Stadt der tausend Fenster

3. Januar 2026 / Albanien / Berat / Muslimisches Viertel Mangalem

Berat nennt man auch „die Stadt der tausend Fenster“. Dieser Name kommt von den zahlreichen, übereinandergestapelten Fenstern der historischen Häuser in den Vierteln Mangalem (muslimisch) und Gorica (christlich). Offenbar hat die Konfession hier keinen grossen Einfluss auf die Architektur gehabt, sehen doch die muslimischen Häuser den christlichen sehr ähnlich und sind zumindest für mich als Laien nicht zu unterscheiden. Der einzig gut sichtbare Unterschied besteht darin, dass es im einen Viertel Moscheen und im anderen Viertel Kirchen gibt. Wegen seiner gut erhaltenen osmanisch-albanischen Architektur gehört Berat seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Berat

3. Januar 2026 / Albanien / Berat / Hängebrücke

Nach einem wetterbedingten Ruhetag bin ich heute weitergereist und habe mir Berat angeschaut. Berat wird oft als die schönste Stadt Albaniens bezeichnet. Und die Stadt ist wirklich schön, selbst bei verhangenem Himmel und gelegentlichem Regen. Berat ist recht abwechslungsreich. Es gibt eine immer noch bewohnte Festung, die hoch über der Stadt thront. Dann gibt es beiderseits des Flusses Osum zwei historische Viertel mit schönen alten Häusern, wobei das eine Viertel muslimisch und das andere christlich ist. Verbunden sind die beiden Quartiere durch eine imposante alte Steinbrücke und durch eine Hängebrücke. Und im neueren Stadtteil gibt es mindestens zwei schöne Moscheen und eine eindrückliche Kathedrale. Eigentlich wollte ich nur für zwei Stunden hierherkommen. Weil es mir so gut gefällt, übernachte ich aber hier und kann so morgens nochmals einen Stadtrundgang unternehmen.

Highlight vor Anbruch der Regenzeit

1. Januar 2025 / Albanien / Fushe Draç / Abendstimmung

Ich habe nun sechs Tage lang von herrlichem Wetter profitieren können. Damit ist jetzt Schluss. Gemäss meiner Wetter-App wird es mindestens eine Woche lang mehr oder weniger ununterbrochen regnen. Früher nach Griechenland überzusiedeln bringt nichts, da es dort genau gleich trüb aussieht. Na gut, dann stellen wir auf den Regenmodus um, nehmen es in den kommenden Tagen noch gemütlicher und reduzieren die Reiseaktivitäten. Wenigstens konnte ich heute Abend noch eine prächtige Abendstimmung geniessen. Und das an einem tollen Ort, an dem man auf hartgepresstem Sand bis ans Meer fahren kann. Keine Frage: Hier übernachte ich. Dabei kommt mir ein Spruch in den Sinn, den der Chef von Bimobil einmal an einem Vortrag von sich gegeben hat: „Vergessen Sie Fünf-Sterne-Hotels; es geht besser“.

Kap Rodon

1. Januar 2026 / Albanien / Kap Rodon / Schiffe im Nordosten

Den heutigen Nachmittag habe ich auf Kap Rodon verbracht. Das Kap ist eine schmale Halbinsel, die nordwestlich von Tirana ins Meer hinausragt. Zu sehen gibt es eine wildromantische Landschaft, felsigen Klippen, eine Burgruine, alte Bunker, eine hübsche Kirche und wilde Strände. Abenteuerlich ist die Anfahrt zum Kap. Auf den letzten paar Kilometern hat es so viele Schlaglöcher in der Strasse, dass man sie getrost als Offroad-Piste bezeichnen darf.

Skanderbeg Museum in Kruje

1. Januar 2026 / Albanien / Kruje / Skanderbeg Museum

Die Stadt Kruje gehört mit ihrer Festung zu den historischen Highlights Albaniens. Die Stadt liegt schön in den Bergen. Von der Festung selbst ist nicht mehr allzu viel erhalten. Dafür wurde eingangs der Festung ein imposanter Museumsbau errichtet, der ganz dem albanischen Nationalhelden Gjergj Kastrioti, besser bekannt unter seinem Beinamen Skanderbeg, gewidmet ist. Skanderbeg spielte im 15. Jahrhundert bei der Abwehr der osmanischen Expansion eine zentrale Rolle. Seine Figur wurde zu einem nationalen Symbol für die albanische Einheit, Widerstandsfähigkeit und Unabhängigkeit. Skanderbeg hat somit für die Albaner etwa den gleichen Stellenwert wie Wilhelm Tell für uns Schweizer. Entworfen wurde das Skanderbeg Museum von der Tochter von Enver Hoxha, der Albanien während der totalitären kommunistischen Ära als Diktator führte und der das Land in die Isolation trieb.

Fassadengemälde in Tirana

31. Dezember 2025 / Albanien / Tirana / Fassadengemälde an der Sheshi Ferenc Nopcka

Grosse Fassadengemälde scheinen typisch zu sein für Albanien. In den zwei Tagen, in denen ich nun hier verweile, bin ich schon auf etliche gestossen. Die meisten sahen wirklich eindrücklich aus. Speziell gut gefallen hat mir das Fassadengemälde nördlich des Zentrums von Tirana. Einerseits gefällt mir das Bild sehr gut, anderseits ist dieses hervorragend auf die Bemalung des übrigen Gebäudes abgestimmt (oder umgekehrt).

Grosse Moschee von Tirana

31. Dezember 2025 / Albanien / Tirana / Grosse Moschee


Auf meiner Reise durch den westlichen Balkan bin ich bereits auf eine Vielzahl von Moscheen gestossen. Eine so mächtige wie die im Zentrum von Tirana ist mir in den letzten Wochen aber noch nicht begegnet. Tiranas Grosse Moschee ist auch die erste, die vier Minarette hat. Das steht nur grossen, wichtigen Moscheen zu, die eine starke Präsenz zeigen sollen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe ich wieder einmal eine Moschee von innen besichtigt. In Marokko war das leider nicht möglich, da dort „Nichtgläubige“ keinen Zutritt haben. Hier in Albanien ist man offener und hat keine Probleme, wenn ein Christ eine Moschee betritt.

Hochhaus mit Gesichtszügen

31. Dezember 2025 / Albanien / Tirana / Tirana’s Rock

Da soll noch einer sagen, Hochhäuser seien gesichtslose Gebäude. Zumindest beim „Tirana’s Rock“ ist das definitiv nicht der Fall. Das 85 Meter hohe Gebäude ist den Gesichtszügen des albanischen Nationalhelden Gjergj Kastrioti Skanderbeg nachempfunden. Entworfen wurde es von einem niederländischen Architekturbüro. Die geschwungenen Balkone formen einerseits die Gesichtszüge Skanderbegs und bieten andererseits Sonnenschutz. Ein geniales Gebäude, das auch in der Nacht mit spezieller Beleuchtung toll aussieht.

Tirana

31. Dezember 2025 / Albanien / Tirana / Skanderbeg-Platz

Tirana ist die Hauptstadt und das pulsierende Herz Albaniens. Von den knapp drei Millionen Einwohnern Albaniens leben rund 700’000 in der Hauptstadt. Tirana ist eine sehr moderne Stadt. Fast überall auf dem Stadtgebiet trifft man auf moderne Hochhäuser oder sieht zumindest in der Nähe solche. Der riesige Skanderbeg-Platz bildet den Mittelpunkt der Stadt. Die einzigen historischen Gebäude am Platz, die die kommunistische Ära überlebt haben, sind eine Moschee und ein Uhrturm (beide rund 200 Jahre alt). Ansonsten bestimmen moderne Bauten und Hochhäuser das Gesicht des Platzes. Um ehrlich zu sein, bin ich überrascht von Tirana. Ich habe nicht erwartet, hier auf eine so moderne Stadt zu stossen, in der so viel läuft.

Burg von Petrele

31. Dezember 2025 / Albanien / Petrele / Burg

Das kleine Dörfchen Petrele liegt zehn Kilometer südlich von Tirana auf einem Hügel. Überragt wird das Dorf von einer Burg, die auf einem markanten, steilen Felshügel erbaut wurde. Bereits im 3. Jahrhundert nach Christus wurden hier erste Befestigungen errichtet, die dann im Verlauf der Zeit stetig ausgeweitet und modernisiert wurden. Ich hätte mir die Burg gerne aus der Nähe und von innen angesehen. Leider ist sie zurzeit aber geschlossen. Reisen im Winter bringt einige Vorteile mit sich, hat aber auch zur Folge, dass etliche Sehenswürdigkeiten und touristische Einrichtungen geschlossen sind. Aber kein Problem. Die Burg sieht auch aus einer gewissen Entfernung eindrücklich aus.