Sparta

12. April 2026 / Griechenland / Sparta / König Leonidas

Der schnellste und bequemste Weg von Leonidio nach Nordmazedonien würde über die Autobahn entlang der Ostküste Griechenlands führen. Diese Strecke kenne ich aber bereits. Ich wechsle daher vorerst einmal auf die Westküste des Peloponnes, fahre dieser entlang hoch, überquere den Golf von Patras und fahre dann landeinwärts gegen Norden. Die erste grössere Stadt, die ich heute auf dieser Route durchquert habe, war Sparta. Im antiken Griechenland war Sparta die führende Landmacht und der wichtigste Gegenspieler Athens. Die Spartiaten widmeten ihr Leben dem Kriegsdienst und galten als unbesiegbare Elitekämpfer. Sie waren bekannt für ihre äusserst bescheidene Lebensweise ohne jeden Überfluss. Die Hauptsehenswürdigkeit von Sparta ist das Leonidas-Monument am Eingang zum antiken Stadion. Echt spartanisch, wenn man mit den Kulturgütern vergleicht, die Athen zu bieten hat.

Kloster Elona

11. April 2026 / Griechenland / Leonidio / Kloster Elona


Kloster Elona klebt wie ein Adlerhorst an einer steilen Felswand des Parnon-Gebirges westlich von Leonidio. Schon die Anfahrt ist sehr schön. Durch die enge Dafnon-Schlucht schlängelt sich die Serpentinenstrasse auf gut 550 Meter hoch. Das eindrückliche griechisch-orthodoxe Frauenkloster, das ein bedeutendes Wallfahrtsziel ist und daher am heutigen Ostersamstag gut besucht war, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Als wir auf unserer Balkanreise im Norden der Türkei das letzte Mal ein Felsenkloster besucht hatten, war die Landschaft tief eingeschneit. Schnee hatte es heute zum Glück keinen. Aber es ist kühler und trüber geworden im Peloponnes. Für mich ist damit der Zeitpunkt gekommen, definitiv die Rückreise anzutreten. Die vier Tage im östlichen Peloponnes waren super schön. Ich hoffe doch sehr, dass ich irgendwann noch die Gelegenheit haben werde, den ganzen Peloponnes eingehend zu erkunden.

Leonidio

10. April 2026 / Griechenland / Leonidio / Felsen im Norden


Marokko-Feeling in Leonido. Die Kleinstadt ist von den steilen Felswänden des Parnon-Gebirges umgeben. Die farbigen Felsen, die Palmen, der blaue Himmel und die angenehmen Temperaturen haben mich heute stark an Marokko erinnert, wobei das Leben hier natürlich anders getaktet ist als im Maghrebstaat. Heute war sehr viel los im Städtchen. Die Griechen feiern das orthodoxe Osterfest dieses Jahr eine Woche später als wir in Mitteleuropa. Der arbeitsfreie Karfreitag und das tolle Wetter haben heute einen grossen Ausflugsverkehr verursacht. Da Leonidio ein richtiges Nadelöhr mit engen, unübersichtlichen Gassen ist, durch das sich der ganze Nord-Süd-Verkehr zwängen muss, herrschte heute Nachmittag ein veritables Chaos. Gut, wenn man da auf dem Fahrrad unterwegs ist und viel leichter einen freien Weg findet.

Sambatiki

10. April 2026 / Griechenland / Sambatiki / Hafen

Die Dörfer entlang der Westküste des Kap Malea wurden meistens leicht versetzt im Landesinnern gebaut. Direkt der Küste entlang trifft man auf einige Kieselstrände und auf ein paar hübsche Fischerhäfen, in denen sich neben den Fischerbooten auch kleine Jachten tummeln. Speziell schön fand ich heute den Hafen von Sambatiki, der für seine malerische Atmosphäre bekannt ist. Auf zwei Seiten des Hafens sind Schiffe angebunden. Die dritte Seite wird von einem langen Kieselstrand mit Tavernen und den Häusern der Einheimischen eingenommen. Toll finde ich auch den Parkplatz über dem Hafen, von dem aus man einen super Überblick hat und dem Treiben rund ums Hafenbecken zuschauen kann. Ein absolut idealer Platz, um hier die kommende Nacht zu verbringen.

Küste bei Sambatiki

10. April 2026 / Griechenland / Tyros Beach / Küste im Süden

Den dritten Tag in Folge bin ich nun mit dem Fahrrad an der Westküste des Kap Malea unterwegs. Für nicht ausreichend trainierte Fahrer (und dazu zähle ich mich im Moment noch) ist die Strecke eher anspruchsvoll. Die Strasse steigt dauernd an, um kurz abzufallen und dann erneut anzusteigen. Und auch der Wind ist nicht immer dein Freund. Aber landschaftlich ist die Strasse entlang der Westküste, die mehrheitlich am Meer vorbeiführt, unglaublich schön. Und schliesslich will ich mich ja wieder in Form bringen. Besser könnte ich es damit kaum haben.

Paralio Astros

9. April 2026 / Griechenland / Paralio Astros / Hafen

Es geht langsam südwärts auf dem Kap Malea im Osten des Peloppones. Aber wirklich nur ganz langsam. Lumpige acht Kilometer musste Hopo heute vom Übernachtungsplatz in Ksiropigado Beach aus bis nach Paralio Astros zurücklegen. Die restliche Zeit war ich per Fahrrad oder zu Fuss unterwegs oder aber in und um den Camper herum tätig. Paralio Astros ist ein charmanter Küstenort am Argolischen Golf mit einem hübschen Hafen. Heute Vormittag war es hier total ruhig. Ein paar wenige Fischer hantierten an ihren Netzen herum. Sonst war gar nichts los. Selbst die Katzen dachten an nichts anderes als ans Entspannen.

Strassenkapelle

9. April 2026 / Griechenland / Astros / Proskinitaria

In Griechenland trifft man überall auf kleine Strassenkapellen, sogenannte Proskinitaria. Überall heisst mindestens an jeder Strassenkreuzung, meist aber auch in grösserer Zahl dazwischen. Auch in Häfen, auf Feldern und in den Bergen stösst man auf sie. Sie gehören hier ganz einfach zum Strassenbild. Die kleinen, oft haus- oder kirchenähnlichen Gehäuse dienen als Andachtsorte, zum Gebet oder als Erinnerung an Verstorbene (oft Unfallopfer). Auf ein speziell schönes Proskinitaria bin ich heute bei Astros gestossen, das in einer tollen Landschaft aufgestellt war. Da habe ich doch glattweg vergessen, dass es wieder einmal bergauf ging.

Kefalari

8. April 2026 / Griechenland / Kefalari / Kirche am Fluss

Unverhofft kommt oft. Das Schöne am Fahrradfahren ist, dass man je nach Lust und Laune planlos in der Gegend herumfahren kann. Dabei stösst man immer wieder auf kleine Trouvaillen, die man nicht erwartet und die deshalb speziell Freude bereiten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Kirche des kleinen Dörfchens Kefalari, die oberhalb eines gestauten Flusses errichtet wurde, und auf die ich rein per Zufall gestossen bin. Jetzt hoffe ich, dass mir die kommenden Tage, die ich ebenfalls zu einem schönen Teil auf dem Fahrrad verbringen möchte, weitere solcher Zufälle bescheren.

Burg von Argos

8. April 2026 / Griechenland / Argos / Burg

Die Radsaison ist eröffnet. Nachdem mein Fahrrad einige Monate ungenutzt mitgefahren ist, habe ich heute den ersten Frühlingsausflug unternommen. Bevor es soweit war, musste ich mich aber intensiv und lange um die Fahrradkette kümmern, die vollständig eingerostet war. Was für ein Glück, dass ich sie wieder in Betrieb setzen konnte, ohne dass sie riss. Vermutlich war es das erste Mal, dass eines meiner Fahrräder nach einem langen Winter die grösseren Standschäden aufwies als ich selbst. Meine Fahrt führte mich nach Argos, das als eine der ältesten, ununterbrochen besiedelten Städte Europas gilt (über 7000 Jahre). Argos war in der Antike ein bedeutendes kulturelles und politisches Zentrum. Besichtigen kann man heute noch die Ruinen eines antiken Theaters, eines römischen Odeons sowie mehrerer Thermen. Hoch oben über der Stadt thront eine mittelalterliche Burg. Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, deren Umland und das Meer. Das Beste an der Burg war aber, dass sie auf 250 Metern Höhe liegt, so dass ich bereits den ersten halbwegs ernsthaften Anstieg hinter mich bringen konnte.

Zurück in Griechenland

8. April 2026 / Griechenland / Ksiropigado Beach / Sonnenaufgang

Nach einem zehntägigen Heimurlaub bin ich zurück in Griechenland und bestens gewappnet, die Reise fortzusetzen. Unsere Reisegesellschaft ist in der Zwischenzeit von einem Trio auf ein Duo geschrumpft. Heidi ist wie geplant bei der Familie – und ganz speziell bei unseren Grosskindern – zurückgeblieben, Hopo und ich treten die Rückreise an. Bevor es Richtung Schweiz geht, wollen wir aber noch ein paar Tage auf dem Kap Malea, dem östlichen Finger des Peloponnes, verbringen. Dann geht es wohl quer durch Griechenland hoch in Richtung Nordmazedonien und Bulgarien und anschliessend weiter durch den östlichen Balkan. Der Restart hätte nicht besser ausfallen können: frisch gefüllter Kühlschrank mit kühlem Bier und leckerem Essen, toller Übernachtungsplatz direkt über dem Meer mit herrlichem Ausblick, ruhige Nacht, schöner Sonnenaufgang und prächtiges Wetter. Reiseherz, was willst du mehr?