Kribbelige Wanderung in der Turda-Schlucht

7. Oktober 2024 / Rumänien / Turda / Cheile Turzii

Nur rund 15 Kilometer südwestlich von Turda stösst man auf die eindrückliche Turda-Schlucht (auf rumänisch Cheile Turzii). Die Felswände ragen hier zum Teil über 300 Meter senkrecht in die Höhe. Durch die Schlucht führt ein Wanderweg. Auf diesem passiert man drei Hängebrücken, die herrlich schwingen. An der engsten Stelle der Schlucht sind über eine längere Strecke hinweg einige kritische Wegpassagen zu überwinden. Alles ist mit Seilen abgesichert. Trotzdem ist die Wanderung selbst für berggängige Schweizer als anspruchsvoll einzustufen. Wegen der ausgesprochen schönen Natur sollte man die Anstrengung und den Nervenkitzel aber auf alle Fälle in Kauf nehmen.

Tief unter Tag in Turda

7. Oktober 2024 / Rumänien / Turda / Salzbergwerk

In Turda, das südöstlich von Cluj liegt, wurde ein stillgelegtes Salzbergwerk in eine spezielle Art Freizeitpark verwandelt. Tief unter der Erde kann eine riesige Halle besucht werden, aus der einst das kostbare Gut Salz bergmännisch herausgebrochen wurde. Diese Halle ist so gross, dass dort ein Riesenrad aufgestellt wurde. Man kann Minigolf, Tischtennis und Billard spielen oder den Kleinen beim Herumturnen auf dem eigens eingerichteten Spielplatz zuschauen. Eine weitere einstige Abbruchhalle wurde geflutet. Dort kann man nun rund 120 Meter unter der Erdoberfläche Ruderboot fahren. Die zu besichtigenden Gänge und Hallen sind schön ausgeleuchtet. Alles in allem ein eindrückliches Erlebnis.

Grösste Haxe ever

6. Oktober 2024 / Rumänien / Cluj-Napoca / Herbstfest

Mitten in Cluj sind wir in ein grosses Festzelt „gestolpert“, in welchem die Einheimischen ihr Oktoberfest feiern. „Herbstfest“ heisst das hier (tatsächlich so auf deutsch). Eine Zehnmann-Band hat fetzige Musik gespielt. Dazu gab es Wiesn-Essen und natürlich Bier. Als Haxen-Liebhaber habe ich mir die original rumänische Schweinshaxe mit bayrischem Kraut nicht entgehen lassen. Gemäss Restaurateur hat jede Haxe mindestens 1,15 Kilo gewogen. Davon kann natürlich nicht alles gegessen werden. Was übrig blieb war aber immer noch recht viel Fleisch. Super lecker und mit Sicherheit die grösste Haxe, die mir jemals auf den Teller kam. Damit man sich eine Vorstellung von den hiesigen Preisen machen kann: die Haxe kostete gut 17 Franken, der halbe Liter Bier unter drei Franken. Wegen der Verpflegung und der fetzigen Musik werden wir uns immer gerne an das Herbstfest von Cluj zurückerinnern.

Altstadt von Cluj

6. Oktober 2024 / Rumänien / Cluj-Napoca / Strada luliu Maniu

Cluj ist eine recht lebendige Stadt mit viel Verkehr. Wir haben aber auch ruhige Gassen entdeckt, wie etwa die, die zur Orthodoxen Kathedrale führt. Cluj soll die teuerste Stadt Rumäniens sein, noch vor Bukarest. Wir können das Preisgefälle innerhalb Rumäniens nicht beurteilen, haben aber das Gefühl, dass für uns alles recht günstig ist. So hat uns eine rund fünf Kilometer lange Busfahrt ins Zentrum von Cluj ganze 58 Rappen gekostet. Auch Lebensmittel sind für uns sehr günstig, speziell dann, wenn man auf dem Markt einkaufen geht, wie wir das in Baia Mare getan haben. Das Angebot ist dort zwar eingeschränkt, der Einkauf aber gleichwohl ein Erlebnis.

Cluj-Napoca

6. Oktober 2024 / Rumänien / Cluj-Napoca / Nationaltheater

Auf einer kurvenreichen und zum Teil recht schmalen Strasse sind wir heute von der rumänisch-ukrainischen Grenze südwärts nach Cluj gefahren. Auf gut tausend Metern Höhe passierten wir dabei eine rumänische Skistation. Mehrheitlich fuhren wir durch sehr ländliche Gegenden, in denen wir sogar noch auf Pferdefuhrwerke stiessen. Cluj, das knapp 300’000 Einwohner zählt und damit die zweitgrösste Stadt Rumäniens ist, ist das pure Gegenteil von ländlich. Wir übernachten bei einem Einkaufszentrum, das riesengross und topmodern ist. Im Vergleich dazu ist unser Berner Westside fast schon ein Spielzeugladen. Den Berner Sportfreunden sagt der Name Cluj eventuell noch etwas. YB spielte vor drei Jahren in der Campions League Qualifikation gegen Cluj und setze sich durch. In Sachen Fussball haben wir also noch die Oberhand.

Kabelwirrwarr wie in Asien

5. Oktober 2024 / Rumänien / Sighetu Marmatiei / Kabelwirrwarr

In verschiedener Hinsicht ist Rumänien ein durchaus modernes Land. Auf der Strasse dominieren leistungsstarke Fahrzeuge. SUVs sind sehr beliebt, Marken wie Mercedes, Audi und BMW sind gut vertreten. In den Geschäften bekommt man fast alle Güter, die wir zuhause auch haben. In Sachen Telekommunikation scheinen die Rumänen aber noch etwas hinterher zu hinken. Speziell auf dem Land, aber auch in kleineren Städten, gibt es noch ein Kabel, das zu jedem einzelnen Haus führt. Den Strassen entlang laufen dann viele Kabelzüge, aus denen an den Kreuzungen ein richtiges Wirrwarr entsteht. Was wir in Asien belächeln, gibt es also auch noch in Europa.

Fröhlicher Friedhof

5. Oktober 2024 / Rumänien / Sapanta / Cimitirul Vesel

Ganz im Nordwesten Rumäniens sind wir auf einen Friedhof der besonderen Art gestossen. Praktisch alle Grabsteine sind von einem einheimischen Künstler speziell gestaltet worden. Auf dem Grabstein wird in Wort und Bild auf humorvolle Weise auf das Leben des Verstobenen eingegangen. Dessen Schwächen werden dabei keinesfalls verschwiegen. Der Friedhof hat auf die Rumänen eine besondere Anziehungskraft. Bei unserem Besuch waren gleich mehrere Reisebusse vor Ort und die Parkplätze recht gut besetzt. Rund um den Friedhof hat es mindestens zwanzig Souvenirstände und mehrere Restaurants. Zum ersten Mal in unserem Leben mussten wir für einen Friedhofsbesuch auch ein bescheidenes Eintrittsgeld bezahlen. Sachen gibt es!

Land der Holzkirchen

5. Oktober 2024 / Rumänien / Budesti / Biserica de lemn din Budesti Josani

Auf unserer heutigen Fahrt von Baia Mare ins nordöstliche Sighetu Marmatiei sind wir auf sieben Holzkirchen gestossen. Drei haben wir nach der Lektüre des Reiseführers gezielt angesteuert, vier haben wir spontan entdeckt. Und eventuell sind uns aufgrund der eingeschränkten Sicht (starker Regens, teilweise Nebel) noch weitere „durch die Lappen gegangen“. Teilweise sind die Kirchen sehr alt (eine von 1798), teilweise aber auch relativ neu. In einzelnen Ortschaften sind wir auch auf recht viele Holzhäuser, kunstvolle Tore und schmucke Zäune gestossen. Gelegentlich hatten wir fast den Eindruck, als ob wir mitten durch ein Freilichtmuseum fahren würden. Einfach schön, trotz des vielen Regens.

Hopo am Abgrund

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Beim Freilichtmuseum

Unsere erste Nacht in Rumänien haben wir in Oradea auf einem Campingplatz verbracht. Wir mussten wieder einmal ent- und versorgen und bekamen so auch noch die Gelegenheit, eine Waschmaschine zu nutzen. Die nächste Nacht stehen wir wieder frei, was in Rumänien ganz offiziell erlaubt ist. Camper scheinen hier nicht sehr verbreitet zu sein. Wir haben uns heute Morgen vorgenommen, die Camper zu zählen, die uns den Tag über begegnen. Wir sind immer noch bei Null. Im Osten Ungarns ist uns ein Camper pro Tag begegnet, in Rumänien noch gar keiner. Wir vermuten, dass das im Sommer leicht anders aussieht. Noch zur Foto: Hopo steht auf einem ebenen Platz und ist gegen hinten abgesichert. Einer ruhigen Nacht sollte daher nichts im Wege stehen.

Zaun mit viel Liebe zum Detail

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Freilichtmuseum Muzeul Satului

Spannend, was man in einem Freilichtmuseum alles entdecken kann, wenn man sich die nötige Zeit dazu lässt. Hochinteressant war etwa eine Weinkellerei aus dem 18. Jahrhundert. Aber auch die verschiedenen Zaunarten waren interessant miteinander zu vergleichen. Speziell fand ich den geflochten Zaun, der oben noch mit Schindeln abgedeckt wurde. Bemerkenswert, wie viel Zeil man sich früher offenbar genommen hat, um so etwas Simples wie einen Zaun herzustellen.