Zugefrorener Cildir-See

20. Februar 2026 / Türkei / Cildir Gölü / Gefrorener See

Kurz nach der Einreise in die Türkei sind wir auf knapp 2000 Meter Höhe während vieler Kilometer dem Cildir-See entlang gefahren. Die Eisdecke muss wirklich dick sein, kann man doch an mehreren Stellen mit Pferdeschlitten Fahrten über den See unternehmen. Die Wiedereinreise in die Türkei war deutlich mühsamer als gedacht. Zuerst untersuchte ein Polizist Hopo, was noch zügig vonstatten ging. Dann kamen wir zu einer Zollbeamtin, die ganz offensichtlich erstmals Schweizer Dokumente in den Händen hielt und eine Ewigkeit brauchte, bis sie alles entschlüsselt hatte. Dann untersuchte ein Zollbeamter Hopo sehr gründlich. Da er nicht fand, was er offenbar suchte, wurden wir zurückgeschickt und mussten Hopo von einer Wärmebildkamera durchleuchten lassen. Dann kam ein dritter Zöllner, der nochmals alles ganz genau inspizierte. Gefunden haben sie logischerweise nichts, weil wir nichts Illegales dabei hatten. Das ganze Prozedere dauerte zweidreiviertel Stunden (bei der Einreise von Griechenland her waren es bloss fünfzehn Minuten). Wir wollen uns aber nicht beschweren. Grenzübertritte ausserhalb des Schengen-Raums dauern nun halt mal etwas länger.

Tiefer Winter bei der Ausreise aus Georgien

20. Februar 2025 / Georgien / Watschiani / Schneelandschaft

Bei der Einreise nach Georgien regnete es. In Tiflis konnten wir zwischendurch im T-Shirt herrumlaufen. Und bei der Ausreise ist nun richtig Winter. Wir haben wirklich viel erlebt in Georgien, nicht nur wettermässig. Das Land hat uns gut gefallen. Neben der Schwarzmeerküste gibt es tolle Berglandschaften mit malerischen Tälern und tiefen Canyons zu bestaunen. Auch Batumi und die Hauptstadt Tiflis fanden wir spannend und abwechslungsreich. Was uns weniger gut gefallen hat, waren die Menschen. Einem Georgier ein Lächeln abzugewinnen, ist kein leichtes Unterfangen. Selbst wenn man irgendwo etwas kaufen wollte, wurde man schräg und unfreundlich angeschaut. Nach unseren ersten zwei Reisewochen bei den freundlichen und herzlichen Türken haben wir bei der Einreise nach Georgien einen richtigen Kulturschock erlebt. Trotz dieser Schattenseite bleibt ein guter Eindruck vom Land. Georgien würden wir jederzeit wieder gerne bereisen und uns dann möglichst lange abseits von Menschen in der Natur aufhalten.

Offroad-Fahrt zur Grenze

20. Februar 2026 / Georgien / Bozali / Strasse zur Grenze

Von unserem Übernachtungsort Achalkalaki bis an die Grenze zur Türkei waren heute Vormittag noch knapp vierzig Kilometer zurückzulegen. Weil die von uns angefahrene Zollstation eine von bloss drei Grenzübergängen zwischen Georgien und der Türkei ist, die rund um die Uhr in Betrieb ist, sind wir davon ausgegangen, dass wir eine gute Strasse vorfinden. Pustekuchen. Was wir vorfanden, war eine veritable Offroad-Piste mit unendlich vielen Schlaglöchern. Sicher, es gab auch etwas bessere Streckenabschnitte als den abgebildeten. Insgesamt ist die Grenzstrecke aber in einem desolaten Zustand und wir waren einmal mehr enorm froh darüber, in einem 4×4-Fahrzeug mit guter Federung und viel Bodenfreiheit unterwegs zu sein. Auf der türkischen Seite fanden wir das pure Gegenteil vor: eine vierspurige, restlos von Schnee und Eis befreite Schnellstrasse mit einem makellosen Belag. Danke, liebe Türkei, dass wir bei euch so tolle Strassen benutzen dürfen.

Achalkalaki

20. Februar 2026 / Georgien / Achalkalaki / Festung

Es ist kalt geworden in Georgien. Unsere letzte Nacht im Kaukasusstaat haben wir in Achalkalaki auf 1700 Metern Höhe verbracht. Über Nacht sank das Thermometer auf minus neun Grad. Zum Glück verfügt Hopo über eine gute Heizung, so dass wir bei rund zwanzig Grad Wärme herrlich schlafen konnten. Bis die Frontscheibe am Morgen aber von einer dicken Eisschicht befreit war, hat es gedauert. Achalkalaki liegt schön in den Bergen, hat neben einer Festungsruine aber wenig zu bieten. Uns war aber eh nur wichtig, dass wir vor dem Grenzübertritt in die Türkei an einem ruhigen Ort gut schlafen konnten.

Goodbye Armenien

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Denkmal an der Aragats Strasse

Nach vier Tagen haben wir Armenien wieder verlassen. Das Land hat uns gut gefallen und wir hätten es problemlos länger ausgehalten. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns. Und der Winter ist nicht unbedingt die ideale Zeit, um Armenien zu besuchen. Viele Regionen liegen recht hoch und sind zurzeit schneebedeckt. Im Frühling und Herbst dürfte es attraktiver sein. Die Landschaften hier sind extrem schön, die Menschen freundlich und aufgeschlossen. Einzig die Hauptstadt Eriwan war für uns eher enttäuschend. Ein- und Ausreise brauchen ihre Zeit, sind aber ohne Visum möglich. Die Strassen waren meist deutlich besser als erwartet. Autofahren ist in Eriwan nervenaufreibend und nicht ungefährlich, auf dem Land hingegen unproblematisch. Wir haben stets frei übernachtet und haben uns jederzeit sicher gefühlt. Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann nach Armenien zurückkommen, uns dann mehr Zeit nehmen, einen Bogen um Eriwan schlagen und uns auf die prächtigen Bergregionen konzentrieren.

Geräucherter Fisch

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Geräucherter Fisch

Die Märkte in Georgien haben uns enttäuscht. Das Angebot war recht eingeschränkt und nicht frisch. Ganz anders hier in Armenien. Hier trifft man auf eine Vielzahl verlockender Lebensmittel. An etlichen Ständen gibt es geräucherten Fisch zu kaufen. Wir haben heute Mittag zugegriffen und der Fisch war wirklich lecker. Zu den angeschriebenen Preisen: Drei geräucherte Fische sind für tausend armenische Dram zu haben, was gut zwei Franken entspricht. Mit wenig Geld kann man hier gut leben.

Gasbus

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Bus mit Gasantrieb

Erdgas ist in Armenien recht günstig. Viele Fahrzeuge fahren daher mit Gas. Um Kosten einzusparen, werden zum Teil Busse, die ursprünglich mit Diesel fuhren, auf Erdgas umgerüstet. Bei älteren Bussen sieht man dann gelegentlich recht abenteuerliche Konstruktionen. Die Gastankflaschen werden hier ganz einfach auf einem Lastenträger auf dem Dach montiert. Ob das den EU-Normen entspricht, entzieht sich meiner Kenntnis. Gewisse Zweifel bleiben.

Gjumri

19. Februar 2026 / Armenien / Gjumri / Erlöserkirche

Auf unserem Weg zurück nach Georgien haben wir fünfzig Kilometer vor der Grenze noch in Gjumri Halt gemacht. Mit 110’000 Einwohnern ist Gjumri die zweitgrösste Stadt Armeniens. Hier hat es uns deutlich besser gefallen als gestern in der Hauptstadt Eriwan. In Gjumri findet man mitten im Zentrum noch freie Parkplätze. Das Leben und der Verkehr sind deutlich weniger hektisch als in Eriwan. Die Stadtmitte ist gut zu Fuss abzulaufen. Toll fanden wir auch den Strassenmarkt mit einem sehr verlockenden Lebensmittelangebot. Und auch die paar Sehenswürdigkeiten, die es in Gjumri gibt, haben uns gut gefallen. Die abgebildete Erlöserkirche wurde 1988 bei einem verheerenden Erdbeben schwer beschädigt und erst vor zwei Jahren nach einer umfassenden Renovation wiedereröffnet. Wir finden, dass die Restaurateure einen tollen Job geleistet haben.

Festung von Dashtadem

18. Februar 2026 / Armenien / Dashtadem / Festung

Unsere vermutlich letzte Nacht in Armenien (zumindest auf dieser Reise) verbringen wir direkt vor den Toren der Festung von Dashtadem. Die Anlage gilt als eine der besterhaltenen Festungen Armeniens und zeichnet sich durch eine Kombination aus einer inneren Zitadelle (der abgebildeten Kernburg) und einer später erbauten äusseren Festungsmauer aus. Morgen fahren wir dann weiter nordwärts nach Georgien und von dort zurück in die Türkei. Die direkten Grenzübergänge von Armenien in die Türkei sind seit 1993 geschlossen. Die Schliessung erfolgte durch die Türkei als Reaktion auf den ersten Bergkarabach-Krieg, in welchem armenische Truppen die Region Kalbadschar eroberten. Die Türkei ist ein enger Verbündeter des damals unterlegenen Aserbaidschan. 2020 hat Aserbaidschan die einst verlorenen Gebiete zurückerobert. Die Grenzen bleiben aber weiterhin geschlossen. So machen wir eben eine Umweg, was wir angesichts der schönen Landschaft, die wir durchfahren, gerne in Kauf nehmen.

Saghmosavank

18. Februar 2026 / Armenien / Saghmosavank / Kirche

Dreissig Kilometer ausserhalb der Hauptstadt Eriwan haben wir die Kirche von Saghmosavank besucht, die im 13. Jahrhundert als Klosterkirche erbaut wurde. Die Kirche ist vor allem wegen ihrer dramatischen Lage direkt am Rand der tiefen Kasagh-Schlucht bekannt. Nur wenige Meter von der Kirche entfernt fällt das Gelände steil ab in einen rund hundert Meter tiefen Canyon. Dieser sieht aktuell mit dem vielen Schnee und grossen Eisformationen besonders spektakulär aus.