Vejer de la Frontera

5. Januar 2025 / Spanien / Vejer de la Frontera / Stadt von Osten her

Heute bin ich mehrheitlich durch eine dünn besiedelte Landschaft geradelt. Vejer de la Frontera ist von Tarifa herkommend erst der zweite Ort, der direkt an der Strasse liegt. Und das nach 50 Kilometern. Vejer zählt 12’000 Einwohner und ist auf einem Hügel gebaut, der die umliegende Landschaft um mehr als hundert Meter überragt. Die ganze Altstadt ist von einer zwei Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Ein wirklich schönes Städtchen, nicht nur aus der Ferne.

Torre de la Pena

4. Januar 2025 / Spanien / Tarifa / Torre de la Pena

Das Foto ist echt. Aber es täuscht hinsichtlich des heutigen Wetters. So schön blau war der Himmel den heutigen Tag hindurch nur selten. Zeitweise war es gar stark bewölkt. Aber 19 Grad warm. Morgen Abend und in der kommenden Woche könnte es gar regnen. Mich über das hiesige Wetter beschweren ist aber das letzte, was ich tun werde. Dazu kam ich in den Genuss von zu vielen prächtigen Tagen. Die Torre de la Pena gehört zu einem Campingplatz. Deren gibt es etliche nordwestlich von Tarifa. Auch wenn ich höchst selten auf einem Campingplatz anzutreffen bin (auf dieser Reise noch gar nie), gefallen mir diese deutlich besser als Zweitwohnungssiedlungen. Campingplätze versperren zwar den Zugang zum Meer, verschandeln die Landschaft aber nicht annähernd so stark wie feste Überbauungen.

Tarifa

4. Januar 2025 / Spanien / Tarifa / Festung

Tarifa ist erreicht. Ich bin am südlichsten Punkt Spaniens und damit natürlich auch meiner Velotour angelangt. Doch nicht nur das. Tarifa ist auch der südlichste Punkt des europäischen Festlands. Hier trennt die Strasse von Gibraltar Europa von Afrika. Die schmalste Stelle beträgt nur gerade 14 Kilometer. Aufgrund seiner Nähe zu Marokko ist Tarif ein wichtiger Fährhafen (Verbindung nach Tanger). Statt südwestlich fahre ich von nun an nordwestlich. Anstatt aufs Mittelmeer kann ich von nun an auf den Atlantik blicken. Und die Gegenden, durch die ich nun fahren werde, sind viel dünner besiedelt als bisher. Gerade auch als Radfahrer gefällt mir das.

Algeciras

4. Januar 2025 / Spanien / Algeciras / Hafenanlagen

Algeciras zählt 120’000 Einwohner und besitzt einen der wichtigsten Häfen im südlichen Spanien. Von hier aus fahren auch die meisten Fähren nach Marokko, entweder nach Ceute (eine Stunde) oder nach Tanger (eineinhalb Stunden). Hopo war noch nie in Marokko und möchte gerne einmal dorthin. Ich glaube, diesen Wunsch werden wir ihm erfüllen. Nicht sofort, aber eventuell schon bald.

San Roque oder es geht weiter

3. Januar 2025 / Spanien / San Roque / Blick zurück nach Gibraltar

Beim Start in Barcelona habe ich mir Gibraltar als Ziel meiner Radtour gesetzt. Als absehbar wurde, dass ich nach rund vier Wochen Fahrt dort sein werde, wurde Gibraltar zum Zwischenziel. Jetzt liegt Gibraltar bereits hinter mir. Denn ich will weiterfahren. Ich habe mich entschieden, weiter der Küste entlang zu fahren. Zuerst nach Tarifa, denn nach Cadiz, Huelva und schliesslich nach Altura in Portugal. Das sind gegen 800 Kilometer Strecke oder eine Woche Fahrzeit. Dieses Mal könnte es allerdings länger dauern. Denn ab Sonntag ist Regen angesagt. Schauen wir einmal, wie ernst es ihnen damit ist. So oder so nehme ich es, wie es kommt.

Berberaffe

3. Januar 2025 / Gibraltar / Berberaffe

Eine Legende besagt, dass, solange die Affen in Gibraltar leben, das Gebiet britisch bleibt. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden die Affen von den lokalen Behörden gepflegt und geschützt. Einzig wenn sich eine Horte Affen völlig daneben benimmt und Schaden anrichtet oder zur Gefahr für die Menschen wird, muss eingeschritten und die Population dezimiert werden. Insgesamt soll es über 200 Affen in Gibraltar geben. Die meisten leben irgendwo auf dem Felsen.

Gibraltar aus der Höhe

3. Januar 2025 / Gibraltar / Stadt von oben

Gibraltar selbst finde ich nicht speziell schön. Viel Verkehr, viele moderne Bauten, kein spezielles Flair. Der 426 Meter hohe Felsen von Gibraltar gefällt mir aber. In die Höhe kommt man per Luftseilbahn, per Sammeltaxis, zu Fuss oder auch per Fahrrad. Die Aussicht von hier offen ist gewaltig. Und es gibt quasi eine „Affen-Garantie“. Wer hier oben ist, kann mit Bestimmtheit Berberaffen aus der Nähe betrachten. Gibraltar selbst zählt 32’000 Einwohner. Seit 1713 gehört es zu GrossbriItannien. Und Gibraltar ist der Beweis dafür, dass es die Briten auch rechts können. Denn im Gegensatz zu sämtlichen anderen britischen Überseegebieten herrscht hier Rechtsverkehr.

Gibraltar – Spezielle Ankunft

3. Januar 2025 / Gibraltar / Start- und Landepiste

Gibraltar ist erreicht. Die Ankunft ist speziell. Motorfahrzeuge unterqueren den Flugplatz in einen Tunnel. Fussgänger und Radfahrer überqueren die Start- und Landepiste des hiesigen Flughafes zu Fuss oder eben per Rad. Gibt es einmal eine Flugbewegung, dann muss eben gewartet werden. Um Gibraltar zu erreichen war ich 27 Tage per Fahrrad unterwegs. Ich habe dabei knapp 2’900 Kilometer und gut 20’000 Höhenmeter zurückgelegt. Nicht zuletzt dank des guten Wetters kam ich gut voran und war körperlich nie am Anschlag. Die einzige Mini-Krise hatte ich vor Marbella, als ich mehrmals das Gefühl hatte, dass es per Rad nicht mehr weitergeht. Aber das liegt hinter mir. Nach drei eher mühsamen Tagen im Ballungsraum Malaga-Marbella konnte ich heute wieder richtig Radfahren. Ich habe es sehr genossen.

Estepona

2. Januar 2025 / Spanien / Estepona / Torre de Control

Estepona zählt 75’000 Einwohner und ist die letzte grössere Stadt auf dem Weg nach Gibraltar. Von hier aus kann man den Fels von Gibraltar, der gut 35 Kilometer entfernt ist, bereits gut erkennen. Im Hafen sticht einem sofort der schmucke Kontrollturm ins Auge. Der Hafen ist weitestgehend ein Sporthafen und bietet 450 Booten einen Liegeplatz.

Russisch-orthodoxe Kirche

2. Januar 2025 / Spanien / El Velerin / Iglesia Ortodoxa Rusa

Von weitem hatte ich kurz den Eindruck, dass es sich hier um eine moderne Moschee handeln muss. Beim etwas genaueren Hinschauen kam ich aber rasch darauf, dass es eine russisch-orthodoxe Kirche sein muss. Das 2020 fertig gestellte Gotteshaus ist die erste orthodoxe christliche Kirche in ganz Andalusien.