zählt rund 50’000 Einwohner und ist über die Türkei hinaus bekannt für die farbige Keramik, die hier hergestellt wird. Das Städtchen hat aber auch sonst Einiges zu bieten. Speziell gut gefallen hat uns das farbig gekachelte Minarett der grünen Moschee, die von Palmen eingesäumt wird.

Cumalikizik

3. Februar 2026 / Türkei / Cumalikizik / Dorfgasse

Cumalikizik ist ein kleines Dorf, das rund zehn Kilometer östlich von Bursa liegt. Das Dorf gilt als das besterhaltene Beispiel für eine frühosmanische Siedlung. Die Häuser sind meist aus Stein, Holz und Lehmziegeln gebaut und zum Teil über 700 Jahre alt. Cumalikizik gehört daher sicher zu Recht zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Etwas schade ist, dass es mittlerweile fast vor jedem Haus einen Souvenir-Verkaufsstand gibt und dass viele Untergeschosse in Cafés und Restaurants umgewandelt wurden. An Stelle eines historischen Dorfes trifft man heute auf einen recht grossen Open-Air-Basar. Den Einwohnern kann man natürlich nicht verargen, dass sie nicht bloss als Kulisse dienen wollen, sondern dafür schauen, dass von den Touristenmassen auch etwas zurückbleibt. Dass das Dorf damit einiges von seinem Charme verloren hat, wird sie kaum gross stören.

Bursa

3. Februar 2026 / Türkei / Bursa / Kuyum Atölyesi Ali Karatas

Die Fahrt von Istanbul ins 100 Kilometer südlicher gelegene Bursa haben wir bereits gestern hinter uns gebracht. Weil es ununterbrochen regnete, haben wir den Besuch der viertgrössten türkischen Stadt, die zwei Millionen Einwohner zählt, auf heute verschoben. Das Zentrum von Bursa ist wirklich sehenswert. Es gibt einige eindrückliche historische Bauten zu betrachten. Dazwischen befindet sich ein riesiger Basar. Angeboten werden sehr viel Schmuck, Kleider (Bursa ist bekannt für Seidentücher und -kleider), Süssigkeiten, Fisch und Fleisch, Obst und Gemüse und viel Krimskrams. Zwischen den Geschäften trifft man immer wieder auf Restaurants und Imbissstände. Wir sind uns sicher: Verhungern werden wir in der Türkei definitiv nicht.

Trüber Tag in Istanbul

1. Februar 2026 / Türkei / Istanbul / Salis Madrisa

Wir sind in Istanbul. Hopo steht rund zehn Kilometer ausserhalb des Zentrums. Die Fahrt dorthin war gestern Nachmittag recht anstrengend. Durch einen so dichten Verkehr wie hier musste sich Hopo noch nie hindurchkämpfen. In Istanbul leben über 15 Millionen Menschen und es soll weit mehr als 2 Millionen Motorfahrzeuge geben. Kein Wunder, dass der Verkehr trotz einer Vielzahl von Autobahnen mehr steht als rollt. Dafür sind wir von unserem Übernachtungsplatz aus zügig per ÖV ins Stadtzentrum gelangt. Leider war es heute kalt und trüb und später dann auch noch nass. Istanbul ist aber auch bei schlechtem Wetter eine absolut faszinierende Stadt, die entsprechend viele Touristen anzieht. Das war gestern in Edirne noch ganz anders. Noch ein Unterschied zwischen den beiden Städten: In Istanbul haben sie uns für Holländer gehalten, in Edirne für Bulgaren oder Rumänen. Andere Touristen kennen sie in Edirne offenbar gar nicht.

Galatabrücke

1. Februar 2026 / Türkei / Istanbul / Galatabrücke

Was machen die Istanbullu an einem kalten, trüben Sonntag im Februar? Sie gehen fischen. Zumindest eine stattliche Anzahl von ihnen tut das. Die bekannte Galatabrücke in Istanbul ist 500 Meter lang und wurde heute beidseitig von den Hobbyfischern in Beschlag genommen. Viele freie Plätze gab es nicht mehr. Das Erstaunliche dabei: Die meisten von ihnen haben tatsächlich etwas gefangen. Der Fang bestand allerdings praktisch ausschliesslich aus kleinen Sardinen, Sardellen und Stöckern. Eine mehrköpfige türkische Familie lässt sich damit wohl nur in den seltensten Fällen ernähren. Aber der Zeitvertreib unter Seinesgleichen scheint eh wichtiger zu sein als der Fang.

Leckere Balik Ekmek

1. Februar 2026 / Türkei / Istanbul / Karaköy-Fischmarkt

Je länger wir den Fischern auf der Galatabrücke zugeschaut haben, umso stärker hat es uns nach Fisch gelüstet. Selber fischen mochten wir aber nicht. Gut, dass es auf beiden Seiten der Brücke Grillstände gibt, bei denen man für ein kleines Geld Balik Ekmek (Fischbrötchen) kaufen kann. Unsere Testesserei hat ergeben, dass die Fischbrötchen auf der Südseite der Galatabrücke fein sind, dass es auf der Nordseite beim Karaköy-Fischmarkt noch viel bessere gibt. Geschätzter Grillmeister: Bei unserem nächsten Istanbul-Besuch kommen wir wieder an deinem Stand vorbei und werden gleich mehrfach zuschlagen. Versprochen!

Mama-Otomati

1. Februar 2026 / Türkei / Istanbul / Katzenfutterautomat

Die Istanbuler Katze haben es gut (zumindest jene im Stadtzentrum). Haben sie einmal Hunger, müssen sie bloss beim nächsten Mama-Otomati (Katzenfutterautomaten) vorbeischauen. Die Funktionsweise der Automaten ist einfach. Der tierliebende Tourist wirft oben eine oder mehrere Münzen ein. Unten kommt das Katzenfutter raus, von dem die Istanbuler Mietzekatzen leben. Die Geschäftsidee scheint zu funktionieren. Selbst in der Nebensaison wird so viel Geld in die Automaten geworfen, dass die Katzen es nicht schaffen, alles Futter wegzufressen. Ob man den Tieren damit einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln. Aber solange die Kasse stimmt und der Hunger der Katzen gestillt ist, scheint sich hier niemand gross daran zu stören.

Edirne

31. Januar 2026 / Türkei / Edirne / Selimiye-Moschee

Obwohl unser Standplatz direkt am Rande der Altstadt von Edirne lag, haben wir in unserer ersten Nacht in der Türkei herrlich geschlafen. Und das länger, als wir es eigentlich vorhatten, was auch damit zusammenhängen mag, dass wir bei der Einreise in die Türkei erneut die Zeitzone gewechselt haben und nun zwei Stunden Vorsprung gegenüber der Schweiz haben. Wir haben am Vormittag nochmals die Altstadt von Edirne besucht, die uns sehr gut gefallen hat. Es gibt einige eindrückliche Moscheen und andere historische Bauten. Toll war es auch, durch die Basare und die Fussgängerzone zu schlendern und dem emsigen Treiben zuzuschauen. Das Angebot der vielen Lebensmittelgeschäfte und Restaurants hier ist extrem verlockend. Mit wenig Geld hätten wir uns in Kürze einen ordentlichen Bauch zulegen können. Wir haben aber Standfestigkeit bewiesen und es bei einem türkischen Kaffee und einem ersten Stück Baklava bewenden lassen. Das grosse Schlemmen haben wir vorerst einmal auf den Februar verschoben.

Ankunft in der Türkei

30. Januar 2026 / Türkei / Edirne / Grosser Basar

Am 30. Januar 2026 sind wir am späteren Nachmittag in der Türkei angekommen. Der Grenzübertritt von Griechenland her verlief reibungslos. Wir haben offensichtlich einen Grenzposten ausgesucht, der nur selten von Westeuropäern benutzt wird. Noch viel seltener scheinen hier Pickup-Camper zu passieren. Der Grenzbeamte, der für die Fahrzeugkontrolle zuständig war, hat auf alle Fälle Gefallen an Hopo gefunden. Statt nach Schmuggelware zu suchen, liess er sich den Innenausbau im Detail erklären. Dass wir so lange mit unserem Gefährt unterwegs sind, konnte er dann aber nur schwer verstehen. Hauptsache ist aber, dass wir nach relativ kurzer Zeit problemlos einreisen durften. Wegen einbrechender Dunkelheit haben wir von Edirne noch nicht allzu viel gesehen. Was wir aber gesehen haben, hat uns gut gefallen und Appetit gemacht auf einen ausführlicheren Spaziergang morgen Vormittag. Und die Menschen, die wir bisher angetroffen haben, waren allesamt sehr freundlich. Obwohl unser 24-Stunden-Parkplatz fast nichts kostet, hat uns der Platzwart noch mit feinen Süssigkeiten beschenkt. So reist man doch gerne in ein neues Land ein.