Château de Rambures

18. August 2024 / Frankreich / Rambures / Château de Rambures

Heute Morgen war es noch bewölkt. So auch bei meinem Besuch beim Château de Rambures, das rund 30 km landeinwärts liegt. Das Château, das eine Burg aus dem 15. Jahrhundert ist, sieht aber auch bei bedecktem Himmel sehr ansprechend aus. Die Burg gilt laut Wikipedia als Meisterwerk der mittelalterlichen Verteidigungsarchitektur. Ihre Aussenmauern sind noch im Originalzustand erhalten. Die Burg soll mehrmals belagert, aber nie eingenommen worden sein. Die Burg steht seit fast hundert Jahren unter Denkmalschutz und soll heute die meistbesuchte im Département Somme sein.

Sonne pur in Le Tréport

18. August 2024 / Frankreich / Le Tréport / Place du Marché

Weil es uns in Le Tréport so gut gefällt haben wir beschlossen, einen weiteren Tag anzuhängen. Und der Entscheid war richtig. Am Nachmittag und am Abend hatten wir wunderbares Wetter. Wer jetzt glaubt, dass es bei so viel Sonne auch heiss sein muss, der täuscht sich. Die Temperaturen sind heute bloss auf 20 Grad angestiegen. Die Normandie ist eben nicht Südspanien oder Griechenland. Aber viel lieber 20 Grad als 35 oder noch mehr. Und bei Sonne pur und einem strahlend blauen Himmel sind die Temperaturen ohnehin nebensächlich.

Eindrückliche Kreidefelsen

17. August 2024 / Frankreich / Le Tréport / Nordöstliche Kreidefelsen

Die südwestlich von Le Tréport gelegenen Klippen erreichen eine Höhe von 110 Meter. Sie sind damit die höchsten Kreidefelsen Europas. Zu den irischen Cliffs of Moher, die teilweise über 200 Meter hoch sind, fehlt noch ein ordentliches Stück. Das wertet die Klippen von Le Tréport aber keinesfalls ab. Diese haben gegenüber jenen von Moher zwei wichtige Vorteile. Man kann sie einerseits zu Fuss von unten und von oben bewundern (die Cliffs of Moher kann man nur von oben herab oder vom Schiff aus betrachten). Und das Wetter ist hier in der Regel entschieden freundlicher. Für uns ist das nicht ganz unbedeutend.

Traditioneller Fischerhafen

17. August 2024 / Frankreich / Le Tréport / Fischerhafen

Selbstverständlich gibt es auch in Le Tréport kleinere Jachten und Sportboote. Diese halten sich zahlenmässig aber in Grenzen, so dass man wirklich das Gefühl hat, in einem Fischer- und nicht in einem Sporthafen gelandet zu sein. Dass nach einem trüben und nassen Vortag die Sonne wieder mit voller Kraft am Arbeiten ist, steigert die Freude zusätzlich. Le Tréport ist bekannt für seine vielen Fischrestaurants. Da ist es natürlich von Vorteil, wenn man noch über eine eigene Fischerflotte verfügt, die den Nachschub zumindest partiell sicherstellen kann.

Le Tréport

17. August 2024 / Frankreich / Le Tréport

Le Tréport bietet vieles, was uns gefällt: einen Hafen mit Fischerbooten, ein schönes Stadtbild, historische Gebäude, ausgedehnte Strände ohne allzu grossen Andrang (bei Flut „nur“ Steinstände, bei Ebbe auch etwas Sand), mit den Klippen eine speziell schöne Natur, Wanderrouten über den Falaises, Einkaufsmöglichkeiten, viele Restaurants und gute Übernachtungsplätze. Und weil die meisten Besucher hier französischsprechend sind, hat man nie das Gefühl, in einer Touristenhochburg gelandet zu sein. Le Tréport gefällt uns sehr und ist jederzeit wieder einen Abstecher wert.

Über den Dächern von Le Tréport

17. August 2024 / Frankreich / Le Tréport / Altstadtdächer

Wir haben Berck und seine Seehunde verlassen und sind rund 60 km in südwestlicher Richtung weitergefahren. Unser nächste Etappenort ist Le Tréport. Die kleine Hafenstadt ist der nördlichste Ort der Normandie. Offiziell leben 5’500 Einwohner hier. Dem Trubel nach, den es in der Stadt gibt, müssen es aber zusammen mit den Touristen mindestens 20’000 sein. Südwestlich und nordöstlich von Le Tréport ziehen sich ausgedehnte Klippen, die hier „Falaises“ genannt werden, dem Ufer entlang. Von den südwestlichen Klippen aus hat man eine herrlichen Blick auf die Dächer der Altstadt.

Château d’Argoules

16. August 2024 / Frankreich / Argoules / Château d’Argoules

Die Gegend um Berck ist ideal zum Fahrradfahren. Im Küstenbereich hat es gut ausgeschilderte Radwege. Wenn man sich etwas ins Landesinnere bewegt, ist man rasch auf kleinen Nebenstrassen mit wenig Verkehr. Und man fährt durch kleine Dörfchen mit zum Teil recht alten Häusern, grossen alten Bauernhöfen und zum Teil stattlichen Kirchen. Das ländliche Frankreich eben, das so schön ist. Fast hat man den Eindruck, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Und man stösst auch auf kleine Trouvaillen wie etwa das Château d’Argoules. Nichts Spektakuläres, aber einfach schön anzusehen. Wer einmal im Château d’Argoules nächtigen möchte, kann das. Kaum zu glauben, aber das kleine Schlösschen kann man auf Airbnb für bescheidene 1’229 Franken pro Nacht buchen. Was es heutzutage nicht alles gibt.

Abbaye de Valloires

16. August 2024 / Frankreich / Argoules / Abbaye de Valloires

Wir bleiben noch einen Tag länger in Berck und bei der Seehundekolonie, die sich ganz in der Nähe unseres Standplatzes befindet. Man braucht bloss hundert Meter in Richtung Meer zu gehen und sieht die Seehunde dann bereits liegend auf ihren Sandbänken. Es sei denn, die Flut habe die Sandbänke gerade überspült. 25 Kilometer landeinwärts findet man das Kloster Valloires, das vor fast neunhundet Jahren gegründet wurde und eine recht bewegte Vergangenheit hinter sich hat. Zu besichtigen sind heute in erster Linie die Gartenanlagen, in denen seltene Pflanzen kultiviert werden. Das Kloster selbst ist nur im Rahmen von Sonderführungen zugänglich.

Château de Nampont

15. August 2024 / Frankreich / Nampont / Château de Nampont

Rund 15 Kilometer landeinwärts bin ich auf der Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz auf das Château de Nampont gestossen. Die nicht allzu grosse Burg liegt wunderbar im Grünen an einem Weiher. Teile der Burg wurden bereits im 15. Jahrhundert errichtet, danach wurde sie schrittweise um- und ausgebaut. Aus dem Übernachten bei der Burg ist leider nichts geworden. Die Burg ist Teil einer Golfanlage. Und Golfer und Camper sind nicht beste Freunde. Die heutige Erfahrung ist übrigens ein Déjà-vu. Bereits in Irland haben wir mehrfach keinen Zugang zu interessanten Örtlichkeiten gefunden, weil diese in einen Golfplatz integriert waren. Das ist eventuell die späte Rache dafür, dass unsere Kinder einmal in einer Ferienlage kübelchenweise Golfbälle gesammelt und mit nach Hause genommen haben.

Streifen sind hoch im Kurs

15. August 2024 / Frankreich / Berck / Église Notre-Dame des Sables

Frankreich gibt vieles vor, was bezüglich äusserem Erscheinen gerade so en vogue ist. Für alle, die nicht auf dem neusten Stand sind, kann ich verraten, dass Streifen gerade wieder hoch im Kurs sind. Zumindest dominieren sie das Äussere der Église Notre-Dame des Sables in Berck, wo wir heute gestrandet sind. Berck ist eine 15’000 Selengemeinde, die zwischen Calais und Le Havre liegt. Das einstige Fischerdorf hat sich in einen beliebten Badeort verwandelt. Seine bekanntesten Bewohner leiden etwas an Fettleibigkeit. Direkt vor dem Strand hat sich eine Seehundkolonie niedergelassen, die man wunderbar von blossem Auge beobachten kann.