Wir haben den Frühling gefunden

1. März 2026 / Türkei / Yumurtalik / Küste beim Strand

Wir haben in der Türkei superschöne Schneelandschaften angetroffen und sind bei winterlichen Verhältnissen über hohe Pässe gefahren. Allmählich hatten wir aber genug vom vielen Weiss und den tiefen Temperaturen. Wir haben daher das Landesinnere südwärts verlassen. Und an der östlichen Mittelmeerküste (von hier aus sind es nur noch siebzig Kilometer bis nach Syrien) haben wir tatsächlich den Frühling gefunden. Wir durften einen strahlend schönen Tag mit bis zu 16 Grad Wärme erleben. Und das Beste: Auf gut eine Woche hinaus sollte es so bleiben.

Kapikaya Canyon

1. März 2026 / Türkei / Kapikaya / Canyon

Vierzig Kilometer nordwestlich von Adana hat sich der Fluss Cakit über Jahrtausende tief in das Gestein der hiesigen Berge eingegraben. Entstanden ist ein eindrücklicher Canyon, durch den ein sieben Kilometer langer Wanderweg führt. Die Bilder, die wir im Internet gesehen haben, sahen toll aus, und wir haben uns vorgenommen, den Wanderweg heute zu begehen. Als wir vor Ort eintrafen, mussten wir dann aber enttäuscht feststellen, dass der Zugang zur Schlucht gesperrt war (im Internet liessen sich keine entsprechenden Hinweise finden). Irgendwie steckt bei uns im Moment gerade etwas der Wurm drin. Umsonst war die Fahrt aber nicht. Wir sind durch schöne Landschaften gefahren und auch ausserhalb der Schlucht sieht es gut aus. Und wir wissen für ein anderes Mal, dass das wirklich eine Wanderung sein muss, die sich lohnt.

Kappadokien

28. Februar 2026 / Türkei / Göreme / Love Valley

Wir haben allmählich genug vom vielen Schnee und wollen ans Meer, wo es sonniger und deutlich wärmer sein sollte. Wir haben uns sogar kurz überlegt, direkt von Kayseri nach Mersin zu fahren. Kappadokiens Tuffsteinkegel waren dann aber doch zu verlockend, so dass wir heute Vormittag nach Göreme gefahren sind. Vielleicht nicht unsere beste Entscheidung. Die Landschaft rund um Göreme ist zwar extrem beeindruckend. Wenn man die skurrilen Felsformationen aber bereits einmal bei schönem Wetter gesehen hat, ist man doch ziemlich enttäuscht, wenn man ihnen bei stark bedecktem Himmel wiederbegegnet. Zudem sind die Wanderwege aktuell witterungsbedingt praktisch unpassierbar. Uns blieben damit nur zwei Optionen: mindestens zwei Tage auf besseres Wetter warten oder weiterfahren. Wir haben uns fürs Weiterfahren entschieden. Eigentlich schade. Aktuell macht das wunderschöne Kappadokien aber keine Freude. Doch wir kommen bestimmt einmal wieder zurück.

Kayseri

27. Februar 2026 / Türkei / Kayseri / Zitadelle

Kayseri liegt auf gut tausend Metern Höhe und zeigt sich aktuell recht winterlich. Es liegt überall Schnee und die Temperaturen bewegen sich im Minusbereich. Kayseri liegt im Herzen Anatoliens und ist eine recht dynamische Grossstadt mit rund einer Million Einwohnern. Die Altstadt wird dominiert von einem grossen Basar sowie der mächtigen, aus dem 3. Jahrhundert stammenden Zitadelle, in der Museen und Cafés untergebracht sind. Direkt an die Stadt angrenzend liegt im Süden der 3917 Meter hohe Vulkan Erciyes Dagi, den wir aufgrund des trüben Wetters aber leider nicht zu sehen bekamen und den wir wohl auch morgen nicht sehen werden. Schade. Aber Reisen im Winter ist nun mal mit gewissen Einschränkungen verbunden.

Winterliche Strassenverhältnisse

27. Februar 2026 / Türkei / Kemer / Strasse zum Dokuzdolambaçpass

Um von Kahramanmaras nach Kayseri zu gelangen, mussten wir den Dokuzdolambaçpass überqueren, der auf rund 1900 Metern Höhe liegt (die genaue Höhe variiert je nach Quelle). Als es gestern Abend bereits auf 700 Metern leicht schneite, wussten wir, dass die Passüberquerung nicht ganz einfach werden dürfte. Eine Bestätigung für unsere Bedenken erhielten wir heute Morgen bereits auf 1350 Metern in Göksun, als die Polizei 70 Kilometer vor dem Pass entfernt den Schwerverkehr stoppte. Gut, dass Hopo nicht zum Schwerverkehr zählt, denn angesichts der prognostizierten weiteren Schneefälle wollten wir nicht zuwarten. Lange war zumindest eine von zwei Fahrspuren noch schneefrei. Am Schluss hatten wir dann aber gleichwohl gut 30 Kilometer auf schneebedeckten Strassen zurückzulegen. Richtig rutschig war es zum Glück aber nirgends, so dass wir den Pass problemlos überwinden konnten und bereits am frühen Nachmittag im winterlichen Kayseri eintrafen. Winter in der Türkei, Frühling in der Schweiz: Was für eine verkehrte Welt.

Kahramanmaras

26. Februar 2026 / Türkei / Kahramanmaras / Tarihi Cikur Hamami und Burg

Weil wir heute Vormittag ein ordentliches Stück Weg hinter uns gebracht hatten und ich über die Mittagsstunden hybrid an einer Sitzung teilnahm, blieb nicht mehr viel Zeit für Besichtigungen. Wir haben „bloss“ in Kahramanmaras einen kurzen Zwischenstopp eingelegt und das Stadtzentrum besucht. Die Provinz Kahramanmaras lag vor gut drei Jahren im Zentrum zweier verheerender Erdbeben, die über 53’000 Todesopfer forderten. Die Stadt liegt abseits der grossen Touristenströme und hat auch keine überragenden Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dafür ist alles noch recht authentisch. Und die Menschen freuen sich, dass „exotische“ Gäste bei ihnen einen Halt einlegen. In der ganzen Türkei ist Kahramanmaras für sein Eis (Maras-Eis) bekannt, das aus Ziegenmilch und Orchideenwurzeln hergestellt wird und kaum schmelzen soll. Leider konnten wir diese lokale Spezialität nicht testen. Die Berge nördlich der Stadt sind allesamt schneebedeckt, und da kommt es hier offenbar niemandem in den Sinn, Eis zu produzieren.

Nemrut Dagi

25. Februar 2026 / Türkei / Nemrut Dagi / Zufahrtsstrasse

Hauptsehenswürdigkeit des Nemrut Mountain National Park ist das gipfelnahe Heiligtum und Grabdenkmal von König Antiochus I. Theos. Es ist berühmt für seine riesigen, herabgefallenen Steinköpfe (Götterstatuen), die bei Sonnenaufgang oder -untergang besonders spektakulär aussehen. Dass wir heute (und auch in den kommenden Tagen) weder einen schönen Sonnenaufgang noch -untergang zu sehen bekommen werden, war uns von Beginn an klar. Trotzdem hofften wir, die Anlage bei einigermassen passablem Wetter besichtigen zu können. Rund fünf Kilometer vor dem Heiligtum war die Strasse dann aber gesperrt (vorherige Hinweise gab es keine) und wir waren zur Umkehr gezwungen. Schade. Immerhin fuhren wir vor dem Wendepunkt durch eine spektakulär schöne Landschaft, so dass die Fahrt nicht vergebens war.

Yeni Kale

25. Februar 2026 / Türkei / Yeni Kale / Landschaft

Keine zehn Kilometer von der Cendere-Römerbrücke entfernt liegt Yeni Kale. Yeni Kale ist eine beeindruckende Mamlukenfestung aus dem 13. Jahrhundert, die spektakulär auf einem schroffen Felsen liegt. Die Festung ist in eine Ober- und eine Unterburg gegliedert und zeichnet sich durch hohe, schützende Mauern aus. Ähnlich eindrücklich wie die Burg ist die Landschaft, die sie umgibt.

Cendere Köprüsü

25. Februar 2026 / Türkei / Cendere Köprüsü / Römerbrücke

Wir fahren zügig westwärts. Die Ausfahrt aus Diyarbakir war allerdings nicht ganz problemlos. In gewissen Bereichen der Stadt funktionieren die GPS-Geräte nicht (ganz offensichtlich gibt es GPS-Jamming). Und wenn man in einer Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern und entsprechend vielen Verkehrswegen und viel Verkehr plötzlich ohne GPS zurechtkommen muss, wird es schwierig (oder besser gesagt noch schwieriger). Nach der Sonne orientieren ging angesichts des verhangenen Himmels auch nicht. Nach langen Minuten im Blindflug gelang es uns, das GPS-Loch zu verlassen. Angesteuert haben wir danach den Nemrut Mountain National Park, in dem es verschiedene Sehenswürdigkeiten gibt. Eine davon ist die Cendere-Römerbrücke, die im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut wurde. Die Brücke, die aus glatt behauenen Steinen und ohne Mörtel errichtet wurde, ist circa 120 Meter lang und 30 Meter hoch. Fast noch spektakulärer als die Brücke ist der Canyon, den der Fluss Cendere hinter der Brücke in die hohen Felsen gegraben hat.

Türkisches Frühstück

24. Februar 2026 / Türkei / Diyarbakir / Türkisches Frühstück


Wir wollten mittags etwas Kleines essen gehen und sind in einer alten Karawanserei in einem Restaurant gelandet. Man teilte uns dort mit, dass es nur „Breakfast“ gebe. Ohne zu wissen, was uns erwartete, bestellten wir zwei Frühstücke. Als die Speisen aufgetischt wurden, wurden unsere Augen grösser und grösser. Neben den zwei Hauptspeisen in der Bildmitte (zwei Eiergerichte, eines mit Fleisch, eines vegetarisch) wurden noch zweiundzwanzig Beilagen und ein Korb voll Brot aufgetragen. Als Beilage gab es verschiedene Käsesorten, spezielle Oliven, Tomaten, Gemüse, Honig und sonst noch viel Leckeres. Alles war sehr fein. Und das mitten in der muslimischen Fastenzeit. Wir waren allerdings längst nicht die einzigen, die am Essen waren. Uns scheint, dass man sich hier weniger streng an die Regeln des Ramadan hält, als wir es letztes Jahr in Marokko erlebt hatten. Zudem sind längst nicht alle Kurden Muslime. So, wie wir reisen, können wir zum Glück problemlos an unseren Ess- und Trinkgewohnheiten festhalten, ohne dass wir damit jemanden provozieren.