Cendere Köprüsü

25. Februar 2026 / Türkei / Cendere Köprüsü / Römerbrücke

Wir fahren zügig westwärts. Die Ausfahrt aus Diyarbakir war allerdings nicht ganz problemlos. In gewissen Bereichen der Stadt funktionieren die GPS-Geräte nicht (ganz offensichtlich gibt es GPS-Jamming). Und wenn man in einer Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern und entsprechend vielen Verkehrswegen und viel Verkehr plötzlich ohne GPS zurechtkommen muss, wird es schwierig (oder besser gesagt noch schwieriger). Nach der Sonne orientieren ging angesichts des verhangenen Himmels auch nicht. Nach langen Minuten im Blindflug gelang es uns, das GPS-Loch zu verlassen. Angesteuert haben wir danach den Nemrut Mountain National Park, in dem es verschiedene Sehenswürdigkeiten gibt. Eine davon ist die Cendere-Römerbrücke, die im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut wurde. Die Brücke, die aus glatt behauenen Steinen und ohne Mörtel errichtet wurde, ist circa 120 Meter lang und 30 Meter hoch. Fast noch spektakulärer als die Brücke ist der Canyon, den der Fluss Cendere hinter der Brücke in die hohen Felsen gegraben hat.

Türkisches Frühstück

24. Februar 2026 / Türkei / Diyarbakir / Türkisches Frühstück


Wir wollten mittags etwas Kleines essen gehen und sind in einer alten Karawanserei in einem Restaurant gelandet. Man teilte uns dort mit, dass es nur „Breakfast“ gebe. Ohne zu wissen, was uns erwartete, bestellten wir zwei Frühstücke. Als die Speisen aufgetischt wurden, wurden unsere Augen grösser und grösser. Neben den zwei Hauptspeisen in der Bildmitte (zwei Eiergerichte, eines mit Fleisch, eines vegetarisch) wurden noch zweiundzwanzig Beilagen und ein Korb voll Brot aufgetragen. Als Beilage gab es verschiedene Käsesorten, spezielle Oliven, Tomaten, Gemüse, Honig und sonst noch viel Leckeres. Alles war sehr fein. Und das mitten in der muslimischen Fastenzeit. Wir waren allerdings längst nicht die einzigen, die am Essen waren. Uns scheint, dass man sich hier weniger streng an die Regeln des Ramadan hält, als wir es letztes Jahr in Marokko erlebt hatten. Zudem sind längst nicht alle Kurden Muslime. So, wie wir reisen, können wir zum Glück problemlos an unseren Ess- und Trinkgewohnheiten festhalten, ohne dass wir damit jemanden provozieren.

Zweitlängste Stadtmauer der Welt

24. Februar 2026 / Türkei / Diyarbakir / Stadtmauer

Die Stadtmauer von Diyarbakir ist eine der beeindruckendsten und am besten erhaltenen Befestigungsanlagen der Welt. Sie umschliesst die historische Altstadt und gehört seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit einer Gesamtlänge von fast sechs Kilometern gilt sie nach der Chinesischen Mauer oft als die zweitlängste durchgehende Stadtmauer der Welt. Sie ist bis zu zwölf Meter hoch und zwischen drei und fünf Meter dick. Die Mauer verfügt über vier Haupttore und 82 Türme. Ein beeindruckendes Bauwerk.

Die Polizei, dein Freund und Helfer

24. Februar 2026 / Türkei / Diyarbakir / Touristenpolizei

Mitten in Diyarbakir wurden wir heute Mittag von zwei Polizisten angesprochen. Sie wollten wissen, woher wir kommen, wie es uns gehe und ob es uns hier gefalle. Das Ganze kam uns merkwürdig vor und wir begannen uns zu fragen, was wir wohl falsch gemacht hatten. Mit Erleichterung nahmen wir zur Kenntnis, dass sie von der Stadt als Touristenpolizisten angestellt sind, die nichts anderes zu tun haben, als sich um das Wohl der Gäste zu kümmern und für deren Sicherheit zu sorgen. Der eine der Polizisten ist in Nordfrankreich aufgewachsen, sprach demzufolge perfekt Französisch und erklärte uns, was wir in der Stadt noch alles anschauen sollten. Stolz zeigten sie uns dann ihre beiden Mini-Fahrzeuge und am Schluss gab es noch Gruppenfotos. Viel zu tun hatten die beiden heute offenbar nicht. Zumindest jetzt im Winter gibt es kaum ausländische Touristen, die Südostanatolien bereisen.

Diyarbakir

24. Februar 2026 / Türkei / Diyarbakir / Ulu Camii

Die Ulu Camii (Alte Moschee) ist die Hauptsehenswürdigkeit von Diyarbakir. Diyarbakır gilt als die inoffizielle Hauptstadt der Kurden in der Türkei. In zwei direkten Kontakten bekamen wir zu spüren, dass sich die Kurden aufgrund ihrer Sprache, Kultur und Geschichte als ein eigenständiges Volk betrachten. Sowohl ein Tankwart als auch ein Verkäufer erklärten uns, dass wir uns hier in Kurdistan und nicht in der Türkei befänden, und dass sie Kurden und nicht Türken seien. Dass es nach wie vor Spannungen gibt, merkt man an der hohen Armee- und Polizeipräsenz. Auf der Fahrt von Van westwärts wurden wir gestern an drei Checkpoints aufgehalten und mussten unsere Pässe vorweisen. Alle Polizisten waren sehr freundlich und gesprächig (obwohl sie kaum Englisch konnten). Ein komisches Gefühl blieb trotzdem. Ein Polizist gab uns noch mit, dass wir in Diyarbakir unbedingt die Ulu Camii besuchen sollten, was wir nun auch getan haben.

Malabadi-Brücke

23. Februar 2026 / Türkei / Malabadi / Steinbrücke

Die alte Steinbrücke von Malabadi hat mich heute Nachmittag stark an die Stari Most aus Mostar (Bosnien und Herzegowina) erinnert, die ich Mitte Dezember letzten Jahres besucht habe. Die Malabadi-Brücke ist aber um einiges grösser. Ja, sie darf sich sogar Weltrekordbrücke nennen. Mit einer Spannweite von fast 41 Metern besitzt sie den weitesten Spitzbogen aller historischen Steinbrücken weltweit. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Brücke ist zudem mit kunstvollen Reliefs (Menschen, Löwen und Sonnenmotive) verziert und verfügt über integrierte Räume, die früher als Unterkünfte für Reisende dienten. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk.

Insel Akdamar

23. Februar 2026 / Türkei / Akdamar / Festlandhafen

Mit einem der abgebildeten Schiffe wollten wir uns auf die Insel Akdamar transportieren lassen. Die Schiffe fahren, wenn sie mindestens fünfzehn Personen befördern können. Als wir um halb zwölf beim Festlandhafen eintrafen, waren wir zu sechst, die auf eine Transportmöglichkeit warteten. Als wir um halb eins immer noch zu sechst waren, riss uns der Geduldsfaden und wir entschieden uns für die Weiterreise. Schade. Auf der Insel wäre eine bekannte alte Kirche zu besichtigen gewesen. Stattdessen sind wir am Nachmittag bei prächtigem Wetter westwärts Richtung Diyarbakir gefahren und durften dabei zum Teil prächtige Landschaften bestaunen. Auch das hat sich gelohnt.

Burg von Van

23. Februar 2026 / Türkei / Van / Burgruine

Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt Van ist die historische Burg, die majestätisch auf einem steilen Felsen thront. Die Burg stammt aus dem 9. bis 7. Jahrhundert vor Christus. Zum Teil ist sie recht gut renoviert, zum Teil stehen nur noch Ruinen. Die Burg selbst ist nicht speziell sehenswert. Die Aussicht, die man von hier oben geniessen kann, ist hingegen top. Auf der Westseite liegt der prächtige Vansee, auf den anderen Seiten die Stadt. Und dahinter eine schier endlose Kette verschneiter Berge. Herrlich!

Muradiye Selalesi Wasserfälle

22. Februar 2026 / Türkei / Muradiye Selalesi / Wasserfälle

Auf dem Weg nach Van haben wir auf rund 1800 Metern Höhe bei den Wasserfällen von Muradiye Selalesi einen Zwischenstopp eingelegt. Ein Teil der Wasserfälle war vereist, was toll aussah. Leider hat sich das Wetter aber zwischenzeitlich deutlich verschlechtert und der Fluss führt zurzeit nicht sehr viel Wasser, weil die Schneeschmelze noch nicht eingesetzt hat. Im Frühling dürften die Wasserfälle noch viel spektakulärer aussehen. Was wir gesehen haben, hat uns aber auch so gefallen.

Tendürek-Pass

22. Februar 2026 / Türkei / Tendürek-Pass / Nahe Passhöhe

Auf unserer Fahrt von Dogubeyazit nach Van haben wir den Tendürek-Pass überquert, der unmittelbar an der Grenze zum Iran liegt. Der Pass ist 2644 Meter hoch und damit deutlich höher als jeder Schweizer Gebirgspass. Am Fuss des Passes fuhren wir durch ein bizarres Feld aus erstarrter Lava. Oben auf dem Pass hat es noch jede Menge Schnee. Die türkischen Schneeräumungsequipen haben aber eine tolle Arbeit geleistet und die Strasse war überall schneefrei und bestens zu befahren. Einmal mehr haben wir über den Ausbau des türkischen Strassennetzes gestaunt. Sogar über einen so hohen Pass wie den Tendürek führt eine vierspurige Strasse.