Souk von Marrakesch

20. Februar 2025 / Marokko / Marrakesch / Souk

Der Souk (Markt) von Marrakesch gilt als der grösste und faszinierendste von ganz Marokko. Er umfasst ein ganzes Viertel nördlich vom Platz Jemaa el Fna. Insgesamt soll es in den vielen kleinen Gassen und Durchgängen über 3’000 Verkaufsstände geben. Der grösste Teil des Souk ist überdacht. Für Fremde ist es recht schwierig, die Orientierung zu behalten, gleicht doch der Souk einem riesigen Labyrinth, in dem es viele verwinkelte Durchgänge und etliche Sackgassen gibt. Leider gibt es immer weniger Handwerker, die noch vor Ort produzieren. Die Zahl der Touristen, die den Souk „überfluten“, nimmt stetig zu, was zur Folge hat, dass er immer stärker zu einem einzigen riesigen Souvenirmarkt verkommt. Schade. Aber das ist ganz offensichtlich der Gang der Zeit, den wir als Dauerreisende irgendwo auch mitzuverantworten haben.

Marrakesch / Koutoubia-Moschee

20. Februar 2025 / Marokko / Marrakesch / Koutoubia-Moschee

Mit einer Million Einwohnern ist Marrakesch die viertgrösste Stadt Marokkos (hinter Casablanca, Tanger und Fès). Die Stadt liegt nördlich des Hohen Atlas auf einer Ebene auf 450 Meter Höhe. Die Altstadt von Marrakesch gehört bereits seit vierzig Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Eines der Wahrzeichen von Marrakesch ist die Koutoubia-Moschee. Die Moschee wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist die grösste und eine der ältesten der Stadt. Leider können wir sie nur von aussen betrachten. Anders als etwa in der Türkei ist es in Marokko Nicht-Muslimen gesetzlich verboten, Moscheen zu betreten.

Tiertransport

19. Februar 2025 / Marokko / Tizi n’Test / Nordseite / Tiertransport

Die meisten Fahrzeuge, die über den Tizi n’Test fahren, sind gut bis sehr gut beladen. Viele Camions und Kleintransporter führen auch noch auf dem Dach Ware mit. Und auf dieser Ware sitzen dann meist noch ein paar Männer, die sich so transportieren lassen. Oder dann wird auf der Ladefläche eines Fahrzeugs gleich ein Esel mitgeführt, der später die transportierten Güter wegtragen kann. Beliebt ist auch der Transport von Schafen und Ziegen auf dem Dach von Fahrzeugen. Heute wurde uns vorgeführt, dass man Schafe auch auf dem Motorrad transportieren kann; der Fahrer lenkt das Moped, der Begleiter auf dem Rücksitz hält das Schaf in den Armen. Wir sind begeistert. Neben tollen Landschaften bekommen wir Tag für Tag jede Menge Action geboten.

Tizi n’Test

19. Februar 2025 / Marokko / Tizi n’Test / Nordseite

Mit den Anfahrtswegen misst die Strecke über den Tizi n’Test gut hundert Kilometer. Was man an Landschaftsbildern geboten bekommt, ist gewaltig. Alle paar Kilometer wechselt die Farbe des Gesteins und der Landschaftstyp. Auf der Nordseite fährt man an etlichen kleinen Dörfern und Weilern vorbei, die allesamt toll aussehen. Dann sieht man wieder herrliche Flusslandschaften. Die Passstrasse über den Tizi n’Test ist wirklich ein Erlebnis. Man sieht so viel, dass es eigentlich schade ist, wenn man die Strecke in einem halben Tag bewältigt.

Passstrasse über den Tizi n’Test

19. Februar 2025 / Marokko / Tizi n’Test / Nordseite

Der Tizi n’Test, der Marrakesch mit Tarudent verbindet, ist einer der wichtigsten Pässe im Atlasgebirge. Der Passübergang liegt auf 2’093 Meter Höhe und ist damit fast gleich hoch wie der Gotthardpass. Die Passstrasse war heute zum Glück schneefrei. Aber rund um den Passübergang hatte es einige Berggipfel, die frisch eingeschneit waren. Die Strasse ist schmal, kurvenreich und zum Teil in einem schlechten Zustand. Da es aber nur wenig Verkehr hat und die Landschaft wunderschön ist, ist die Fahrt über diesen Pass ein wahres Vergnügen. Es sei denn, man befindet sich in den Streckenabschnitten, in denen die Strasse gerade ausgebaut wird …

Eile mit Weile

19. Februar 2025 / Marokko / Tizi n’Test / Südseite

Um von Tarudant nach Marrakesch zu fahren kann man das Atlasgebirge grossräumig umfahren. Man fährt dann ein ordentliches Stück auf der Autobahn und ist dadurch um einiges schneller. Die landschaftlich viel schönere Strecke führt im Atlasgebirge über den Pass Tizi n’Test. Die Strasse ist hier eng und kurvenreich, weshalb man etwas mehr Zeit braucht. Heute haben wir sehr viel mehr Zeit gebraucht. Die Marokkaner sind daran, die Passstrasse, die bis auf 2’093 Meter hinauf führt, auszubauen. Ein ordentlicher Teil unseres heutigen Wegs war daher eine Baustelle und glich mehr einer Schotterpiste als einer Strasse. Mehrmals musste man zehn oder fünfzehn Minuten warten, weil sie mit schweren Maschinen abgetragene Steinmassen wegtransportieren hatten. Aber kein Problem. So hatten wir mehr Zeit, um die wunderbare Landschaft zu geniessen.

Tarudant

19. Februar 2025 / Marokko / Tarudant / Place El Alouine

Den Vormittag haben wir in Tarudant verbracht. Tarudant zählt 80’000 Einwohner und ist nach Marrakesch und Agadir die drittwichtigste Stadt im Süden Marokkos. Die Altstadt ist fast vollständig von einer gut erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die eher ruhige Place El Alouine bildet das Zentrum der Altstadt. Rundherum gibt es etliche überdachte Märkte. Aber auch in den Strassen wird viel gehandelt. Tarudant ist eine extrem lebendige Stadt. Es gibt Touristen, aber diese gehen in der Masse der Einheimischen unter. Tarudant wäre es wert, länger zu bleiben. Aber wir möchten heute noch nach Marrakesch. Und bis dorthin ist es noch ein ordentliches Stück Weg.

Agadir Tasguent

18. Februar 2025 / Marokko / Agadir Tasguent / Speicherburg

Agadir ist eine der bekanntesten Städte Marokkos. Agadir heisst aber auch Speicherburg. Und in der Gegend, in der wir in den letzten Tagen waren, gibt es noch einige dieser Speicherburgen. Die schönste und bekannteste ist der Agadir Tasguent, der 30 Kilometer nordöstlich von Tafraoute liegt. Die Speicherburgen hatten zwei Funktionen: einerseits dienten sie als Lager für Nahrungsmittel, andererseits boten sie der Bevölkerung bei einer Bedrohung Schutz. Obwohl es sich um den bekanntesten Agadir handelt, waren wir während der guten Stunde, die wir vor Ort verbrachten, die einzigen Touristen, die hier aufkreuzten. Dafür zogen immer mehr Wolken auf und am Abend hat’s dann wieder Mal richtig geregnet. Damit können wir gut leben. Marokko erst recht. Das Land leidet unter Trockenheit und kann den Regen sehr gut gebrauchen.

Im Tal der Ammeln

18. Februar 2025 / Marokko / Tal der Ammeln / Anbdour

Nördlich von Tafraoute liegt die Gebirgskette des Jbel Lekst (der höchste Gipfel befindet sich auf 2’349 Metern). Darunter erstreckt sich das Tal der Ammeln. Tönt nach Insekten, ist es aber nicht. Die Ammeln sind ein hier lebender Berberstamm. Das Tal ist für marokkanische Verhältnisse sehr fruchtbar (Getreide, Gemüse, Obst, Feigen, Datteln, Mandeln). Die kleinen Dörfer kleben zum Teil wie Vogelnester an den Hängen der steil aufragenden Felswände. Eine wirklich traumhaft schöne Gegend.

Sprung in der Schüssel

18. Februar 2025 / Marokko / Tafraoute / Felsformationen

Die Nacht in der Steinwüste war total ruhig und wir haben herrlich geschlafen. Bei Sonnenaufgang (dieser ist bei uns aktuell um 8.15 Uhr) präsentierte sich die Landschaft in ihrem schönsten Gewand. Statt gleich loszufahren haben wir nochmals einen Spaziergang durch die bizarre Felslandschaft unternommen. Wobei Spazieren der falsche Ausdruck ist. Es war mehr ein Herumturnen und teilweise ein leichtes Herumklettern. Die Dimension, die die Felsbrocken zum Teil haben, ist gewaltig. Man beachte nur, wie klein der Blogschreiber mit seinen 1,93 Metern neben dem zweigespaltenen Koloss ist. Rund hundert Meter weiter haben wir noch einige frei lebende Gazellen gesehen. Schöner kann ein Tag kaum beginnen.