Sehenswertes Freilichtmuseum

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Freilichtmuseum Muzeul Satului

Für horrende 1,15 Franken – pro Person und nicht für unsere ganze Reisegruppe – haben wir heute in Baia Mare ein Freilichtmuseum besucht. Wir haben einen sehr guten Eindruck bekommen, wie das dörfliche Leben in Rumänien früher einmal ausgesehen hat und wie es wohl in abgelegenen Gegenden zum Teil noch heute aussieht. Zu den Preisen hier in Rumänien: auch auf der Strasse werden wir laufend abgezockt. Der Liter Diesel kostet knapp 1,40 Franken, für eine zehn Tage gültige Autobahnvignette mussten wir 3,14 Franken hinblättern. Wir wissen echt nicht, wie lange wir uns Rumänien noch leisten können.

Verregnetes Frauenbach

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Biserica Ortodoxa Sfântul Ierarh Nicolae

Die heutige Camperfahrt hat uns an den Westrand der Ostkarpaten nach Baia Mare – zu deutsch Frauenbach – geführt. Für unser momentanes Reiseverhalten war die Fahrt mit gut 200 Kilometern schon recht lang. Baia Mare ist nicht so schön wie gestern Oradea, aber immer noch absolut sehenswert. Die Stadt zählt gut 100’000 Einwohner und ist ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch mehrerer bekannter Holzkirchen sowie anderer Sehenswürdigkeiten in der Region. Eigentlich hatten wir noch einen Teil davon auf unserem heutigen Programm. Wegen des vielen Regens verschieben wir das aber auf morgen. Wobei die Aussichten für morgen und für die kommenden Tage leider auch nicht allzu rosig sind. Schauen wir mal.

Kleiner Platz von Oradea

3. Oktober 2024 / Rumänien / Oradea / Kleiner Platz

Unsere erste Nacht in Rumänien verbringen wir in Oradea, das nahe an der Grenze zu Ungarn liegt. Oradea zählt knapp 200’000 Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum sowie ein Verkehrsknotenpunkt (Tor nach Siebenbürgen). Und Oradea ist eine sehr schöne Stadt. In mehreren Strassen stösst man auf eindrücklich verzierte und hübsch bemalte Paläste. Besonders schön ist der Kleine Platz, der alles andere als klein ist und um den herum es einige sehenswerte Bauten gibt. Uns hat Oradea trotz trübem Wetter prima gefallen. Unser Start in Rumänien, das für uns Neuland darstellt, ist mehr als geglückt.

Rumänien gefällt

3. Oktober 2024 / Rumänien / Oradea / Kleiner Platz

Nach einer knapp einstündigen Fahrt haben wir die Grenze von Rumänien erreicht. Obwohl Rumänien jetzt auch zum Schengenraum gehört, werden die Ausweise an der Grenze noch genau kontrolliert, sowohl von der ungarischen als auch von der rumänischen Seite. Aber das ist bei der Einreise nach England ja auch der Fall. Dort braucht es neuerdings ja sogar wieder Pässe, hier reicht die ID. Der erste Eindruck, den wir von Rumänien haben, ist ein guter. Alles ist einigermassen ordentlich und sauber (natürlich nicht auf Schweizer Niveau). Die Leute sind deutlich freundlicher als in Ungarn, was allerdings nicht allzu schwierig ist. Wir fühlen uns sicher. Und Oradea ist eine ausgesprochen schöne Stadt. Das einzige, was wir heute bemängeln können, ist das Wetter, das trüb und nass ist.

Debrecen

2. Oktober 2024 / Ungarn / Debrecen / Reformierte Grosskirche

Am Nachmittag sind wir nach Debrecen gefahren, wo wir auch übernachten werden. Mit 200’000 Einwohnern ist Debrecen die zweitgrösste Stadt Ungarns. Es gibt einige interessante Gebäude zu sehen, aber nichts Überwältigendes. Verglichen mit einigen anderen ungarischen Städten, die wir in den letzten Tagen sehen durften, fällt Debrecen leicht ab, was aber zumindest teilweise auch dem trüberen Wetter geschuldet sein kann. Wir sind nun recht weit im Osten. Bis in die Ukraine sind es nur noch rund hundert Kilometer. Keine Angst, dorthin werden wir natürlich nicht reisen. Uns zieht es nach Rumänien, das noch deutlich näher liegt. Wir sind sehr gespannt, was uns dort alles erwartet.

Pferdeshow im Hortobágyi Nationalpark

2. Oktober 2024 / Ungarn / Hortobágyi Nationalpark / Máta-Gestüt

Zum Hortobágyi Nationalpark gehört auch ein Pferdegestüt. Mehrmals täglich kann man einer Pferdeshow beiwohnen. Dabei wird man für wenig Geld auf einem Pferdewagen in die Puszta hinausgefahren. Dort bekommt man alte ungarische Haustierrassen wie das Graurind, Wasserbüffel, Noniuspferde und Zackelschafe zu sehen. Dann präsentieren einige ungarische Pferdehirte (Csikós) in freier Natur ihre Reitkünste. Wirklich eindrücklich, wie die mit ihren Pferden umgehen können. Wir waren begeistert.

Puszta-Wasserbüffel

2. Oktober 2024 / Ungarn / Hortobágyi Nationalpark / Wasserbüffel

Auf unserem Spaziergang durch den Hortobágyi Nationalpark sind wir auch auf eine Herde junger Wasserbüffel gestossen. Als sie uns entdeckten, ergriffen sie kurz die Flucht. Aus einer für sie sicher scheinenden Distanz haben sie uns dann extrem aufmerksam beobachtet. Die Wasserbüffel sollen im sechsten Jahrhundert aus Asien nach Ungarn gebracht worden sein, wo sie hauptsächlich als Arbeitstiere eingesetzt wurden. Heute dienen sie in erster Linie der Landschaftspflege.

Hortobágyi Nationalpark

2. Oktober 2024 / Ungarn / Hortobágyi Nationalpark

Wir sind in der Puszta angekommen, der ungarischen Steppenlandschaft im Osten des Landes. Die Landschaft besteht eigentlich aus baumartiger Steppe, wurde aber im Laufe der Zeit mehr und mehr vom Menschen kultiviert. Um Reste der ursprünglichen Landschaft zu erhalten und zu schützen wurde 1973 Ungarns erster und grösster Nationalpark, der Hortobágyi Nationalpark gegründet, der auch als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt ist. Teile des Nationalparks sind durch Wanderwege erschlossen. Man bekommt vor allem schöne Landschaft und viele Vögel zu sehen.

Theiss-See – Natur pur

1. Oktober 2024 / Ungarn / Theiss-See / Landschaft

Der im Osten Ungarns liegende Theiss-See ist mit einer Wasserfläche von 127 Quadratkilometern rund viermal kleiner als der Plattensse. Unserer Einschätzung nach ist er aber mindestens zwanzigmal schöner als der Baloton. Rund um den Theiss-See führt ein sehr guter Velo- und Spazierweg, von dem aus man immer wieder einen Blick auf die schöne Uferlandschaft werfen kann. Auf der Karte wirkt der See eher klein. Als wir um die Mittagszeit ankamen, habe ich mir vorgestellt, dass ich ihn zwei- oder dreimal mit dem Fahrrad umrunden kann. Nach der ersten Umrundung hatte ich dann bereits 65 Kilometer auf dem Tacho. Da wir noch weiterziehen wollten, habe ich auf die weiteren Umrundungen verzichtet. Der Theiss-See ist übrigens ein Stausee. Er wurde vor gut fünfzig Jahren errichtet, um die Theiss-Hochwasser besser regulieren zu können.

Rieddachhäuser in Mezökövesd

1. Oktober 2024 / Ungarn / Mezökövesd / Rieddachhäuser

Mezökövesd liegt 20 km südöstlich von Eger und zählt 15’000 Einwohner. Die Kleinstadt hat ein sehenswertes Quartier mit etlichen Rieddachhäusern, in denen zum Teil Minimuseen untergebracht sind. Von was diese Museen leben entzieht sich unserer Kenntnis. Bei unserem Besuch hatte noch keines geöffnet. Und es gibt kaum mehr Touristen hier. Im Moment treffen wir pro Tag noch auf genau einen anderen Camper. Für uns ist das gut. Wenig Camper ist gleichbedeutend mit wenig Einschränkungen für Camper. Übernachtungsverbote sind uns bisher nur wenige begegnet und das auch nur in den touristischen Hotspots. Sonst gibt es am Rande praktisch aller Städte – Budapest ausgenommen – ruhige Parkplätze, auf denen man unbehelligt übernachten kann. Offiziell ist wildes Campieren in Ungarn nicht erlaubt. Aber es wird wie in vielen anderen Ländern auch geduldet, von der Polizei und von der Bevölkerung.