Dadèschlucht bei Amouguir

26. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Dadèschlucht bei Amouguir

Wir haben gut geschlafen am Fuss des Tizi n’Uguent Zegsaoun Passes. Hier hat man absolute Ruhe. Keine Autos, keine Motorräder, keine bellenden Hunde, keine lärmenden Platznachbarn, nichts. Auf 2’050 Meter ist es am Morgen aber recht kühl, nur knapp über Null Grad. Dies hält die einheimischen Frauen nicht davon ab, bereits kurz nach Sonnenaufgang mit ihren Eseln an Hopo vorbeizuziehen, um in den Bergen Brennholz, Gras und Kräuter zu sammeln. Rund zehn Kilometer nach unserem Übernachtungsplatz treffen wir bei der obersten Dadèsschlucht ein. Der Dadès hat sich hier tief ins Gestein eingefressen und dabei riesige Schlaufen gebildet. Wir sind einmal mehr tief beeindruckt von der Schönheit der hiesigen Landschaft.

Auf dem Tizi n’Uguent Zegsaoun

25. Februar 2025 / Marokko / Tizi n’Uguent Zegsaoun / Passhöhe

Als wir am letzten Freitag über den 2’160 Meter hohen Tizi n’Tichka gefahren sind, sind wir davon ausgegangen, dass dies der höchste Punkt unserer Marokkotour ist. Weit gefehlt. Der Tizi n’Uguent Zegsaoun ist 2’639 Meter hoch und damit höher als alle Schweizer Alpenpässe (der Umbrail bringt es „bloss“ auf 2’501 Meter). Tagsüber sind die Temperaturen hier oben überraschend angenehm (über zehn Grad plus am Nachmittag). In der Nacht sinkt das Thermometer aber unter Null Grad und an den schattseitigen Strassenrändern liegt immer noch Schnee. Zum Übernachten fahren wir daher ein ordentliches Stück weit runter. Wir sind ja schliesslich auch der Wärme wegen nach Marokko gekommen.

Aufstieg zum Tizi n’Uguent Zegsaoun

25. Februar 2025 / Marokko / Tizi n’Uguent Zegsaoun / Landschaft

Der Pass mit dem schwer auszusprechenden Namen Tizi n’Uguent Zegsaoun verbindet die Todraschlucht mit dem Dadèstal. In unserem Reiseführer wird die Passstrasse noch als Schotterpiste beschrieben, die nur mit 4×4-Fahrzeugen befahren werden sollte. Hopo hat sich schon gefreut, endlich mal wieder über eine längere Zeit abseits von Asphalt unterwegs zu sein. Die marokkanischen Strassenbauer haben ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mittlerweile ist der grösste Teil der Strecke gut ausgebaut (besser als vielerorts im Tal). Lediglich während rund vier Kilometern muss man wegen Baustellen auf Schotterpisten ausweichen. Ein wenig schade, dass nun auch dieser Atlaspass, über den es kaum Verkehr gibt, zur Rennstrecke umgewandelt wurde. Gleich geblieben ist aber die Schönheit der Landschaft.

Todraschlucht

25. Februar 2025 / Marokko / Tinghir / Todraschlucht

Touristen sind seltsame Wesen. Das hat sich heute wieder einmal bei der Todraschlucht gezeigt. Im untersten Teil der Schlucht zwängt sich der Fluss durch einen recht engen Spalt mit steil aufragenden Felsen, wo es schattig und nicht wirklich angenehm ist. Danach weitet sich die Schlucht. Die Landschaft ist hier schöner und abwechslungsreicher als zuunterst und es ist sonnig. In den Reiseführern und in Verkaufsprospekten der Reiseunternehmen wird meist nur der unterste, enge Teil der Schlucht gezeigt. Das hat zur Folge, dass sich die Touristen hier gegenseitig auf den Füssen rumstehen. Hinter diesem engen Schluchtabschnitt wenden dann praktisch alle Reisebusse, Kleintransporter, Mietautos, Wohnmobile und Fussgänger. Durch die verbleibenden fünfzehn Kilometer der Schlucht fährt kaum noch jemand. Dabei wird es hier doch erst richtig schön. Sei’s drum. Uns war es noch so recht, dass wir hier praktisch alleine unterwegs waren und uns niemand ins Bild getreten ist.

Todraoase bei Tinghir

25. Februar 2025 / Marokko / Toudgha El Oulia / Todraoase

Tinghir zählt 35’000 Einwohner und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie ein Touristenzentrum. Nördlich der Stadt breitet sich eine riesige Oase aus. Auf einer Fläche von 5’600 Hektaren sollen hier 200’000 Bäume gedeihen (darunter 80’000 Dattelpalmen, 65’000 Oliven-, 25’000 Mandel- und 10’000 Apfelbäume). Die Todraoase ist damit eine der ertragreichsten Oasen in ganz Marokko.

Mit Ayoub im Canyon des Doigts de Singe

24. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Canyon des Doigts de Singe

Ein Nebenfluss des Dadès hat bei Ait Ouglif eine Schlucht durch die bizarre Felslandschaft gegraben. Mit Ayoub, unserem super sympathischen Guide, sind wir durch die Schlucht gewandert. Eine wirklich eindrückliches Wanderung. Einige speziell enge Stellen muss man umklettern, bei einer anderen Stelle muss man robbend unter Steinbrocken hindurchkriechen. Es lohnt sich unbedingt, einen Guide zu nehmen. Der richtige Weg ist nicht immer leicht zu finden und mit kundiger Begleitung ist es sicherer. Man erfährt so auch viel Interessantes über die Schlucht, die Umgebung und die hier lebenden Menschen. Wer im Dadèstal ist sollte die Tour durch das Canyon des Doigts de Singe unbedingt machen. Unseren Guide Ayoub (0021 26 90 61 77 40) können wir bestens empfehlen.

Beim Canyon des Doigts de Singe

24. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Beim Canyon des Doigts de Singe

Die Landschaft im Dadèstal ist praktisch auf der ganzen Länge des Tals spektakulär und beeindruckend. Am allerschönsten ist sie beim Dorf Ait Ouglif. Die Felsen haben hier speziell bizarre Formen angenommen, die den Fingern eines Affen gleichen. Die Felspartien hat man dann auch entsprechend benannt. Wir übernachten direkt vis-à-vis vom Canyon des Doigts de Singe im Camping Pattes de Singe. Mal schauen, was wir morgen früh für Laute von uns geben.

Oben im Dadèstal

24. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Landschaft in der Höhe

Die Strasse steigt hinter Amouguir bis auf rund 2’050 Meter Höhe an um dann wieder abzufallen. Der Dadès zwängt sich hier durch eine weitere sehr tiefe Schlucht. Die schneebedeckten Gipfel sind am Wendepunkt unserer heutigen Tour sehr nahe. Richtige Schneeberge gibt es im Atlasgebirge keine. Der sichtbare Schnee muss daher in den letzten Tagen und Wochen gefallen sein.

Im oberen Dadèstal

24. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Landschaft im oberen Teil

Nach den Schluchten weitet sich das Dadèstal wieder. Der Boden entlang des Flusses scheint recht fruchtbar zu sein. Es wird für hiesige Verhältnisse intensiv angepflanzt. Entsprechend grün ist es im Talboden. Die Felsenlandschaft ist auch hier zum Teil sehr spektakulär, wobei jetzt eher hellere Gesteine die Oberhand haben.

Obere Dadèsschlucht

24. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Obere Schlucht

Einige Kilometer nach der unteren Schlucht mit dem steilen Serpentinenanstieg verschwindet der Dadès erneut in einer tiefen Schlucht. Hier führt die Strasse direkt neben dem Fluss durch den Grund der Schlucht. Teilweise wurde die Strasse aufwändig in den Fels geschlagen. Auf beiden Seiten ragen die Felsen fast senkrecht in die Höhe. Spektakulär!