Ein ganzes Jahr unterwegs mit Hopo

15. August 2024 / Frankreich / Outreau

Das Bordbuch, das wir führen, sagt mir: die letzte Nacht war die 365., die ich im Hopo schlafend verbracht habe. Damit komme ich – nicht am Stück, aber aufsummiert – auf ein ganzes Jahr on Tour. Heidi war nicht immer mit dabei und hat damit noch etwas Rückstand. Hopo kommt sogar auf 379 Nächte, da er im Sommer 2020 einmal zwei Wochen lang mit Lars und Angi unterwegs war. Hopo hat bisher 17 Länder besucht. Diese Zahl soll in den kommenden Jahren sukzessive anstiegen. Die meisten Nächte habe ich bisher in Frankreich (93 Nächte) und in Italien (64 Nächte) verbracht. Auf bloss eine einzige Übernachtung kommt Luxemburg. Mittlerweile hat Hopo 90’000 Kilometer auf dem Tacho, was pro Einsatztag über 200 Kilometer ergibt. Eigentlich viel zu viel. Wir arbeiten daran und schauen, dass wir etwas sesshafter werden und mehr stehen und weniger fahren. Mehr wohnen und weniger mobil.

Boulogne-sur-Mer

14. August 2024 / Frankreich / Boulogne-sur-Mer / Basilika und Schloss

Die 40’000 Einwohner zählende Kleinstadt Boulogne-sur-Mer besitzt den grössten Fischereihafen Frankreichs. Daneben verfügt Boulogne-sur-Mer über eine hübsche Altstadt, die von einer fast quadratischen Stadtmauer umschlossen wird. Besonders gut gefallen haben mir das Rathaus mit seinem Glockenturm, die Basilika und das Schloss, das teilweise von einem Wassergraben umgeben wird.

Sanddünen fast wie in Marokko

14. August 2024 / Frankreich / Ambleteuse / Dunes de Slack

Nördlich von Boulogne-sur-Mer dehnen sich die Dunes de Slack auf einer grösseren Fläche aus. Es fehlen nur noch die Kamele und man würde sich fast in der Erg Chebbi in Marokko wähnen. Gut, das ist etwas übertrieben. Das „Problem“ der Dunes de Slack ist, dass viele von ihnen mit Gras überwachsen sind. Darum wirken sie nicht ganz so spektakulär wie viele Dünen anderswo. Schön sehen sie aber trotzdem aus und sie wecken vor allem Erinnerungen an Kamelaustritte in den wahren Wüsten Marokkos.

Inselfestung Fort Mahon

14. August 2024 / Frankreich / Ambleteuse / Fort Mahon

In Ambleteuse, das nördlich von Boulogne-sur-Mer liegt, befindet sich eines der vielen Kriegsmuseen, die es hier in der Normandie zu besichtigen gibt und die vor allem Kriegsmaterial aus dem 2. Weltkrieg zur Schau stellen. Älteren Datums ist das Fort Mahon, das auch Fort Vauban oder Fort d‘ Ambleteuse genannt wird. Es wurde im 17. Jahrhundert nach Plänen des bekannten Militärarchitekten Maréchal Vauban errichtet. Speziell ist seine Lage. Bei Flut liegt das Fort auf einer Insel, bei Ebbe ist es zu Fuss erreichbar.

Cap Gris-Nez

14. August 2024 / Frankreich / Cap Gris-Nez

Wir haben heute eine gewaltigen Schritt Richtung Bretagne gemacht und sind bis nach Outreau gefahren, das südwestlich von Boulogne-sur-Mer liegt. Damit haben wir uns satte 38 Kilometer weg von Calais bewegt. Die wenige Zeit, die uns sonst noch blieb, hat Heidi mehrheitlich am Strand und im Hafen von Boulogne-sur-Mer verbracht, ich auf dem Fahrrad. Dabei war ich unter anderem beim Cap Gris-Nez, das zwar eine weniger spektakuläre Aussicht als das Cap Blanc-Nez bietet, aber auch schön auf den Klippen gelegen ist. Nordöstlich vom Cap Blanc-Nez findet man in Wissant wunderbare Sandstrände, die heute auch recht gut frequentiert waren. Die guten Bedingungen müssen genutzt werden. Wer weiss schon, wie lange hier oben die Badesaison noch anhält.

Letzter Tag in Calais

13. August 2024 / Frankreich / Calais / Grand théâtre de Calais

Zugegeben, wenn wir nicht die Reparatur meines Fahrrads hätten abwarten müssen, wären wir wohl längst aus Calais abgereist. Das Warten war aber kein wirkliches Müssen. Denn Calais ist viel mehr als nur ein simpler Fährhafen. Die Stadt mit ihren rund 75’000 Einwohner hat einige Attraktionen zu bieten, allen voran natürlich das imposante Rathaus mit seinem 72 Meter hohen Glockenturm. Auch die Skulptur „Die Bürger von Calais“ von Auguste Rodin ist sehr bekannt. Weitere kleinere Sehenswürdigkeiten findet man über die ganze Stadt verstreut. Der feinsandige Strand zieht über viele Kilometer nach Osten hin, wobei dessen Breite je nach Gezeitenstand enorm stark variiert. Heute Morgen haben wir vom benachbarten Sangatte aus eine kurze Wanderung (je fünf Kilometer hin und zurück) zum Cap Blanc-Nez unternommen, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Opalküste hat. Morgen geht es nun definitiv weiter. Seit heute Abend ist  mein Fahrrad wieder instand gestellt. Ich hoffe sehr, dass ich nun mit einem neuen Hinterrad versehen vor weiteren Pannen verschont bleibe.

Hitzetag in Calais

12. August 2024 / Frankreich / Calais

Seit gut einem Monat sind wir nun unterwegs und haben heute unseren ersten Hitzetag erleben dürfen. Nachdem wir in Irland den einen oder anderen Tag mit Höchstwerten um 18 Grad hatten, stieg heute das Thermometer in Calais auf 31 Grad an. Ein Tag ganz nach dem Gusto von Heidi. Morgen werden wir dann wieder Höchstwerte haben, die eher meinem Naturell entsprechen, nämlich rund 23 Grad. Während Heidi heute das Strandleben genoss, habe ich etliche Kilometer zu Fuss abgespult, um einen Velomechaniker zu finden, der sich meines Patienten annehmen will. Das war einerseits ganz schön schweisstreibend, hat aber andererseits mit dazu beitragen, dass ich Calais nun noch ein bisschen besser kenne. Die Suche war letztendlich erfolgreich. Ab morgen Nachmittag sollte ich wieder auf zwei Rädern durch die Gegen strampeln können. Hoffentlich dann für längere Zeit pannenfrei.

Opalküste an einem Prachttag

11. August 2024 / Frankreich / Opalküste beim Cap Blanc-Nez

In letzter Zeit haben wir die Opalküste, die sich im Nordosten Frankreichs erstreckt und bis nach Belgien hineinreicht, primär von der Fähre aus gesehen. Nun sind wie näher dran. Einen besonders schönen Blick auf die weissen Stände und die Klippen hat man vom Cap Blanc-Nez aus, einer kleinen Anhöhe bei Escalles.

Wir haben ja entschieden, dass wir von Calais aus in die Richtung fahren werden, in der die Wetteraussichten am besten sind. Der Westen hat obsiegt. Wir fahren daher nun gemütlich durch die Normandie in die Bretagne. Wir haben noch reichlich Zeit, müssen wir doch unsere Rückreise erst in knapp zwei Wochen in Angriff nehmen. Vorerst sind wir ohnehin eingebremst. Das von André Léonard reparierte Hinterrad ist wieder defekt. Dieses Mal muss ich es wohl ganz ersetzen. Das kann aber frühestens am Dienstag geschehen, haben doch hier alle Velomachaniker am Montag ihren freien Tag. Kein Problem. Es gibt definitiv Schlimmeres, als an der Opalküste bei tollem Wetter zwei Tage auszuharren.

Fahrt über den Meeresgrund

Dank des Allradantriebs unseres Toyota Hilux können wir uns gelegentlich auch auf Terrains wagen, die nicht für alle Fahrzeuge geeignet sind. Meist sind dies Sandpassagen. Ganz speziell war 2021 ein Abstecher über den Meeresgrund bei der Passage du Gois in der Bretagne. Die Passage du Gois ist eine gut vier Kilometer lange Strasse, die das Festland mit der Insel Noirmoutier verbindet. Die Strasse kann bei Ebbe während rund drei Stunden befahren werden. Mit der Flut verschwindet sie dann wieder im Meer. Hat man ein geeignetes Fahrzeug, kann man auch einen Abstecher neben die Strasse wagen. Die Muschelsammler haben es uns vorgemacht.