Rissani

1. März 2025 / Marokko / Rissani / Stadttor im Westen

Wir müssen wieder einmal Lebensmittel einkaufen und fahren daher in die nächstgelegene Stadt, die Rissani heisst. Rissani ist eine Wüstenstadt mit 25’000 Einwohnern, die in einer ausgedehnten Oasenlandschaft lieg. Die Stad hat für die Marokkaner als Wiege der Alaouiten-Dynastie eine spezielle Bedeutung. Am Stadtrand befindet sich das Mausoleum eines bekannten Sultans. Uns zieht es ins Zentrum mit seinem Souk. Dabei passieren wir ein prächtig geschmücktes Stadttor.

Abschied von Dünen und Dromedaren

1. März 2025 / Marokko / Merzouga / Dromedare

Der Wind hat merklich nachgelassen, die Sonne strahlte wieder, der Himmel war blau. Die Erg Chebbi präsentierte sich heute viel freundlicher als dass das gestern der Fall war. Wir unternahmen nochmals eine ausgedehnte Dünenwanderung. Dann galt es Abschied zu nehmen von der Sandwüste. Bei der Wegfahrt passierte noch etwas Unerwartetes. Die Verkehrsschilder, die vor Dromedaren warnen, hatten wir bisher nie Ernst genommen und immer gedacht, dass das ein Gag für die Touristen ist. Doch heute Vormittag lief doch tatsächlich ein ausgewachsenes Dromedar ganz gemütlich vor uns über die Strasse. Rund zwanzig seiner Kollegen waren in der Nähe gemütlich am Fressen. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Unsere Handykameras hatten wieder einmal viel zu tun.

Ausritt auf Dromedaren

28. Februar 2025 / Marokko / Erg Chebbi / Omar mit seinen Dromedaren

Eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit ist Omar mit zweien seiner Dromedare bei uns aufgekreuzt. Der Ausritt hat viel Spass gemacht. Die Tiere bewegen sich ganz gemütlich, so dass man ruhig durch die Wüste schaukelt. Was die Dromedare dabei empfingen, wissen wir nicht. Wir haben aber jedes Mal den Eindruck, dass sie recht entspannt sind. Sie schauen gemütlich in der Gegend herum und kauen seelenruhig ihr Futter. Hoffentlich geht es ihnen wirklich so gut wie es aussieht. Dass Omar eine halbe Stunde früher kam war für uns ein Glück. Kaum waren wir zurück, begann es kräftig zu winden, und das mit Geschwindigkeiten von bis zu fünfzig Stundenkilometern. Bald sah man nichts mehr. Leider blieb es dann Tag über so windig und trüb. Weil für morgen sehr gutes Wetter angesagt ist haben wir ausgeharrt und bleiben noch eine weitere Nacht in der Wüste.

Spuren im Dünensand

28. Februar 2025 / Marokko / Erg Chebbi / Dünen

Dünen zu besteigen ist ein gutes morgentliches Fitnessprogramm. In den steilen Passagen wird der Körper ordentlich gefordert. Der Aufstieg zur Grand Dune de Merzouga war teilweise so steil, dass man sich am besten auf allen Vieren fortbewegte. Die Kunst ist es dann, pro Schritt vorwärts möglichst wenig Terrain durch Abrutschen wieder zu verlieren. Nicht ganz einfach. Oben auf den Dünen hinterlässt man dann im sehr lockeren Sand tiefe Spuren. Spuren, die der Wind allerdings rasch wieder verbläst. Speziell an einem Tag wie heute mit Windgeschwindigkeiten von bis zu fünfzig Stundenkilometern.

Blick über die Dünenlandschaft

27. Februar 2025 / Marokko / Erg Chebbi / Dünen

Die höchsten Dünen in der Erg Chebbi sind „bloss“ 150 Meter hoch. Sie zu erklimmen ist aber nicht ganz ohne, weil man gerade in den steileren Passagen dauernd wieder runterrutscht. Von zuoberst hat man dann aber einen herrlichen Blick über die ganze Dünenlandschaft. Wir befinden uns hier ganz nah an der Grenze zu Algerien. In Blickrichtung Süden ist die algerische Grenze etwa fünfzig Kilometer entfernt, im Osten sind es bloss zwanzig Kilometer. Ein Übertritt ist nicht möglich. Die Grenze ist seit 1994 geschlossen und soll streng überwacht werden. Zeit für einen Abstecher ins Nachbarland hätten wir eh keine mehr, da uns unsere Fähre bereits in sechs Tagen zurück nach Spanien bringen wird.

Es gibt sie noch, die Karawanen

27. Februar 2025 / Marokko / Erg Chebbi / Dromedarkarawane

Wen man durch die Dünen wandert trifft man immer wieder auf Dromedare, die Touristen durch die Wüste führen. Unser Ausritt für Morgen ist auch schon gebucht. Die Buchung erfolgte nach dem System „marocain“, das wie folgt funktioniert: Man trifft am Rande der Dünen auf einen freundlichen Berber, der einem Interessantes über die Gegend erzählt. Nach rund zehn Minuten öffnet er seinen Rucksack, der mit schönen Fossilien gefüllt ist, die er für ein kleines Geld verkauft. Weil man beiläufig erwähnt hat, dass man morgen noch einen Ausritt machen möchte, dauert es keine zehn Minuten, und ein Kollege von ihm taucht mit zwei ausgewachsenen Dromedaren direkt neben Hopo auf. Wir konnten nicht Nein sagen. Knappe dreissig Franken für eine einstündige Dünenwanderung zu zweit finden in unserem Reisebudget noch locker Platz.

In der Wüste

27. Februar 2025 / Marokko / Erg Chebbi / Dünen

Wir sind in der Wüste gelandet. Oder wir haben sie, besser gesagt, bewusst gesucht. Bei Merzouga sind wir auf einem Campingplatz abgestiegen, der direkt an die Dünen angrenzt. Wir brauchen nur aus dem Camper aussteigen und die Dünenwanderung kann beginnen. In den flachen Dünen kommt man relativ gut vorwärts. Die hohen Dünen sind dann aber echt anstrengend. Auf drei Schritte hoch rutscht man zwei Schritte runter. Das spezielle Feeling, in einem so riesigen Sandkasten wandern zu gehen, geniessen wir aber in vollen Zügen. Trotz kräftigem Wind, der uns den Sand gehörig um (und in) die Ohren geblasen hat.

Nomade mit Dromedaren

26. Februar 2025 / Marokko / Jorf bei Erfoud / Nomade mit Dromedaren

Nordwestlich von Erfoud treffen wir am Strassenrand auf einen Nomaden, der mit seinen zehn Dromedaren unterwegs ist. Er deutet uns an, dass er gerne Wasser hätte. Wir bremsen und versorgen ihn mit Cola, Wasser und einer Portion Esswaren (für die Dromedare reicht unser Flüssigkeitsvorrat leider nicht). Er ist dankbar und lässt uns breitwillig fotografieren. Mehr noch: er fordert uns direkt auf, seine Dromedare und ihn zu fotografieren und gibt uns breitwillig Auskunft. Einmal mehr ein cooles Erlebnis, das man in Europa so kaum machen kann.

Dadèstal bei Tamelalt

26. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Landschaft

Wir verlassen das Atlasgebirge durch das Dadèstal. Es ist nun schon das dritte Mal, dass wir durchs Tal fahren. Die Landschaft fasziniert uns Mal für Mal und wir könnten problemlos weitere Fahrten anhängen. Wir wollen aber noch anderes sehen. Eine recht spektakuläre Stelle durchfährt man im Dadèstal westlich von Tamelalt. In diesem Abschnitt hat das rote Gestein wieder ganz klar die Oberhand gewonnen.

Dadèschlucht bei Amouguir

26. Februar 2025 / Marokko / Dadèstal / Dadèschlucht bei Amouguir

Wir haben gut geschlafen am Fuss des Tizi n’Uguent Zegsaoun Passes. Hier hat man absolute Ruhe. Keine Autos, keine Motorräder, keine bellenden Hunde, keine lärmenden Platznachbarn, nichts. Auf 2’050 Meter ist es am Morgen aber recht kühl, nur knapp über Null Grad. Dies hält die einheimischen Frauen nicht davon ab, bereits kurz nach Sonnenaufgang mit ihren Eseln an Hopo vorbeizuziehen, um in den Bergen Brennholz, Gras und Kräuter zu sammeln. Rund zehn Kilometer nach unserem Übernachtungsplatz treffen wir bei der obersten Dadèsschlucht ein. Der Dadès hat sich hier tief ins Gestein eingefressen und dabei riesige Schlaufen gebildet. Wir sind einmal mehr tief beeindruckt von der Schönheit der hiesigen Landschaft.