Die Ballica-Höhle zählt zu den beeindruckendsten Naturwundern der Türkei. Sie ist bekannt für ihre faszinierenden Stalaktiten, Stalagmiten und seltenen geologischen Formationen, die sie zu einer der schönsten Höhlen des Landes machen. Die Tropfsteinformationen, die man hier zu sehen bekommt, sind wirklich eindrücklich. Ein Besuch lohnt sich alleweil (auch bei schönem Wetter).
Was sind sinnvolle Freizeitbeschäftigungen, wenn es auf einer Reise dauernd regnet? Für viele stünde wohl ein Museumsbesuch an erster Stelle. Wir haben uns für die Besichtigung einer Höhle entschieden, in der es eh dunkel und feucht ist. Genauer gesagt haben wir heute Nachmittag die Ballica-Höhle besichtigt, die südöstlich von Amasya liegt. Bei der Besichtigung dieser Höhle steigt man fast hundert Meter in die Tiefe (und dann wieder hinauf). Dabei kann man insgesamt acht Hauptsäle besichtigen. Ein positiver Nebeneffekt des Höhlenbesuchs: Im Innern der Höhle liegt die Temperatur relativ konstant bei 18 Grad. So warm hatten wir es auf unserer Reise ausserhalb geschlossener Räume seit langem nicht mehr.
Unsere Idee war es, gestern Nachmittag noch nach Amasya zu fahren. Aufgrund des schlechten Wetters wurde es jedoch früh dunkel, so dass wir uns entschieden, in der nächsten Stadt zu übernachten. Rein per Zufall war das Corum, eine Stadt, von der wir noch nie etwas gehört haben. Als wir am Abend mithilfe von Google nachschauten, was es hier überhaupt zu sehen gibt, machten wir grosse Augen. Nichtsahnend sind wir am geografischen Mittelpunkt der Erdoberfläche gelandet. Im Jahr 2003 berechnete der Forscher Holger Isenberg mithilfe digitaler Geländemodelle, dass der Punkt, der die Landmassen der Erde am gleichmässigsten verteilt, bei Corum liegt. Anders ausgedrückt ist hier der Punkt auf der Erdoberfläche, der im Durchschnitt die geringste Entfernung zu allen anderen Landmassen hat. Weil wir ein wenig müde waren, haben wir darauf verzichtet, nachzurechnen. Geografischer Mittelpunkt der Erdoberfläche hin oder her: Wir haben in Corum herrlich geschlafen und konnten unsere Reise heute Morgen gestärkt fortsetzen.
6. Februar 2026 / Türkei / Hattuscha / Ruinenstadt
Heute haben wir einen Zeitensprung zurück in die Bronzezeit gemacht, also gut 3000 Jahre rückwärts. Wir haben Hattuscha, die ehemalige Hauptstadt des Hethiterreiches besucht. Die antike Ruinenstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, liegt rund 150 Kilometer östlich von Ankara im anatolischen Hochland. Hauptattraktionen der Anlage sind die massiven Stadtmauern, ein Löwentor, ein Sphinxtor und ein grosser Tempel. Die Anlage ist sehr weitläufig, so dass man in der Regel mit dem Motorfahrzeug von einer Attraktion zur nächsten fährt. Einen viel besseren Eindruck erhält man allerdings, wenn man den sieben Kilometer langen Rundweg zu Fuss abläuft. Nach unseren gestrigen Trainingseinheiten war das locker zu bewältigen und selbst der Dauerregen konnte unsere Freude nicht gross eintrüben.
6. Februar 2026 / Türkei / Yazilikaya / Felsreliefs
Nahe bei Hattuscha liegt Yazilikaya, ein bedeutendes hethitisches Felsheiligtum, das für seine eindrucksvollen Felsreliefs aus dem 13. Jahrhundert vor Christus bekannt ist. Im Gegensatz zur Ruinenstadt Hattuscha sind die Felsreliefs rasch besichtigt. Verborgen in der anatolischen Felslandschaft gibt es zwei Kammern, in denen man insgesamt sechzig Figuren betrachten kann, die in den natürlichen Fels gehauen wurden. Klein, aber fein.
5. Februar 2026 / Türkei / Ankara / Presidential Symphony Orchestra
Heute war Wandern angesagt. Wir haben tagsüber Ankara besichtigt. Die türkische Hauptstadt zählt zwar „nur“ gut 5 Millionen Einwohner (in Istanbul leben 15 Millionen Menschen), erstreckt sich aber auf einer riesigen Fläche. Auch die Distanzen zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind recht gross. Es gibt in Ankara eine moderne Metro, die gut ist, um von der Peripherie ins Zentrum zu gelangen. Im Zentrum selbst hilft sie aber wenig. Zum Busfahren fehlte uns der Mut, da man hier mit Englisch nicht sehr weit kommt und das Risiko recht gross ist, dass der Bus nach der nächsten Kreuzung abzweigt und in eine völlig andere Richtung fährt. Und uns mit Taxis in der Stadt herumfahren zu lassen ist nicht so unser Ding. Daher haben wir heute recht grosse Strecken zu Fuss zurückgelegt, was ja nicht ungesund sein soll. Ankara besitzt eine kleine Altstadt mit einem sehr lebendigen Basar. Der Rest der Stadt ist überwiegend modern. Ein gutes Beispiel für ein modernes Bauwerk ist das abgebildete Präsidenten-Sinfonieorchester, in dem gut 2000 Zuschauer Platz finden.
5. Februar 2026 / Türkei / Ankara / Mustafa Kemal Atatürk Türbesi
Das Mausoleum von Mustafa Kemal Atatürk ist die Hauptsehenswürdigkeit von Ankara. Das riesige Mausoleum ist die letzte Ruhestätte des Gründers und ersten Präsidenten der Republik Türkei, der 1938 verstarb. Atatürk ist in der Türkei immer noch allgegenwärtig. Sein Konterfei ist ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Raums und prägt unzählige Denkmäler, Gebäude sowie offizielle Räumlichkeiten. Fast jede Stadt und jedes Dorf verfügt über mindestens ein Atatürk-Denkmal oder eine Statue auf einem zentralen Platz. Und seine Porträts hängen in Schulen, Behörden, Ministerien und auch in vielen privaten Geschäften. Seine Präsenz ist so umfassend, dass sie oft als „Atatürk ist überall“ beschrieben wird.
Das Sprichwort „Andere Länder, andere Sitten“ kann man ergänzen mit andere Essgewohnheiten und anderes Lebensmittelangebot. Das ist Teil des Reisens und das ist auch gut so. Auf meiner langen Reise durch den Balkan war es immer wieder interessant zu sehen, was man alles an Lebensmitteln einkaufen kann. In einigen Ländern (Montenegro, Kosovo, Nordmazedonien und Albanien) war das Angebot eher klein. Hier in der Türkei bekommt man hingegen fast alles (ausser Schweinefleisch und Hartkäse). Sogar 5M MiGROS findet man hier. Die Geschichte hinter der türkischen MiGROS ist noch spannend. Zu Beginn der fünfziger Jahre litten breite Teile der Bevölkerung unter einer starken Teuerung. Die türkische Regierung lud daraufhin Gottlieb Duttweiler ein, eine türkische MiGROS zu gründen, um die Nahrungsmittelversorgung zu modernisieren. Die Gründung erfolgte 1955. Heute ist die türkische MiGROS vollständig losgelöst von der schweizerischen. Der Markenauftritt sieht aber immer noch fast identisch aus (ausser dass sich die türkische MiGROS mit einem kleinen i schreibt).
4. Februar 2026 / Türkei / Eskisehir / Altstadthäuser
Bunte, historische Holzhäuser im osmanischen Stil prägen das Bild der Altstadt von Eskisehir. Etliche von ihnen kommen in ganz schrillen Farben daher. Die Altstadt von Eskisehir ist recht klein, überzeugt aber mit ihrem Charme. Sie von weit her anzureisen, lohnt sich kaum. Für einen Zwischenhalt ist sie aber gut geeignet. Umso mehr, als man direkt am Rande der Altstadt ausreichend freie Parkplätze findet, was für eine Stadt dieser Grösse sehr untypisch ist.
4. Februar 2026 / Türkei / Eskisehir / Kurtulus Müzes
Die Altstadt von Eskisehir ist bekannt für ihre alten, schönen Häuser. Da fällt es besonders auf, wenn man mitten in dieser Altstadt auf einen recht modernen Holzbau stösst. In diesem ist das Museum der Unabhängigkeit untergebracht, das sich dem türkischen Befreiungskrieg widmet. Moderne Gebäude sind in der Türkei aber überhaupt keine Seltenheit. Ganz im Gegenteil. Speziell am Rande der Grossstädte trifft man immer wieder auf neue Zentren mit modernsten Hochhäusern, wie man sie in der Schweiz selten bis gar nie findet.