Modernes Lappland

19. August 2025 / Schweden / Gällivare / Kunskapshuset

Gällivare gehört zum Siedlungsgebiet der Samen. Hier werden noch alte Traditionen gelebt. Es gibt zum Teil aber auch recht Modernes. Ein Beispiel dafür ist das Wissenshaus, das 2020 in Gällivare eröffnet wurde. Das Gebäude wurde vom Bergbauunternehmen LKAB im Rahmen der Stadtumgestaltung finanziert, die aufgrund der durch den Bergbau verursachten Erdsenkungen notwendig wird.

Kirche von Gällivare

19. August 2025 / Schweden / Gällivare / Gällivare kirke

Wir können alle beruhigen, die das Gefühl haben, dass es in Nordschweden nur noch rollende Kirchen gibt. Diejenige von Gällivare steht fest am Boden, wie eh und je. Ob das noch sehr lange so sein wird ist allerdings unklar. Auch Gällivare ist eine Bergbaustadt und ihr wird es wohl ähnlich ergehen wie Kiruna. Der Eisenerzabbau führt auch hier dazu, dass sich der Boden senkt und instabil wird. Dies gefährdet Gebäude und Infrastruktur, weshalb Teile der Stadt umgesiedelt werden müssen. In Gällivare ist allerdings noch unklar, wie gross der Umfang der Umsiedlung sein wird.

Technische Meisterleistung

19. August 2025 / Schweden / Kiruna / Kirchenumzug

Dem Umzug einer 672 Tonnen schweren Kirche beiwohnen zu dürfen versetzt einem in Staunen. Dahinter steckt eine technische Meisterleistung. Die Planung hat drei Jahre gedauert, die Vorbereitungsarbeiten ein Jahr. Unter die 113 Jahre alte Kirche wurden 56 Träger geschoben. Diese wurden dann auf zwei mit Rädern ausgestattete Plattformen gehoben. Für den Transportweg musste eine über 5 Kilometer lange und 24 Meter breite Strasse neu angelegt werden. Auf dieser bewegt sich die Kirche nun im gemächlichen Schritttempo voran. Wir haben dem Umzugsspektakel bis heute Mittag zugeschaut. In knapp vier Stunden wurden 1’300 Meter zurückgelegt. Alles scheint nach Programm abzulaufen. Wir staunen und ziehen den Hut vor allen, die zum erfolgreichen Umzug beigetragen haben.

Eine Kirche zieht um

19. August 2025 / Schweden / Kiruna / Kirchenumzug

Wer in Schweden mit einem Fahrzeug unterwegs ist, sollte vorsichtig sein: Gut möglich, dass einem in einer Kurve eine Kirche entgegen fährt. Nein, ein Kirchenumzug ist natürlich auch in Schweden eine exklusive Sache, die man nur höchst selten erleben kann. Wir wussten im Voraus nichts davon und es ist ein riesiger Zufall und ein grosses Glück, dass wir ausgerechnet gestern nach Kiruna gereist sind. Wir hatten schon öfter das Gefühl, genau im richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. So zutreffend wie heute war das aber wohl noch nie.

Kirchplatz ohne Kirche

19. August 2025 / Schweden / Kiruna / Kirchplatz ohne Kirche

Ich schwöre es: Hier stand gestern Abend noch eine Kirche. Und ich habe Zeugen, die das belegen können. Laut Programm begann der Umzug heute Morgen um acht Uhr mit der Segnung der Kirche. Dann wurden die Maschinen in Bewegung gesetzt. Als wir um Viertel nach neun Uhr aufkreuzten, war die Kirche bereits weg. Einzig der Kirchturm, der in einem gewissen Abstand zur Kirche erbaut wurde, war noch zu sehen. Und ein Kirchplatz ohne Kirche.

Alte Brandwache von Kiruna

18. August 2025 / Schweden / Kiruna / Gamla brandstationen

Im Zuge der Umsiedlung der Stadt Kiruna sollen gut zwanzig Kulturdenkmäler an einen neuen Standort versetzt werden. Der Rest der Stadt wird abgebrochen und ein paar Kilometer weiter östlich durch neue Bauten ersetzt. Dazu zählt wohl auch die alte Brandwache, die in der Zone steht, die als Nächstes weichen muss. Eigentlich schade.

Kirche auf Rädern

18. August 2025 / Schweden / Kiruna / Kirche von Kiruna

Auch die Kirche von Kiruna muss dem Bergbau weichen. Im Gegensatz zum Stadthaus wird sie aber nicht abgerissen, sondern um rund fünf Kilometer nach Osten verschoben. Der Zufall will es, dass der Kirchentransport morgen und übermorgen durchgeführt wird. Als wir der Kirche heute nichtsahnend einen Besuch abstatten wollten, stand sie bereits gut abgeschirmt auf Spezialtransportern für den Umzug bereit. Die Kirche ist 40 Meter breit und soll 672 Tonnen wiegen. Für den Transportweg wurden spezielle ausplanierte Wege geschaffen. Der Umzug soll rund 45 Millionen Franken kosten, für die das Bergwerk aufkommt. Auf Kiruna warten zwei spektakuläre Tage. Wir schauen, dass wir auch noch einiges mitbekommen.

Kiruna

18. August 2025 / Schweden / Kiruna / Stadthaus

In meinem rund fünfzehn Jahre alten Reiseführer sieht das Stadthaus von Kiruna noch völlig anders aus. Was ist denn da geschehen? Schuld ist Kirunas Bergwerk. Der fortschreitende Eisenerzabbau hat zu Bodensenkungen und tektonischen Verschiebungen geführt, die die Stadt und ihre Bewohner gefährden. Die Stadt wird daher innert einer Zeitspanne von rund zwanzig Jahren nach Osten verlegt. Das alte Rathaus von Kiruna, das 1964 noch zum schönsten Gebäude Schwedens gekürt wurde, wurde 2018 abgerissen und durch ein modernes Rundgebäude ersetzt. Erhalten geblieben ist einzig der skelettartige Uhrturm (rechts auf dem Bild).

Schwedisch-Lappland

18. August 2025 / Schweden / Kiruna / Neitjaureh-See

Der Dauerregen an der norwegischen Küste hat uns in die Flucht getrieben. Schade, die Landschaft in Nordnorwegen war wunderschön. Bei Regen hat man aber leider nur sehr wenig davon. Sehr schön ist auch die Strecke zwischen Narvik und Kiruna, die durch einen Teil Schwedisch-Lapplands führt. Die Region wird geprägt von einer einzigartigen Natur, zu der Hunderte von grösseren und kleineren Seen sowie arktische Wildnis gehören. Der Neitjaureh-See gehört bereits zur Gemeinde Kiruna, der grössten Gemeinde Schwedens. Kiruna ist bekannt für den Abbau von Eisenerz, das mit der Bahn in den 150 Kilometer entfernten Hafen von Narvik transportiert und verschifft wird.

Draussen in der freien Natur

Beim Campen schläft man immer draussen in der freien Natur und bekommt die Wetter- und Umgebungseinflüsse so sehr direkt mit. Wenn es regnet, hört man dies. Wenn es stark windet, spürt man es. Wenn es heiss ist, ist es im Camper meist noch heisser. Gut schützen kann man sich dank guter Heizsysteme vor der Kälte (ausser wenn diese wirklich extrem ist). Gelegentlich kann es auch laut sein, wenn man etwa zu nahe an einer Strasse oder an einem Flughafen steht, wenn in der Nähe plötzlich eine Party startet, wenn mitten in der Nacht ein Techno-Konzert steigt, wenn sich Strassenhunde bemerkbar machen oder wenn nachts Mähdrescher auffahren und benachbarte Getreidefelder abernten (alles schon mitbekommen). Die Natur direkt mitzuerleben, ist aber überwiegend positiv und schön. Das gilt insbesondere dann, wenn man ganz spezielle Stimmungen miterlebt, wie etwa einen Sonnenuntergang, oder wenn sich über dem Camper ein Regenbogen bildet, wie hier im schwedischen Sölvesborg.