1. März 2026 / Türkei / Yumurtalik / Hafen mit Moschee
Wir lieben schöne Fischerhäfen. In unserem Blog sind daher schon einige abgebildet. Der heutige stellt aber ein Novum dar. Einerseits ist es der erste türkische Fischerhafen, den wir auf unserer Reise angetroffen haben. Und vor allem ist es der erste Fischerhafen, an dem eine Moschee liegt. Der Hafen von Yumurtalik hat uns sehr gut gefallen. Alles ist ein wenig unordentlich und chaotisch. Aber sehr malerisch.
Peinlich, peinlich, aber wir haben uns verfahren. Wir haben im Internet tolle Bilder von einem Mädchenschloss (Kizkalesi) gesehen, das nahe vom Ufer auf einer Insel liegt. Und dieses Mädchenschloss haben wir bei Yumurtalik lokalisiert. Vor Ort haben wir dann festgestellt, dass es hier tatsächlich eine kleine Insel mit einer Burg gibt, dass diese aber anders aussieht als auf den Fotos im Internet. Ganz offensichtlich gibt es mindestens zwei Orte mit einem Mädchenschloss auf einer vorgelagerten Insel und wir haben den falschen erwischt. Dass wir „fälschlicherweise“ in Yumurtalik gelandet sind, hat sich im Nachhinein aber als Glücksfall erwiesen. Yumurtalik ist ein ganz toller Ort, in welchem wir einen schönen Tag verbracht haben, feine Menschen kennenlernen durften und am Abend gut assen. Und das „richtige“ Mädchenschloss liegt noch auf unserem Weg, so dass wir nichts verpassen.
1. März 2026 / Türkei / Yumurtalik / Küste beim Strand
Wir haben in der Türkei superschöne Schneelandschaften angetroffen und sind bei winterlichen Verhältnissen über hohe Pässe gefahren. Allmählich hatten wir aber genug vom vielen Weiss und den tiefen Temperaturen. Wir haben daher das Landesinnere südwärts verlassen. Und an der östlichen Mittelmeerküste (von hier aus sind es nur noch siebzig Kilometer bis nach Syrien) haben wir tatsächlich den Frühling gefunden. Wir durften einen strahlend schönen Tag mit bis zu 16 Grad Wärme erleben. Und das Beste: Auf gut eine Woche hinaus sollte es so bleiben.
Vierzig Kilometer nordwestlich von Adana hat sich der Fluss Cakit über Jahrtausende tief in das Gestein der hiesigen Berge eingegraben. Entstanden ist ein eindrücklicher Canyon, durch den ein sieben Kilometer langer Wanderweg führt. Die Bilder, die wir im Internet gesehen haben, sahen toll aus, und wir haben uns vorgenommen, den Wanderweg heute zu begehen. Als wir vor Ort eintrafen, mussten wir dann aber enttäuscht feststellen, dass der Zugang zur Schlucht gesperrt war (im Internet liessen sich keine entsprechenden Hinweise finden). Irgendwie steckt bei uns im Moment gerade etwas der Wurm drin. Umsonst war die Fahrt aber nicht. Wir sind durch schöne Landschaften gefahren und auch ausserhalb der Schlucht sieht es gut aus. Und wir wissen für ein anderes Mal, dass das wirklich eine Wanderung sein muss, die sich lohnt.
Wir haben allmählich genug vom vielen Schnee und wollen ans Meer, wo es sonniger und deutlich wärmer sein sollte. Wir haben uns sogar kurz überlegt, direkt von Kayseri nach Mersin zu fahren. Kappadokiens Tuffsteinkegel waren dann aber doch zu verlockend, so dass wir heute Vormittag nach Göreme gefahren sind. Vielleicht nicht unsere beste Entscheidung. Die Landschaft rund um Göreme ist zwar extrem beeindruckend. Wenn man die skurrilen Felsformationen aber bereits einmal bei schönem Wetter gesehen hat, ist man doch ziemlich enttäuscht, wenn man ihnen bei stark bedecktem Himmel wiederbegegnet. Zudem sind die Wanderwege aktuell witterungsbedingt praktisch unpassierbar. Uns blieben damit nur zwei Optionen: mindestens zwei Tage auf besseres Wetter warten oder weiterfahren. Wir haben uns fürs Weiterfahren entschieden. Eigentlich schade. Aktuell macht das wunderschöne Kappadokien aber keine Freude. Doch wir kommen bestimmt einmal wieder zurück.
Kayseri liegt auf gut tausend Metern Höhe und zeigt sich aktuell recht winterlich. Es liegt überall Schnee und die Temperaturen bewegen sich im Minusbereich. Kayseri liegt im Herzen Anatoliens und ist eine recht dynamische Grossstadt mit rund einer Million Einwohnern. Die Altstadt wird dominiert von einem grossen Basar sowie der mächtigen, aus dem 3. Jahrhundert stammenden Zitadelle, in der Museen und Cafés untergebracht sind. Direkt an die Stadt angrenzend liegt im Süden der 3917 Meter hohe Vulkan Erciyes Dagi, den wir aufgrund des trüben Wetters aber leider nicht zu sehen bekamen und den wir wohl auch morgen nicht sehen werden. Schade. Aber Reisen im Winter ist nun mal mit gewissen Einschränkungen verbunden.
27. Februar 2026 / Türkei / Kemer / Strasse zum Dokuzdolambaçpass
Um von Kahramanmaras nach Kayseri zu gelangen, mussten wir den Dokuzdolambaçpass überqueren, der auf rund 1900 Metern Höhe liegt (die genaue Höhe variiert je nach Quelle). Als es gestern Abend bereits auf 700 Metern leicht schneite, wussten wir, dass die Passüberquerung nicht ganz einfach werden dürfte. Eine Bestätigung für unsere Bedenken erhielten wir heute Morgen bereits auf 1350 Metern in Göksun, als die Polizei 70 Kilometer vor dem Pass entfernt den Schwerverkehr stoppte. Gut, dass Hopo nicht zum Schwerverkehr zählt, denn angesichts der prognostizierten weiteren Schneefälle wollten wir nicht zuwarten. Lange war zumindest eine von zwei Fahrspuren noch schneefrei. Am Schluss hatten wir dann aber gleichwohl gut 30 Kilometer auf schneebedeckten Strassen zurückzulegen. Richtig rutschig war es zum Glück aber nirgends, so dass wir den Pass problemlos überwinden konnten und bereits am frühen Nachmittag im winterlichen Kayseri eintrafen. Winter in der Türkei, Frühling in der Schweiz: Was für eine verkehrte Welt.
26. Februar 2026 / Türkei / Kahramanmaras / Tarihi Cikur Hamami und Burg
Weil wir heute Vormittag ein ordentliches Stück Weg hinter uns gebracht hatten und ich über die Mittagsstunden hybrid an einer Sitzung teilnahm, blieb nicht mehr viel Zeit für Besichtigungen. Wir haben „bloss“ in Kahramanmaras einen kurzen Zwischenstopp eingelegt und das Stadtzentrum besucht. Die Provinz Kahramanmaras lag vor gut drei Jahren im Zentrum zweier verheerender Erdbeben, die über 53’000 Todesopfer forderten. Die Stadt liegt abseits der grossen Touristenströme und hat auch keine überragenden Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dafür ist alles noch recht authentisch. Und die Menschen freuen sich, dass „exotische“ Gäste bei ihnen einen Halt einlegen. In der ganzen Türkei ist Kahramanmaras für sein Eis (Maras-Eis) bekannt, das aus Ziegenmilch und Orchideenwurzeln hergestellt wird und kaum schmelzen soll. Leider konnten wir diese lokale Spezialität nicht testen. Die Berge nördlich der Stadt sind allesamt schneebedeckt, und da kommt es hier offenbar niemandem in den Sinn, Eis zu produzieren.
25. Februar 2026 / Türkei / Nemrut Dagi / Zufahrtsstrasse
Hauptsehenswürdigkeit des Nemrut Mountain National Park ist das gipfelnahe Heiligtum und Grabdenkmal von König Antiochus I. Theos. Es ist berühmt für seine riesigen, herabgefallenen Steinköpfe (Götterstatuen), die bei Sonnenaufgang oder -untergang besonders spektakulär aussehen. Dass wir heute (und auch in den kommenden Tagen) weder einen schönen Sonnenaufgang noch -untergang zu sehen bekommen werden, war uns von Beginn an klar. Trotzdem hofften wir, die Anlage bei einigermassen passablem Wetter besichtigen zu können. Rund fünf Kilometer vor dem Heiligtum war die Strasse dann aber gesperrt (vorherige Hinweise gab es keine) und wir waren zur Umkehr gezwungen. Schade. Immerhin fuhren wir vor dem Wendepunkt durch eine spektakulär schöne Landschaft, so dass die Fahrt nicht vergebens war.
25. Februar 2026 / Türkei / Yeni Kale / Landschaft
Keine zehn Kilometer von der Cendere-Römerbrücke entfernt liegt Yeni Kale. Yeni Kale ist eine beeindruckende Mamlukenfestung aus dem 13. Jahrhundert, die spektakulär auf einem schroffen Felsen liegt. Die Festung ist in eine Ober- und eine Unterburg gegliedert und zeichnet sich durch hohe, schützende Mauern aus. Ähnlich eindrücklich wie die Burg ist die Landschaft, die sie umgibt.