Augen zu und drüber …

7. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Martin Brod / Una-Brücke

Die Strassen, auf denen ich in Bosnien und Herzegowina bisher unterwegs war, waren mehrheitlich gut. Die Brücke, die beim kleinen Weiler Martin Brod über den Fluss Una führte, bildete hier eine Ausnahme. Gemäss Verkehrsschildern soll sie fünf Tonnen tragen. Also eigentlich kein Problem. Bevor ich die Brücke überquerte, habe ich aber gleichwohl ein wenig gezögert und mir die Konstruktion einmal aus der Nähe angeschaut. Sehr vertrauenswürdig sah die Sache nicht aus. Aber alles ging gut. Die Brücke hat uns getragen und wir können unsere Reise fortsetzen.

Strbacki Buk

7. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Nationalpark Una / Strbacki Buk / Wasserfälle

Bosnien und Herzegowina hat gewisse Ähnlichkeiten mit Norwegen: Es gibt tolle Wasserfälle und das Wetter ist schlecht. Zumindest während den ersten 24 Stunden, die ich hier verbracht habe, war das so. Gut zwanzig Kilometer südlich von Bihac stürzt der Fluss Una über mehrere Stufen rund 25 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall Strbacki Buk ist wirklich eindrücklich und einen Besuch wert. Als ich heute Mittag dort war, gab es gerade ein Gedränge. Neben mir hat gleichzeitig noch ein junges Paar die Fälle besucht. Allzu viele weitere zahlende Besucher dürfte es heute aber kaum gegeben haben. Der grosse Besucherparkplatz war menschenleer und auf der längeren Zufahrtstrecke ist mir kein einziges anderes Fahrzeug begegnet.

Nationalpark Una

7. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Nationalpark Una / Lohovo / Wasserfälle

Die Una ist ein 212 Kilometer langer Fluss, der in Kroatien entspringt, während vielen Kilometer die Landesgrenze bildet und dann später in die Save fliesst, die sich wiederum in die Donau und ins Schwarze Meer ergiesst (auf das ich im Februar in der Türkei stossen möchte). Im Nordosten von Bosnien und Herzegowina, wo der Fluss besonders schön ist, gibt es den Nationalpark Una. Folgt man dem Fluss, stösst man immer wieder auf Stromschnellen und mehr oder weniger grosse Wasserfälle. Charakteristisch für den Fluss ist auch die grüne Wasserfarbe, die wirklich toll aussieht, wegen dem trüben Wetter auf den Fotos aber nicht so richtig zur Geltung kommt.

Bihac

6. Dezember 2025 / Bosnien und Herzegowina / Bihac / Una-Ufer

Seit heute Mittag bin ich in Bosnien und Herzegowina. Das Land ist neu für mich. Gleich nach dem Grenzübertritt sind mir drei Dinge aufgefallen. Die Häuser und Geschäfte sind hier grösser, schöner und gepflegter als in Kroatien (erwartet hätte ich eher das Gegenteil). Der Diesel ist nochmals günstiger (rund 1,15 statt 1,35 Franken pro Liter). Und statt Kirchen und Kirchtürme sieht man hier Moscheen und Minarette. Gut die Hälfte der Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina sind Muslime (vor allem die Bosniaken), knapp ein Drittel sind Serbisch-Orthodoxe (vor allem die Serben). Gleich geblieben ist das Wetter. Dieses ist auf beiden Seiten der Grenze schlecht und wird wohl leider auch morgen schlecht sein.

Klenovica

5. Dezember 2025 / Kroatien / Klenovica / Aussicht auf Kvarner Bucht

Die kommende Nacht verbringe ich auf einem Parkplatz hoch über der Kvarner Bucht. Die Aussicht aufs Meer und die Insel Krk ist toll. Ganz legal ist mein Verhalten allerdings nicht. Frei übernachten ist in Kroatien eigentlich strengstens verboten und wird mit Bussen bis zu 400 Euro geahndet. Nach allem, was ich bisher gelesen und gehört habe, drücken Polizei und lokale Behörden im Winter aber beide Augen zu. Schliesslich sind die meisten Campingplätze geschlossen, so dass man eigentlich keine Alternative hat. Mein Erfahrungsschatz ist noch gering, aber schlechte Erfahrungen mit der kroatischen Polizei habe ich bisher keine gemacht, was auch so bleiben soll. Der Wind, der zurzeit gehörig blässt und Hopo ordentlich zum Schaukeln bringt, beunruhigt mich aktuell stärker als Gedanken an die Polizei.

Novi Vinodolski

5. Dezember 2025 / Kroatien / Novi Vinodolski / Stadt von Westen her

Das Wetter kann sich hier an der kroatischen Küste recht schnell verändern. Am Vormittag war es in Rijeka ausgesprochen trüb und ich habe mich darauf eingestellt, dass es den ganzen Tag so bleibt. Auf der Fahrt von Rijeka südwärts öffnete sich dann plötzlich der Himmel und die Sonne zeigte sich. Logisch, dass ich da rasch einen Fotohalt einschalten musste. Etwas blaue Farbe steht unserem Blog schliesslich gut an. Für die kommenden zwei Tage sind die Wetterprognosen leider düster. Eigentlich hatte ich vor, morgen die Plitvicer Seen zu besuchen. Bei trübem Wetter macht das aber wenig Sinn. Gut möglich, dass ich daher morgen nach Bosnien und Herzegowina überwechsle. Mal schauen, wie sich die Wetterlage morgen präsentiert.

Rijeka

5. Dezember 2025 / Kroatien / Rijeka / Kazalisni Park

Rijeka ist die drittgrösste Stadt Kroatiens. Rijeka ist eine Hafenstadt, eine Industriestadt, ein Dienstleistungszentrum, eine Touristenstadt und eine Kulturstadt. Rijeka ist vieles, aber eine schöne Stadt ist sie nicht. Zumindest für mich nicht. Ich habe nur wenige Gebäude gesehen, die ich interessant fand. Und die waren alle so in anderen Gebäuden eingezwängt, dass sie nicht richtig zur Geltung kamen. Ich bin mit geringen Erwartungen angereist und wurde daher auch nicht wirklich enttäuscht. Immerhin war ich viel zu Fuss unterwegs, was gut ist. Und ich weiss nun, wie Rijeka aussieht, und kann mir das nächste Mal einen Stopp ersparen.

Labin

4. Dezember 2025 / Kroatien / Labin / Altstadt

Labin liegt etwa auf halber Strecke zwischen Pula und dem bekannten Kur- und Badeort Opatija. Das heutige Labin ist eine Bergbaustadt mit 10’000 Einwohnern, in der vor allem Steinkohle, Bauxit und Mergel abgebaut werden. Etwas abseits der Neustadt liegt das alte Labin, das schön auf einem Hügel erbaut wurde. Die Stadt ist über 2000 Jahre alt, das älteste noch stehende Gebäude (die Kirche der Geburt der Heiligen Jungfrau Maria) stammt aus dem 14. Jahrhundert. Von etlichen Punkten der gut erhaltenen Altstadt aus eröffnen sich schöne Blicke auf die nahe Küste und das Meer. Gedanken an ein kühles Bad kamen bei mir heute aber keine auf. Dazu war das Wetter zu garstig.

Pula

4. Dezember 2025 / Kroatien / Pula / Amphitheater

Wenn man Rovinj als „kleines Venedig“ bezeichnet, dann müsste man Pula eigentlich „kleines Rom“ nennen. Denn gleich wie die italienische Hauptstadt ist Pula auf sieben Hügeln errichtet worden. Und die Römer haben hier deutliche Spuren hinterlassen. Wenn man durch die Stadt bummelt, stösst man an mehreren Stellen auf römische Ruinen. Das beeindruckendste Relikt aus der Zeit der Römer ist sicher das Amphitheater, das sechstgrösste, das weltweit errichtet wurde. Dieses ist auch noch recht gut erhalten. Zwar ging das Innere des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte durch Raubbau verloren, seine Fassade aus weissem Kalkstein ist hingegen noch weitgehend im Originalzustand. Das Amphitheater hat mir gut gefallen, der Rest der Stadt weniger.

Rovinj zum Zweiten

3. Dezember 2025 / Kroatien / Rovinj / Altstadt von Hafenmauer aus

Fotos können ganz schön täuschen. Schaut man sich meine Aufnahmen von heute an, könnte man meinen, dass ich den ganzen Tag über prächtiges Wetter hatte. In Tat und Wahrheit war es ein eher dunkler Tag mit vielen Wolken. Am Vor- und am Nachmittag gab es je ein Zeitfenster von rund einer halben Stunde mit geöffneter Wolkendecke und Sonnenschein Die Kunst bei solchen Wetterverhältnissen ist es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Dazu braucht es eine verlässliche Wetter-App, eine gute Reiseplanung und vor allem sehr viel Glück. Ich habe mir sehr gewünscht, dass ich zumindest in Rovinj und in Dubrovnik gutes Wetter habe. Hier in Rovinj wurde mein Wunsch erhöht. Nun bin ich gespannt, wie es in gut einer Woche in Dubrovnik aussehen wird.