Grenzstadt Sighetu Marmatiei

5. Oktober 2024 / Rumänien / Sighetu Marmatiei / Casa de Cultura

Im ungarischen Debrecen waren wir noch hundert Kilometer von der Ukraine entfernt, jetzt sind es bloss noch hundert Meter. Die Kleinstadt Sighetu Marmatiei, in der wir heute übernachten, liegt am Fluss Tisa, und dieser bildet hier die Grenze zur Ukraine. Es gibt hier auch einen Grenzübergang, der offenbar offen ist. Es befällt einem schon ein sehr komisches Gefühl, wenn man daran denkt, dass das Land, das unmittelbar auf der anderen Flussseite liegt, sich im Krieg befindet. Und das in Europa im 21. Jahrhundert.

Kabelwirrwarr wie in Asien

5. Oktober 2024 / Rumänien / Sighetu Marmatiei / Kabelwirrwarr

In verschiedener Hinsicht ist Rumänien ein durchaus modernes Land. Auf der Strasse dominieren leistungsstarke Fahrzeuge. SUVs sind sehr beliebt, Marken wie Mercedes, Audi und BMW sind gut vertreten. In den Geschäften bekommt man fast alle Güter, die wir zuhause auch haben. In Sachen Telekommunikation scheinen die Rumänen aber noch etwas hinterher zu hinken. Speziell auf dem Land, aber auch in kleineren Städten, gibt es noch ein Kabel, das zu jedem einzelnen Haus führt. Den Strassen entlang laufen dann viele Kabelzüge, aus denen an den Kreuzungen ein richtiges Wirrwarr entsteht. Was wir in Asien belächeln, gibt es also auch noch in Europa.

Fröhlicher Friedhof

5. Oktober 2024 / Rumänien / Sapanta / Cimitirul Vesel

Ganz im Nordwesten Rumäniens sind wir auf einen Friedhof der besonderen Art gestossen. Praktisch alle Grabsteine sind von einem einheimischen Künstler speziell gestaltet worden. Auf dem Grabstein wird in Wort und Bild auf humorvolle Weise auf das Leben des Verstobenen eingegangen. Dessen Schwächen werden dabei keinesfalls verschwiegen. Der Friedhof hat auf die Rumänen eine besondere Anziehungskraft. Bei unserem Besuch waren gleich mehrere Reisebusse vor Ort und die Parkplätze recht gut besetzt. Rund um den Friedhof hat es mindestens zwanzig Souvenirstände und mehrere Restaurants. Zum ersten Mal in unserem Leben mussten wir für einen Friedhofsbesuch auch ein bescheidenes Eintrittsgeld bezahlen. Sachen gibt es!

Land der Holzkirchen

5. Oktober 2024 / Rumänien / Budesti / Biserica de lemn din Budesti Josani

Auf unserer heutigen Fahrt von Baia Mare ins nordöstliche Sighetu Marmatiei sind wir auf sieben Holzkirchen gestossen. Drei haben wir nach der Lektüre des Reiseführers gezielt angesteuert, vier haben wir spontan entdeckt. Und eventuell sind uns aufgrund der eingeschränkten Sicht (starker Regens, teilweise Nebel) noch weitere „durch die Lappen gegangen“. Teilweise sind die Kirchen sehr alt (eine von 1798), teilweise aber auch relativ neu. In einzelnen Ortschaften sind wir auch auf recht viele Holzhäuser, kunstvolle Tore und schmucke Zäune gestossen. Gelegentlich hatten wir fast den Eindruck, als ob wir mitten durch ein Freilichtmuseum fahren würden. Einfach schön, trotz des vielen Regens.

Hopo am Abgrund

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Beim Freilichtmuseum

Unsere erste Nacht in Rumänien haben wir in Oradea auf einem Campingplatz verbracht. Wir mussten wieder einmal ent- und versorgen und bekamen so auch noch die Gelegenheit, eine Waschmaschine zu nutzen. Die nächste Nacht stehen wir wieder frei, was in Rumänien ganz offiziell erlaubt ist. Camper scheinen hier nicht sehr verbreitet zu sein. Wir haben uns heute Morgen vorgenommen, die Camper zu zählen, die uns den Tag über begegnen. Wir sind immer noch bei Null. Im Osten Ungarns ist uns ein Camper pro Tag begegnet, in Rumänien noch gar keiner. Wir vermuten, dass das im Sommer leicht anders aussieht. Noch zur Foto: Hopo steht auf einem ebenen Platz und ist gegen hinten abgesichert. Einer ruhigen Nacht sollte daher nichts im Wege stehen.

Zaun mit viel Liebe zum Detail

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Freilichtmuseum Muzeul Satului

Spannend, was man in einem Freilichtmuseum alles entdecken kann, wenn man sich die nötige Zeit dazu lässt. Hochinteressant war etwa eine Weinkellerei aus dem 18. Jahrhundert. Aber auch die verschiedenen Zaunarten waren interessant miteinander zu vergleichen. Speziell fand ich den geflochten Zaun, der oben noch mit Schindeln abgedeckt wurde. Bemerkenswert, wie viel Zeil man sich früher offenbar genommen hat, um so etwas Simples wie einen Zaun herzustellen.

Sehenswertes Freilichtmuseum

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Freilichtmuseum Muzeul Satului

Für horrende 1,15 Franken – pro Person und nicht für unsere ganze Reisegruppe – haben wir heute in Baia Mare ein Freilichtmuseum besucht. Wir haben einen sehr guten Eindruck bekommen, wie das dörfliche Leben in Rumänien früher einmal ausgesehen hat und wie es wohl in abgelegenen Gegenden zum Teil noch heute aussieht. Zu den Preisen hier in Rumänien: auch auf der Strasse werden wir laufend abgezockt. Der Liter Diesel kostet knapp 1,40 Franken, für eine zehn Tage gültige Autobahnvignette mussten wir 3,14 Franken hinblättern. Wir wissen echt nicht, wie lange wir uns Rumänien noch leisten können.

Verregnetes Frauenbach

4. Oktober 2024 / Rumänien / Baia Mare / Biserica Ortodoxa Sfântul Ierarh Nicolae

Die heutige Camperfahrt hat uns an den Westrand der Ostkarpaten nach Baia Mare – zu deutsch Frauenbach – geführt. Für unser momentanes Reiseverhalten war die Fahrt mit gut 200 Kilometern schon recht lang. Baia Mare ist nicht so schön wie gestern Oradea, aber immer noch absolut sehenswert. Die Stadt zählt gut 100’000 Einwohner und ist ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch mehrerer bekannter Holzkirchen sowie anderer Sehenswürdigkeiten in der Region. Eigentlich hatten wir noch einen Teil davon auf unserem heutigen Programm. Wegen des vielen Regens verschieben wir das aber auf morgen. Wobei die Aussichten für morgen und für die kommenden Tage leider auch nicht allzu rosig sind. Schauen wir mal.

Kleiner Platz von Oradea

3. Oktober 2024 / Rumänien / Oradea / Kleiner Platz

Unsere erste Nacht in Rumänien verbringen wir in Oradea, das nahe an der Grenze zu Ungarn liegt. Oradea zählt knapp 200’000 Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum sowie ein Verkehrsknotenpunkt (Tor nach Siebenbürgen). Und Oradea ist eine sehr schöne Stadt. In mehreren Strassen stösst man auf eindrücklich verzierte und hübsch bemalte Paläste. Besonders schön ist der Kleine Platz, der alles andere als klein ist und um den herum es einige sehenswerte Bauten gibt. Uns hat Oradea trotz trübem Wetter prima gefallen. Unser Start in Rumänien, das für uns Neuland darstellt, ist mehr als geglückt.

Rumänien gefällt

3. Oktober 2024 / Rumänien / Oradea / Kleiner Platz

Nach einer knapp einstündigen Fahrt haben wir die Grenze von Rumänien erreicht. Obwohl Rumänien jetzt auch zum Schengenraum gehört, werden die Ausweise an der Grenze noch genau kontrolliert, sowohl von der ungarischen als auch von der rumänischen Seite. Aber das ist bei der Einreise nach England ja auch der Fall. Dort braucht es neuerdings ja sogar wieder Pässe, hier reicht die ID. Der erste Eindruck, den wir von Rumänien haben, ist ein guter. Alles ist einigermassen ordentlich und sauber (natürlich nicht auf Schweizer Niveau). Die Leute sind deutlich freundlicher als in Ungarn, was allerdings nicht allzu schwierig ist. Wir fühlen uns sicher. Und Oradea ist eine ausgesprochen schöne Stadt. Das einzige, was wir heute bemängeln können, ist das Wetter, das trüb und nass ist.