War Gaudi in Sizilien?

15. Oktober 2026 / Sizilien / Borgo Parrini / Zentrum

Borgo Parrini ist ein kleiner Weiler, der etwa dreissig Kilometer westlich von Palermo etwas landeinwärts liegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel der Weiler fast vollständig und stand kurz vor der Aufgabe. Ein lokaler Künstler führte zusammen mit den Einwohnern eine künstlerische Umgestaltung durch. Die Häuser wurden mit bunten Fassaden, weissem Putz, leuchtend türkisen Fensterläden sowie aufwendigen Glas- und Majolika-Mosaiken gestaltet. Die Zahl der neugestalteten Häuser ist überschaubar. Aber das Ganze scheint zu funktionieren. Selbst Mitte Oktober hatte es ordentlich Leute in Borgo Parrini. Es wurden Parkplatzgebühren eingenommen, die Restaurants hatten Gäste, das Museum verkaufte Eintritte und vermutlich gingen auch einige Souvenirs über den Ladentisch. An die Aufgabe von Borgo Parrini scheint heute niemand mehr zu denken.

Spektakuläre Küsten

14. Oktober 2026 / Sizilien / Terrasinni / Küste beim Belvedere del Terzo Millennio

Südwestlich von Terrasinni trifft man auf eine spektakuläre, stark zerklüftete Klippenlandschaft aus rotem und weissem Gestein. Am bekanntesten ist die Cala Rossa, die ihren Namen den auffallend blutroten Felsklippen verdankt, die steil in das intensiv türkisfarbene und kristallklare Meer abfallen. Einfach herrlich.

Grotta Perciata

14. Oktober 2026 / Sizilien / Terrasinni / Grotta Perciata

Ausserhalb von Terrasinni sind wir auf eine malerische Meereshöhle gestossen, die Grotta Perciata. Perciata bedeutet im sizilianischen Dialekt „durchlöchert“, da Wind und Wellen im Laufe der Zeit Öffnungen und Bögen in den Fels gewaschen haben. Einmal mehr wussten wir nicht so recht, was wir tun durften. Es gab alte, abgeblätterte Schilder, die den Zutritt zum Gelände verboten. Und es gab einen Weg mit relativ neuen Abschrankungen aus Holz, der zur Grotte führte. Logisch, dass wir uns auf den Weg dorthin machten. Schliesslich haben wir in Sizilien rasch gelernt, dass Ver- und Gebote hier nicht die gleiche Bedeutung haben wie bei uns. Der Besuch der kleinen Grotte hat sich gelohnt und passiert ist nichts.

Hafen von Terrasinni

14. Oktober 2026 / Sizilien / Terrasinni / Hafen und Altstadt


Wie es sich für die hiesige Gegend so gehört, besitzt auch Terrasinni einen schön gelegenen Hafen. Es handelt sich hierbei um einen gemischten Hafen mit 250 Liegeplätzen, in dem sowohl Fischerboote als auch Sport- und Freizeitboote anlegen. Das Städtchen hat eine tiefe, generationsübergreifende Verbindung zur Fischerei; der tägliche Fischfang und traditionelle Fischmärkte beziehungsweise Fischauktionen sind ein fester Bestandteil des lokalen Lebens.

Terrasinni

14. Oktober 2026 / Sizilien / Terrasinni / Altstadt von Südwesten her

Terrasinni liegt nur ein paar wenige Kilometer südwestlich vom Flughafen von Palermo. Davon haben wir heute aber wenig bis gar nichts gemerkt. Gelegentlich sah man ein Flugzeug vorbeifliegen, gehört haben wir nichts, was aber vermutlich je nach Windrichtung auch anders sein kann. Für uns ist Terrasinni ein hübsches Küstenstädtchen, das wunderschön zwischen steilen Bergenwänden und einer schroffen Küste liegt. Der Name des Städtchens soll sich von Terra sinuum („Land der Buchten“) ableiten, was die zerklüftete, traumhafte Küstenlinie perfekt beschreiben würde.

Hafen von Sferracavallo

14. Oktober 2026 / Sizilien / Sferracavallo / Hafen

Sferracavallo besitzt einen traditionellen Fischerhafen mit einer Flotte handgefertigter Holzboote, die allesamt bunt angemalt sind. Wir lieben solche Häfen. Und auch die Palermitani lieben offenbar Sferracavallo. Der Ort ist weithin bekannt für seine zahlreichen Fisch- und Meeresfrüchte-Restaurants direkt an der Uferpromenade, die offenbar von den Bewohnern der naheliegenden Hauptstadt besonders gerne besucht werden.

Sferracavallo

14. Oktober 2026 / Sizilien / Sferracavallo / Promenade mit Monte Santa Margherita

Von Mondello aus sind es nur ein paar wenige Kilometer bis nach Sferracavallo. Sferracavallo ist ein traditionelles Fischerdorf, das zwölf Kilometer nördlich von Palermo am Fusse des knapp fünfhundert Meter hohen Monte Santa Margherita liegt. Der Monte Santa Margherita ist in Sizilien ein bekannter Kletterberg.
Der Fels soll sich durch feste Platten, Risse und Verschneidungen auszeichnen. Wir sind keine Kletterer und haben den Berg daher lieber aus der Distanz genossen. Die mit prächtigen Palmen bestückte Promenade in Sferracavallo ist hierfür ein idealer Ort.

Antico Stabilimento Baneare

14. Oktober 2026 / Sizilien / Mondello / Antico Stabilimento Baneare

Das Wahrzeichen von Mondello ist das Antico Stabilimento Balneare, ein historisches Badehaus im Jugendstil, das auf Stelzen in der Bucht des mondänen Seebads steht. Finanziert von einer belgischen Gesellschaft war das 1912 eröffnete Badehaus ein Symbol für die Belle Époque und den Aufstieg Mondellos zu einem exklusiven Badeort für die High Society. Heute beherbergt das markante Gebäude ein gehobenes Restaurant. Aus der Distanz hat man allerdings den Eindruck, dass der Zahn der Zeit stark am Antico Stabilimento Balneare nagt und eine gelegentliche Auffrischung nicht unangebracht wäre.

Mondello

14. Oktober 2026 / Sizilien / Mondello / Altstadt vom Hafen her

Wir sind gut in den heutigen Tag gestartet. Die Fahrt heraus aus dem Zentrum von Palermo ging recht zackig und stressfrei. Wir haben offenbar ein gutes Zeitfenster erwischt oder einfach nur Glück gehabt. Als Erstes fuhren wir nach Mondello, einem Badeort, der bloss zehn Kilometer nördlich von Palermo liegt. Von der Hektik der Hauptstadt ist hier nicht mehr viel zu spüren. Problemlos haben wir Parkplätze in Strandnähe gefunden (im Sommer dürfte das wohl schwieriger sein) und sowohl im Städtchen als auch entlang der Strandpromenade lief alles ganz gemütlich ab. Ein toller Ort, um nach der quirligen Hauptstadt wieder etwas herunterzufahren.