Kloster Curchi

3. Mai 2026 / Moldawien / Curchi / Kloster

Das Kloster Curchi gilt als eines der bedeutendsten und architektonisch schönsten religiösen Zentren in der Republik Moldau. Das orthodoxe Männerkloster liegt malerisch inmitten von Wäldern, etwa 55 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kischinau. Die prachtvolle rot-weisse Kirche wurde im 19. Jahrhundert erbaut und besitzt die höchste Kuppel des Landes. Daneben gibt es noch eine zweite, ebenfalls eindrückliche Klosterkirche. Der Sonntag scheint in Moldawien Hochzeitstag zu sein. Gleich mehrere Paare haben sich heute fast zeitgleich trauen lassen. Und das öffentlich. Speziell!

Wasser tanken

3. Mai 2026 / Moldawien / Branesti / Ziehbrunnen

Für die tägliche Dusche, fürs Waschen und Kochen sowie für alles Weitere benötige ich circa fünfzehn Liter Wasser pro Tag. Mindestens alle fünf oder sechs Tage muss nachgefüllt werden. Trinkwasser aufzutreiben ist in Moldawien grundsätzlich einfach, gibt es doch fast in jedem Dorf mehrere Ziehbrunnen. Die Wasserqualität soll gut sein. Ein Wassereimer ist auch stets vorhanden. Kurbeln ist auch kein Problem. Das Befüllen das Wassertanks mit einem Eimer hingegen schon. Gut, kennt die schlaue App park4night die in Moldawien recht dünn gesäten Brunnen und Quellen, bei denen man einen Schlauch anschliessen oder zumindest einen Kanister problemlos befüllen kann. Wasser nachzufüllen war in den gut fünf Monaten, in denen ich nun schon unterwegs bin, zum Glück nie ein Problem. In den meisten Ländern gibt es Brunnenanlagen, bei denen auch die Einheimischen Trinkwasser beziehen. Und dort, wo die Einheimischen ihre Flaschen und Kanister füllen, ist die Wasserqualität bestimmt gut.

Ländliches Moldawien

3. Mai 2026 / Moldawie / Butuceni / Strassenzug

Das moldawische Dorf Butuceni liegt direkt am Rande des historischen Komplexes Orheiul Vechi im malerischen Tal des Flusses Raut. Im Dorf gibt es eine Vielzahl alter Häuser ganz unterschiedlicher Bauart zu sehen. Das Dorf ist bewohnt, erinnert aber stark an ein Freilichtmuseum. Wobei: In etlichen Dörfern, durch die ich heute gefahren bin, sah es sehr ähnlich aus. Die abgebildete Häuserreihe ist sehr typisch für moldawische und auch für rumänische Dörfer. Die Fronten sind über ganze Strassenzüge hinweg geschlossen. An die Häuserfronten schliessen sich Mauern, Zäune und Tore an, bis die nächste Hausfassade kommt. Und alles ist immer bunt bemalt. Einfach schön.

Kirche St. Maria

3. Mai 2025 / Moldawien / Orheiul Vechi / Kirche St. Maria

Die Kirche Santa Maria in Orheiul Vechi wurde malerisch auf einem Felsgrat über dem Dorf Butuceni erbaut. Sie ist Teil des archäologischen Komplexes Orheiul Vechi und befindet sich in direkter Nähe zum berühmten Höhlenkloster. Die Kirche sieht toll aus, lag aber heute Vormittag im Schatten, weshalb ich lieber den schön angepflanzten Zugangsbereich in den Blog stelle.

Höhlenkloster

3. Mai 2026 / Moldawien / Orheiul Vechi / Höhlenkloster

Orheiul Vechi liegt gut 30 Kilometer Luftlinie nördlich der moldawischen Hauptstadt Kischinau. In Orheiul Vechi gibt es enorm viel zu sehen. Highlight ist ein Höhlenklosterkomplex mit einer in die steilen Kalksteinfelsen gehauenen orthodoxen Kapelle. Weiter gibt es den Nachbau eines Festungswalls, archäologische Ausgrabungen, eine sehr schöne Kirche auf einem Felsenkamm, das Ökodorf Butuceni mit einem kleinen ethnologischen Museum sowie sehr viel schöne Natur zu sehen. Damit man sich eine Vorstellung von den hiesigen Preisverhältnissen machen kann: Der Parkplatz für ein Wohnmobil sowie der Eintritt zum ganzen Komplex kosten siebzig Leu, was in etwa dreieinhalb Franken entspricht. Teuerung hin oder her, in Moldawien ist der Franken noch sehr viel wert.

Kischinau

2. Mai 2026 / Moldawien / Kischinau / Kathedrale

Das ländlich geprägte Moldawien hat mir bisher gut gefallen. Die Hauptstadt Kischinau hat mich hingegen eher etwas enttäuscht. Es gibt zwar schon das eine oder andere schön anzusehende Gebäude. Aber keines von diesen hob sich von dem ab, was man auch in anderen Städten im Balkan sieht. Am besten gefallen hat mir noch die Kathedrale, die schön in einer Parkanlage liegt. Irgendwo ist diese aber eher untypisch für das Land. Die meisten Kirchen, die ich bisher in Moldawien gesehen habe, hatten goldfarbene Kuppeln oder Dächer. Da wirkt die dunkle Kuppel der Kischinauer Kathedrale doch recht bescheiden. Gleich wie beim Triumphbogen scheint man in der Hauptstadt auch hier auf Understatement zu machen.

Mini-Triumphbogen

2. Mai 2026 / Moldawien / Kischinau / Triumphbogen

Moldawien ist in hohem Masse eine ländlich geprägte Republik. Ein Grossteil der Bevölkerung lebt auf dem Land. Mit gut 600’000 Einwohnern erreicht die Hauptstadt Kischinau aber eine ordentliche Grösse. Fast jeder vierte der knapp 2,5 Millionen Moldawier lebt in der Hauptstadt. Als zentrales Wahrzeichen von Kischinau gilt der Triumphbogen, der 1841 errichtet wurde und an den Sieg im Russisch-Osmanischen Krieg erinnern soll. Vor Ort war ich recht erstaunt, wie klein der Bogen, der das wichtigste Wahrzeichen der Stadt sein soll, effektiv ist. Sind die Moldawier so bescheiden oder war der errungene Sieg so unbedeutend?

Schloss Mimi

2. Mai 2026 / Moldawien / Bulboaca / Schloss Mimi

Der Weinbau hat in Moldawien eine grosse Bedeutung. Wein ist einerseits ein wichtiger Teil der kulturellen Identität Moldawiens und andererseits ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wein ist eines der wichtigsten Exportprodukte des Landes. Moldawien soll zu den zehn besten Weinbauländern der Welt gehören und ist bekannt für seine alteingesessenen Rebsorten sowie moderne Kellertechnik. Ich habe heute Vormittag das historische Weingut Mimi besucht, das zu den schönsten der Welt zählen soll. Weil ich noch fahren musste, habe ich schweren Herzens auf die Teilnahme an einer Verkostung verzichtet. Dafür habe ich meinen rollenden Weinkeller mit drei Flaschen Feteasca Neagra (Wein einer hochwertigen einheimischen Rotweintraube) bestückt. Passende Gelegenheiten zum Verkosten wird es auf dieser Reise sicher noch geben.

Comrat

1. Mai 2026 / Moldawien / Comrat / Kathedrale

Comrat ist die Hauptstadt und das wirtschaftliche Zentrum der Autonomen Region Gagausien im südlichen Moldawien. Die Stadt zählt 20’000 Einwohner und ist das Herz der gagausischen Kultur, einer christlich-orthodoxen Volksgruppe, die eine eigene Sprache spricht. Die Region Gagausien ist stark landwirtschaftlich geprägt, insbesondere auch durch den Weinbau. Auffälligstes Gebäude in der Stadt ist die Kathedrale St. Johannes der Täufer, eine markante, orthodoxe Kirche im Stadtzentrum. Zu Sowjetzeiten ist die Kathedrale zeitweise in ein Museum umgewandelt worden. Heute dient sie wieder als aktives Gotteshaus.

Lenin lebt weiter

1. Mai 2026 / Moldawien / Comrat / Lenin-Denkmal

Das Verhältnis zwischen der Republik Moldau und Russland soll derzeit sehr angespannt sein. Die aktuelle pro-europäische Regierung strebt eine EU-Mitgliedschaft an. Im Gegenzug versucht Russland, das Land durch hybride Kriegsführung, Einflussnahme in Transnistrien und Propaganda zu destabilisieren. Im Strassenbild ist der Einfluss der Russen aber noch gut sichtbar. Sowjetisch geprägte Architektur gibt es noch und nöcher. In Comrat trifft man mitten im Zentrum an der nach ihm benannten Leninstrasse sogar noch auf ein Lenin-Denkmal. Die Statue gelte als ein Beispiel für die in der Region noch präsente sowjetische Nostalgie. Das soll aber eher die Ausnahme sein. Ausserhalb der abtrünnigen Region Transnistrien und Gagausien sollen die meisten Lenin-Denkmäler nach der Unabhängigkeit im Jahre 1991 entfernt worden sein.