Strassenblockade

2. August 2025 / Norwegen / Stranda / Rentiere

Die Strassen hier im hohen Norden gehören den Rentieren. Das glauben zumindest die Rentiere selbst. Sind sie einmal auf den Strassen unterwegs, lassen sie sich durch nichts beirren. Vor Motorfahrzeugen haben sie nicht den geringsten Respekt. Sie scheinen vielmehr Spass daran zu haben, den Verkehr zu blockieren. Hupen und lautes Fluchen bringt nichts. Wegschubsen haben wir aus Respekt vor den Tieren nicht versucht. Wir glauben aber, dass auch das nicht viel bringen würde. Der einzige Weg, um die Fahrbahn wieder freizubekommen, ist auszusteigen und auf die Tiere zuzugehen. Im Gegensatz zu Fahrzeugen halten sie zu Menschen einen gewissen Abstand.

Porsangerfjord

2. August 2025 / Norwegen / Lakselv / Porsangerfjord

Unsere erste Nacht in Norwegen haben wir in Lakselv am Porsangerfjord verbracht. Abgesehen von einem Gewitter war es total ruhig. Das Wetter hier in Norwegen ist so, wie wir es von einer früheren Reise her kennen: Sonnenschein, starke Bewölkung und Regen lösen sich in relativ rascher Reihenfolge ab. Heute sind wir bis auf die Insel Mageroya gefahren, auf der sich das Nordkap befindet. Hier warten wir nun ab, bis sich ein Schönwetterfenster öffnet. Das Zuwarten vor dem eigentlichen Ziel ist nötig, weil man sich mit einem Wohnmobil im Sommer maximal fünf Stunden auf dem Nordkap-Parkplatz aufhalten darf. Momentan sieht es so aus, als ob wir morgen Abend die verbleibenden 33 Kilometer zurücklegen werden.

Karasjok

1. August 2025 / Norwegen / Karasjok / Karasjok kirke

Auf dem Weg von Finnland ans Nordkap ist Karasjok der erste Ort, den man auf norwegischem Boden durchfährt. Die Gemeinde zählt bloss 2’500 Einwohner, ist aber flächenmässig die zweitgrösste Norwegens. Für die Samen ist Karasjok eines ihrer wichtigsten kulturellen Zentren. Sie haben hier eine eigene Zeitung, ein Radioprogramm und ein Parlament. In Karasjok haben wir auch noch etwas norwegische Sonne erleben dürfen. Danach tat der Himmel zu und ein Gewitter mit Blitz und Donner zog über die Region. Gar nicht so schlecht für uns. So haben wir in abgewandelter Form auch noch ein kleines Feuerwerk zum 1. August erleben dürfen, den wir zum wiederholten Male in der Ferne verbringen.

Hyvästi Suomi

1. August 2025 / Finnland / Karigasniemi / Fluss Inarijoki

Der Fluss Inarijoki bildet bei Karigasniemi in Nordlappland die Grenze zwischen Finnland und Norwegen. Über ihn haben wir heute Finnland nach zwei Wochen verlassen. Finnland war für uns Neuland und wir sind ohne allzu grossen Vorstellungen angereist. Begeistert verlassen wir das Land wieder. Wir haben hier fantastische Landschaften und tolle Städte und Dörfer gesehen. Wir hatten an super schönen Plätzen übernachtet. Und auch die Finnen haben uns gut gefallen. Alles coole Typen, die einander in Ruhe lassen und die keine Scheu haben, zu zeigen, dass sie irgendwo einen Flick weg haben. Das tolle Wetter hat den positiven Eindruck sicher noch verstärkt. Hyvästi Suomi – auf Wiedersehen Finnland. Wir bedanken uns für die gute Zeit, die wir hier erleben durften und kommen mit Sicherheit wieder.

Pielpajärvi Wildniskirche

1. August 2025 / Finnland / Inari / Pielpajärvi Wildniskirche

Das Ziel unserer heutigen Wanderung war eine kleine Holzkirche, die 1760 auf den Fundamenten einer Vorgängerkirche errichtet wurde. Die Pielpajärvi Wildniskirche ist eines der ältesten Gebäude in ganz Nord-Lappland. Sie ist ein beliebtes Ziel für Hochzeiten und wird jedes Jahr zu Ostern für Gottesdienste genutzt. Die Kirche ist auch ein wichtiger Ort für die Mittsommerfeier der Einwohner von Inari. Die Kirche ist im Sommer nur zu Fuss über den herrlichen Wanderweg oder mittels Boot über den Inarijärvi-See erreichbar. Im Winter kann man sie mit Skiern oder mit einem Schneemobil erreichen. Wie auch immer man unterwegs ist: die Pielpajärvi Wildniskirche ist einen Besuch wert.

Wanderung durch Lapplands Wälder

1. August 2025 / Finnland / Inari / Pielpajärvi Wildniskirche

Am letzten Tag in Finnland haben wir noch eine etwas ausgedehntere Wanderung unternommen. Von Inari aus führt ein gut sieben Kilometer langer Wanderweg zur Pielpajärvi Wildniskirche. Die ersten zweieinhalb Kilometer kann man noch mit einem Fahrzeug zurücklegen, danach gibt es nur noch den Wanderweg, der zuerst über Stock und Stein durch den dichten Wald führt. Danach wandert man zwei Seen entlang. Herrlich.

Endlich einer, der’s begriffen hat

31. Juli 2025 / Finnland / Inari / Rentier

In Inari, wo wir übernachten werden, spazieren die Rentiere frei durchs Dorf. Bereits mehrfach ist eines nahe am parkierten Hopo vorbeimarschiert. Wir haben grosse Freude. Auf der Strasse sind die Rentiere aber recht gefährlich. Täglich begegnet man Einzeltieren oder kleineren Gruppen, die irgendwo ganz gemütlich auf der Strasse daher ziehen. Von Motorfahrzeugen haben sie nicht den geringsten Respekt und denken nicht im Traum daran, die Strasse zu verlassen. Sie bringen damit den Verkehr immer wieder zum Stillstand. Wenn man Glück hat, laufen sie geradeaus weiter. Man muss aber immer damit rechnen, dass es ihnen urplötzlich in den Sinn kommt, die Strassenseite zu wechseln. In Inari bin ich dann doch noch auf ein stolzes Exemplar gestossen, das weiss, wie man sich benimmt, und das deshalb auf dem Gehsteig daherkam.  

Wasserflugzeug am Inarisee

31. Juli 2025 / Finnland / Inari / Wasserflugzeug

Der Iniarisee ist stark verästelt und es soll weit über dreitausend Inseln geben. Ein Wasserflugzeug scheint hier das absolut ideale Transportmittel zu sein. Ein Flug durch diese Traumlandschaft muss extrem schön sein. Schade, der Pilot war leider nicht aufzutreiben.

Sami-Museum

31. Juli 2025 / Finnland / Inari / Sami-Museum

Die Samen (auch bekannt als Lappen oder Sami) sind die Ureinwohner Lapplands. Sie sind das einzige indigene Volk Europas und leben seit mindestens dreitausend Jahren in der Region Sápmi, die sich über Teile von Norwegen, Schweden, Finnland und Russland erstreckt. Von der Kultur der Sami haben wir auf unserer bisherigen Reise durch Lappland eigentlich gar nichts mitbekommen. Um doch noch etwas mehr über diese Ureinwohner zu erfahren, haben wir in Inari das Sami-Museum besucht. Das Museum teilt sich auf in einen klassischen Teil mit ausgestellten Gegenständen und Darstellungen aus dem Leben der Samen sowie aus einem Freilichtmuseum mit Bauten aus verschiedenen Epochen und zu unterschiedlichen Zwecken. Der Museumsbesuch war sehr interessant und kann empfohlen werden.

Inarisee

31. Juli 2025 / Finnland / Inarisee / Landschaft

Der Inarisee ist der drittgrösste See Finnlands und der grösste Lapplands. Am Nachmittag sind wir dem Südufer des Sees entlanggefahren. Die Landschaft, die man dabei zu sehen bekommt, ist bezaubernd schön. Das Licht hier oben im Norden ist ganz speziell und hat zur Folge, dass die Farben der Landschaft besonders kräftig wirken. Was für ein Glück, dass wir die heurige Fahrt einmal mehr bei herrlichstem Wetter geniessen durften.