Morgenstimmung in Porticello

12. Oktober 2026 / Sizilien / Porticello / Morgenstimmung

Gut, sind wir gestern nicht vor dem Dorffest und dem ganzen Tohuwabohu geflüchtet. Einerseits war es ein Erlebnis, einem Fest der Einheimischen beizuwohnen. Andererseits kamen wir heute Morgen in den Genuss einer ganz speziellen Stimmung. Wir lieben es, so in den Tag zu starten.

Hafen zur nächtlichen Stunde

11. Oktober 2026 / Sizilen / Porticello / Hafen

Es hätte uns schon gereizt, mit einem Boot vom Hafen aus zu Hopo zurückzukehren, bei dem wir problemlos hätten anlegen können. Hier herrauszukommen, schien uns aber ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Die Vernunft hat gesiegt und wir haben die paar hundert Meter Rückweg zu Fuss bewältigt.

Festa della Madonna del Lume in Porticello

11. Oktober 2026 / Sizilien / Porticello / Festa della Madonna del Lume

Wir wollten noch eine ruhige Nacht ausserhalb von Palermo verbringen und haben deshalb gestern Nachmittag Porticello angesteuert, das zwanzig Kilometer östlich der sizilianischen Hauptstadt liegt. Bei unserer Anfahrt fanden wir an der Strandpromenade noch etliche freie Parkplätze. Zuerst lief somit alles so ab, wie wir es erhofft und erwartet haben. Plötzlich setzte aber ein emsiges Treiben ein und ein ums andere Auto fuhr auf der Suche nach einem Parkplatz an Hopo vorbei. Bald waren nicht nur alle markierten Parkplätze besetzt, sondern auch die Plätze auf der anderen Strassenseite (gegen Mitternacht gab es dann noch eine dritte Parklinie). Das Internet verriet uns, dass hier heute ein wichtiges religiöses Fest mit einem Feuerwerk kurz vor Mitternacht stattfindet. An Ruhe war daher nicht mehr zu denken. Aber wir haben es genossen und uns auch unter die Festbesucher gemischt. Die Durchmischung des Publikums war unserem Empfinden nach eine ganz spezielle: Sizilianer, Festlanditaliener und wir beide. Ist doch schön, so etwas erleben zu dürfen.

Duomo San Nicola di Bari in Termini Imerese

11. Oktober 2026 / Sizilien / Termini Imerese / Duomo San Nicola di Bari

Unsere Schirme waren heute mehrfach im Einsatz. Auf kürzere Abschnitte mit etwas Sonne öffnete der Himmel immer wieder kurz seine Schleusen. Wir mussten uns daher zweimal kneifen, als wir nach dem Aufstieg über die Via Roma in der Oberstadt von Termini Imerese plötzlich vor einem fast makellos blauen Himmel standen. Das Wetter wechselt hier wirklich enorm rasch. Wobei: Ab Dienstag sollte hier in Sizilien wieder eine Schönwetterphase Einzug halten, so dass ich das Thema Wetter nun für eine Weile ad acta legen kann.

Via Roma in Termini Imerese

11. Oktober 2026 / Sizilien / Termini Imerese / Via Roma

In vielen italienischen Städten gibt es eine Via Roma. Meist sind das breite Strassen mit viel Verkehr. In Termini Imerese ist die Via Roma eine monumentale Treppe aus dem Ende des neunzehnten. Jahrhundert, die von der Unterstadt in die fünfzig Meter höher gelegene Oberstadt führt. Der Boden der Treppe ist mit Meereskieselsteinen und kleinen, fischgrätenartig angelegten Steinplatten gestaltet. Im oberen Bereich der Treppe trifft man auf farbige Häuser. Ich mag mich daran erinnern, je eine schönere Via Roma gesehen zu haben.

Cefalù

11. Oktober 2026 / Sizilien / Cefalù / Altstadt von Südwesten her

Cefalù ist eine der malerischsten Küstenstädte Siziliens. Das historische Zentrum schmiegt sich dramatisch zwischen das Tyrrhenische Meer und den monumentalen, 270 Meter hohen Kalkfelsen La Rocca. Insbesondere vom Strand aus ist das Städtchen schön anzusehen. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Cefalù die Touristen in Massen anzieht. Selbst Mitte Oktober war es heute bei durchzogenem Wetter schwierig, einen freien Parkplatz an der langen Strandpromenade zu finden. Die Gässchen in der Altstadt waren voll mit Besuchern aus allen Herren Ländern. Wir dürfen uns darüber nicht beschweren; auch wir sind Touristen und tragen mit dazu bei, dass immer mehr schöne Orte überlaufen sind. Wohl war es uns in der Masse aber nicht. Wir sind daher rasch weitergezogen und haben rund zwanzig Kilometer westwärts ein Städtchen (Termini Imerese) gefunden, das auch schön ist und in dem wir praktisch ausschliesslich auf Einheimische gestossen sind.

Abfalleimer vom Feinsten

11. Oktober 2026 / Sizilen / Santo Stefano di Camastra / Keramikabfalleimer

Wie bereits erwähnt: In Santo Stefano di Camastra trifft man überall auf Keramik. Das geht so weit, dass sogar die Abfalleimer in der Altstadt mit Keramikkacheln geschmückt sind. Jede verwendete Platte wird aus lokalem Ton geformt, von Hand bemalt und mehrfach gebrannt. Eventuell haben die kunstvollen Abfalleimer eine erzieherische Wirkung, ist die Stadt doch sehr sauber, was leider lange nicht überall in Sizilien der Fall ist.

Stadt der Keramik

11. Oktober 2026 / Sizilien / Santo Stefano di Camastra / Viale delle Palme

Das malerische Städtchen Santo Stefano di Camastra ist über die Landesgrenzen hinaus als „Stadt der Keramik“ bekannt. Das gesamte Stadtbild ist von der jahrhundertealten Handwerkstradition geprägt. Die Strassen, Hauswände und sogar die Parkbänke sind mit bunten, glasierten Majolika-Fliesen verziert. Statt Plakatwänden trifft man hier auf grossflächige Keramikaushänge. Wirklich speziell.

Schlafen unter Palmen

10. Oktober 20026 / Sizilien / Marina di Torrenova / Piazza Antonino Casella

Na gut, einen richtigen Palmenwald haben wir hier in Marina di Torrenova nicht angetroffen. Wir sind ja auf Sizilien und nicht in Marokko. Aber doch ein schönes Plätzchen mit grösseren und kleineren Pflanzen um uns herum. Und das direkt an der Uferpromenade. Kaum Strassenlärm, dafür das Rauschen des Meeres in den Ohren. Wir haben uns rasch entschieden, hier zu bleiben und zu übernachten. Dass wir am heutigen Tag bloss zehn Kilometer weiter in Richtung Palermo gefahren sind, stört uns nicht. Wir müssen erst in gut vier Wochen wieder zu Hause sein und haben daher viel Zeit, um dort zu bleiben, wo es uns gefällt.

Marina di Torrenova

10. Oktober 2026 / Sizilien / Marina di Torrenova / Piazza Antonino Casella

Unser Frischwassertank musste wieder einmal gefüllt werden. Wir haben daher Marina di Torrenova angesteuert, wo es gemäss park4night einen gut zugänglichen Trinkwasseranschluss gibt. Und wir sind schon sehr rasch auf Wasser gestossen. Allerdings erst einmal auf viel Wasser von oben. Zeitweise hat es so stark geregnet, dass man kaum noch etwas sah und wir am Strassenrand anhalten mussten. Fahren im Blindflug ist nie gescheit; auf Siziliens Strassen erst recht nicht. Nach einigen Minuten war der Spuk aber wieder vorbei und wir konnten weiterfahren. In Marina di Torrenova wurden wir dann tatsächlich fündig. Einerseits haben wir den gesuchten Wasseranschluss gefunden, andererseits wieder einen ordentlich aufgehellten Himmel. Wetterumschwünge im Zehnminutentakt.