Debrecen

2. Oktober 2024 / Ungarn / Debrecen / Reformierte Grosskirche

Am Nachmittag sind wir nach Debrecen gefahren, wo wir auch übernachten werden. Mit 200’000 Einwohnern ist Debrecen die zweitgrösste Stadt Ungarns. Es gibt einige interessante Gebäude zu sehen, aber nichts Überwältigendes. Verglichen mit einigen anderen ungarischen Städten, die wir in den letzten Tagen sehen durften, fällt Debrecen leicht ab, was aber zumindest teilweise auch dem trüberen Wetter geschuldet sein kann. Wir sind nun recht weit im Osten. Bis in die Ukraine sind es nur noch rund hundert Kilometer. Keine Angst, dorthin werden wir natürlich nicht reisen. Uns zieht es nach Rumänien, das noch deutlich näher liegt. Wir sind sehr gespannt, was uns dort alles erwartet.

Pferdeshow im Hortobágyi Nationalpark

2. Oktober 2024 / Ungarn / Hortobágyi Nationalpark / Máta-Gestüt

Zum Hortobágyi Nationalpark gehört auch ein Pferdegestüt. Mehrmals täglich kann man einer Pferdeshow beiwohnen. Dabei wird man für wenig Geld auf einem Pferdewagen in die Puszta hinausgefahren. Dort bekommt man alte ungarische Haustierrassen wie das Graurind, Wasserbüffel, Noniuspferde und Zackelschafe zu sehen. Dann präsentieren einige ungarische Pferdehirte (Csikós) in freier Natur ihre Reitkünste. Wirklich eindrücklich, wie die mit ihren Pferden umgehen können. Wir waren begeistert.

Puszta-Wasserbüffel

2. Oktober 2024 / Ungarn / Hortobágyi Nationalpark / Wasserbüffel

Auf unserem Spaziergang durch den Hortobágyi Nationalpark sind wir auch auf eine Herde junger Wasserbüffel gestossen. Als sie uns entdeckten, ergriffen sie kurz die Flucht. Aus einer für sie sicher scheinenden Distanz haben sie uns dann extrem aufmerksam beobachtet. Die Wasserbüffel sollen im sechsten Jahrhundert aus Asien nach Ungarn gebracht worden sein, wo sie hauptsächlich als Arbeitstiere eingesetzt wurden. Heute dienen sie in erster Linie der Landschaftspflege.

Hortobágyi Nationalpark

2. Oktober 2024 / Ungarn / Hortobágyi Nationalpark

Wir sind in der Puszta angekommen, der ungarischen Steppenlandschaft im Osten des Landes. Die Landschaft besteht eigentlich aus baumartiger Steppe, wurde aber im Laufe der Zeit mehr und mehr vom Menschen kultiviert. Um Reste der ursprünglichen Landschaft zu erhalten und zu schützen wurde 1973 Ungarns erster und grösster Nationalpark, der Hortobágyi Nationalpark gegründet, der auch als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt ist. Teile des Nationalparks sind durch Wanderwege erschlossen. Man bekommt vor allem schöne Landschaft und viele Vögel zu sehen.

Theiss-See – Natur pur

1. Oktober 2024 / Ungarn / Theiss-See / Landschaft

Der im Osten Ungarns liegende Theiss-See ist mit einer Wasserfläche von 127 Quadratkilometern rund viermal kleiner als der Plattensse. Unserer Einschätzung nach ist er aber mindestens zwanzigmal schöner als der Baloton. Rund um den Theiss-See führt ein sehr guter Velo- und Spazierweg, von dem aus man immer wieder einen Blick auf die schöne Uferlandschaft werfen kann. Auf der Karte wirkt der See eher klein. Als wir um die Mittagszeit ankamen, habe ich mir vorgestellt, dass ich ihn zwei- oder dreimal mit dem Fahrrad umrunden kann. Nach der ersten Umrundung hatte ich dann bereits 65 Kilometer auf dem Tacho. Da wir noch weiterziehen wollten, habe ich auf die weiteren Umrundungen verzichtet. Der Theiss-See ist übrigens ein Stausee. Er wurde vor gut fünfzig Jahren errichtet, um die Theiss-Hochwasser besser regulieren zu können.

Rieddachhäuser in Mezökövesd

1. Oktober 2024 / Ungarn / Mezökövesd / Rieddachhäuser

Mezökövesd liegt 20 km südöstlich von Eger und zählt 15’000 Einwohner. Die Kleinstadt hat ein sehenswertes Quartier mit etlichen Rieddachhäusern, in denen zum Teil Minimuseen untergebracht sind. Von was diese Museen leben entzieht sich unserer Kenntnis. Bei unserem Besuch hatte noch keines geöffnet. Und es gibt kaum mehr Touristen hier. Im Moment treffen wir pro Tag noch auf genau einen anderen Camper. Für uns ist das gut. Wenig Camper ist gleichbedeutend mit wenig Einschränkungen für Camper. Übernachtungsverbote sind uns bisher nur wenige begegnet und das auch nur in den touristischen Hotspots. Sonst gibt es am Rande praktisch aller Städte – Budapest ausgenommen – ruhige Parkplätze, auf denen man unbehelligt übernachten kann. Offiziell ist wildes Campieren in Ungarn nicht erlaubt. Aber es wird wie in vielen anderen Ländern auch geduldet, von der Polizei und von der Bevölkerung.

Abendstimmung in Eger

30. September 2024 / Ungarn / Eger / Páduai Szent Antal-templom

Eigentlich hatten wir im Sinn, Mitte Nachmittag weiterzureisen. Es hat uns in Eger aber so gut gefallen, dass wir entschieden haben, hier zu bleiben, Abend zu essen und dann zu übernachten. Bei der Umsetzung dieses Plans ist uns aber ein Fehler unterlaufen. Wir konnten der Versuchung nicht wiederstehen, noch rasch bei einem Asiaten vorbeizuschauen. Und der hat uns bereits am frühen Nachmittag die Mägen so vollgestopft, dass für ein ungarisches Nachtessen kein Platz mehr blieb. Wir haben es daher bei einer Glace bewenden lassen und werden das ungarische Nachtessen nachholen. Auch ohne abschliessendes Essen wird uns Eger in sehr guter Erinnerung bleiben.

Klobiges Gotteshaus mit schönem Innenraum

30. September 2024 / Ungarn / Eger / Kathedrale

Die Kathedrale von Eger ist von den Dimensionen her ein eindrückliches Bauwerk. Speziell schön sieht sie von aussen aber nicht wirklich aus. Sie macht eher den Eindruck, als ob sie aus überdimensionierten Lego-Steinen errichtet wurde. Damit ist sie nicht untypisch für viele Kirchen in Ungarn. Diese weisen aussen selten grosse Verzierungen auf. Eher wird auf eine stimmige Bemalung geachtet. Der Innenraum der Eger Kathedrale hat uns dann aber gehörig überrascht. Dieser besticht mit Marmorsäulen und vielen farbigen Fresken und sieht wirklich schön aus.

Schönes Eger

30. September 2024 / Ungarn / Eger / Dobó István tér mit Schloss

Endlich wieder einmal eine ungarische Stadt, deren Namen wir gut aussprechen und uns auch merken können: Eger. Die Stadt mit ihren gut 50’000 Einwohnern erreichen wir um die Mittagszeit. Eger ist das Zentrum eines grossen Weinanbaugebiets und darüber hinaus für sein Thermalbad bekannt. Und es verfügt über eine nicht allzu grosse, aber schöne Altstadt. Besonders angetan hat es uns der zentrale Platz mit einigen interessanten Gebäuden ringsherum sowie mit mehreren Restaurants und Eisdielen. Das prächtige Wetter verleiht unserer ohnehin guten Stimmung zusätzlichen Aufschwung. Wir fühlen uns wirklich wohl hier.

Burg in luftiger Höhe

30. September 2024 / Ungarn / Sirok / Burg

Es ist kühler geworden in Ungarn. Unsere Heizung müssen wir nachts über wieder einschalten. Das Thermometer zeigte heute Morgen gerade noch acht Grad an. Dafür hatten wir bis in den Nachmittag hinein einen strahlend blauen Himmel und schönsten Sonnenschein. Unser Weg führte uns heute zu Beginn auf sehr kurvenreichen Strassen durch das Mátra-Gebirge. Dieses besteht primär aus bewaldeten Hügeln, die bis hinauf auf 1’014 Meter reichen (dem höchsten Punkt Ungarns). Eine sehr schöne Gegend und eine tolle Fahrt, die uns immer wieder durch kleine Dörfer geführt hat. In Sirok sind wir dann hinauf zur Burg gestiegen. Die Besichtigung der Burg selbst war eher etwas enttäuschend. Der Weg hinauf und die Aussicht hingegen grandios.