Pragser Wildsee

30. September 2026 / Italien / Pragser Wildsee / See

Der Pragser Wildsee ist der wohl am besten erschlossene Bergsee der Dolomiten. Eine gut ausgebaute Strasse führt direkt an den See. Es gibt vier grosse Parkplätze, zum Teil mit einem Shuttlebus-Service. Und es gibt eine eigene Buslinie, die von Toblach aus zum See führt. Damit dürfte klar sein: Am Pragser Wildsee geht es weder ruhig noch idyllisch zu und her. Nein, es wimmelt hier nur so von Touristen aus aller Welt, die entweder selber hierherfahren oder in Bussen heran gekarrt werden, und die am See entlang spazieren oder mit Ruderbooten eine Runde auf diesem drehen wollen. Mit seinem kristallklaren, smaragdgrünen bis türkisblauen Wasser und den ihn umgebenden hohen Bergen zählt der Pragser Wildsee zurecht zu den schönsten Bergseen der Dolomiten. Der Rummel rund um den See ist aber echt abschreckend. Gut, gibt es ein paar Wanderwege, die steil in die Höhe führen, wo man dann doch noch seine Ruhe findet.

Der Herbst hält Einzug

30. September 2026 / Italien / Pragser Wildsee / Wanderung zur Seitenbachscharte

Im Südtirol hält der Herbst Einzug. Es wird spürbar kälter und garstiger. Für uns ist damit definitiv der Moment gekommen, um südwärts in noch etwas wärmere Gefilde zu ziehen. Wir haben heute unsere vorerst letzte Wanderung unternommen und sind dafür an den Pragser Wildsee gefahren. Der Weg um den See ist keine vier Kilometer lang. Diejenigen, die etwas länger zu Fuss unterwegs sein wollen, können Seitentäler entdecken oder in die Höhe steigen, wie etwa zur Seitenbachscharte auf über 2300 Metern. Schön war das Wetter heute leider weder am See noch in der Höhe. Da tat es gut, gelegentlich auf Bäume und Sträucher mit buntem Herbstlaub zu stossen, die ein wenig Farbe in den sonst doch recht trüben Tag brachten.

Drei Zinnen aus der Ferne

29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Aussicht vom Drei Zinnen Blick

Unsere Wanderung endete am späteren Nachmittag dort, wo sie am Vormittag startete: Beim Drei Zinnen Blick, der direkt an der Hauptstrasse von Toblach nach Cortina d’Ampezzo liegt. Und von hier aus bekamen wir die Drei Zinnen am späteren Nachmittag für einen kurzen Augenblick doch noch im fast besten Licht zu sehen. Fast könnte man meinen, dass es gescheiter gewesen wäre, auf die anstrengende Wanderung zu verzichten und einfach im Tal unten den richtigen Moment abzuwarten. Falsch: Auch wenn wir die Drei Zinnen heute mehrheitlich wolkenverhangen zu sehen bekamen, war es eine tolle Wanderung, die in Erinnerung bleibt.

Drei Zinnen

29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Drei Zinnen beim Col Forcellina


Auf der Wanderung zurück ins Tal hatte der Wettergott doch noch ein Einsehen mit mir. Für kurze Zeit präsentierte sich die Nordseite der Drei Zinnen wolkenlos. Die direkte Sonneneinstrahlung fehlt hier zwar. Dafür wirken die Berge mit ihren fast senkrecht abfallenden Felswänden noch spektakulärer als von Süden her. Die heutige Wanderung hat sich so oder so gelohnt. Mit diesem Anblick aber erst recht.

Wo sind die Drei Zinnen?

29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Parnorama bei der Auronzohütte

Direkt unter der Südflanke der Drei Zinnen befinden sich die grossen Parkplätze und die bekannte Auronzohütte. Von hier aus hat man einen der besten Blicke auf die markanten Berge, weil sie sich hier im Sonnenlicht zeigen. So zumindest die Theorie. Heute war leider alles anders. Die Sonne schien zwar zeitweise. Auf der Südseite der Drei Zinnen hatte sich aber eine zähe Wolkendecke eingenistet, die alles verhüllte. Optimistisch, wie ich nun mal bin, habe ich mich auf einer Bergwiese für ein Nickerchen hingelegt, in der Hoffnung, dass der Wind die Wolken doch noch verbläst. Diese wurden jedoch immer dicker. Jammerschade, habe ich mich doch so sehr auf den Blick auf die Drei Zinnen gefreut. Na gut, so habe ich einen Grund mehr, um nochmals hierher zu kommen.

Berge nördlich der Drei Zinnen

29. September 2026 / Italien / Drei Zinnen / Berge nördlich der Drei Zinnen

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, um zu den Drei Zinnen zu gelangen. Man kann von Toblach aus einen Bus benutzen, was aber kompliziert ist, weil man im Voraus für beide Richtungen fixe Fahrzeiten buchen muss und die besten Zeiten (Hinfahrt am Morgen, Rückfahrt am späteren Nachmittag) lange im Voraus ausgebucht sind. Man kann mit dem eigenen Fahrzeug bis zur Auronzohütte fahren, was aber speziell für Wohnmobile schweineteuer ist. Oder man wandert vom Drei Zinnen Blick (11 km südlich von Toblach) aus hoch, was anstrengend (23 km Strecke für beide Richtungen mit 1100 Metern Höhenunterschied), aber sehr schön ist. Wir haben uns für die sportliche Variante entschieden und bekamen bereits unterwegs tolle Berge zu sehen. Wider Erwarten und entgegen den Wetterprognosen waren diese aber bereits recht stark in Wolken eingehüllt. Das kennen wir doch eigentlich gar nicht mehr!

Falzaregopass

29. September 2026 / Italien / Falzaregopass / Passhöhe

Auf der Fahrt vom Pordoijoch zu den Drei Zinnen haben wir heute Morgen den 2105 Meter hohen Falzaregopass überquert. Wie bekamen ein gewohntes Bild zu sehen: wunderschöne Bergkulisse, blauer Himmel und viel Sonne. Alles deutete hier noch darauf hin, dass wir erneut einen traumhaft schönen Tag erleben werden.

Sellamassiv

28. September 2026 / Italien / Pordoijoch / Sellamassiv

Der Rückweg führte uns vom Rifugio Luigi Gorza aus am Sellamassiv vorbei. Das imposante Gebirge liegt an der Grenze zwischen den Regionen Trentino-Südtirol und Venetien und gilt als das geografische Herzstück des ladinischen Sprachgebiets. Der höchste Gipfel des Sellagebirges ist der Piz Boè mit 3152 Metern über Meer. Der stete Blick auf das wunderschöne Bergmassiv war für uns der krönende Abschluss einer herrlichen Wanderung an einem Herbsttag, der nicht schöner hätte sein können.

Fanesgruppe

28. September 2026 / Italien / Fanesgruppe / Berggruppe vom Pordoijoch aus

Auf unserer heutigen Wanderung hatten wir vier imposante Gebirgsmassive im Blickfeld: zuerst im Norden das Sellamassiv, dann im Westen die Langkofelgruppe, im Süden die Marmolada und schliesslich im Osten noch die Fanesgruppe. Die Fanesgruppe war am weitesten entfernt. Aber auch dieses Bergmassiv hat uns beeindruckt.

Frisch geschneit oder was?

28. September 2026 / Italien / Pordoijoch / Sellamassiv

Beim Blick auf das Sellamassiv mussten wir uns heute des Öfteren kneifen. Ist hier tatsächlich schon frischer Schnee gefallen? Nein, selbstverständlich nicht, dazu ist es hier noch viel zu warm. Die optische Täuschung ist darauf zurückzuführen, dass das Massiv zu grossen Teilen aus Dolomit-Gestein und aus kalkhaltigen Sedimenten besteht. Diese Gesteine haben von Natur aus eine sehr helle, weiss-graue bis fast cremefarbene Tönung. Der durch die Verwitterung entstandene Gesteinsschutt und Sand sowie die starke Sonneneinstrahlung erwecken den Eindruck, dass sich hier bereits Schnee gefallen ist.