Top-Wanderung am Horn Head

30. Juli 2024 / Irland / Horn Head

Wir sind nun ganz oben in den nördlichsten Regionen Irlands angekommen. Bei der kleinen Ortschaft Dunfanaghy ragt die Halbinsel Horn Head ins Meer hinaus. Und zuoberst auf dieser Halbinsel muss es gemäss unserer elektronischen Landkarte einen Wanderweg der Küste entlang geben. Den wollen wir entdecken. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung ist wie meistens bei solch abgelegenen Orten abenteuerlich. Der Wanderweg, den wir vorfinden, erstreckt sich dann über rund sechs Kilometer der Küste entlang. Immer wieder hat man spektakuläre Ausblicke auf die Klippen und das tosende Meer. Die Strecke ist recht kupiert und der Weg nicht immer leicht zu finden. Speziell schön ist aber, dass man über weite Stecken auf weichen Moorböden wandern kann und dass wir praktisch alleine unterwegs sind. Ein Top-Erlebnis, das zwar etwas in die Beine geht, das uns aber eine wunderbare Landschaft gezeigt hat.

Stylische Schafe

29. Juli 2024 / Irland / Malin Beg

Wie ich bereits einmal geschrieben habe, sind die meisten Schafe in Irland farbig gekennzeichnet. Und das recht auffällig. Am meisten sieht man rot und blau, teilweise auch violett oder grün. Dass die Schafe vom Hals bis zum Schwanz vollständig eingefärbt sind, haben wir heute zu ersten Mal gesehen. Sieht komisch aus. Eigentlich sollten doch auch diese Schafe allmählich merken, dass die Fussball-EM vorbei und Holland längst ausgeschieden ist.

Silver Strand zum zweiten

29. Juli 2024 / Irland / Malin Beg / Silver Strand

Man soll den Tag nicht vor dem Abend abschreiben. Besonders nicht hier oben im Norden, wo das Wetter recht schnell ändern kann. Wenn es denn will. Und heute wollte es. Nach einem doch recht trüben Tag öffnete sich der Himmel am Abend und wir durften noch einige schöne Sonnenstunden geniessen. Der Silver Strand und die ihn umgebende Bucht sehen so noch schöner aus.

Silver Strand in Malin Beg

29. Juli 2024 / Irland / Malin Beg / Silver Strand

Wir ziehen wieder einmal einen trüben und etwas regnerischen Tag ein. Weite Strecken zu fahren macht bei diesem Wetter wenig Sinn. Wir beschliessen daher, bereits am frühen Nachmittag einen Übernachtungsplatz zu suchen und den Rest des Tages dort ruhig angehen zu lassen. In Malin Beg werden wir fündig. Der recht grosse Silver Strand ist in eine Bucht eingebettet, die sich gegen aussen schliesst. Steile Klippen umrunden die Bucht. Schafe grasen an den steilen Abhängen. Ja, es hat sogar einen kleinen Wasserfall. Einfach schön. Von unserem Wohnzimmer aus können wir – gut geschützt vor dem Regen – die ganze Szenerie in aller Ruhe geniessen. Und wir überlegen uns permanent, ob wir noch heute Abend oder doch erst morgen Vormittag ein erfrischendes Bad im Atlantik nehmen wollen.

Fischerhafen Killybegs

29. Juli 2024 / Irland / Killybegs

Killybegs ist einer der drei wichtigsten Fischereihäfen Irlands. Die Schiffe, die wir sehen, übertreffen alles, was wir bisher gesehen haben (in Irland und anderswo). Die Riesenkähne, auf denen der Fang fixfertig verarbeitet wird, bleiben vermutlich längere Zeit auf dem Meer (wohl bis alle Lagerkammern gefüllt sind). Rund um den Hafen gibt es etliche Lager- und Handelshäuser. Vor zwanzig muss hier noch deutlich mehr gelaufen sein. Strenge EU-Richtlinien, die die Fangquoten verringerten, sorgten 2005 für einen Einbruch. Gleichwohl ist es eindrücklich, sich die grossen Kähne einmal aus der Nähe anzusehen. Kleinere Häfen mit kleineren Fischkuttern gefallen uns aber immer noch deutlich besser. Handwerk ist eben spannender als Industrie.

Unser erster Sonnenuntergang in Irland

28. Juli 2024 / Irland / Streedagh / Back Strand

Bisher haben wir in Irland nur wolkenverhangene Abende erlebt. Logisch, dass wir auch noch keinen Sonnenuntergang mitverfolgen durften. Das hat sich heute geändert. An unserem 13. Abend in Irland erleben wir tatsächlich einen Sonnenuntergang. Und das an einem speziell schönen Ort. Das westlich von Grange gelegene Streedagh verfügt über einen schier endlos langen Sandstrand, der sich einer vorgelagerten Lagune entlang zieht. Und – Ebbe sei dank – ist dieser momentan auch extrem breit.

de Cuellar Armada Monument

28. Juli 2024 / Irland / Streedagh / de Cuellar Armada Monument

Francisco de Cuellar war Kapitän eines spanischen Segelschiffs. Den Eingang in die Geschichtsbücher hat er dem Umstand zu verdanken, dass sein Schiff 1588 während einer aussergewöhnlichen Sturmsaison vor der Küste Irlands sank. de Cuellar konnte sich retten und später seine Erlebnisse niederschreiben. Zum Andenken an ihn und die gesamte spanische Armada, die hier schwere Verluste erlitt, hat man in der Nähe von Grange ein Monument errichtet. Dieses ist schön in die Küstenlandschaft eingebettet, was der Hauptgrund dafür ist, dass de Cuellar Aufnahme in diesen Blog fand.

Fischerhafen von Raghly

28. Juli 2024 / Irland / Raghly / Hafen

Auf meiner heutigen Velotour bin ich nordwestlich von Sligo abseits der grossen Strassen auf den kleinen Fischerhafen von Raghly gestossen. Obwohl der Hafen für Fahrzeuge nur schwer erreichbar ist, ist er für irische Verhältnisse sehr gut ausgebaut. Was steckt wohl dahinter? Eine Tafel am Rande des Hafens verrät es: der Um- und Ausbau wurde mit EU-Fördergeldern unterstützt. Wie viele EU-Steuergelder hier verbuttert wurden – beziehungsweise um welche Summer der EU-Schuldenberg weiter angewachsen ist – wird nicht erwähnt. Ob die Fangquote mit dem grosszügigen Um- und Ausbau gestiegen ist, wage ich zu bezweifeln.

Torfabbau

28. Juli 2024 / Irland / Bangor

Im Nordwesten Irlands wird noch häufig Torf abgebaut. Kein Wunder angesichts der vielen Moorböden, die es hier gibt. Offenbar heizen immer noch recht viele Iren mit Torf, was fürs Klima nicht speziell gut sein soll. Wir wollen das nicht verurteilen. Das gehört sich nicht für Gäste. Und unser Hopo läuft ja schliesslich auch nicht mit Wasser. Wobei wir gesamthaft betrachtet doch recht ökologisch unterwegs sind. Am stärksten belastet wird unsere persönliche Ökobilanz durch die 12,5 Liter Diesel, die Hopo pro 100 Kilometer in Anspruch nimmt (plus ein paar zusätzliche Tropfen, wenn wir heizen müssen). Sonst sind wir sparsam unterwegs. Elektrizität beziehen wir von den Solarzellen auf dem Dach. Pro Woche konsumieren wir rund zwei Liter Flüssiggas fürs Kochen und fürs Warmwasser. Frischwasser verbrauchen wir rund 15 Liter pro Tag und Person (bei täglichem Duschen). Damit dürfe unser ökologischer Fussabdruck kein allzu grosser sein. Dumm nur, dass unsere Wohnung zu Hause, die jetzt viel leer steht, aber gleichwohl geheizt werden muss, unsere persönliche Ökobilanz wohl markant verschlechtert.  Ja, auch wir sind kleine Sünder, können aber gut damit umgehen.

Eins von acht Millionen

27. Juli 2024 / Irland / Bei der Keem Bay auf Achill Island

Lange haben wir gezweifelt, dass es in Irland mehr Schafe als Kühe geben soll. Jetzt glauben wir es. Hier im Nordwesten wimmelt es tatsächlich von Schafen. Meist grasen sie in eingezäunten Weiden. Weit abseits der Zentren begegnet man ihnen aber auch direkt am Strassenrand – oder manchmal eben auch auf der Strasse. Vorsicht ist geboten, dann in Irland haben Schafe stets Vortritt. Und davon machen sie gerne auch Gebrauch, indem sie unverhofft auf die Strasse laufen. Und das, ohne irgend ein Zeichen zu geben. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass praktisch alle Schafe auffällig mit Farbe gekennzeichnet sind. Meist sind sie recht scheu. So nahe wie bei dieser Aufnahme kommt man nur selten ans sie heran.