
Reiseroute Türkei und Kaukasus 2026




5. März 2026 / Türkei / Güneyköy / King’s Bay
Nachdem sich Hopo an der Ausgrabungsstätte Antiochia ad Cragum sattgesehen hatte, sind wir weiter der engen, kurvigen, steil abfallenden Strasse gefolgt, die auf einem Parkplatz endet, der für maximal sechs Fahrzeuge Platz bietet. Von hier aus führt ein steiler Pfad an Bananenplantagen vorbei hinunter ans Meer. Der Weg hierhin ist wirklich nicht ganz einfach. Die zwei Buchten, die man erreicht, sehen aber überwältigend aus. Das kristallklare Wasser leuchtet türkisfarben. Bei der King’s Bay kann man durch ein Loch im Felsen aufs offene Meer hinausblicken. Schade, dass heute Nachmittag ausgerechnet in dem Moment, als wir bei den beiden Buchten eintrafen, die Sonne hinter dicken Wolken verschwand. Der Ort ist gleichwohl ein ganz spezieller.


5. März 2026 / Türkei / Antiochia ad Cragum / Colonnade Street
Antiochia ad Cragum ist eine antike Ruinenstadt, die westlich von Anamur liegt. Aufgrund ihrer Lage auf steilen Klippen über dem Mittelmeer diente sie lange als Schlupfwinkel für Seeräuber. Ab dem 1. Jahrhundert nach Christus gehörte die Stadt zum Römischen Reich und entwickelte sich zu einem typischen Provinzzentrum. Seit gut zwanzig Jahren finden hier systematische Ausgrabungen statt. Die schmale Dorfstrasse führt unmittelbar am Rande der Ausgrabungsstätte vorbei. Hopo zeigte sich sehr interessiert. Für einmal musste er nicht auf einem weit entfernten Parkplatz warten, sondern war praktisch mitten im Geschehen. Es freut uns, dass auch ihm antike Stätten gefallen.


5. März 2026 / Türkei / Anamur / Bananen
Rund um Anamur kann man an vielen Verkaufsständen entlang der Strassen frisch geerntete Bananen kaufen. Zum Teil wachsen sie in den Gewächshäusern direkt hinter den Verkaufsständen. Im Gegensatz zu den Bananen, die wir zu Hause essen und die meist grün geerntet werden, lässt man die hier verkauften Bananen an den Stauden ausreifen. Ihr Aroma ist unübertroffen.


5. März 2026 / Türkei / Anamur / Gewächshäuser
Anamur ist eine der am südlichsten gelegenen Gemeinden in der Türkei. Die Gegend hier gilt als extrem fruchtbar und ist für ihr subtropisches Mikroklima bekannt, das eine intensive Landwirtschaft ermöglicht. Angebaut werden primär Bananen, Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen, Mandarinen), Tomaten, Gurken sowie Erdbeeren. Viele der Pflanzen gedeihen in Gewächshäusern. Die Landschaft gleicht von oben stark derjenigen in der spanischen Provinz Almeria in Südspanien. Das sieht natürlich nicht speziell gut aus. Was speziell in den ganz hohen Gewächshäusern wächst, ist aber superlecker.


5. März 2026 / Türkei / Anamur / Anemurium
Anemurium ist eine weitläufige antike Ruinenstadt, die direkt am Kap Anamur, dem südlichsten Punkt des anatolischen Festlands, liegt. Die Stadt erstreckt sich über einen steilen Hang direkt am Meer und bietet gut erhaltene Strukturen aus römischer und byzantinischer Zeit. Die meisten Gebäude sind recht stark verfallen. Trotzdem ist es eine sehenswerte Anlage, die auch wegen ihrer tollen Lage direkt am Meer gut gefällt


5. März 2026 / Türkei / Anamur / Burg Mamure
Die Burg Mamure, die östlich von Anamur liegt, ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungsanlagen in der Türkei. Die imposante Anlage erstreckt sich über eine Fläche von circa 240 mal 170 Metern (entspricht etwa fünf Fussballfeldern) und beeindruckt durch ihre Lage unmittelbar am Wasser. Die Burg ist in drei durch Mauern getrennte Innenhöfe unterteilt. Innerhalb der Mauern befinden sich eine Moschee mit Minarett aus dem 16. Jahrhundert, Badehäuser, Stallungen und Zisternen. Eine eindrückliche Anlage, deren Besichtigung sich lohnt.


4. März 2026 / Türkei / Gilindire / Höhle
Die Gilindire-Höhle östlich von Anamur hat uns heute tüchtig ins Schwitzen gebracht. Einerseits gibt es über 550 Treppenstufen, über die man an den Grund der Höhle gelangt und die man dann wieder hinaufsteigen muss. Und in der Höhle herrscht ein schwül-warmes Klima mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 80 % und einer konstanten Temperatur um die 25 Grad Celsius, was den Aufstieg zusätzlich erschwert. Aber der Besuch hat sich gelohnt. Die Gilindire-Höhle beeindruckt mit riesigen Stalaktiten, Stalagmiten und einem kristallklaren unterirdischen See. Am Ende des Aufstiegs waren wir uns einig: Das war die schönste Höhle, die wir je gesehen haben. Interessant – und für uns nicht nachvollziehbar – sind die Eintrittspreise, die man in der Türkei bezahlt. Der Besuch der beiden Dolinen Cennet ve Cehennem kostete 12 Euro pro Person, der Besuch der viel attraktiveren Gilindire-Höhle 1,30 Euro pro Person. Der Logik, die hinter diesen Preisen steckt, sind wir noch nicht auf die Spur gekommen.


4. März 2026 / Türkei / Tisan / East Bay
Tisan ist ein Badeort, den man nur über eine schmale, kurvige Strasse erreicht, die zuerst steil auf einen Pass hinaufführt und dann noch steiler abfällt. Auf der Tisan-Halbinsel trifft man auf zwei wunderschöne, naturbelassene Buchten mit glasklarem Wasser. Die Westbucht ist sandig und sehr flach, während die Ostbucht tiefer ist und feinen Kies bietet. Der Ort soll lange Zeit als Geheimtipp gegolten haben. Im Moment sind sie daran, eine immens grosse Anlage mit 447 Wohneinheiten fertigzustellen. Und es soll ein Projekt für bis zu tausend zusätzliche Villen geben. Heute waren wir praktisch alleine am Strand. In der Hochsaison dürfte es hier allerdings recht eng werden. Nichts mehr mit Geheimtipp, sondern Massentourismus in Reinkultur.


4. März 2026 / Türkei / Cennet ve Cehennem / Himmel-Doline
Heute Vormittag haben wir die beiden Dolinen Cennet (Himmel) und Cehennem (Hölle) besucht. Die riesigen „Erdlöcher“ sind durch die natürliche Auflösung von Kalkstein durch unterirdische Wasserläufe entstanden. Die grössere der beiden Dolinen, die Herz-Doline, ist 250 Meter lang, 110 Meter breit und bis zu 100 Meter tief. Am Boden der Doline trifft man auf eine üppige Vegetation sowie eine kleine Kapelle aus dem 5. Jahrhundert. Über eine Treppe mit insgesamt 452 Stufen kann man bis in den tiefsten Punkt der Sinkhöhle hinabsteigen, der in der Antike als Eingang zur Unterwelt galt. Die beiden Dolinen gehören in der Region rund um Mersin zu den beliebtesten Touristenattraktionen. Für uns sind sie sehenswert, nicht aber überwältigend. Die Felsreliefs von Adamkayalar, die wir gestern besucht haben, waren viel eindrücklicher.