Am Fluss Driksa

14. Juli 2025 / Lettland / Jelgava / Fluss Driksa

In Jelgava lässt sich herrlich dem Fluss Driksa entlang spazieren. Es gibt einige kleinere Inseln (auf einer davon steht das Schloss). Nahe dem Zentrum gibt es Ausflugsboote und man kann Pedalos mieten. Speis und Trank wird in mehreren Restaurants aufgetischt. Direkt am Fluss haben wir auch einen guten Platz zum Übernachten gefunden. Bisher haben wir stets frei campiert. Es war überall recht einfach, passende Plätze zu finden und wir fühlten uns immer sehr sicher. Auch die Entsorgung und der Wassernaschschub funktionieren gut. Frei campen ist in den bisher bereisten Ländern nicht offiziell erlaubt, wird aber geduldet (wenn man sich unauffällig verhält und den Platz sauber verlässt). In Finnland, Norwegen und Schweden wird das freie Übernachten dann ausdrücklich erlaubt sein. Wo kein explizites Verbot steht gilt das Jedermannsrecht und man darf in seinem Fahrzeug oder in einem Zelt übernachten. Auch dort  gilt es natürlich auf die Natur und die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Für uns eine Selbstverständlichkeit!

Jelgava

14. Juli 2025 / Lettland / Jelgava / Kirche St. Anna und Simeon

Jelgava liegt 40 Kilometer südwestlich der lettischen Hauptstadt Riga. Mit 55’000 Einwohnern ist Jelgava im dünnbesiedelten Lettland eine ordentlich grosse Stadt. Im Zentrum gibt es viel Verkehr. Ansonsten läuft das Leben hier recht gemächlich. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist das barocke Schloss, das in seiner heutigen Form aus dem 18. Jahrhundert stammt. Noch besser als das Schloss hat uns die russisch-orthodoxe Kathedrale mit ihren farbigen Zwiebeltürmen gefallen. Die Kathedrale ist die Hauptkirche der Stadt. Jelgava ist russisch dominiert, Lettisch-Sprachige bilden hier eine Minderheit.

Bauska

14. Juli 2025 / Lettland / Bauska / Schloss

Wir haben Litauen bereits wieder verlassen. Um uns in Litauen weitere interessante Städte anzusehen, hätten wir ordentliche Umwege in Kauf nehmen müssen. Wir haben uns für die direkte Route entschieden. Schliesslich wartet noch ein ordentliches Stück Weg auf uns und wir möchten uns lieber im Norden viel Zeit nehmen als in Ländern, die zwar auch sehr schön sind, in die wir aber rascher wieder einmal gelangen können. Zwanzig Kilometer hinter der litauisch-lettischen Grenze liegt das Städtchen Bauska mit seinen 10’000 Einwohnern. Viele Touristen kennen es, weil es an der Via Baltica liegt und es hier regelmässig zu Staus kommt. Wir haben uns das Städtchen angeschaut und speziell am Schloss – und am herrlichen Wetter – Gefallen gefunden.

Burg von Kaunas

13. Juli 2025 / Litauen / Kaunas / Burg

Kaunas besitzt eine malerische Altstadt (aus meiner Sicht die schönere als die der Hauptstadt Vilnius) mit einer grosszügigen Fussgängerzone. Im Zentrum und an den Ufern der beiden Flüsse Neris und Memel Nemumas, die hier zusammentreffen, wurden einige sehenswerte Kirchen errichtet. Die Burg von Kaunas war die erste Festung Litauens. Sie bildete ein zentrales Element eines umfassenden Verteidigungssystems. Der Rundturm, das Tor, die sie verbindende Mauer und der Wassergraben zeugen vom historischen Kampf der Stadt Kaunus gegen die Ordensritter. Heute ist sie ein beliebtes Ziel für Sonntagsspaziergänge.

Kaunas

13. Juli 2025 / Litauen / Kaunas / Maria-Himmelfahrt-Kirche

Wir haben heute ein ordentliches Stück Weg (fast 400 Kilometer) hinter uns gebracht und sind nun in Kaunas, der zweitgrössten Stadt Litauens (mit gut 300’000 Einwohnern). So lange Tagesetappen versuchen wir normalerweise zu vermeiden. Die lange Strecke drängte sich heute aber fast von selbst auf, weil die Gegend zwischen Warschau und Kaunas dünn besiedelt ist und es kaum etwas anzuschauen gab, das uns interessierte. Das Wetter heute war abwechslungsreich. Viel Sonne am Morgen, etliche Wolken in Suwalki, zwischendurch Regen, düstere Stimmung bei unserer Ankunft in Kaunas, und dann wieder ein sonniger Abend. Für uns ist das eine gute Einstimmung auf den Norden, wo wir vermutlich ebenfalls auf rasch änderndes Wetter stossen werden.

Suwalki

13. Juli 2025 / Polen / Suwalki / Kosciol pw. Najswietszego Serca Pana Jezusa

Suwalki ist die letzte grössere polnische Ortschaft vor der Grenze zu Litauen. Die Stadt liegt in einer dünn besiedelten Gegend und hat touristisch nicht viel zu bieten. Interessant ist sie wegen ihrer geographischen Lage. Nordöstlich von Suwalki trennt ein bloss 65 Kilometer breiter Korridor (die Suwalki-Lücke) Kaliningrad (Russland) von Belarus (ehemals Weissrussland). Der einzige Landweg, der die drei baltischen Staaten mit dem europäischen Festland verbindet führt hier durch. Aus Sicht der NATO handelt sich hier um eine potentiell stark gefährdete Gegend, die nicht einfach zu verteidigen ist. Zum Glück waren heute zumindest hier in der Gegend alle Parteien friedlich und wir konnten die Suwalki-Lücke problemlos überqueren.

Denkmal des Warschauer Aufstands

12. Juli 2025 / Polen / Warschau / Denkmal des Warschauer Aufstands

In Warschau wird man vielerorts an die Geschichte des letzten Jahrhunderts zurückerinnert. So sind noch etliche Bauten aus der Sowjetzeit zu „bewundern“, wie etwa der Kultur- und Wissenschaftspalast, ein auf Anordnung von Josef Stalin im Sozialistischen Klassizismus errichteter Wolkenkratzer von 237 Meter Höhe. An die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnert das Denkmal des Warschauer Aufstands. Das Denkmal soll den heroischen Kampf für Freiheit, Würde und Unabhängigkeit, aber auch die brutale Niederschlagung und Zerstörung der Stadt symbolisieren. Aufgestellt wurde es erst 1989. Die kommunistischen Regierungen haben sich stets gegen die Errichtung einer entsprechenden Gedenkstätte ausgesprochen.

Warschau

12. Juli 2025 / Polen / Warschau / Barbakan

Den heutigen Tag haben wir mehrheitlich in Warschau verbracht. Warschau ist die weitläufige Hauptstadt Polens und zählt gut 1,8 Millionen Einwohner. Die vielfältige Architektur der Stadt – von gotischen Kirchen über klassizistische Paläste bis zu Häuserblocks aus der Sowjetzeit und modernen Wolkenkratzern – spiegelt ihre lange, turbulente Geschichte wider. Die Altstadt wurde nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und ist schön anzuschauen. Der abgebildete Barbakan ist eine ovalförmige Ziegelbefestigung. Er stand ursprünglich vor einem Stadttor und diente als Verteidigungsaussenposten und Kontrollpunkt für Reisende.

Lodz

11. Juli 2025 / Polen / Lodz / Alexander-Newski-Kathedrale

Die nicht mehr ganz so jungen mögen sich sicher an den Schlager „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ von Vicky Leandros erinnern. Theo ist nicht mit uns unterwegs. Aber wir sind heute nach Lodz gefahren. Mit 650’000 Einwohnern ist Lodz hinter Warschau, Krakau und Breslau die viertgrösste Stadt Polens. Lodz ist eine ehemalige Hochburg der Textilproduktion und liegt in der Mitte Polens. Touristisch gehört Lodz nicht zu den Topdestinationen Polens. Die Stadt ist aber trotzdem sehenswert. Sie wird von etlichen breiten Strassen durchzogen, an denen die Residenzen der ehemaligen Textilbarone auffallen. Am besten gefallen hat uns die Alexander-Newski-Kathedrale, eine orthodoxe Kirche im neobyzantinischen Stil, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Unser Urteil zu Lodz: ein weiter Umweg lohnt sich kaum, als Zwischenstopp auf dem Weg von Breslau nach Warschau ist die Stadt aber ein durchaus lohnenswertes Ziel.

Breslau

10. Juli 2025 / Polen / Breslau / Marktplatz

Leider hat sich das Wetter auf der Fahrt von Swidnica nach Breslau (auf Polnisch Wroclaw) markant verschlechtert. Bei unserer Ankunft hat es sogar geregnet. Jammerschade für so eine schöne Stadt wie Breslau, die für mich die zweitschönste Polens ist (nach Danzig). Bekannt ist Breslau vor allem für ihren imposanten Marktplatz (den Grossen Ring), der von eleganten Stadthäusern gesäumt wird. Auf dem Platz befindet sich neben einer modernen Fontäne auch das gotische Alte Rathaus mit seiner grossen astronomischen Uhr. Aber auch die Dominsel mit zwei mächtigen Kirchen und etlichen historischen Gebäuden ist sehr sehenswert. Eigentlich würde es Breslau verdienen, dass man bleibt, bis man es bei schönem Wetter gesehen hat. Dazu müssten wir aber wohl mindestens vier Tage zuwarten, was uns zu lange ist. Schliesslich haben wir noch ein ordentliches Stück Weg vor uns. So ziehen wir morgen weiter Richtung Nordosten.